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Eine Schriftfamilie für die Wissensvermittlung › PAGE online


Wissen ist ein fundamentales Merkmal der menschlichen Identität und wird auch in Zukunft ein zentraler Baustein menschlichen Schaffens sein. Davon ist die Foundr Identity Letters überzeugt und gestaltete die Schriftfamilie Foliant – nicht nur aber auch zur Darstellung von Wissen.

Für Typedesigner Moritz Kleinsorge ist das geschriebene Wort der protoypische visuelle Ausdruck von Wissen. Oder präziser: das gesetzte Wort. »Früher waren gewichtige Folianten, die gesetzte Worte enthielten, die Bastionen des Wissens, wir fragten uns wie eine Schrift für Wissenarbeiter:innen von heute ausssieht«, so der Gründer der Foundry Identity Letters. »Die Rolle der Monopolisten über das Wissen haben schwere Bücher längst eingebüßt. Deshalb kann eine solche Schrift nicht ausschließlich printfokussiert sein.« Aber was ist nun die zeitgenössische Entsprechung eines »gewichtigen Folianten«?

Moritz Kleinsorge und sein Team schauten sich Bücher, Reports, Aufsätze, Studien, Dossiers, Lexika, Datenbanken, Wissensplattformen, Bildungsseiten, Gesetze und viele weitere Erscheinungsformen von Text an, gedruckt wie digital. Die Gestalter zogen das Fazit: Wissen braucht heutzutage eine Marke. 

Eine Schrift für verlässliches Wissen

»Jeden Tag buhlen unzählige Informationsquellen um unsere Aufmerksamkeit. Das massenhafte Aufkommen KI-generierter Texte mit ihren allgegenwärtigen Halluzinationen hat einen großen Teil dieser Quellen fast über Nacht unzuverlässig werden lassen«, so Moritz Kleinsorge. Eine Schrift für (verlässliches) Wissen kann in dieser Umgebung nicht rein funktional sein: Sie muss Haltung vermitteln – und jenes Vertrauen erwecken, das durch die KI-Schwemme abhanden gekommen ist. »Dazu gerne ein Quäntchen Eleganz – denn die Anmut der Neuronenströme in unserem eigenen Wissensspeicher, dem Gehirn, darf nicht nur benutzt, sondern auch gefeiert werden.« Zu guter Letzt muss die Schrift neutral genug sein, um sich in alle Branchen einzufügen, in denen Wissensarbeit zum Einsatz kommt.

Vor diesem Hintergrund begannen die Typedesigner von Identity Letters eine Schriftsippe zu konzipieren, die komplexe Information mit Leichtigkeit bewältigen kann. Eine Schriftsippe mit hoher Wiedererkennbarkeit, die sich sofort zurücknimmt, sobald das vertiefende Lesen beginnt. Eine Schriftsippe, die das Wissen in den Folianten von heute strukturiert: Die Superfamilie Foliant.

Foliant Serif: Lesen im Flow

Foliant Serif ist die Textschrift der Familie. Sie ist ein zeitgenössischer, hybrider Entwurf mit leicht geneigter Schattenachse und flachen, ungekehlten und asymmetrischen rechteckigen Serifen. Dabei folgt sie keinem direkten historischen Vorbild, sondern verweist lediglich subtil auf die Ursprünge der lateinischen Satzbuchstaben in der Handschrift.

 

Foliant Serif brilliert vor allem als Brotschrift und im vertieften, weltvergessenen Lesen. Auf der Seite sorgt sie für einen einen ebenmäßigen Grauwert und einen angenehmen Lesefluss. Ihre sorgfältig ausbalancierten Serifen leiten den Blick durch die Zeilen wie ein Förderband.

 

 

Im Hinblick auf die Markenwirkung legte Moritz Kleinsorge Foliant Serif so an, dass die Kurvenführung und die Formdetails in Schaugrößen attraktiv hervortreten. Im Vergleich zur Serifenlosen ist ihre Konstruktion komplexer und verleiht Titeln und Überschriften ein gebildetes und kultiviertes Flair. Und wenn man eine Botschaft mit Nachdruck vermitteln will, sorgen die dunkleren Fettegrade für Überzeugungskraft.

 

 

Foliant Sans: Serifenlose mit zwei Persönlichkeiten

Foliant Sans ist die Allzweckschrift. Als humanistische Grotesk mit geringem Strichstärkenkontrast, geometrischen Anleihen und schräg angeschnittenen Strichenden ist sie besonders leserlich und wirkt dabei nahbar und verbindlich. Die Sans bietet in jeweils einer eigenen Unterfamilie zwei verschiedene Persönlichkeiten:

 

 

Die Standardversion hält sich nah an der Konstruktion der klassischeren und komplexeren Buchstabenformen der Foliant Serif. Das sorgt für optimale Identifizierbarkeit und Unterscheidbarkeit der Zeichen – neben bester Kombinierbarkeit der Schriften. Alleinstellungsmerkmale dieser Variante sind unter anderem das dreistöckige »g«, geschwungene Ausläufe in »a«, »l« und »t« sowie ein »R« mit geschwungenem Bein. Diese humanistischen Züge prädestinieren die Standardversion für lange Texte.

Auf der anderen Seite steht Foliant Sans Modern. Hier sind die Buchstabenformen vereinfacht und wirken stilisierter, was besonders in großen Größen eine grafische Anziehungskraft ausübt. Die schlichteren und glatteren Kurven haben indes auch in Lesegrößen einen Vorteil: dank ihnen läuft die Schrift etwas enger, was je nach typografischer Behandlung über eine Seite hinweg eine oder zwei Zeilen einsparen kann und über ein ganzes Buch eine oder mehrere Seiten.

Das heißt die Standardversion für klar strukturierte Information in fachkundigen und sachbezogenen, wissenschaftlichen, akademischen oder journalistischen Arbeiten und eine optimale Markenwirkung mit Foliant Sans Modern.

 

 

»Eine Schrift ist nur ein Material. Sie selbst kann nicht beeinflussen, wohin sich Technik und Gesellschaft entwickeln. Doch wir können sicherstellen, dass sie das »richtige« Material ist – geeignet für all jene Informationen, die wichtige Beiträge zu Technik und Gesellschaft leisten. Wir hoffen, dass die Foliant-Sippe dieses Material für Menschen weltweit sein kann, die mit Wissen arbeiten.« Moritz Kleinsorge, Typedesigner

Harmonierende Proportionen von Sans und Serif

Foliant ist in zehn (Sans) beziehungsweise fünf (Serif) Fettegraden mit den jeweils zugehörigen schräggestellten (Sans) beziehungsweise  kursiven (Serif) Schnitten erhältlich. Der Zeichensatz umfasst über 900 Glyphen, bei der Sans sogar über 1000 Zeichen, wobei in jeder Unterfamilie die Alternativzeichen der jeweils anderen als Stylistic Alternates enthalten sind. Dadurch lässt sich das Erscheinungsbild der Sans präzise steuern. In puncto OpenType sind die Fonts vollumfänglich ausgestattet und bieten Kapitälchen, verschiedenen Ziffernsets und Nummern und Pfeile in Kreisen und Kästen.

Alle Schnitte von Foliant Sans und Foliant Serif sind optisch aufeinander abgestimmt und harmonieren in Bezug auf ihre vertikalen und horizontalen Proportionen. Gleiche Fettegrade entsprechen sich dabei in ihrem Grauwert. Sie können problemlos auf der gleichen Seite und sogar im selben Absatz stehen.

Lizensieren kann man Foliant direkt über Identity Letters. Einzelschnitte gibt es ab 40 Euro, die 10 Schnitte der Foliant Sans koten rund 170 Euro, die 40 Schnitte der Foliant Sans Collection – inklusive zwei Variable Fonts – etwa 200 Euro. Noch bis zum 10. April gibt es mit dem Code Foliant50 50 Prozent Rabatt.

 



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