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Elektro-Kleintransporter Hudson eBuddy: Neuzugang für die Last-Mile-Logistik
Einen elektrischen Kleinsttransporter zwischen Fiat Tris und Piaggio Porter hat ein österreichischer Importeur kürzlich ins Programm genommen. Der Hudson EV eBuddy aus Hongkong ist ein zweisitziger Transporter in der Leichtfahrzeugklasse L7e. Nach Europa holt ihn jetzt die Holvex Handels GmbH aus der Heinzl-Gruppe in Kammersdorf nahe Wien, die schon seit einigen Jahren die Elektromotorräder der Marke Horwin aus China nach Europa bringt. Sie stellt den eBuddy am 25. und 26. März 2026 auf dem Fuhrparkmanager-Event „Flotte! Der Branchentreff“ auf der Messe Düsseldorf vor.
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(Bild: Florian Pillau )
Einen nachhaltig wachsenden Absatzmarkt für solche Fahrzeuge erhofft man sich in der sogenannten „Last-Mile-Logistik“, bei der innerhalb emissionsgeschützter Innenstadtbereiche ausgeliefert werden muss. Dort dürfen Fahrzeuge mit Verbrennungsantrieben wegen der Abgas- und Lärmbelastung nicht oder nur eingeschränkt eingesetzt werden, mit wachsender Tendenz sowohl bei Restriktionen als auch Fläche.
Wendig und lokal abgasfrei
Dazu kommt, dass sich Innenstadt oft auch mit Altstadt übersetzt, mit den typischen Einschränkungen in Straßenbreite und -belastbarkeit. Hier sind Fahrzeuge mit einer geringen Grundfläche und einem kleinen Wendekreis im Vorteil, was im Übrigen der einzige Grund für Fiat ist, seinen Tris weiterhin mit einem einzelnen vorderen Rad auszustatten. Damit kann das Fahrzeug praktisch auf der Stelle wenden. Piaggio Porter und Hudson eBuddy bieten als Vierradkonstruktionen eine deutlich bessere fahrdynamische Sicherheit und dürfen auch schneller fahren. Um den Wendekreis dennoch so gering wie möglich zu halten, sind beide Hecktriebler.
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Hudson
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Der eBuddy misst 3820 mal 1480 mm und ist in seiner Version mit Cargobox noch unter zwei Meter hoch, was ihm unter anderem die Einfahrt in übliche Tiefgaragen und Parkhäuser ermöglicht. Außer in der Last-Mile-Logistik sieht der Importeur Anwendungen in Land- und Forstwirtschaft, auf dem Bau, als Kommunalfahrzeug und auf Industriegeländen. Als lokal emissionsfreies Fahrzeug kann er dauerhaft auch etwa in Gewächshäusern und Hallen eingesetzt werden.
30 kW und 71 km/h
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Im Aufbau hält sich der eBuddy an das im Automobilbau seit über 100 Jahren bewährte Konzept mit einem Leiterrahmen aus Stahlblechprofilen, einer hinteren Starrachse, die nur von Blattfedern geführt wird, und einer vorderen Aufhängung mit unteren Querlenkern. Der direkt an die Hinterachse geflanschte Elektromotor bietet 15 kW Dauer- und 30 kW Spitzenleistung und bis zu 110 Nm Drehmoment gewissermaßen aus dem Stand. Damit erreicht der Transporter 71 km/h Höchstgeschwindigkeit – mehr als ausreichend für den Stadtverkehr.
Der 15,4 kWh fassende Lithium-Eisenoxid-Akku (LFP), der in der Fahrzeugmitte zwischen den Rahmenlängsträgern hängt, soll bis zu 150 Kilometer Reichweite ermöglichen, die Ladezeit gibt der Anbieter mit rund acht Stunden an. Rekuperation beim Bremsen ist Serie, eine Schnellladeoption oder eine Akkukonditionierung werden – wie bei den Konkurrenzprodukten – nicht angeboten. Die LFP-Zellchemie mag zwar gerade bei Kälte nicht die höchsten Ladeleistungen bieten, dafür ist sie günstig, robust und sicher gegen thermisches Durchgehen. Das Arbeitspferd unter den Akkutechnologien ist damit eine konsequente Wahl für stark beanspruchte Nutzfahrzeuge.
Für die 3,82 Meter messende Version mit der 2 auf 1,4 Meter messenden Pritsche nennt Hudson ein Leergewicht von 850 Kilogramm und 1,7 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht, also 850 Kilogramm Nutzlast. Die gleich lange Version mit einer geschlossenen Cargobox mit 2045 mm Länge, 1420 mm Breite und 1195 mm Höhe und einem Volumen von 3,47 Kubikmetern wiegt 910 kg, was die Zuladung auf 790 Kilogramm verringert. Beide Versionen sollen Platz für zwei Europaletten bieten. Die zweiflügelige Hecktür der Cargo-Variante lässt sich je Flügel um bis 270 Grad öffnen und außen an der Seitenwand arretieren.
Zur Serienausstattung zählen unter anderem Servolenkung, elektrischer Bremskraftverstärker, ABS, Klimaanlage, Rückfahrkamera, elektrische Fensterheber und USB-Anschluss. Der Importeur gewährt zwei Jahre oder 50.000 Kilometer Garantie, auf den Akku fünf Jahre oder 150.000 Kilometer. Als Pritschenwagen kostet der Zweisitzer 14.900 Euro, mit Transportkiste statt Ladefläche auf dem Rahmen 1000 Euro mehr. Der österreichische Importeur nennt das ein „sensationelles Preis-Leistungs-Verhältnis“.
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