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Einstellung von Spiele-Discs: Verbraucherschutz reicht Klage gegen Sony ein

Sony will den Verkauf von Spielen auf Discs 2028 einstellen. Eine niederländische Verbraucherorganisation klagt deswegen. Zentral für die Klage ist nicht das Medium an sich, sondern die Folge der Umstellung. Dem japanischen Unternehmen wird die Bildung eines Monopols vorgeworfen.
Der niederländische Verbraucherverband Stichting Massaschade & Consument verlangt 400 Millionen Euro von Sony als Entschädigung für die als unfair bezeichnete „Sony Steuer“ beim Kauf digitaler Spiele. Diese seien teurer als die Exemplare im Handel, weil das Unternehmen der einzige Anbieter sei und einen Anteil der Erlöse in Höhe von 30 Prozent veranschlage. Sony müsse Geld verdienen, stellt die Organisation klar, die aktuelle Situation sei jedoch nicht fair gegenüber Konsumenten.
Munition erhält die Klage durch die Einstellung von Spielen auf Discs, die Sony für das Jahr 2028 angekündigt hat. Die Spieler wollten es so, hatte Sony knapp erklärt. Mit der Einstellung physischer Medien werden aber auch der freie Handel und der Gebrauchtmarkt als Wettbewerber für Sonys Store ausgeschlossen. Damit könne der Konzern ab 2028 alleine über die Preise und die Nutzungsdauer von Spielen auf der PlayStation entscheiden.
Darum ist die Disc günstiger
Warum Spiele auf Disc günstiger sind, erklärte Andrew Ching von der Johns Hopkins Carey Business School dem Magazin Fortune. Bei physischen Medien bekomme Sony einen festen Abschlag ausgehend von der Anzahl der produzierten Exemplare. Dieser bleibe unabhängig der tatsächlichen Verkäufe und der erzielten Preise.
Für den Hersteller der Disc macht es diese Situation attraktiv, Lagerbestände abzubauen und das selbst dann, wenn ein Spiel an Neuheitswert verliert und Gebrauchtpreise stark nachgeben. Die Bedeutung des Gebrauchtmarktes in den Augen von Publishern nannte Ching allerdings „überschätzt“.
Kommen alternative Stores?
Bislang habe Sony diese beiden Märkte als Beleg für die Verteidigung gegen den Vorwurf einer Monopolbildung genutzt. Es gab Alternativen, darauf konnte Sony verweisen, erklärt Ching. Das kann Sony künftig nicht mehr. Um Spiele auf der PlayStation zu kaufen, bleiben ab 2028 nur der PlayStation Store und Sonys Preise. Spannend wird zu sehen, was die EU davon hält. Sie hatte zuletzt Apple gezwungen, gemäß des Digital Markets Act alternative Stores auf iOS-Geräten zuzulassen, was das Unternehmen exklusiv für Kunden in der EU tatsächlich getan hat. Mit einer Klage dagegen war Apple erst vergangenen Monat erneut gescheitert.