Künstliche Intelligenz
Extreme Networks: Wi-Fi 7, Ruggedized Switches und Fabric-Updates
Extreme Networks hat neben agentischen KI-Funktionen und Neuerungen in der Cloud-Managementplattform auf der Hausmesse Extreme Connect in Orlando auch einige Hardware-Neuigkeiten gezeigt. Neben neuer Wi-Fi-7-Hardware gab es insbesondere eine ganze Serie an Ruggedized Switches für Industrienetze mit Integration in die hauseigene Fabric zu sehen.
Weiterlesen nach der Anzeige
WLAN: Wi-Fi 7 in der Breite
Auf der Hardware-Seite hat Extreme die Wi-Fi-7-Familie deutlich verbreitert. Die neuen Access Points im Überblick:
- AP 5022 (Indoor) und AP 5060 (Outdoor): drei 4×4-Radios für 2,4/5/6 GHz plus dediziertes 2×2-Sensor-Radio für permanentes Rogue-Monitoring, dazu zwei IoT-Radios; positioniert als Premium-Modelle für High-Density-Umgebungen
- AP 3020 (Indoor) und AP 3060 (Outdoor): 2×2-Modelle für kostensensitive Deployments
- AP 3020W: flache Wallplate-Variante fürs Gastgewerbe, Wohnheime und Retail
- AP 3020X: Variante mit externen Antennen
Anders als die Premium-Serie verfügen die 30er-Modelle nur über zwei Radios, deren Bandzuordnung sich flexibel konfigurieren lässt – etwa 2,4 und 5 GHz, 5 und 6 GHz oder dual 5 GHz. Dies kostet Parallelität, kann aber Kosten sparen, wenn die Leistung nicht benötigt wird.
Der AP 5022 kommt zudem mit verschiedenen Antennenkonfigurationen im selben Gehäuse: omnidirektional, mit internen 60°-Richtantennen oder als Breakout-Modell für externe Antennen.
Neue Campus-, Rechenzentrums- und Industrie-Switches
Weiterlesen nach der Anzeige
Bei den Switches ist ab sofort der 5420M verfügbar: ein 48-Port-Switch mit Kupfer und SFP-Ports in diversen Konfigurationen, je nach Anforderung mit PoE und auch Multi-Gigabit-Ports. MACsec-Unterstützung ist nun ebenfalls vollständig vorhanden.
Für den auf der letzten Extreme Connect vorgestellten 7830 gibt es neue Linecards mit 24 × 100GbE und 8 × 400GbE. Damit sind pro Chassis (teilweise mit Breakout-Kabeln) bis zu 24 × 400G, 120 × 100G oder 216 × 10/25G möglich – ausreichend Kapazität für Spine-Rollen in größeren Campus- oder Rechenzentrumsdesigns. Parallel hat Extreme einen 800G-Switch in der Pipeline angekündigt, ohne konkrete Zeitschiene.
Die wohl spannendste Ankündigung ist jedoch die 4630R-Serie: Ruggedized-Switches mit Fabric- und Switch-Engine, ausgelegt für raue Industrie-Umgebungen, TSN-ready (Time Sensitive Networking) und mit nativem Profinet-Transport.
Vier Modelle decken Rackmount- und DIN-Rail-Montage ab:
- 4 × 2,5G PoE + 12 × 1G PoE + 4 × 10G SFP (Rackmount, MACsec auf SFP)
- 24 × 1G PoE + 8 × 10G SFP (Rackmount, MACsec auf SFP)
- 8 × 1G + 8 × 10G PoE (DIN-Rail, MACsec auf SFP)
- 8 × 1G PoE + 4 × 10G SFP (DIN-Rail)
Alle Varianten sollen sowohl AC- als auch DC-Stromversorgung unterstützen.
Interessant ist die neue Serie vor allem wegen der Fabric-Engine-Unterstützung: Damit lassen sich fabric-basierte Segmentierung und Services – ohne separate Aggregation wie bisher – an die Industrie-Maschine bringen. In Kombination mit neuen Features wie Auto-Sense für Silent Devices und TSN zielt Extreme hier klar auf OT- und Industrie-Märkte ab – ein Segment, in dem Cisco (IE-Serie) und Siemens (Scalance) bisher dominieren.
Fabric: Bald aus Platform ONE heraus konfigurierbar
Extreme Fabric ist die herstellereigene Netzwerk-Fabric auf Basis von Shortest Path Bridging (SPB, IEEE 802.1aq). Neu für Platform ONE sind dazu granulare Topologieansichten der Fabric zwecks Transparenz für Netzwerkadmins. Auch ein Zero-Touch-Onboarding wurde mehrfach gezeigt. Inhaltlich kommen drei Features hinzu: Auto-Sense für komplett stumme Geräte – der Fabric-Service stößt neu angeschlossene Devices aktiv an, statt auf deren ersten Frame zu warten, und ermöglicht so NAC-Workflows auch für Geräte, die sich im normalen Betrieb nicht ans Netz zurückmelden, etwa Drucker mit statischer IP-Konfiguration ohne Discovery-Dienste. Fabric VRF Segmentation überträgt das Prinzip der L2-Port-Isolation auf Layer 3 und erlaubt definierte Trusted Subnets, ohne dass dafür separate Firewall-Konstrukte nötig wären. Und die automatische Konfiguration von Transparent Clocks in PTP- und AVB-Services (geplant für die zweite Jahreshälfte 2026) dürfte insbesondere für Kunden mit AV-Installationen interessant sein.
Lesen Sie auch
(fo)