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Effizientes C++: Die versteckten Kosten des Rückgabedatentyps auto


Im heutigen Beitrag möchte ich mich mit dem Schreiben von effizientem C++-Code befassen. Dieses Thema lässt sich nicht in einem einzigen Beitrag behandeln. Zum Start möchte ich mich auf die Steuerung der Zeit konzentrieren, die der Compiler benötigt, und dabei ein Element der Sprache herausgreifen: auto.

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Portrait von Andreas Fertig

Portrait von Andreas Fertig

Andreas Fertig ist erfahrener C++-Trainer und Berater, der weltweit Präsenz- sowie Remote-Kurse anbietet. Er engagiert sich im C++-Standardisierungskomitee und spricht regelmäßig auf internationalen Konferenzen. Mit C++ Insights ( hat er ein international anerkanntes Tool entwickelt, das C++-Programmierenden hilft, C++ noch besser zu verstehen.

Ich halte die Typinferenz auto für eine großartige Erweiterung der Sprache. Mit der C++14-Version von auto als Rückgabedatentyp ist es ein guter Weg, flexiblere und akkuratere Funktionen zu schreiben. Allerdings geht das zu Kosten eines längeren Kompiliervorgangs.

Aber beginnen wir ohne auto als Rückgabedatentyp. Hier ist eine Dummy-Funktion, die nichts Interessantes macht:


int Fun(bool b, int val)
{
  if(b) {
    return val * 2;
  } else {
    return val / 2 * 3;
  }
}


Ich brauchte für das Beispiel lediglich eine Funktion mit einem Rumpf, der für den Compiler nicht völlig trivial war. Da es im heutigen Beitrag um effizientes C++ geht, möchte ich über die Zeit sprechen, die zum Kompilieren dieser wenigen Zeilen Code erforderlich ist. Dabei geht es nicht unbedingt um die absoluten Zahlen, da diese auf verschiedenen Rechnern unterschiedlich sein werden.

Wie kannst du deinen Compiler überhaupt messen? Eine Möglichkeit ist der Linux-Befehl time. Dieser liefert jedoch nur wenige Informationen, die nicht dabei helfen, deine Build-Zeiten zu verbessern. Wenn dir ein Build langsam erscheint, benötigst du kein Tool, das dir sagt, dass du recht hast, sondern ein Tool, das dir zeigt, wo eine mögliche Beschleunigung möglich ist.

Wenn time nicht das richtige Tool ist, was dann? Ganz einfach: dein Compiler! Zumindest Clang. Er verfügt über die hilfreiche Befehlszeilenoption -ftime-trace. Damit kann Clang für jede Objektdatei eine .json-Datei mit zahlreichen Daten erstellen. Du kannst die Informationen beispielsweise mit Chrome und seinem Tracing Viewer untersuchen. Öffne einfach einen Tab und gib chrome://tracing ein. Lade dann die JSON-Datei. Für den obigen Code auf meinem Rechner mit Clang 19 sieht die Visualisierung so aus:

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Screenshot von Chrome mit den Tracing-Ergebnissen von Clang

Screenshot von Chrome mit den Tracing-Ergebnissen von Clang

Screenshot von Chrome mit den Tracing-Ergebnissen von Clang

Ein Wort zu meiner Vorgehensweise: Ich gehe davon aus, dass die Funktion Fun in einer Header-Datei steht und in der aktuellen Übersetzungseinheit nicht verwendet wird. Einfachheitshalber habe ich keinen anderen Code eingefügt oder verwendet. Ich habe eine .cpp-Datei mit dem oben gezeigten Code wie folgt compiliert:


clang++ -c a.cpp -ftime-trace


Zurück zur Visualisierung, auch wenn sie etwas kompakt ist. Die obere Leiste mit der Aufschrift ExecuteCompiler benötigt 6,499 ms.

Hier ist eine modifizierte Version des vorherigen Codes. Die einzige Änderung, die ich vorgenommen habe, ist die auto statt int als Rückgabedatentyp.


auto Fun(bool b, int val)
{
  if(b) {
    return val * 2;
  } else {
    return val / 2 * 3;
  }
}


Wenn ich diesen Code messe, erhalte ich folgende Ergebnisse:


Screenshot von Chrome mit den Tracing-Ergebnissen von Clang

Screenshot von Chrome mit den Tracing-Ergebnissen von Clang

Dieses Mal benötigt ExecuteCompiler 8,114 ms. Das sind ungefähr 1,5 ms mehr. Ja, das stimmt, das ist nur ein einzelner Datenpunkt. Vielleicht haben wir es hier mit Jitter zu tun. Das kann sein. Vielleicht gibt es Aufrufe, bei denen die beiden Zahlen näher beieinander liegen, aber es ist unwahrscheinlich, dass sie jemals gleich werden. Ich bin mir hier sicher, weil im zweiten Trace ein zusätzlicher Schritt erscheint: ParseFunctionDefinition. Dieser Schritt ist nur vorhanden, wenn man auto als Rückgabedatentyp für die Funktion verwendet oder die Funktion tatsächlich aufruft. Aber ich gehe davon aus, dass Fun in einer Header-Datei deklariert ist.

Das zweite Codebeispiel benötigt wegen ParseFunctionDefinition länger zum Kompilieren. Mit auto von C++14 als Rückgabedatentyp muss der Compiler die Funktionsdefinition nachschlagen, wenn er die Deklaration analysiert. Ohne auto verschiebt der Compiler die Analyse des Funktionsrumpfs, bis er wirklich benutzt wird.

Wenn du die Dauer des Kompiliervorgangs optimieren möchtest, solltest du auf Funktionen achten, die auto als Rückgabedatentyp in Header-Dateien verwenden.


(rme)



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Googles KI-Zusammenfassungen: Opt-out für britische Medienhäuser angekündigt


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Googles KI-Zusammenfassungen sorgen für großen Unmut bei Betreibern von Nachrichtenseiten. Weltweit gibt es Initiativen dagegen, in Großbritannien jetzt eventuell mit einem ersten Erfolg: Google will den Betroffenen einen Opt-out ermöglichen, wie das Unternehmen jetzt in einer Antwort an die britische Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authoritiy (CMA) ankündigte. Details und einen Zeitplan bleibt Google aber schuldig.

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Seit rund einem Jahr gibt es sie auch in Deutschland: Kleine Texte mit Zusammenfassungen der Suchergebnisse, die in den Google-Suchergebnissen an oberster Stelle auftauchen und das wiedergeben, was Nutzer eigentlich erst beim Besuch der gefundenen Webseiten gelesen hätten. Das stellt gerade journalistische Online-Medien, die von den Aufrufen ihrer Inhalte leben, vor große Herausforderungen; etwa den erheblichen Rückgang der Seitenaufrufe.

Die Bredouille für die Verlage: Googles Crawler lassen sich nur ganz oder gar nicht aussperren. Wer nicht will, dass Google KI-Zusammenfassungen seiner Inhalte erstellt, der kann das Crawling seiner Seiten nur vollständig verbieten – und wäre dann auch nicht mehr in den Google-Suchergebnissen oder bei Google Discover zu finden.

In Großbritannien rief das die CMA und den Verlegerverband Publisher‘s Association auf den Plan. 2025 brachte das Google zunächst den „Strategic Market Status“ (SMS) ein, womit die CMA Google als Unternehmen von besonders großer Marktmacht einstuft. Damit kann die Behörde weitreichende Vorgaben machen; etwa wie Google seine Suchmaschinenrankings auf dem britischen Markt zu gestalten hat.

Im Januar machte die CMA erste Vorschläge, wie Google die Marktbedingungen verbessern könnte. Sie sprach sich für mehr Wahlmöglichkeiten und Transparenz für Verlage bei KI-Zusammenfassungen, fairere und transparentere Rankings in den Suchergebnissen mit der Möglichkeit, Probleme an Google zu melden, und gesetzlich vorgeschriebene Auswahlbildschirme für die Standardsuchmaschine auf Android-Geräten und im Google-Chrome-Browser aus. Außerdem soll die Nutzung von Datenauswertungen von Google-Suchtrends deutlich einfacher werden. Allerdings müssen die Vorschläge erst noch im Rahmen des Digital Markets Regime abgestimmt werden – einem gesetzlichen Rahmenwerk zur Regulation digitaler Märkte in Großbritannien, etwa für App-Stores, soziale Medien oder E-Commerce-Plattformen.

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Der Publisher’s Association gingen diese Vorschläge noch nicht weit genug. Sie fordert, dass Google eine klare Trennung zwischen KI-Crawlern und Crawlern für die Google-Suche vornimmt. Am Mittwoch veröffentlichte Google nun eine Stellungnahme zu den CMA-Vorschlägen. Zum Opt-out für KI-Zusammenfassungen heißt es hier nur: „Wir arbeiten an weiteren Aktualisierungen unserer Kontrollmöglichkeiten, damit Websites generative KI-Funktionen in der Suche gezielt deaktivieren können.“

Auch zur Forderung nach faireren und transparenteren Rankings und Auswahlbildschirmen zur Standardsuchmaschine äußerte sich Google: „Wir gewähren unseren eigenen Produkten keine Vorzugsbehandlung, was auch durch die eigenen Überprüfungen der CMA bestätigt wird“, betonte der Suchmaschinen-Riese.

Vorschläge von Drittanbietern könnten Googles Systeme und damit auch die Nutzer Manipulationen und Missbrauch aussetzen. Hierfür gibt es aber keine Belege. Es würde laut Google die Bekämpfung von Spam erschweren und letztendlich die Fähigkeit beeinträchtigen, Verbesserungen für Nutzer in Großbritannien einzuführen. In der Vergangenheit hatte Google zum Beispiel in den USA kartellrechtliche Schwierigkeiten, da der Vorwurf lautete, Google würde seine Marktmacht ausnutzen, um seine eigenen Werbeprodukte zu überhöhten Preisen zu vermarkten.

Eine interessante Alternative schlug Google zu den Auswahlbildschirmen zur Standardsuchmaschine vor. Zunächst verwies das Unternehmen auf einen entsprechenden Auswahlbildschirm, der in Großbritannien bereits bei der Ersteinrichtung von Android-Geräten auftaucht.

Android-Nutzer können ihre bevorzugten Dienste ganz einfach auswählen, und in Großbritannien werden bei der Einrichtung neuer Android-Geräte sogar Auswahlbildschirme angezeigt. Der Vorschlag der CMA, jedes Jahr aufs Neue per Pop-up-Fenster nach der bevorzugten Suchmaschine zu fragen, würde Nutzer in Googles Augen zu sehr stören. Stattdessen plädiert das Unternehmen für einen permanenten Schalter in den Geräteeinstellungen, um die Standardsuchmaschine jederzeit zu ändern.

Es ist ein erster Schritt, den Google in Großbritannien in Richtung CMA und Verleger macht. Doch bis wirklich beschlossen ist, welche Maßnahmen Google umsetzen muss, wird es voraussichtlich noch längere Zeit dauern.


(nen)



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Europäische Cloudanbieter: „Broadcom setzt zum Todesstoß an“


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Der europäische Cloud-Verband CISPE (Cloud Infrastructure Service Providers in Europe) hat bei der EU-Kommission am 19. März eine Wettbewerbsbeschwerde gegen Broadcom eingereicht. Die Organisation wirft dem Technologiekonzern vor, seine marktbeherrschende Stellung mit der VMware-Virtualisierungssoftware zu missbrauchen, und fordert die Generaldirektion Wettbewerb zu sofortigen Gegenmaßnahmen auf.

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In der Beschwerde kritisiert CISPE vor allem die kumulative Kostensteigerung für europäische Cloud-Dienstleister (CSPs) um nach eigener Darstellung mehr als 1.000 Prozent. Diese ergäben sich aus Preiserhöhungen, erzwungener Bündelung von Produkten, Vorauszahlungspflichten und Mindestabnahmen, die sich am Potenzial statt an der tatsächlichen Nutzung orientierten. Bereits im Mai 2025 hatte ein Bericht europäischer Cloud-Communities Preissteigerungen von 800 bis 1.500 Prozent dokumentiert. CISPE unterstützt nach eigenen Angaben zudem die Beschwerde des deutschen IT-Anwenderverbands Voice e.V. vom Mai 2025, der ebenfalls Preiserhöhungen von mehreren hundert Prozent und Druck auf Kunden mit auslaufenden Verträgen anprangert.

Besonders schwer wiegt laut CISPE die im Januar 2026 angekündigte Beendigung des VMware Cloud Service Provider-Programms (VCSP) in Europa. Lediglich wenige handverlesene Partner dürften weitermachen, die große Mehrheit europäischer CSPs werde ausgeschlossen. Bereits 2025 habe Broadcom das White-Label-Programm für kleine und mittlere Unternehmen eingestellt. Warum Broadcom das Programm speziell in Europa beende, während es andernorts bestehen bleibe, erläutere der Anbieter nicht.

CISPE-Generalsekretär Francisco Mingorance erklärte: „Mit der Beendigung des Broadcom-Programms, das den Zugang zu VMware-Virtualisierungssoftware ermöglicht, werden Unternehmen – sowohl Cloud-Anbieter als auch ihre Kunden – durch Broadcoms unfaire Handlungen irreparabel geschädigt. Sie sind unserer Ansicht nach rechtswidrig.“ Er forderte ein „dringendes Eingreifen“ der EU-Kommission: „Der einzige Weg, Bullies zu stoppen, ist, sich ihnen entgegenzustellen.“

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Die Beschwerde wird von mehreren nationalen Cloud-Verbänden gestützt. Simon Besteman von der niederländischen Cloud-Community beschrieb laut CISPE eine Situation, in der Kosten „exponentiell gestiegen“ und Anbieter „sabotiert“ worden seien. Widerspruch habe zu „Drohungen, Vergeltungsmaßnahmen und Ausgrenzung“ geführt. Finn Vagner von der dänischen Cloud-Community sprach von einer „äußerst kritischen Hochdrucksituation“ für betroffene Mitglieder. Genaue Umsatzverluste nannte CISPE nicht, sprach aber davon, dass CSPs „über Nacht einen signifikanten Anteil“ ihres Geschäfts verloren hätten.

CISPE fordert neben der sofortigen Aussetzung der VCSP-Kündigung und der Wiederaufnahme europäischer CSPs auch die Wiedereinführung des White-Label-Programms sowie Schutz vor Vergeltungsmaßnahmen durch Broadcom. Der Verband warnt, Broadcoms Vorgehen gefährde die europäische Sovereign-Cloud-Strategy, indem es die Autonomie europäischer Anbieter zerstöre und die Abhängigkeit von US-Hyperscalern verstärke. Langfristig drohten Monopolbildung, weniger Wettbewerb und höhere Kosten.


(fo)



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Top 5: Der beste Mini-Bluetooth-Lautsprecher im Test – schon ab 23 Euro gut


Bose Soundlink Micro 2 im Test: Dieser Mini-Bluetooth-Lautsprecher ist zu teuer

Der Bose Soundlink Micro Bluetooth-Lautsprecher will im Test trotz kompakter Bauweise mit kraftvollem Klang überzeugen.

VORTEILE

  • kompakt & leicht
  • exzellente Verarbeitung & robust
  • IP67 wasserdicht & staubdicht
  • Lange Akkulaufzeit
  • gute App mit Equalizer

NACHTEILE

  • hoher Preis
  • Bass unsauber
  • kein integriertes Mikrofon
  • schwammige Tastenbedienung

Der Bose Soundlink Micro Bluetooth-Lautsprecher will im Test trotz kompakter Bauweise mit kraftvollem Klang überzeugen.

Die Marke Bose hat den Ruf, hochpreisige Lautsprecher mit ausgewogenem Klang zu verkaufen. Mit dem Soundlink Micro 2 hat der Hersteller jetzt einen Mini-Bluetooth-Lautsprecher im Programm, der ebendiese Bose-Qualität in kompakter Bauweise liefern soll. Robuste Verarbeitung, klarer Klang und kraftvolle Bässe – das hat der Speaker auf dem Papier zu bieten. Aber kann er diese Versprechen auch in der Praxis einlösen? Und ist das Gesamtpaket den recht hohen Preis von 108 Euro (Coolblue) wert? Genau das finden wir im Test heraus.

Design und Verarbeitung des Bose Soundlink Micro 2

Der Bose Soundlink Micro 2 ähnelt optisch ein wenig dem Teufel Boomster Go. Er setzt auf das gleiche quadratische Design mit dem Durchmesser und der doppelten Dicke einer Tafel Rittersport. Mit Maßen von 10,40 cm x 4,30 cm x 10,40 cm und einem Gewicht von 330 g ist er aber etwas kleiner und leichter als die Teufel-Konkurrenz. Dank der geringen Größe passt er gut in den Rucksack oder die Handtasche, aber auch in größere Jackentaschen.

Bei der Farbauswahl setzt Bose auf dezente Zeitlosigkeit. Der Soundlink Micro 2 ist in Schwarz, Sandstein, Blütenrosa, Petrol und Babyblau erhältlich. Alle Farben passen zum Kern der Marke. Knallige, aufregende Designs sucht man vergebens. Die Farbe Blütenrosa, die aussieht wie gerötete Haut, setzt ungewohnte Akzente, die eindeutig Geschmackssache sind.

Der Speaker ist fast vollständig mit einer Silikonummantelung überzogen, wobei kleine Wölbungen an der Unterseite als rutschfeste Standfüße fungieren. Die integrierte Trageschlaufe aus Textil und Silikon dient gleichzeitig als Halteband mit Klettverschluss, über das sich der Lautsprecher beispielsweise am Lenker eines Fahrrads befestigen lässt. Das klappt im Test recht gut, weil die Gummierung an der Unterseite des Bandes ein Verrutschen verhindert. Allerdings hätte das gesamte Halteband gerne etwas länger sein können.

Bei der Verarbeitung lässt der Bose Soundlink Micro 2 keine Wünsche offen. Dank der Silikonummantelung ist der Mini-Bluetooth-Lautsprecher stoßfest und übersteht Stürze aus einem Meter an Höhe auf Steinboden oder Asphalt ohne Schäden. Dank Schutzklasse IP67 ist der Speaker sowohl staubgeschützt als auch zeitlich begrenzt bis zu einem Meter an Tiefe wasserdicht. Damit bewegt sich der Soundlink Micro auf vergleichbarem Terrain wie der Teufel Boomster Go.

Bose Soundlink Micro 2

Wie gut ist der Klang des Bose Soundlink Micro 2?

Bose macht keinerlei Angaben zur Leistung, dem Frequenzbereich oder zu den eingebauten Hoch- und Tieftönern des Speakers – auf den ersten Blick ein eher schlechtes Zeichen, denn bei einem Hersteller dieser Preisklasse wären entsprechende Details normalerweise ein Verkaufsargument.

Aber was zählt, ist der Praxistest, und da macht der Soundlink Micro 2 eine gute Figur. Gesprochene Inhalte wie Podcasts kommen angenehm deutlich und klar aus dem Speaker, auch wenn der Klang generell wie beim Teufel Boomster Go oder JBL Go 3 vom Hörwinkel abhängig ist. Hängt man den Speaker aufrecht mit dem Halteband auf, sollte man sich am besten davor aufhalten. Ansonsten legt man den Lautsprecher auf den Boden, um ein optimales Klangerlebnis zu erhalten.

Bei Musik hat der Mini-Bluetooth-Lautsprecher dann aber doch ein paar Probleme, und die haben vor allem mit dem Bass zu tun, den Bose eigentlich als besonders kraftvoll bewirbt. Das ist er auch, denn schon bei mittlerer Lautstärke vibriert der kleine Brüllwürfel merklich.

Gleichzeitig wirkt der Bass aber arg verwaschen und unsauber. Bei The Weeknds “Die For You” mischt der Soundlink Micro 2 die tiefen Töne zu einem dumpfen Brei zusammen, gegen den dann auch der Gesang nicht mehr ankommt. Etwas besser sieht es bei “Blinding Lights” aus, weil die Höhen hier recht klar bleiben. Trotzdem wird auch hier der Gesang vom Bass verschluckt.

Wer den Equalizer der Bose-App benutzt, kann gegensteuern. Bei vollen Höhen und komplett wegreguliertem Bass klingt der Sound etwas besser, aber immer noch verwaschen.

Bei klassischer Musik ergibt sich ein ähnliches Bild, allerdings hat der Bose-Speaker hier vor allem Probleme mit den Höhen. Beethovens Streichquartett #3 in D-Dur klingt einfach zu schrill, wenn die Violinen einsetzen, während der Kontrabass bei von Dittersdorfs Konzert für Kontrabass #1 unsauber und matschig rüberkommt.

Bose Soundlink Micro 2

Alles in allem ist der Sound des Soundlink Micro 2 aber trotzdem nicht schlecht. Gemessen an der geringen Größe des Mini-Bluetooth-Lautsprechers lassen sich die Probleme und Unsauberkeiten verschmerzen. Der Teufel Boomster Go konnte uns im Test bei ähnlicher Größe und geringerem Preis aber eher überzeugen.

Wo die App-Anbindung für zusätzliche Features sorgt, müssen Käufer des Soundlink Micro 2 allerdings auf weitere Extras verzichten: Der Speaker verzichtet auf ein integriertes Mikrofon und eignet sich daher weder als Freisprecheinrichtung für Telefonate noch als Eingabegerät für Sprachassistenten. Ein AUX-Anschluss für externe Geräte fehlt ebenso.

Bedienung und App des Bose Soundlink Micro 2

Um den Soundlink Micro 2 zu bedienen, nutzen wir primär die physischen Tasten auf der Oberseite des Mini-Bluetooth-Lautsprechers. Etwas irritierend: Der An- und Ausschaltknopf befindet sich an der unteren Kante neben dem USB-C-Anschluss. Zudem wirken die Druckpunkte der unbeleuchteten Tasten recht schwammig. Wir müssen viel Kraft aufwenden, um eine Eingabe zu tätigen.

Zusätzlich zu den Standardtasten (Power, Bluetooth, Play/Pause und Lautstärke) gibt es einen sogenannten Shortcut-Button. Über diesen Button können wir den Soundlink Micro 2 mit einem weiteren Lautsprecher der Soundlink-Baureihe verbinden (Soundlink Micro 2, Soundlink Flex 2, Soundlink Plus und Soundlink Max).

Was der Soundlink Micro 2 anderen Mini-Bluetooth-Lautsprechern voraus hat, ist die App. Während etwa Nutzer des Teufel Boomster Go oder JBL Go 3 auf eine separate Smartphone-Software verzichten müssen, kommen Bose-Käufer zumindest in den Genuss ein paar zusätzlicher Features.

Die App erlaubt die Einrichtung einer Mehrpunkt-Verbindung, sodass wir den Speaker mit zwei Geräten gleichzeitig koppeln können. Dazu kommen ein recht einfach gestalteter Equalizer mit vier Voreinstellungen (viel/wenig Bass, viel/wenig Höhen) und eine Konfigurationsmöglichkeit für die Shortcut-Funktion. Darüber können wir die Shortcut-Taste auch verwenden, um die Wiedergabe von Inhalten über Spotify fortzusetzen. Schließlich können wir in der App auch einstellen, dass sich der Speaker nach einer vorgegebenen Zeit automatisch selbst abschaltet – ein nützliches Feature für alle, die gerne beim Podcast- oder Musikhören einschlafen.

Der Akku des Bose Soundlink Micro 2

Bose hat sich bei der Laufzeit des Soundlink Micro 2 nicht lumpen lassen, und dem Speaker einen erstaunlich leistungsfähigen Akku mit einer Kapazität von 3000 mAh spendiert. Damit hält der Lautsprecher bis zu 12 Stunden durch und damit nicht nur doppelt so lange wie sein Vorgänger, sondern auch länger als viele andere Mini-Bluetooth-Lautsprecher wie der JBL Go 3 oder der Teufel Boomster Go.

Eine Powerbank-Funktion gibt es übrigens nicht. Das Aufladen des Soundlink Micro 2 funktioniert über das beiliegende USB-C-auf-USB-A-Kabel und dauert mit etwa vier Stunden verhältnismäßig lange. Eine Anzeige des Ladestands finden wir nur in der App.

Was kostet der Bose Soundlink Micro 2?

Aktuell kostet der Mini-Bluetooth-Lautsprecher 108 Euro (Coolblue).

Fazit

Der Bose Soundlink Micro 2 ist im Grunde ein guter Mini-Bluetooth-Lautsprecher, aber er hat ein gewichtiges Problem – und das ist sein Preis. Denn für das, was der Speaker bei Klang und Features zu bieten hat, ist er im Vergleich einfach zu teuer.

Gesprochene Inhalte spielt der Soundlink Micro 2 gut ab, doch bei basslastigen Stücken lässt er Federn. Obwohl der Bass kraftvoll daherkommt, wie es der Hersteller auch verspricht, fehlt es ihm an Sauberkeit. Deshalb verschluckt er gerne die Höhen, was zu einem insgesamt eher matschigen und verwaschenen Klang führt.

Zu den Pluspunkten des Bose-Speakers gehören neben der guten Verarbeitung und der IP67-Zertifizierung die lange Akkulaufzeit und die Anbindung an eine App mit Equalizer – welcher den Klang etwas verbessert. Schade finden wir, dass Bose auf ein integriertes Mikrofon verzichtet hat.

Eine günstigere Alternative zum Soundlink Micro 2 sind der Teufel Boomster Go für knapp unter 80 Euro, der zudem ein integriertes Mikrofon zu bieten hat, und der JBL Go 3 ab 32 Euro, bei dem Käufer aber mit einer geringeren Akkulaufzeit leben müssen.

Wer mit dem Gedanken spielt, sich den Soundlink Micro 2 zu kaufen, sollte mit den klanglichen Schwächen des Speakers leben können. Dann bietet der Bose-Lautsprecher ein gutes Gesamtpaket zu einem hohen Preis.



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