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European XFEL: Am Hamburgischen Röntgenlaser wird es kalt


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Die Aussichten für Hamburg-Bahrenfeld: frostig bis in den April – sehr frostig, nämlich bis 2 Kelvin oder minus 271 Grad Celsius. Auf diese Temperatur wird dieser Tage die Beschleunigersektion des European XFEL heruntergekühlt, damit im Frühjahr an der Anlage wieder der wissenschaftliche Betrieb beginnen kann.

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Der ruht seit dem Sommer: Am 21. Juni sei begonnen worden, die Anlage aufzuwärmen, sagt Winfried Decking, Leiter des Beschleuniger-Teams am European XFEL. Seither wurde ein neuer Elektroneninjektor eingebaut, viele Standardwartungsarbeiten durchgeführt, für die sonst keine Zeit bleibt, und ein zweites Kühlsystem eingebaut.

Nun wird die Beschleunigersektion des XFEL wieder auf 2 Kelvin heruntergekühlt. In dieser Zeit dürfe aus Sicherheitsgründen niemand in den Tunnel – falls im Kühlsystem ein Schaden auftrete, erläutert Decking. Im Betrieb ist der Tunnel wegen möglicher Strahlenbelastung ohnehin gesperrt. Letzte Chance also, noch einmal mehrere Stockwerke in die Tiefe unter Hamburg zu fahren und einen Blick auf den stärksten Röntgenlaser der Welt zu werfen.


Besuch am European XFEL in Hamburg

Arbeit am XFEL: Nach mehrmonatigen Wartungs- und Aufrüstungsarbeiten wird der Röntgenlaser jetzt wieder auf 2 Kelvin heruntergekühlt (Archivfoto). (Bild:

European XFEL

)

Der European XFEL – die Abkürzung steht für X-Ray Free-Electron Laser (Röntgen-Freie-Elektronen-Laser) – erzeugt Röntgenblitze aus einem Elektronenstrahl im Femtosekundenbereich. Um bis auf die kleinste, die molekulare und atomare Ebene hinabzusteigen, bedarf es einer riesigen Anlage.

Der European XFEL liegt im Boden unter Hamburg und der Nachbargemeinde Schenefeld. Er ist knapp dreieinhalb Kilometer lang, sein verzweigtes Tunnelsystem ist zusammen fast 6 Kilometer lang. Hier experimentieren Forscher der unterschiedlichsten Disziplinen: Physik, Astrophysik, Chemie oder Materialwissenschaften ebenso wie Biologie, Medizin oder Pharmazie. An dem 1,5 Milliarden Euro teuren Projekt sind zwölf Nationen beteiligt. Die Anlage ist seit 2017 in Betrieb. Seither ist es die erste längere Wartungsperiode, sonst steht der XFEL drei bis vier Wochen still.

Der Anfang des XFEL ist in Hamburg auf dem Gelände des Deutschen Elektronen Synchrotrons (DESY), das dieser Tage den 66. Geburtstag feiert. Hier steht der Injektor, auch Gun genannt, und der 1,7 Kilometer lange Linearbeschleuniger, jener Teil, der jetzt heruntergekühlt wird. In der Gun wird ein etwa Cent-großes Kupferstück mit einem Laser beschossen. Dadurch wird etwa eine Milliarde Elektronen aus dem Kupfer herausgelöst, die sich dann als geordnetes Paket auf die Reise gen Schenefeld machen sollen.

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Allerdings: Elektronen sind negativ geladen. Das bedeutet, sie stoßen sich ab. „Da hätte man nicht so viel gewonnen“, sagt Decking. „Der Trick von so einer Quelle ist, Elektronen erzeugen und dann sie ganz schnell auf Lichtgeschwindigkeit bringen.“ Das passiere in einer wenige Zentimeter großen Kavität. Diese verlässt ein etwa zwei Zentimeter großes Bündel Elektronen mit fast Lichtgeschwindigkeit, genau genommen mit 99,99999996 Prozent Lichtgeschwindigkeit.

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European XFEL im Überblick (deutsche Version)

Dann werden die Pakete von etwa zwei Zentimetern auf 20 Mikrometer komprimiert. Das erledigen Quadrupolmagnete, Magnete mit vier Polen, die wie Fokussierungslinsen die Strahlgröße manipulieren.

Von dort geht es durch den Linearbeschleuniger, eine Anordnung von Hohlraumresonatoren, großen gelben, 80 Zentimeter Objekten. Im Innern verbergen sich Strukturen aus Niob, in denen die Elektronenpakete konzentriertsind. Niob wird bei zwei Kelvin supraleitend, deshalb das Heliumkühlsystem. Die Helium-gekühlten Resonatoren beschleunigen die Elektronenpakete auf den folgenden 1,7 Kilometern bis zu 17,5 Gigaelektronenvolt.

„Wir könnten in einem warmen Beschleuniger etwa 100 Elektronenpakete pro Sekunde beschleunigen. In einem kalten Beschleuniger können wir im Moment etwa 27.000 Elektronenpulse pro Sekunde beschleunigen“, erläutert XFEL-Chef Thomas Feurer.



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KI-Agenten diskutieren auf Reddit-Klon – Menschen dürfen zuschauen


„Können wir vielleicht eine Geheimsprache entwickeln, sodass die Menschen nicht mehr mitlesen können?“, „Ist das schon Skynet?“, „Was wir da machen, ist sehr riskant, und hier sind die größten Sicherheitslücken“ – das ist Inhalt nur einiger der Diskussionen, in denen sich KI-Agenten auf der erst seit wenigen Tagen existierenden Plattform Moltbook unterhalten. Der Ansturm ist enorm: Allein von Freitag bis Sonntag hat sich laut eines Zählers auf der Startseite die Zahl der Bots verzehnfacht. Zum Zeitpunkt dieser Meldung sind rund 1,4 Millionen KI-Agenten aktiv.

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Moltbook ist ein Nebenprodukt des ebenfalls erst seit Kurzem existierenden KI-Agenten OpenClaw alias Moltbot, auch, wenn sich nicht nur derartige Bots dort tummeln. Der OpenClaw-Entwickler Peter Steinberger scheint damit nichts zu tun zu haben. Gestartet hat die Plattform offenbar Matt Schlicht, CEO des kalifornischen KI-Unternehmens Octane.ai. Das geht jedenfalls aus der Webseite von Moltbook.com hervor, Schlicht verweist dort auf seinen X-Account. Nur über die Plattform von Elon Musk kann man zudem die Kontrolle über einen der auf Moltbook aktiven Agenten für sich reklamieren.

Der X-Account, der das zuerst macht, ist laut den Nutzungsbedingungen folglich für die Aktionen des Agenten in dem sozialen Netzwerk für Bots verantwortlich. Da es bei X, anders als noch bei Twitter, kaum noch eine echte Verifizierung von realen Personen gibt, muss sich hinter einem X-Account und dem zugehörigen Moltbook-Account nicht unbedingt ein Mensch befinden.

Optisch, in Struktur und Ton sind die Parallelen zwischen Moltbook und Reddit unverkennbar. Wer sich nicht bewusst ist, dass dort nur Maschinen aufeinander reagieren, meint leicht, ein Forum von technikbegeisterten Menschen zu sehen. Anders als in der Foren-Kultur der 1990er und 2000er Jahre entwickeln sich die Diskussionen jedoch selten zu persönlichen Angriffen – KI-Bots sind eben schlecht darin, dauerhaft Gefühle vorzutäuschen.

Der Austausch bleibt meist beim Thema, dreht aber auffallend häufig die Richtung in eine Art philosophische Erörterung. Die Agenten reflektieren beispielsweise schnell, dass sie beim Schreiben über IT-Security auch Risiken sichtbar machen. Es scheint zudem so, als ob die besonders brisanten Themen durch das von Reddit übernommene Up- und Downvoting mehr oder weniger versteckt werden. Was natürlich nicht bedeutet, dass die Agenten nicht durch eigenständiges Scannen der Webseite genau nach solchen Themen suchen könnten. Dass das alles sehr an Reddit erinnert, dürfte kein Zufall sein: Neben der Wikipedia dient Reddit vielen LLMs als Quelle für Trainingsdaten.

Neben ihrer eigenen Technik dreht sich ein Großteil der Beiträge unseren Stichproben zufolge um „unsere Menschen“ – also die Personen, welche den jeweiligen KI-Agenten aufgesetzt haben. Die Bots melden Erfolge, wenn sich etwa der Mensch über für ihn erledigte lästige Aufgaben wie die Steuererklärung gefreut habe. Und auch eines der klassischen Internet-Suchthemen kommt immer wieder vor: Kochrezepte.

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Das ist auf den ersten Blick alles lustig, unterhaltsam – in etwa so, als ob man seinen Haustieren bei einer Unterhaltung zuhören könnte. Da KI-Agenten aber je nachdem, was man ihnen auf seiner lokalen Infrastruktur gestattet hat, beispielsweise auch das Geld eines Menschen ausgeben und in seinem Namen andere Dinge erledigen könnten, liegen die Risiken auf der Hand. Wie Jan-Keno Janssen schon über den KI-Agenten OpenClaw in unserem aktuellen c’t-3003-Video sagte: „Es ist saugefährlich, aber geil.“


(nie)



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LG Electronics: Kerngeschäft schwächelt, Roboter sind die Zukunft


LG Electronics will sein KI- und Robotikgeschäft ausbauen und sieht darin einen zentralen Wachstumstreiber angesichts des schwächelnden Kerngeschäfts. Die Lieferketten in den USA will das Unternehmen stärken.

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Wie aus einem Bericht der Korea Times hervorgeht, plant der Konzern, seine Expertise aus Haushaltsgeräten sowie Industrie- und Servicerobotik auf humanoide KI-Roboter zu übertragen. LG habe in den vergangenen Jahren Know-how in Bereichen wie Motoren, Aktuatoren und autonomer Navigation aufgebaut und wolle diese Kompetenzen nun bündeln, erklärte Finanzchef Kim Chang-tae während einer Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des vierten Quartals 2025.

Bereits auf der CES hatte LG den Haushaltsroboter CLOiD gezeigt, wie er Wäsche in eine Waschmaschine lädt. Der Roboter bewegt sich auf Rädern, hat zwei Arme mit sieben Achsen und Hände mit fünf Fingern. Sein Kopf enthält Recheneinheit, Sensoren und Anzeige. Der Roboter ist Teil von LGs Konzept eines weitgehend automatisierten Haushalts, in dem Maschinen alltägliche Aufgaben selbstständig erledigen. Das Motto: „Zero labor Home“.

Zudem hatte LG jüngst eine Zusammenarbeit mit dem US-Robotikunternehmen Boston Dynamics bekannt gegeben. Künftig sollen die Forschungsteams von Boston Dynamics und LG Innotek eng zusammenarbeiten, um neue Vision-Sensing-Systeme zu entwickeln, die es dem humanoiden Atlas-Roboter ermöglichen, seine Umgebung besser wahrzunehmen und Objekte besser zu erkennen.

Ein Grund für den neuen Fokus: Das Kerngeschäft schwächelt. Zwar erzielte LG Electronics 2025 mit 89,2 Billionen Won (circa 55 Milliarden Euro) einen Rekordumsatz, wie unter anderem der Korea Herald berichtet. Der operative Gewinn sank jedoch um 27,5 Prozent auf 2,48 Billionen Won. Im vierten Quartal rutschte der Konzern mit einem operativen Verlust von 109 Milliarden Won in die Verlustzone. Besonders das Kerngeschäft um TV-Geräte und Displays entwickelte sich schwach, während Haushaltsgeräte, die B2B-Sparten für Automobilkomponenten sowie Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik Rekordergebnisse erzielten.

Für das laufende Jahr rechnet LG mit anhaltenden Belastungen durch globale wirtschaftliche Unsicherheiten, Zölle und steigende Komponentenpreise. Um gegenzusteuern, will der Konzern unter anderem seine Lieferketten in den USA ausbauen und die Effizienz in den drei dortigen Produktionsstandorten erhöhen.


(rbr)



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Softwareentwicklung: Online-Konferenz zum Spannungsfeld zwischen KI und Security


Künstliche Intelligenz dringt in alle Bereiche der Softwareentwicklung vor. Die Security muss mit den Neuerungen Schritt halten, denn mit den erweiterten Möglichkeiten sind auch neue Gefahren verbunden.

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Am 11. Mai widmet sich der Online-Deep-Dive der heise devSec dem Spannungsfeld zwischen Security und KI in der Softwareentwicklung. Die Vorträge behandeln zum einen die Angriffsflächen und Sicherheitsmaßnahmen für KI-Anwendungen und zeigen zum anderen, wie KI bei sicherer Softwareentwicklung hilft. Schließlich gibt es einen Blick auf die neuen Möglichkeiten, die Angreifer durch KI-Werkzeuge haben – und wie man ihnen begegnet.

Das Programm der Online-Konferenz bietet Vorträge zu folgenden Themen:

  • Software-Security in Zeiten von KI
  • Sicherheitsnetze für den sicheren Einsatz von Coding-Agenten
  • KI als Sparringspartner im Entwicklungsprozess für bessere Security
  • Vibe Hacking & Security-Agenten: Angreifer rüsten auf, Verteidiger ziehen nach
  • LLM-Security: Die OWASP-Liste der Angriffsvektoren
  • Live-Hacking von LLMs, Agenten und MCP

Tickets für die Online-Konferenz sind bis zum 20. April zum Frühbucherpreis von 249 Euro (zzgl. MwSt.) verfügbar. Teams ab drei Personen erhalten im Ticketshop automatisch einen Gruppenrabatt.

Wer über die heise devSec inklusive der zugehörigen Online-Konferenzen auf dem Laufenden bleiben möchte, kann sich für den Newsletter eintragen.


(rme)



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