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Erfolgreiche Finanzierung: Proxima Fusion schafft Voraussetzung für Demonstrator


Proxima Fusion hat erfolgreich eine Finanzierungsrunde abgeschlossen und ist zum höchstbewerteten europäischen Fusionsunternehmen aufgestiegen. Damit erfüllt das Münchener Startup eine wichtige Bedingung für den Bau einer Demonstrationsanlage.

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411 Millionen Euro hat Proxima Fusion nach eigenen Angaben eingenommen. Angeführt wurde die Runde von den Risikokapital-Unternehmen XTX Ventures und East X Ventures. Zu den Investoren gehören der Digitalkonzern Google und der Energieversorger RWE, die Bundesagentur für Sprunginnovationen (Sprind) sowie diverse Investmentunternehmen, darunter KfW Capital. Damit wird das Unternehmen mit über 2,4 Milliarden Euro bewertet.

Proxima Fusion sei „heute das höchstbewertete und bestfinanzierte Fusionsunternehmen Europas“, teilte das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) mit, aus dem das Startup 2023 ausgegründet wurde. Die Finanzierungsrunde stellte „entscheidenden Schritt auf dem Weg zu einem ersten kommerziellen Stellarator-Fusionskraftwerk in Bayern“ dar: Damit erfülle Proxima Fusion seinen Teil eines Anfang des Jahres geschlossenen Memorandum of Understanding (MoU) zwischen dem Startup, IPP, RWE und dem Freistaat Bayern.

Die Einwerbung privater Investitionen ist danach die Voraussetzung für eine Förderung durch den Freistaat Bayern. Eine weitere Voraussetzung ist eine Finanzierung durch die Bundesregierung in Höhe von 1,2 Milliarden Euro. Diese fehlt jedoch noch.

Sobald die Bundesregierung die Finanzierung zusage, könne das im Februar vereinbarte Projekt umgesetzt werden, schreibt das IPP. Danach soll eine „Demonstrationsanlage nach dem Stellarator-Konzept in räumlicher Nähe zum IPP in Garching“ entstehen. Diese Anlage mit der Bezeichnung Alpha soll die Grundlage bilden für das Pilotkraftwerk Stellaris. Das könnte auf dem Gelände des stillgelegten Atomkraftwerks Gundremmingen gebaut werden.

„Die erfolgreiche Finanzierungsrunde zeigt, dass unser gemeinsamer Ansatz aus wissenschaftlicher Exzellenz, industrieller Umsetzung und privatem Kapital international überzeugt“, sagte Sibylle Günter, wissenschaftliche Direktorin des IPP. „Sie ist ein wichtiger Schritt, um Alpha Realität werden zu lassen und Deutschland auf dem Weg zu einem Fusionskraftwerk nach dem Stellaratorprinzip entscheidend voranzubringen.“

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Proxima Fusion setzt auf Fusion mittels magnetischem Einschluss und hier auf den Reaktortyp des Stellarators wie in der IPP-Forschungsanlage Wendelstein 7-X in Greifswald. Bei der Fusion mittels magnetischem Einschluss wird in einer torusförmigen Reaktorkammer ein 100 Millionen Grad heißes Plasma in einem Magnetfeldkäfig gehalten. Nur bei solchen Temperaturen ist es möglich, die Abstoßung zweier positiv geladener Wasserstoff-Atomkerne zu überwinden und sie zu einem Helium-Kern zu verschmelzen.

Das Konzept für Stellaris hat Proxima Fusion Anfang vergangenen Jahres vorgestellt. Alpha soll Anfang der 2030er Jahre fertig sein. Damit will das Unternehmen Netto-Energie erzeugen kann – das hat bisher noch keine Fusionsforschungsanlage geschafft. Stellaris soll dann als erstes Fusionskraftwerk Strom erzeugen.‍


(wpl)



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