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DRAM-Preise: Samsung soll nochmals bis zu 20 Prozent mehr verlangen

Die Preise für Arbeitsspeicher könnten im dritten Quartal erneut deutlich steigen. Samsung soll derzeit mit Kunden über höhere Verkaufspreise für herkömmlichen DRAM verhandeln. Im Raum steht ein Anstieg des durchschnittlichen Verkaufspreises um bis zu 20 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Samsung geht bei Preisverhandlungen offensiv vor
Wie ZDNet Korea unter Berufung auf Branchenkreise berichtet, verfolgt Samsung bei den laufenden Preisverhandlungen eine aggressive Linie. Besonders bei konventionellem DRAM will der Hersteller demnach höhere Preise durchsetzen. Bei LPDDR, das unter anderem in Smartphones und anderen mobilen Geräten eingesetzt wird, könnten die Aufschläge sogar über 20 Prozent liegen.
Noch ist allerdings offen, ob die Kunden die geforderten Preise vollständig akzeptieren. Die genannten Werte beschreiben Samsungs Ziel für die Verhandlungen und keine bereits abgeschlossene allgemeine Preiserhöhung. Der Spielraum des Herstellers ist dennoch groß. Speicherchips bleiben knapp, während vor allem Investitionen in Rechenzentren den Bedarf hochhalten.
Preise waren schon zuvor stark gestiegen
Samsung konnte seine durchschnittlichen DRAM-Verkaufspreise bereits in den vergangenen Quartalen deutlich erhöhen. ZDNet Korea berichtet für das erste Quartal von einem Anstieg im Bereich von über 90 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Für das zweite Quartal werde ein Plus von 50 bis 60 Prozent geschätzt.
Mit bis zu 20 Prozent würde sich der Preisanstieg im dritten Quartal zwar abschwächen. Von einer Entspannung kann dennoch kaum gesprochen werden. Analysten rechnen demnach damit, dass das Angebot auch im kommenden Jahr hinter der Nachfrage zurückbleiben könnte.
Für Samsung zahlt sich die Entwicklung finanziell aus. Analysten erwarten für das zweite Quartal einen starken Gewinnsprung. Gleichzeitig steigen für Gerätehersteller die Kosten für Speicherkomponenten, was sich letztlich auch auf Smartphones, Notebooks oder andere Elektronikprodukte auswirken kann.
Preisentwicklung landet bereits vor Gericht
Die erneuten Preisforderungen treffen auf eine ohnehin aufgeheizte Debatte um den DRAM-Markt. Ende Juni wurde in den USA eine Sammelklage gegen Samsung, SK Hynix und Micron eingereicht. Den drei Speicherherstellern wird vorgeworfen, das Angebot für konventionellen DRAM künstlich verknappt und dadurch höhere Preise begünstigt zu haben. Die Vorwürfe sind bislang nicht gerichtlich bestätigt. Dennoch fällt die mögliche nächste Preisrunde in eine Phase, in der der Umgang der großen Speicherhersteller mit Produktionskapazitäten und dem Consumer-Markt zunehmend kritisch betrachtet wird.
Langfristige Lieferverträge könnten den Herstellern zudem mehr Planungssicherheit geben. Laut ZDNet Korea wächst der Anteil entsprechender Vereinbarungen, bei denen feste Abnahmemengen und Preisuntergrenzen vereinbart werden. Ein schneller Preisverfall bei DRAM erscheint damit vorerst wenig wahrscheinlich.