Künstliche Intelligenz

Erfahrungsbericht: Hindernislauf beim Umzug von Amazon AWS in EU-Cloud


Der Entwickler Robert Heide hat eine europäische Autoteile-Handelsplattform gegründet. Diese wollte er nicht (mehr) beim US-amerikanischen Cloud-Hyperscaler Amazon AWS betreiben, sondern bei EU-Anbietern. Welche unvorhergesehenen Probleme beim Umzug zu lösen waren, erläutert er in einem Blog-Beitrag.

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Im Blog seiner Beratungsfirma Coinerella.com legt Heide zunächst die Gründe dar, weshalb er die Handelsplattform hank.parts überhaupt bei EU-Anbietern hosten will: Datensouveränität, Unabhängigkeit von US-Firmen, einfachere Erfüllung der DSGVO-Vorgaben. Aber er wollte auch beweisen, dass es geht.

Dann erklärt Heide, welche Anbieter er ausgewählt hat, darunter Hetzner, Scaleway, Bunny.net und Hanko. Schwieriger wurde es dann bei der Infrastruktur, mit der er Kubernetes betreibt, nämlich via Rancher. Dazu wiederum nutzt er Gitea, Plausible, Twenty CRM, Infisical und Bugsink.

Dazu kommen noch Tutanota und UptimeRobot.

Laut Heide verkauft Hetzner die Basisdienstleistungen Compute, Massenspeicher (S3-kompatibles Object Storage) und Load Balancing deutlich billiger als AWS.

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Von Scaleway nutzt er unter anderem Transactional E-Mail (TEM), Container Registry, den Observability Stack und den Domain Registrar.

Von der slowenischen Bunny.net kommen CDN mit verteiltem Storage, DNS und Schutzfunktionen wie WAF und DDoS Protection. Bei Nebius läuft die KI-Inferenz und bei Hanko Authentifizierung und Identity Management.

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Die ersten überraschenden Schwierigkeiten traten laut dem Blog-Beitrag bei der Einrichtung eines E-Mail-Dienstes mit vernünftigen Preisen, aber auch dem gewünschten Funktionsumfang auf. Es sei nicht einfach, die in der EU angebotenen Dienste und deren genaue Preise zu entdecken. Scaleway TEM laufe gut, aber das Ökosystem sei kleiner, beispielsweise fänden sich weniger Templates.

Besonders schwierig fiel dem Entwickler der Abschied vom gewohnten GitHub. Gitea funktioniere zwar sehr gut, verlange aber Umgewöhnung.

Ärgerlich sei, dass die Registrierung unter manchen Top-Level Domains (TLD) über europäische Dienstleister deutlich teurer sei als anderswo.

Der Entwickler beschreibt auch Dienste, die es in der EU schlichtweg nicht gibt. Ohne Google und Apple gibt es keine Smartphone-Apps für Android und iOS und auch keine Werbung mit Google Ads. Zudem erwarte seine Kundschaft Komfortfunktionen wie „Über Google anmelden“ und „Mit Apple anmelden“. Auch der OAuth-Workflow via Hanko müsse in diesem Fall US-Anbieter berühren.

Schließlich würden manche attraktiven KI-Dienste bisher schlichtweg nicht in Europa angeboten, als Beispiel nennt er Anthropic Claude.


(ciw)



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