Künstliche Intelligenz

Epic Games entlässt mit über 1000 Mitarbeitern rund 20 Prozent der Belegschaft


Epic Games streicht mehr als 1000 Stellen, da das Softwareunternehmen aktuell mehr Ausgaben als Einnahmen verzeichnet, wie Epic-Games-Gründer und -Chef Tim Sweeney erklärt. Als Grund nennt er die Flaute beim trotzdem noch sehr erfolgreichen Free2Play-Spiel „Fortnite“, das derzeit weniger Umsatz generiert als zuvor. Zudem stehe die gesamte Videospielbranche unter Druck. Durch die Entlassungen und weitere Abstriche etwa beim Marketing und externen Verträgen will Epic Games mehr als 500 Millionen US-Dollar einsparen.

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Diese Maßnahmen haben sich abgezeichnet. Vor zwei Wochen machte Epic die Ingame-Währung in „Fortnite“ wegen stark gestiegener Betriebskosten teurer. Da erklärte Epic Games: „Wir müssen die Preise erhöhen, um die steigenden Kosten decken zu können“. Auf steigende Kosten verweist Tim Sweeney auch in seiner jetzt veröffentlichten Notiz an die Epic-Mitarbeiter, in der er sich für die Entlassung von über 1000 Angestellten entschuldigt: „Wir geben deutlich mehr aus, als wir einnehmen, und wir müssen drastische Kürzungen vornehmen, um die Finanzierung des Unternehmens aufrechtzuerhalten.“

Sweeney begründet die Einsparungen vorrangig mit dem Rückgang der Spieleraktivitäten in Fortnite, der 2025 begonnen habe. Zwar sei Fortnite weiterhin eines der erfolgreichsten Spiele der Welt, aber seine Firma habe es nicht geschafft, „konstante Fortnite-Magie“ zu liefern. Marktforscher bestätigen dies. So erklärt Mat Piscatella von Circana bei LinkedIn, dass US-amerikanische Fortnite-Spieler weniger Zeit mit dem Spiel verbringen. Die Fortnite-Spielzeiten von Playstation-Nutzern sind demnach innerhalb eines Jahres von 21 auf 16 Stunden pro Monat gesunken, bei Xbox-Spielern von 19 auf zuletzt 15 Stunden.

Zudem leide auch die Videospielbranche als Ganzes, sagt Sweeney: „Langsameres Wachstum, schwächere Ausgaben und eine härtere Kostenökonomie; die aktuellen Konsolen verkaufen sich schlechter als die der letzten Generation; und Spiele konkurrieren um die Zeit mit anderen, immer fesselnderen Unterhaltungsformen.“ Insgesamt seien „die heutigen Marktbedingungen die extremsten, die wir seit jenen frühen Tagen erlebt haben“, etwa mit dem Umstieg von 2D- auf 3D-Spiele, etwa mit dem ersten „Unreal“ im Jahr 1998. Obwohl es aktuell oft ein Thema bei Entlassungen ist, haben die Einsparungen Epics laut Sweeney nichts mit künstlicher Intelligenz zu tun.

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Diese Entlassungsrunde bei Epic Games ist die zweite innerhalb von drei Jahren. Im September 2023 entließ Epic Games 16 Prozent der Belegschaft. Auch diese Freistellung von 830 Angestellten begründete Sweeney damals damit, dass man zu viel Geld ausgegeben und zu wenig eingenommen habe. Die jetzigen Kündigungen haben ein noch etwas größeres Ausmaß, da sie rund 20 Prozent der Beschäftigten betreffen. Denn „die verbleibende Mitarbeiterzahl von Epic beträgt nach den heutigen Entlassungen von gut 1000 Mitarbeitern knapp über 4000“, wie ein Epic-Sprecher gegenüber Variety erklärte.

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Wie 2023 versorgt Epic Games die gekündigten Mitarbeiter mit Abfindungen. Wer nun gehen muss, werde sein Grundgehalt noch mindestens vier Monate bekommen, bei längerer Betriebszugehörigkeit kann es auch länger sein. Zudem werden auch Beiträge zur Krankenversicherung weiter übernommen, in den USA beispielsweise für sechs Monate. Bei einer Vollversammlung am Donnerstag dieser Woche will Tim Sweeney Details zu den Zukunftsplänen des Unternehmens besprechen.


(fds)



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