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UX/UI & Webdesign

Ersetzen KI-Tools den kreativen Nachwuchs? › PAGE online


Das sollten sie natürlich keinesfalls, aber die Einbindung von Junior:innen für Strategiearbeit in Agenturen ist laut GWA-Umfrage gesunken. Benjamin Pleißner fragt berechtigterweise: »Wenn wir heute keinen Nachwuchs ausbilden, wo sollen dann morgen die klugen Talente herkommen?«.

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Benjamin Pleißner, Head of Strategy HeimatTBWA & Forensprecher The Strategy Collective GWA

Spricht man mit erfahrenen Designer:innen und Programmierer:innen über die Themen KI-Tools und wie sich die Arbeit dadurch verändert hat, fällt Folgendes auf: Die meisten sagen, dass KI die einfachen Aufgaben stark übernommen hat.

Führt das dazu, dass der Nachwuchs immer mehr unter Druck gerät – egal in welcher Disziplin? Dieser Überlegung ist die GWA Umfrage »The Strategy Collective« auf den Grund gegangen.

Die Ergebnisse geben leider eine deutliche Antwort. Ja, die Einbindung von Junior:innen für Strategiearbeit in Agenturen ist weniger geworden. Das gaben knapp die Hälfte der befragten Personen an.

Eine bislang unveränderte Situation sehen 38 % und nur je 1,5 % meinten, dass es eine veränderte Rolle gibt (»weniger Werkbank«) und die Einbindung hoch geblieben ist.

KI darf den Nachwuchs nicht hemmen!

Das sollte die Designszene aufhorchen lassen, denn je seltener Agenturen den Nachwuchs einsetzen und fördern, desto weniger Kreativtalente wird es zukünftig geben. KI darf an dieser Stelle nicht hemmen. Sie »muss Sparringpartner sein«, so Benjamin Pleißner (Sprecher The Strategy Collective im GWA und Head of Strategy HeimatTBWA). Und weiter: »Wenn wir heute keinen Nachwuchs ausbilden, wo sollen dann morgen die klugen Strategie-Talente herkommen?«.

Wer die jungen Talente mit KI ersetzt, spart in jedem Fall an der ganz falschen Stelle.

Das bestätigt auch ein Eindruck aus Gesprächen mit Codern. Erfahrene Programmierer:innen, die mittlerweile einfache Aufgaben an ihre KI-Agenten und Tools vergeben, müssen ja trotzdem bei fehlerhaftem Output wissen, was zu tun ist.

»Ich bin froh, dass ich das fundierte Know-how über die Jahre angesammelt habe, auch wenn ich heute viele Aufgaben von früher KI machen lasse.« (Designer & Programmierer)

Diese Erfahrungswerte und das fundierte Know-how lassen sich natürlich nur sammeln, wenn auch die Chancen dazu bestehen. Und die muss es zu Beginn einer kreativen Karriere geben, denn wo soll der Nachwuchs denn sonst einen Einstieg ins Design-Business finden?

Praxis fehlt: Gap zwischen Unis und Agenturen

Das führt zu einem weiteren Punkt der Befragung. Denn eine andere Hürde ist die nicht ausreichende Praxisnähe während der Ausbildungszeit von jungen Kreativen. Dies meinten 36 % der Befragten. Es gebe einen Gap zwischen den Universitäten und den Unternehmen sowie Agenturen, meint Benjamin Pleißner.

»Viele Hochschulen lehren Theorie, doch Agenturen erwarten sofort Praxis. Wer ist wofür verantwortlich? Beide Seiten haben einen Beitrag zu leisten. Im Austausch liegt die Magie.« (Benjamin Pleißner)

Und 32 % gaben an, dass es an ausreichend qualifizierten Strategie-Talent:innen mangelt. 17 % sahen das anders und empfinden in diesem Punkt keine Hürde.

Um also dem Nachwuchs wieder bessere Chancen zu geben, braucht es laut der Umfrage zwei Dinge: mehr Praxisnähe in den Ausbildungswegen und mehr Einbindung von Junior:innen in die Strategie-Teams von Agenturen und Unternehmen.

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ClarusPlus: So unique, modern und cool kann Barrierefreiheit sein! › PAGE online


Die Berliner Fake Agency hat ClarusPlus, ein KI-gestütztes Tool, das für einen barrierefreien Webauftritt sorgt, mit einem Redesign versehen, das nicht nur zeigt, wie emotional Technologie sein kann, sondern auch, wie gutes, inklusives Design für alle aussieht.

ClarusPlus: So unique, modern und cool kann Barrierefreiheit sein! › PAGE online

Seit fast einem Jahr gilt das neue Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) für Webseiten, Online-Shops, Apps, Bankdienstleistungen, E-Books, B2B-Plattformen und digitale Services.

Zahlreiche Unternehmen bieten Unterstützung an, die Vorgaben umzusetzen.

Darunter auch ClarusPlus, ein Zossener Start-Up, das ein KI-gestütztes Software-as-a-Service-Tool (SaaS) anbietet, das die eigenen Websites ganz unkompliziert und immer auf der Höhe aktueller Anforderungen barrierefrei macht.

Und das jetzt mit einem Rebranding der Berliner Fake Agency, das Barrierefreiheit nicht nur kommuniziert, sondern im Design selbst erlebbar macht.

Einprägsame Identity

Zu dem barrierefreien Redesign gehören die warmen Farben ebenso wie die starken Kontraste und die hohe Klarheit. Die Gestaltung setzt dabei auf großzügige pastellfarbene Hintergründe und auf Schwarz, das sich deutlich von ihnen absetzt.

Die Formen sind einfach – und zeigen gleichzeitig, dass Barrierefreiheit nicht bedeuten muss, auf eine unique Gestaltung und auf eine einprägsame Identity zu verzichten.

Ganz im Gegenteil.

ClarusPlus versprüht seinen ganz eigenen Vibe, wirkt zugänglich, emotional und professionell zugleich.

Für ein Miteinander

Das zeigt sich in der neu gestalteten Wort- und Bildmarke, deren Ausgangspunkt das allgemeine Symbol für Barrierefreiheit ist: der Mensch mit seinen ausgestreckten Armen, der gleichzeitig auch an den Vitruvianischen Menschen von Leonardo da Vinci erinnert.

Stilisiert und zu einem Kreis angeordnet, wird daraus eine runde, warme Bildmarke, die für Gemeinschaft und für Inklusion steht. Gleichzeitig können die einzelnen Elemente immer neu angeordnet werden und ergeben ein ganzes System zugewandter, illustrativer Visuals.

Daneben steht die Wortmarke ClarusPlus, die in der organischen und sehr ausbalancierten Nunito Ultra Bold gehalten ist.

Sie bestimmt den neuen Markenauftritt ebenso wie die Atkinson Hyperlegible der Website, die von der New Yorker Agentur Applied Design gemeinsam mit dem Braille Institute in Los Angeles für maximale Lesbarkeit entwickelt wurde.

Unique – und in Bewegung

Insgesamt zeigt die Fake Agency in ihrem Rebranding von ClarusPlus, dass Barrierefreiheit nicht so funktional gedacht werden muss, wie es noch viel zu häufig geschieht.

Sondern dass man Inklusion durchaus zeitgemäß und emotional umsetzen kann, unique und identitätsstiftend.

Und dabei kann dann auch schon mal ein stilisiertes Icon, das international für Barrierefreiheit steht, in Bewegung geraten, hüpfen und tanzen – und die Arme allen weit ausbreiten.

 

 

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Stadt Offenbach erweitert Corporate Design um eigene Schrift – Design Tagebuch


Die Stadt Offenbach hat ihr visuelles Erscheinungsbild weiterentwickelt und setzt dabei auf ein eigenständiges typografisches Leitmotiv als zentrales Gestaltungselement. Herzstück des neuen Corporate Designs ist die speziell entwickelte Schrift „OF Soul“, die als prägendes Identitätsmerkmal fungiert und das visuelle System der Stadt maßgeblich strukturiert.

Die Schrift basiert auf Entwürfen des Offenbacher Typografen Rudolf Koch und wird als zeitgenössische Weiterentwicklung historischer Schriftformen verstanden. Damit verknüpft das neue Design bewusst lokale gestalterische Tradition mit einer modernen, digitalen Anwendungslogik. Die Typografie fungiert nicht nur als Kommunikationsmittel, sondern als identitätsstiftendes Element, das die Stadtmarke in unterschiedlichen Kontexten konsistent sichtbar macht.

Das neue Corporate Design ist Teil einer übergeordneten strategischen Neuausrichtung der städtischen Kommunikation. Ziel ist eine stärkere Wiedererkennbarkeit über Verwaltungsgrenzen hinweg sowie eine einheitliche visuelle Sprache für analoge und digitale Anwendungen. Die Schrift OF Soul wird dabei als zentrales Systemelement eingesetzt und bildet die Grundlage für verschiedene Anwendungen im öffentlichen Raum, in Publikationen und digitalen Medien. Auch im modifizierten Stadtlogo kommt die neue Schrift zum Einsatz.

Offenbach Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Stadt Offenbach, Bildmontage: dt
Offenbach Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Stadt Offenbach, Bildmontage: dt

Begleitend zur Einführung wurde ein gestalterischer Rahmen entwickelt, der Flexibilität und Wiedererkennbarkeit miteinander verbindet. Das Designsystem versteht sich als offenes, anpassungsfähiges Set, das unterschiedliche städtische Themen visuell zusammenführt, ohne deren Eigenständigkeit zu überformen, wie die Stadtverwaltung erklärt.

Mit dem neuen Corporate Design positioniert sich Offenbach im Kontext aktueller kommunaler Markenstrategien, die zunehmend auf typografisch geprägte Identitätssysteme setzen. Mit diesem Schritt führt Offenbach seine über ein Jahrhundert reichende typografische Tradition in die digitale Gegenwart und demonstriert, wie historisches Erbe für modernes, behördliches Branding funktional übersetzt werden kann.

Kommentar

Schön zu sehen, dass eine Stadt die Entwicklung eines eigenen typographischen Ausdrucks verfolgt. Im heutigen Medienbetrieb findet eine solche Maßnahme meist kaum Beachtung. Dabei ist eine eigene Hausschrift um so viel nachhaltiger als ein neues / weiteres Stadtlogo, das Redaktionen von Lokalzeitungen gerne zum Aufhänger machen.

Mit dem Launch einer neuen Stadtmarke / einer städtischen Kulturmarke lässt sich zwar kurzzeitig Aufmerksamkeit generieren, doch schon nach wenigen Jahren verpufft in vielen Fällen die erhoffte Werbewirkung. Eine eigene Hausschrift kann hingegen, da sie unmittelbar im Corporate Design verankert ist, dauerhaft auf das Konto einer (Stadt)Marke einzahlen.

Die Stadt Wien verfügt mit der Wiener Melange bereits seit 2019 über eine eigene Hausschrift. Oslo ging diesen Schritt bereits 2018. In Leipzig wurde im vergangenen Jahr mit Umstellung auf das neue, viel diskutierte visuelle Erscheinungsbild die Schrift Leipzig Sans eingeführt. Die Erstellung eines Corporate Fonts verursacht Kosten, doch auf lange Sicht ist eine Hausschrift ein wirtschaftliches und nachhaltiges Brand Asset.

Die Anlehnung der OF Soul an die von Rudolf Koch in den Jahren der Weimarer Republik geschaffenen Kabel ist gut zu erkennen. Das avantgardistische Aussehen der Kabel haben die Schriftzeichen der OF Soul im Zuge der Neuinterpretation und Ausrichtung auf die heutigen Anforderungen allerdings nicht. Gute Lesbarkeit, Zugänglichkeit und maximal Flexibilität bedeuten, einem zentralen Prinzip der Typographie folgend, auf der andere Seite automatisch weniger Formeigenheit. Es sind dies zwei konträr sich gegenüberstehende Variablen. Zieht man an der einen Seite (Lesbarkeit), gibt die andere Seite nach (Formeigenheit).

Schriftzeichen mit sehr guten Leseeigenschaften und gleichzeitig wiedererkennbaren Charakter – genau dies ist die große Herausforderung bei der Schriftgestaltung. Ob die OF Soul dahingehend gut gewichtet und austariert ist, ist eine Frage des ästhetischen Empfindens. Für Headlines und plakative Botschaften hätte ich mir einen zusätzlichen Schnitt mit größerer Formvarianz vorstellen können.

Offenbach präsentiert sich künftig jedenfalls mit einer maßgeschneiderten, von Hand gefertigten Typo. Und auch innerhalb der sympathischen Image-Kampagne, die unter dem Motto „Soul OF Hessen“ steht, sind es Menschen, von anderen Menschen fotografiert, die der Stadt eine Identität verleihen und der städtischen Marke ein Gesicht geben, eine Seele einhauchen, möchte man sagen. In Zeiten, in denen KI-generierte Inhalte auch im Design immer mehr Raum beanspruchen, ist all dies keine Selbstverständlichkeit. Zumal der finanzielle Spielraum von Kommunen gemeinhin als eng angesehen werden kann.

Nicht nur in Offenbach stellt sich im Hinblick auf die Erstellung eines Corporate Designs die Frage, hier allerdings in besonderer Weise, da KI schließlich keine Seele hat, in welchem Umfang KI-Werkzeuge eingesetzt werden können, sollen und dürfen und wann von Hand/Mensch erstellte Werke und erstellter Inhalt im Kontext der Kommunikation (als Stadt und als Verwaltung) Vorrang genießen. Entsprechende Vorgaben gilt es, sofern noch nicht geschehen, sowohl in den konkreten CD-Vorgaben wie in einem übergeordneten Code of Conduct zu formulieren.

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Wie präsentiert sich ein Auktionshaus heute? Bukowskis zeigt es! › PAGE online


Millionen Besucher:innen monatlich: Diese Traumzahlen verzeichnet die Website des traditionsreichen Auktionshauses Bukowskis. Und es geht weiter nach oben und das mit einem sehr zeitgemäßen Redesign des Stockholmer Designstudios Lundgren+Lindqvist, das sich allen Interessierten öffnet.

Wie präsentiert sich ein Auktionshaus heute? Bukowskis zeigt es! › PAGE online

Seit 1870 ist das schwedische Auktionshaus Bukowskis eine Größe auf dem Auktionsmarkt im Norden.

Im wunderschönen und eleganten Berzelii Park in Stockholm gelegen, bietet Bukowskis dort Vorbesichtigungen, Privatverkäufe und Live-Auktionen. Und vor allem aber betreibt es eine umfassende Online-Plattform und App.

Geschickt und gemeinsam mit dem Londoner Auktionshaus Bonhams, das bereits 1793 gegründet wurde, erweiterten die beiden Traditionshäuser nicht nur ihren Radius mit zusätzlichen Standorten unter anderem auch in Paris, New York, Los Angeles, Hongkong oder Sydney, sondern erreichen digital ein weltweites Millionenpublikum.

Tausende Objekte werden auf Bukowskis.com angeboten: Kunst von Größen wie Ed Ruscha oder Ólafur Elíasson, Schmuck, Möbel und Design aus den unterschiedlichen Epochen und für ein sehr weit gefächertes Bieter:innen-Publikum. Und eines, das kontinuierlich wächst.

Doch wie spricht man dieses in seiner ganzen Diversität in einem neuen digitalen Auftritt an?

Spannungsfeld mit viel Weißraum

Die Zielgruppe reicht von klassischen Auktionär:innen zwischen 60 und 90 Jahren bis hin zu jüngeren Online-Bietenden. Und dazu kommen natürlich noch die ganz unterschiedlichen Angebote, die jeweils von Interesse sind.

»Dieses Spannungsfeld prägte sämtliche Designentscheidungen«, heißt es von dem Stockholmer Designstudio Lundgren+Lindqvist selbst. Und es findet sich in der gesamten Gestaltung wieder.

Großzügiger Weißraum, der in Zeiten von KI generell eine Renaissance verzeichnet und sich mit Klarheit, Ruhe und Stil gegen den AI-Slob stemmt, bietet die Grundlage für ein wohldurchdachtes Digital Design.

Und das nimmt die Tradition und Gegenwart auf, die sich in der Arbeit und dem Angebot von Bukowskis verbinden, in dem Archiv des Auktionshauses mit fast 600.000 Objekten, der traditionsreichen Unternehmensgeschichte ebenso wie in dem Bieter:innenpublikum, den Angeboten vor Ort – und der digitalen Präsenz.

Dialog mit schönen Details

Kunst, Design und Objekte aus den verschiedenen Epochen treffen in dem neuen digitalen Auftritt auf eine klare Umgebung, auf einen White Cube sozusagen, der sich ganz auf die Arbeiten selbst konzentriert. Versehen ist das alles zudem mit schlichten Icons und Details wie einer Zahlenreihe, in der unterschiedliche Angebote aufklappen.

Vor allem aber auch zeigt sich die Verbindung von Historie und Gegenwart in der Typografie.

Darin treffen die Lyon Text und Lyon Display, die für Headlines und redaktionelle Inhalte genutzt werden, auf die Neue Haas Grotesk als primäre Website-Schrift. Heißt, eine Interpretation von Renaissance-Schriften aus dem 16. Jahrhundert tritt mit einer modernen Sans Serif in den Austausch.

Und dabei passen sie ganz hervorragend zusammen, erzeugen eine gewisse Spannung und eröffnen einen Dialog.

Das Redesign wurde als vollständiger Frontend-Prototyp entwickelt und von einer umfangreichen Asset-Bibliothek begleitet. Die technische Umsetzung erfolgte anschließend durch das interne Team von Bukowskis.

Vier Jahre lang arbeitete Lundgren+Lindqvist an dem neuen Webdesign, das jetzt online ist.

This project contains images of artworks and objects, auctioned by Bukowskis.
© All artworks are copyright of their respective creators and BUKOWSKIS (IMAGES).



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