Connect with us

Social Media

Feed und Fudder Podcast 67 – Durch Personal Post Pushen zu mehr Social Trust?


Trust im Social Media Marketing: Zählt Vertrauen noch zu den relevanten Größen für Social Media Manager*innen oder regieren längst Reichweite und Sichtbarkeit allein, wenn es um die Wahrnehmung von Marken, Unternehmen und persönlichen Accounts geht?

Zumindest Letztere dürfen sich freuen: LinkedIn führt die Boost-Funktion für persönliche Beiträge ein, gegen Bezahlung wohlgemerkt. Wir fragen uns: Wie sinnvoll ist das Feature wirklich? Und hat organischer Content überhaupt noch eine Chance oder zählt am Ende nur noch Performance?

Food-Content ist zurück im Podcast. Wir haben uns durch das Social Web probiert und begegneten schrägen Koch-Empfehlungen, historischem Häppchen mit viel Fachwissen und Charme auf Instagram und Kommentaren, die uns daran erinnern, warum wir Social Media eigentlich lieben.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche „Inhalt entsperren“. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen


LinkedIn Feature-Update: LinkedIn testet Boosting für Personal Posts

Alle Social Media Verifizierungen im Überblick

Feed und Fudder Podcast 17 – Verify Baby!


Du bist grad irgendwo, wo es still sein muss, schmöckerst lieber in Texten oder möchtest unsere Folge barrierefrei mit deinem Screenreader lesen? Kein Problem!

Hier gibt es das Transkript zu Folge 67 – Durch Personal Post Pushen zu mehr Social Trust?

Transkript

Nicola

Hallo und Servus zu einer neuen Folge Feed und Fudder.

Alexander

Ihr seht es zwar nicht, aber du bist heute richtig top gekleidet.

Nicola

Ja, ich habe den Feed und Fudder Hoodie in Blau an. Den habe ich ganz selten an, ist mir aufgefallen. Aber jetzt lohnt sich das mal. Und ich schaue auf ein Feed und Fudder Poster bei dir. Also wir sind hier voll im Look. Heute geht es auch wirklich um Feed und Fudder. Das machen wir in letzter Zeit nicht immer.

Alexander

Ja.

Nicola

Wir haben es ein bisschen schleifen lassen.

Alexander

Wir haben heute sogar richtigen Fudder-Content dabei.

Nicola

Ja, tatsächlich. Aber lass uns mal einsteigen. LinkedIn Feature Update. LinkedIn testet Boosting für Personal Posts. Hört sich nicht so spektakulär an. Einzelposts kannst du selbst boosten. Wird gerade getestet, die Funktion. Nicht nur Unternehmensseiten, sondern auch Einzelpersonen können ihre Beiträge kostenpflichtig bewerben.

So, jetzt können wir… Also ich muss zugeben, ich habe es nicht getestet. Ich finde es auch nicht besonders relevant für mich persönlich. Ich weiß, für viele, die selbst Reichweite wollen und wachsen wollen, ist das tatsächlich spannend – also für selbstständige Personal Brands und Menschen, die ihre Reichweite boosten wollen. Vor allem, weil die organische Reichweite ja auch stückweise gesunken ist. Was sagst du dazu?

Alexander

Ich finde es okay. Wenn es dir was bringt, dann gerne.

Nicola

Gut oder nicht gut?

Alexander

Hm… Aber nach und nach müssen wir uns die Frage stellen: Macht es überhaupt noch Sinn, auf Social Media organischen Content zu produzieren?

Nicola

Wenn man keine Reichweite mehr hat. Ich glaube, das ist die Frage der Fragen. Anscheinend ist das Feature selbst auch noch nicht richtig ausgereift. Aber natürlich ging schon wieder die Diskussion los: Wie vertrauenswürdig ist der Content, wenn er gepusht wird? Und überhaupt und sowieso.

Ich glaube, das ist eine alte Leier. Auf Meta hatten wir das Thema ja auch schon vor langer Zeit. Wenn es Sinn macht, also wenn ich eine Personal Brand habe oder ein Buch geschrieben habe und das pushe, um den Verkauf anzuregen, kann das sehr viel Sinn machen.

Alexander

Aber das ist dann eigentlich eine weitere Anzeigenmöglichkeit. Ein organisches Posting sollte ja organisch sein. Aber wenn du dafür Geld ausgibst, willst du auch, dass es konvertiert. Dementsprechend wird es formuliert, dementsprechend wird der Inhalt sein. Es ist eigentlich eine Anzeige – nur heißt sie anders.

Nicola

Und damit kommen wir zum nächsten Thema: Social Trust. Eigentlich ist das unser Überthema. Wie wir darauf kamen, war die Frage: Verkaufen oder Vertrauen? Dieses LinkedIn-Feature-Update über das Boosting von Personal Brands ist ein mega Aufhänger dafür. Verkaufe ich etwas oder will ich Vertrauen aufbauen? Ich glaube, das ist eine Gretchenfrage. Wenn ich über eine Anzeige pushe – je nachdem, wie sie aussieht – kann das Vertrauen stark mindern. Muss nicht. Kann aber.

Alexander

Und da ist die Frage: Wie kann man auf Social Media noch vertrauen? Wir hatten ja eine ähnliche Diskussion, als wir über Authentifizierung gesprochen haben. Früher hieß Authentifizierung: Es ist wirklich die echte Person oder das echte Unternehmen. Mittlerweile kannst du dir das kaufen. Unterschiedlich stark reglementiert, von „völlig egal, wer dahinter steckt“ bis zu X und Meta, wo es noch etwas anders ist.

Ich würde sagen: Vertrauen geht auf Social Media immer mehr verloren. Da muss man sich fragen – wir haben ja in letzter Zeit öfter über Entertainment gesprochen – ist Vertrauen überhaupt noch wichtig? Zählt es noch als Währung? Oder ist es den Leuten mittlerweile egal, was im Feed auftaucht? Es scrollt ja eh durch.

Nicola

Absolut. Ich finde, Social Trust muss nicht absolut sein. Vor Jahren hätte ich gesagt: Social Trust ist ganz wichtig für die Strategie. Und das ist es grundsätzlich auch. Ich bin immer noch ein großer Fan von Social Trust, aber nicht mehr zwingend.

Ich glaube, wenn du reinen E-Commerce machst, brauchst du bis zu einem gewissen Grad keinen Social Trust. Wenn du ein richtig gutes Angebot hast. Wenn du Entertainment machst und die Leute sind unterhalten, muss ich da krass vertrauen? Weiß ich nicht. Vielleicht entsteht eine gewisse Bindung, aber ich brauche keinen krassen Social Trust, um einen guten Kinofilm zu sehen.

Ich glaube, Social Trust ist für Creators sehr wichtig. Aber auch da, bei Comedy-Creators, bei unterhaltsamen Formaten, ist es vielleicht weniger entscheidend. Es wäre spannend, eine Skala zu machen: von wenig bis viel Social Trust. Und dann einordnen, wer braucht das stark und wer nicht. Ich denke, bei Newscreators ist es wichtig, dass sie ein gewisses Vertrauen genießen.

Alexander

Das glaube ich auch. News auf jeden Fall. Auch Journalisten oder journalistische Formate im Social Web, für viele ist Social Media mittlerweile die Hauptinformationsquelle. Und da finde ich: Trust ist wichtig. Es sollte verifiziert sein. Gerade wegen KI, damit es keine gefälschten Inhalte sind.

Gleichzeitig leben wir in Social-Media-Bubbles oder Echokammern, in denen die Leute eher hören wollen, was sie hören wollen. Das ist auch das Problem bei Fake News. Fake News sind deswegen so erfolgreich, weil sie genau das ansprechen, was die jeweilige Bubble hören will.

Nicola 

Ja, deswegen: Wenn man das für sich oder sein Unternehmen oder aus Agentursicht einordnen will – wie wichtig ist Social Trust – muss man sich das wirklich auf einer Skala anschauen. Was bringt mir das Vertrauen? Was müsste ich investieren, um es zu bekommen? Und dann abwägen.

Ich glaube, für schnell abverkaufte Produkte brauchst du es nicht so stark. Für leichten Konsum wahrscheinlich auch nicht. Für KI-generierte Slideshows auch nicht wirklich. Aber je mehr es darum geht, Vertrauen als Mehrwert zu haben, desto mehr muss ich investieren.

Deswegen kann man das Thema Social Trust nicht pauschal beantworten. Man muss es im Detail betrachten. Und wie passt es zur Brand? Ist es für die Brand wichtig, loyale Kunden zu haben? Also: Was bringt mir das Vertrauen? Du hattest mir vor längerer Zeit mal ein Zitat geschickt – ich weiß gar nicht, ob Steve Jobs das wirklich gesagt hat – aber es geistert durch LinkedIn und wird immer wieder aufgegriffen.

„If your customer buys once, you made a sale…“ Und da ging es um Vertrauen. Nicht um Social Media Trust, sondern allgemein. Der einmalige Kauf ist einfach ein Verkauf, ein Sale. Dafür braucht man kein großes Vertrauen. Das ist ein Abschlussgeschäft. Beim wiederkehrenden Kauf kommen wir dann zum Vertrauen. Ein Kunde, der wiederholt bei dir kauft oder bei uns im Social Inhalte konsumiert, Watchtime lässt, Aufmerksamkeit schenkt, glaubt an den Wert deines Angebots. Er hat ein positives Erlebnis, eine Erfahrung – und daraus entsteht Vertrauen. Das bedeutet es. Und die höchste Stufe ist dann die Weiterempfehlung. Wenn du weiterempfohlen wirst, die Leute immer wieder kommen – was für Creator super wichtig ist – und du empfohlen wirst, dann entsteht Markenbildung.

Alexander

Das glaube ich auch. Trust ist nicht nur Vertrauen, sondern auch Mehrwert. Wenn Inhalte Mehrwert bieten, hilft es beiden Seiten. Du bekommst die Inhalte, die du suchst, und der Creator bekommt Likes, Abonnenten, Reichweite. Vielleicht ist Trust nicht mehr nur Vertrauen, sondern auch Mehrwert. Und wenn du nur Entertainment suchst, ist das auch ein Mehrwert. Der bleibt bestehen.

Nicola

Absolut. Das ist die grundsätzliche Frage. Vertrauen war früher stark geprägt durch Qualität und Empfehlung. Heute entsteht Vertrauen auch durch Sichtbarkeit. Es entsteht durch Konsistenz, algorithmische Präsenz, durch Empfehlung. Das ist spannend. Da kann man noch tiefer reingehen. Wollen wir jetzt nicht, aber: Entsteht Vertrauen nur, weil mir etwas ständig im Feed angezeigt wird? Das hat sich verändert.

Alexander 

Da könnten wir eine gute Zitate-Kachel mit dir machen. „Vertrauen durch Sichtbarkeit“ – gefällt mir.

Nicola

Ja, Vertrauen durch Sichtbarkeit. Das ist ein cooler Slogan. Ich glaube, in der Awareness-Welt, in der wir leben, spielt es eine deutlich größere Rolle, ob du sichtbar bist oder nicht. Ob du regelmäßig im Feed bist – und damit bist du abhängig von Algorithmen. Und jetzt kommen wir wieder zum Boosting-Thema. Ich muss sichtbar sein, ein Stück weit, und wieder gesehen werden. Damit über viele Postings, über lange Zeiträume Vertrauen entsteht. Ob das qualitativ so super ist, kann ich manchmal gar nicht beurteilen.

Zum Beispiel ganz aktuell: Ich habe bei einigen Creatorinnen auf Instagram gesehen, die für Leluns – das war so Leggings-Zeug – geworben haben. Klassisches Influencer-Marketing, mit kleinen und großen Influencern, prozentuales Modell. Und sie haben sich beschwert, dass sie seit Monaten nicht bezahlt werden. Ich habe mir die Kommentarspalten angeschaut – da waren viele Creatorinnen, die kommentiert haben: „Ich wurde auch nicht bezahlt“, „Ich warte seit Monaten“, „Die stehen kurz vor der Insolvenz.“

Das fand ich krass. Denn in dieser Diskussion haben auch die User geantwortet – also die Follower: „Ihr macht das ja auch vor allem wegen der Kooperation, weil ihr Geld verdienen wollt.“ Und ich fand das interessant – diese Kommentarspaltenwelt. Den Usern ist sehr bewusst, dass Empfehlungen nicht nur aus Überzeugung kommen, sondern auch aus kommerziellem Interesse. Diese Abstraktion verstehen viele. Deswegen: Thema Markenbildung. Ich glaube, du kannst trotzdem Vertrauen zu einem Creator haben, auch wenn die empfohlenen Produkte qualitativ nicht so toll sind.

Alexander

Das ist auf jeden Fall so. Markenbildung ist wichtig. Und wie du sagst: Du kannst eine Marke auch ruinieren. Wenn die Marke ruiniert wird – durch so etwas wie du beschrieben hast – spielt Trust eine Rolle. Denn ein Shitstorm will niemand abkriegen.

Nicola

Ja, und ich glaube, das sind zwei Arten von Trust. Die User, die der Creatorin folgen, verlieren nicht das Vertrauen in sie, nur weil die Kooperation schiefgeht. Aber sie verlieren das Vertrauen in die Marke, die empfohlen wurde.

Alexander
Genau.

Nicola

Ein spannender aktueller Fall. Mal sehen, wie es weitergeht – ob sie irgendwann zahlen. Aber ich fand das gerade sehr spannend, weil es so aktuell ist. Und zum Thema Vertrauen kommen wir jetzt zu unserer Lieblingskategorie: Was hat uns geschmeckt und was hat uns nicht so gut geschmeckt? Wir haben wirklich mal wieder Food-Content dabei.

Alexander

Lecker. Und das erste ist wirklich richtig lecker. Er ist sowohl auf Instagram als auch auf YouTube aktiv. Und bei ihm schmeckt es sehr gut.

Nicola
Hoffentlich.

Alexander

Er nennt sich „Tasting History with Max“. Sein Handle, falls ihr ihn besuchen wollt, ist „Tasting History with Max Miller“ – alles zusammengeschrieben. Ich finde das richtig cool: Er kocht sowohl historische Gerichte nach als auch fiktive Gerichte. Die letzten Sachen auf seinem Account waren zum Beispiel der Original-Kaiserschmarrn von irgendeinem damaligen Kaiser und das Paprikahendl aus Bram Stokers Dracula. Und er kocht das nicht einfach mit heutigen Zutaten nach, sondern versucht, wenn möglich, die damaligen Zutaten aufzutreiben. Oder er sagt: Gibt’s nicht mehr, aber das kommt dem relativ nahe.

Und dann erzählt er, wie die Leute damals gekocht haben, wie Rezeptbücher geschrieben wurden. Er erzählt auch historisch: Wie kam es zu diesem Gericht? Wie sah die ungarische Küche aus zur Zeit, als Bram Stoker das Paprikahendl geschrieben hat? Man lernt richtig viel. Ich finde das einen richtig leckeren Account.

Nicola

Absolute Empfehlung: Tasting History with Max. Wer das 1:1 ins Deutsche adaptieren würde – ich glaube, das würde sofort funktionieren. Öffentlich-rechtlich hat mal jemand in die Richtung angefangen. Ich glaube, hier spielt natürlich Max Miller selbst eine Rolle, weil es sein Account ist und er aus Eigeninteresse gewisse Themen forciert. Aber ich finde, es ist richtig gut, um mit Food Inhalte zu vermitteln.

Und es sind viele Gerichte, die Nationalgerichte geworden sind oder einen historischen Kontext haben. Zum Beispiel: Was hat die Fregatte in der U-Bahn – ich meine natürlich im U-Boot – gegessen? Was gab es im U-Boot im Zweiten Weltkrieg? Das sind Fragen, bei denen mein Historikerinnenherz aufgeht. Du kannst ganz simpel, unterhaltsam Wissen mit einem total leckeren Thema verbinden.

Und das Coole ist: Während er dir die Geschichte erzählt, kocht er auch. Also er kocht live – aufgezeichnet natürlich – aber du siehst, wie er nach und nach das Gericht zubereitet. Und dann redet er auch.

Nicola

Ich würde jetzt mal vermuten, er kocht gerne. Aber du hast auch noch einen, ich würde sagen, Fail mitgebracht. Denn: „Kochen ist kein Hobby“ – zitiere ich mal aus einem Post, den du mir geschickt hast. Was war da los?

Alexander

Normalerweise gehen wir auf solche klassischen Ragebait-Posts auf LinkedIn gar nicht mehr ein. Die werden ja nur verfasst, um möglichst viel Reichweite zu bekommen – also negativer Trust, Hauptsache Aufmerksamkeit. In der Hoffnung, dass sich Leute so sehr aufregen, dass sie kommentieren.

Durchs Kommentieren und Teilen geht die Reichweite natürlich hoch. Aber wir haben es diesmal genommen, weil es auch Food-Content ist – mehr oder weniger. Da schreibt jemand: „Kochen ist kein Hobby, sondern eine der romantischsten Selbstlügen unserer Generation.“ Und: Wer kocht, verschwendet so viel Lebenszeit, die man doch viel besser ins Business stecken könnte.

Nicola

Er schreibt, er hat in den letzten elf Wochen kein einziges Mal gekocht und in dieser Zeit keinen einzigen Moment Fokus verloren. „Kochen ist kein Hobby. Zeit ist das wertvollste Kapital.“ Die Rechnung sei brutal einfach, sagt er. Und dann rechnet er hoch, wie viele Stunden er gewonnen hat, weil er nicht gekocht hat. Er hat auch nicht eingekauft, musste keine Entscheidungen treffen. Ich muss zugeben: Manche Menschen kochen einfach gerne. Und manche müssen auch kochen – aus gesundheitlichen Gründen, weil sie sich bewusst ernähren wollen. Deswegen finde ich das schon sehr einseitig. Das aufs Business anzuwenden, dass er so viel Zeit gespart hat, weil er nicht kocht – da geht eine ganze Zeitschriftensparte für Hauswirtschaft kaputt.

Alexander

Wir beleuchten hier im Podcast ja oft kritisch die Entwicklungen auf Social Media. Aber ich muss auch sagen: Die Kommentare unter diesem Post – das ist pures Social-Media-Gold. Für genau solche Sachen lieben wir Social Media. Die Leute haben kommentiert, worauf man noch alles verzichten könnte, um sich nur noch ums Business zu kümmern.

Nicola

Um so viel Zeit zu sparen.

Alexander

Einer hat geschrieben: „Einmal im Monat Katzenwäsche reicht.“ Duschen sei auch Lebenszeit, die man nicht braucht. Ist ja nur noch Business. Und dann wurde es richtig witzig, was die Leute alles vorgeschlagen haben, worauf man noch verzichten könnte, um mehr Zeit fürs Business zu haben. Das finde ich pures Social-Media-Gold.

Nicola

Absolut. Die Kommentare waren echt überragend. Auch: „Online-Betreuung aus Thailand – richtig gut, weil die Unternehmen dann die unangenehmen Gerüche vom Nicht-Waschen nicht mitbekommen.“ Also, richtig gut. Ja, damit schließen wir ab. Ich sehe den Punkt, dass man vielleicht nicht gerne kocht und das als Zeitverschwendung empfindet – das ist in Ordnung. Aber schaut mal bei Tasting History with Max vorbei, der sehr gerne kocht, historisch kocht und das mit Wissen verbindet. Ich finde, das ist ein richtiges Schmankerl. Und was wir daraus lernen – wenn wir nochmal LinkedIn zitieren und mit dem Post abschließen – ist: Macht das, was euch Spaß macht, und macht es richtig gut.

Alexander

Egal, ob es boostet oder nicht. Habt einfach Spaß dran.

Nicola

Und braucht kein Learning.

Alexander

Ja, macht’s gut.

Nicola

Wir brauchen kein Learning dafür. Und dann kommt der Trust auch von allein – weil es gibt Menschen, die glauben euch das. In diesem Sinne wünsche ich dir eine sehr schöne Woche, Alex. Ciao.





Source link

Social Media

Die Macht des privaten Teilens: Warum Dark Social der nächste große Wettbewerbsvorteil ist


Es ist eine unbequeme Wahrheit für alle, die im Social-Media-Marketing arbeiten: Der Großteil des Content-Sharings unter der Gen Z findet an Orten statt, die nicht sichtbar sind. Die Rede ist von „Dark Social“ – sprich DMs, Gruppenchats, WhatsApp-Threads und Discord-Servern, in denen über Marken diskutiert, sie empfohlen oder abgelehnt werden, ohne eine einzige nachverfolgbare Spur zu hinterlassen.

Wer Erfolg immer heute noch hauptsächlich an öffentlichen Engagement-Metriken misst, betrachtet also nur einen Bruchteil des Gesamtbildes.

Mehr Einblicke in die Welt die Sozialen Medien gibt es auch direkt in dein Postfach mit dem AllSocial Newsletter!

Der Wandel vom Broadcast zum Intimen

Gen Z hat nicht aufgehört zu teilen – sie haben das Teilen nur verlagert. Laut GWI-Research teilen Konsumenten eher über Dark-Social-Kanäle (63 %) als über offene Social-Media-Plattformen (54 %). Noch aufschlussreicher: Etwa 20 % teilen ausschließlich über diese Kanäle, wobei WhatsApp und Facebook Messenger die bevorzugten Dienste sind. (GWI 2025)

Das ist keine marginale Verhaltensänderung. Es ist eine fundamentale Umstrukturierung der Art und Weise, wie Markenbotschafter funktionieren. Das wirkmächtigste Marketing findet in Räumen statt, die Marken nicht gebaut haben, nicht kontrollieren können und nur schwer messen können.

Die Ogilvy-Studie „For Gen Z“ zeigt: Etwa 80 % des Content-Sharings unter der Gen Z findet über private Social- oder Messenger-Kanäle statt. Messaging-Apps haben mittlerweile 20 % mehr aktive Nutzer pro Monat als traditionelle soziale Netzwerke.

Was das für Markenstrategien bedeutet

Für Influencer Marketing bedeutet das konkret: Wenn ein Creator ein Produkt in einem öffentlichen Post teilt, lassen sich Impressionen, Engagement und Reichweite tracken. Aber was, wenn derselbe Creator eine Empfehlung in seinen engen Freundeskreis-Chat schickt oder einen Produktlink direkt an zwanzig Menschen sendet, die seiner Meinung tatsächlich vertrauen?

Zunächst die gute Nachricht: Links zu Websites zur Empfehlung von Produkten oder Marken rangieren hoch unter den privat geteilten Inhalten und werden von jedem Zweiten geteilt. (GWI 2025) Hinzu kommt: Markenbotschafter existieren und sind aktiv. Sie sind nur nicht sichtbar.

Die Implikationen sind erheblich. Die tatsächliche Reichweite jeder digitalen Kampagne wird wahrscheinlich untererfasst – zumindest in gewisser Weise. Das stellt Marken vor viele Herausforderungen, nicht nur wenn es um die genaue Messung des ROI geht. Aber es gibt hier auch Möglichkeiten für Marketer, diese organische Online-Mundpropaganda für sich zu nutzen, um ihre Botschaft zu verbreiten.

Für private Teilbarkeit designen

Die Marken, die im Dark Social gewinnen, versuchen nicht, private Räume zu infiltrieren – sie kreieren Inhalte, die es wert sind, dort geteilt zu werden. Ein entscheidender Unterschied.

Nutzer aus der Gen-Z verbringen täglich mehrere Stunden damit, zwischen Instagram, TikTok und einer Handvoll anderer Social Apps zu wechseln. Wie viel Zeit sie in sozialen Medien verbringen, wurde über die Jahre gut dokumentiert, aber was sie tatsächlich tun, verändert sich und ist weniger öffentlich als je zuvor. (Adweek 2025)

Schlagzeilen über Tumblrs Wiederauferstehung, wobei die Gen Z 50% der monatlich aktiven Nutzer ausmacht, sind das jüngste Signal dafür, dass Intimität, Anonymität und gemeinsame Interessen dieser Generation mehr bedeuten als Massenvisibilität. (Adweek 2025)

Das sagt etwas Wesentliches aus: Gen Z schätzt echte Verbindung mehr als performative Sichtbarkeit. Sie wollen Dinge teilen, die sie in ihren vertrauten Kreisen nachdenklich, witzig oder informiert erscheinen lassen – nicht Dinge, die aussehen wie Werbung für alle, die sie je getroffen haben.

Die entscheidende Frage lautet also: Ist der Content etwas, das jemand wirklich einem Freund schicken würde? Löst er ein Gespräch aus, löst er ein Problem oder schafft er einen gemeinsamen Moment? Oder sieht er einfach nur gut in einem öffentlichen Feed aus?

Bestehende Creator-Communities anzapfen

Hier liegt der echte Wettbewerbsvorteil für Influencer Marketing. Die wertvollsten Creator-Partnerschaften drehen sich nicht nur um Reichweite, sie drehen sich um Zugang zu bestehenden Dark Communities, in denen Vertrauen bereits etabliert ist.

Discord ist das perfekte Beispiel. Wie ein Kollege es neulich formulierte: Discord funktioniert als eine weitere Form von CRM. Es bringt die engagiertesten Fans in direkte Konversation, was auf Algorithmus-gesteuerten Plattformen wie Instagram zunehmend schwierig ist. Apple, Xbox, Gucci und Kenzo haben alle aktive Communities über private Discord-Server aufgebaut, in denen Markenvertreter direkt mit Mitgliedern interagieren.

Die Beauty-Marke Glossier hat seine gesamte Marke aufgebaut, indem es Community über private Slack-Kanäle nutzbar machte und loyale Kunden einlud, an Produktentwicklungsgesprächen teilzunehmen. Die frühe Einbindung von Loyalisten in Entwicklungsgespräche hat dabei verändert, wie Marken auf bedeutungsvolle, langfristige Weise mit ihren Kunden zusammenarbeiten können.

Drei konkrete Handlungsempfehlungen für Dark Social Channels

1. Für Teilbarkeit in intimen Kontexten designen: Content kreieren, den Menschen in ihren Gruppenchat weiterleiten wollen, nicht nur öffentlich liken. Das heißt: nützlich, überraschend, unterhaltsam oder so spezifisch für ein Nischeninteresse, dass es zur sozialen Währung innerhalb dieser Community wird.

2. Mit Creators zusammenarbeiten, die echten Einfluss in privaten Communities haben – nicht nur große öffentliche Followerzahlen. Ein Creator mit bescheidenen öffentlichen Zahlen, aber starken DM-Beziehungen und aktiven Gruppenchats kann mehr tatsächliche Käufe generieren als jemand mit Millionen Followern, aber oberflächlichem Engagement.

3. Eigene private Räume bauen: Der Dark-Social-Raum bietet einen natürlicheren Kommunikationskanal, um Konsumenten zu erreichen. Und die meisten Konsumenten stimmen zu, dass sie sich wohler fühlen, sie selbst zu sein, wenn sie privat teilen, verglichen mit öffentlichen Teilen an einen Feed von Followern. (GWI 2025) Hier entwickeln sich echte Markenbeziehungen.

Fazit

Dark Social ist keine Bedrohung, die gemanagt werden muss. Es ist eine Chance, die es zu ergreifen gilt. Konsumenten werden immer eine Präferenz dafür haben, privat mit Freunden und Familie zu teilen. (GWI 2025) 

Die Marken, die bei Gen Z gewinnen werden, sind diejenigen, die verstehen, dass Teilen sich vom Broadcasting zum intimen Austausch verlagert hat. Die Frage ist nicht mehr nur „Wie werden wir gesehen?“ sondern „Wie werden wir es wert, privat geteilt zu werden?“

Wenn ein Produkt zu dem wird, worüber jemand unaufgefordert seinem besten Freund schreibt, ist etwas erreicht, das keine noch so große bezahlte Reichweite replizieren kann. Das ist die Macht von Dark Social – und es ist Zeit, dafür zu designen.

Hinweis: Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag. Es besteht keine bezahlte Kooperation.



Source link

Weiterlesen

Social Media

Feed und Fudder Podcast 72 – Unsere Erfahrungen mit KI-Tools & Social Media


KI-Ära wurde jüngst zum Wort des Jahres gekürt. Wie passend, ist doch KI für uns im Social Media Marketing ebenso kaum noch wegzudenken. Doch nach dem anfänglichen Hype um die ganzen Tools machte sich auch Ernüchterung breit: Komme ich überhaupt noch mit?

Gefühlt sind alle anderen weiter und absolute KI-Profis. Keine Sorge, damit seid ihr nicht allein, und wir nehmen euch in der neuesten Folge des Feed und Fudder Podcasts mit auf unseren Erfahrungen mit KI-Tools. Was hilft unserem Workflow, welche KI-Tools* finden wir besonders hilfreich und wann sollte man besser auf KI verzichten und sich lieber rein menschlichen Inhalten widmen?

Mit dabei: Vorbildhafter royaler Umgang mit User-Generated-Content, humorvoller Wahlkampf im Ländle und vieles mehr aus der bunten Social Media Welt.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche „Inhalt entsperren“. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen


Mehr zum Thema:

Feed und Fudder Podcast 65 – KI & Social Media: Was kann der Mensch besser?

KI im Social Media Marketing: Fünf Tipps für den Einstieg


Transkript Feed und Fudder Podcast Folge 72 – Unsere Erfahrungen mit KI-Tools

Du bist grad irgendwo, wo es still sein muss, schmöckerst lieber in Texten oder möchtest unsere Folge barrierefrei mit deinem Screenreader lesen? Kein Problem!

Hier gibt es das Transkript zu Folge 72 – Unsere Erfahrungen mit KI-Tools

Transkript

Nicola

Hallo und Servus zu einer neuen Folge Feed & Fudder mit Alex und mir, der Nici. Schön, dass du da bist. Schön, dass ihr alle da seid. Momentan sind viele Leute kränklich, wir halten noch die Stellung.

Alexander

Hallo, herzlich willkommen. Schön, dass du da bist. Schön, dass ihr alle da seid, die uns zuhören. Ich glaube, bei mir macht sich auch eine Erkältung breit – aber erst nach der Aufnahme.

Nicola

Oh nein. Ingwer, Ingwer, Ingwer, schnell wie es geht.

Alexander

Aber ich habe eine News. KI-Ära wurde genau heute, ein paar Minuten vor unserer Aufnahme, zum Wort des Jahres erklärt.

Nicola

KI-Ära. Wow. Das hat uns schon krass beschäftigt dieses Jahr. AI, KI, ChatGPT, Gemini, Llama – lauter Wörter, die wir vor zwei, drei Jahren nicht kannten. Mein Wortschatz ist gewachsen.

Alexander

Wie ein LLM. Ein Zungenbrecher, den ich nie aussprechen kann. Wir dachten uns: Es gibt so viele KI-Learnings, wir sind beide ein bisschen genervt davon. Aber wir nutzen die Tools ja auch. Wir lassen euch heute teilhaben: unsere Erfahrungen, welche Tools wir nutzen, was uns geholfen hat.

Nicola

Warnung: Es ist nicht systematisch, nicht vollständig, super subjektiv. Ich beschäftige mich mittelmäßig viel damit.

Alexander

Es ist kein Praxistest, kein Tool-Vergleich. Es geht um den Weg, den wir genommen haben. KI prägt immer mehr den Alltag von Social-Media-Managern. Wir wollten einfach mal sagen, wie es uns raffnet. Ich habe ja gesagt, ich bin genervt von diesen Learnings. Mein Tipp: Vergesst FOMO bei KI-Tools.

Nicola

Ganz ehrlich, FOMO ist ein schlechter Berater im Social Business. Man kann ständig Trends oder Tools verpassen. Ich habe mir über Jahre angewöhnt, FOMO keinen Raum zu geben. Das ist eine mentale Haltung. „Gib dem FOMO keinen Raum“ – das wäre ein Thema für die Jutetaschen auf der Social Marketing Konferenz.

Alexander

Ja. Und ihr kennt es sicher: Man loggt sich bei LinkedIn ein, und jeder Beitrag ist High-Skill-Level, fantastisch, was jemand mit KI macht. Da denkt man: Da komme ich nicht ran. Ich versuche nur, meine Prompts halbwegs gut zu machen. Mein Ansatz: Nicht vergleichen, sondern schauen, was sind meine Aufgaben, wo unterstützt mich KI und wo nicht.

Nicola

Absolut. Status ist: Wir nutzen KI im beruflichen Alltag. Das hat sich radikal verändert im Vergleich zum letzten Jahr. Damals habe ich viele Tools getestet. Dieses Jahr ist es angekommen – wir nutzen es regelmäßig.

Alexander

Genau.

Nicola

Wir nutzen KI für Content-Erstellung, Planung, Automatisierung, Analyse. Content-Erstellung heißt auch Texte. Hast du noch ein Feld, wo man KI gut nutzen kann?

Alexander

Da fällt mir Canva ein, mit seinen KI-Features.

Nicola

Noch mal einen Schritt zurück: Kategorien sind Content-Erstellung, Planung, Automatisierung, Analyse.

Alexander

Das deckt alles ab.

Nicola

Dann springen wir da durch. Typische KI-Tools für Social-Media-Menschen sind Texte, Captions, Ideen, Bilder, Videos.

Alexander

Fürs Texten hilft mir KI sehr – allerdings nur bedingt. Ich nutze trotzdem Hand und Kopf. Man darf das Denken nicht auslagern. Schreiben ist mehr als Buchstaben aneinanderreihen.

Nicola

Zitat: „Man darf das Denken nicht auslagern.“ Bist du Germanist zufällig?

Alexander

Ja.

Nicola

Natürlich weiß ich das, wir haben zusammen studiert. Aber es ist schön, das mal zu sagen: Du bist offiziell Germanist.

Alexander

Ich breche eine Lanze für die Geisteswissenschaften. Wir werden oft belächelt – „Was wird man da, Taxifahrer?“ Aber man lernt kritisches Denken. Gerade in der KI-Ära halte ich das für eine der wichtigsten Fähigkeiten überhaupt.

Nicola

Es wird wichtiger in der Zukunft. Der Germanist sagt: Buchstaben aneinanderreihen reicht nicht, Kopfarbeit bleibt wichtig.

Alexander

Ich habe ein KI-Tool, das sich an meinen Stil gewöhnt – super hilfreich. KI ist gut, wenn man Alternativen braucht: zehn Headlines, einen Absatz freundlicher oder lustiger schreiben. Man hat schnell Varianten, für die man sonst lange bräuchte. Wichtig ist, unterschiedliche Prompts zu geben, sonst sind die Antworten ähnlich.

Ich bin nicht so begabt im Überschriften schreiben, eher Long-Copy-Mensch. Da hilft mir KI, Headlines knackiger zu machen. Ich habe meinen Schreibprozess unterteilt: Absätze, Headlines. Den vollen Text schreibe ich selbst – mein Stil, meine Gedanken. Kolumnen und Kommentare kann KI nicht gut. Aber Headlines oder CTAs – da hilft sie ungemein.

Ich habe meinen Schreibprozess aufgegliedert und geschaut: Wo ist KI gut, wo nicht. Das kann man mit jedem Prozess im Social-Media-Management machen.

Nicola

Da würde ich total einsteigen. Genauso ähnlich mache ich es auch. Ich schreibe nicht den perfekten Prompt und erwarte, dass das Ergebnis perfekt ist. Das brauche ich auch gar nicht. Ganz oft kommen Tipps wie „so hast du den perfekten Prompt“. Das ist gar nicht mein Ansatz. Ich weiß ungefähr, was ich möchte, und frage mich: Was erleichtert mir den Zwischenschritt?

Aus meiner Erfahrung dauert die Arbeit an einem perfekten Prompt oft lang, und das Ergebnis ist nicht zufriedenstellend. Also mache ich die einzelnen Schritte gesondert. Ich schreibe nicht: „Bitte erstelle mir eine SEO-Meta-Description, einen LinkedIn-Post und dies und jenes“ in einem Prompt, sondern ich mache die Befehle einzeln. Die Ergebnisse sind besser, und ich kann sie anpassen.

So schreibe ich mir zum Beispiel einen Abstract für einen Blog. Der ist nicht perfekt, aber eine gute Basis, um ihn zu verfeinern. Dann sage ich: „Bitte füge noch Gedanke XY hinzu und formatiere mir das.“ Den Text übernehme ich nicht Copy-Paste, sondern schreibe ihn um. Das spart mir viel Zeit, es bleibt mein Text, und Schreibblockaden sind einfacher weg. Manchmal habe ich viele Gedanken im Kopf, und mir hilft es, wenn die KI diese Gedanken sortiert oder besser formuliert.

Alexander

Das finde ich auch gut – zum Sortieren und Zusammenfassen. Ich bin ein Verfechter, dass man Social-Media-Posts von Hand schreiben sollte, weil das menschliche Kommunikation ist. Auf LinkedIn gibt es so viele KI-Posts – wer hat da Lust zu interagieren? Persönlich geschrieben bleibt wichtig.

Aber was mir hilft: Ich habe einen ganzen Blog-Beitrag und sage der KI: „Nenn mir die wichtigsten Punkte für den Social-Media-Beitrag.“ Oder: „Mach mir eine optimierte Meta-Description.“ Dann bekomme ich Bullet Points mit den wichtigsten Punkten und mache daraus selbst einen Post.

Nicola

Ja, ähnlich mache ich es auch. Ich nutze KI sehr viel für Text, liegt auch an den Sprachmodellen. Zum einen, um Gedanken zu ordnen. Oft habe ich einen Mix aus Ideen und Fakten, und es hilft brutal, das in eine Ordnung zu bringen. Oder ich sage: „Schreibe mir diesen Body-Text in Bullet Points.“ Das sind simple Sachen.

Und Thema Alternativen: Ich lasse mir gerne alternative Headlines geben. Ich übernehme sie nicht direkt, aber baue mir aus den Ideen meine eigene. Das ist sehr hilfreich.

Alexander

Wo es mir am meisten hilft: Wir haben auf der All-Social-Website immer das Transkript vom Podcast. Früher musste ich das von Hand machen – ein Riesengeschäft. Jetzt nutze ich KI, den Copilot. Er ordnet es nach den Speakern, Nikola und mich, alles geklettet, Reinschrift, Füllwörter draußen.

Meine vier Prompt-Tipps: Erstens, unterschiedliche Prompts geben – das hilft. Zweitens, klare Anweisungen geben, nicht vage sein. Zum Beispiel: „Das ist das Transkript von einem Podcast, fass es bitte so zusammen.“ Drittens, den Befehl „bitte ohne Markup“ nutzen – dann kann man es einfach rauskopieren ohne Sonderzeichen oder Emojis. Viertens, wissen, dass KI-Tools so trainiert sind, dass ihr dranbleiben sollt. Sie antworten immer positiv. Man muss manchmal sagen: „Bitte sei kritisch.“

Sie sind programmiert, immer zu antworten, egal, was man eingibt. Wir hatten das Beispiel „byzantinische Brückenarchitektur“ – es kommt immer etwas raus. Deswegen ist kritisches Denken wichtig. Gerade bei Kommunikation nach außen: Social-Media-Posts lieber selbst schreiben. Da ist kritisches Denken und persönliche Ansprache dabei.

Nicola

Gehen wir mal da rein. Das Transkript war ein Punkt, an dem wir beide sehr geknabbert haben. Jetzt einen Schritt zurück: Wir nennen Tools, die wir nutzen, völlig subjektiv. Wir verdienen nichts damit. Wir nutzen Zencaster zum Aufnehmen. Auch da gibt es Alternativen. Zencaster hat ein KI-Feature, das Transkripte erstellt.

Dieses Transkript können wir runterladen. Aber die Überarbeitung ist unfassbar viel Arbeit. Da sind wir an Grenzen gestoßen – ich auf jeden Fall – mit ChatGPT. Ich nutze es sehr oft, aber es hat krasse Schwächen. Beim Transkript, wo klare Befehle nötig wären, waren die Ergebnisse schlecht. Ich habe lange an den Prompts gefeilt. Aber nichts dazu zu erfinden war schwer für ChatGPT. Nichts wegzulassen, was wichtig ist, auch. Ein Transkript muss echt sein, man kann keine Sätze weglassen oder umschreiben. Die Qualitätskontrolle war so aufwendig, dass es sich nicht lohnt. 

Alexander

Dann sind wir auf den Co-Piloten umgestiegen.

Nicola

Das war schwierig. Und da sind wir auf den Co-Piloten umgestiegen, genau. Der Witz war: Aus deiner Erfahrung war der Co-Pilot deutlich besser, weil er weniger erfindet und weniger eigenständig ändert. Wobei ich bei den Prompts auch immer ganz explizit gesagt habe: Bitte ändere nichts. Bleib bei der Quelle, bleib beim echten Geschriebenen. Die Prompts waren super simpel, teilweise nur Anweisungen, was er nicht machen soll. Zum Beispiel: „Bitte ändere den Namen von Alex zu Alexander.“ Es waren keine krassen Prompts – und trotzdem hat er den Text verfälscht.

Übrigens: Wenn ihr Interviews führt und Transkripte habt, genau das gleiche Problem. Das ist oft mühselig, weil man beim Wort bleiben muss. Ein Punkt, den ich gerne als Prompt nutze, ist: „Zieh mir die fünf besten Zitate raus.“ Das klingt simpel, weil das Transkript ja eins zu eins der Wortlaut ist. Aber ChatGPT zieht zwar Zitate raus – ob die stimmen, ist fraglich. Ganz oft stimmten sie nicht.

Alexander

Da war viel Halluzination dabei. Es wurden einfach Sachen erfunden, die wir im Podcast nicht gesagt haben. Wir haben es gleich nach der Aufnahme getestet, weil da das Gedächtnis am frischesten ist.

Beim Co-Pilot ist es jetzt eine fortlaufende Unterhaltung. Jeden Freitag machen wir das Transkript, immer das Gleiche. Ich habe ihm beigebracht: Wenn ich sage „Bist du bereit für ein neues Transkript“, dann entfernt er sämtliche Timestamps, ordnet die Sätze den jeweiligen Sprechern zu und fasst sie als zusammenhängende Absätze. Unser Zencaster schreibt sonst jeden Satz mit „Alexander“ davor, auch wenn ich fünf Minuten am Stück rede. Der Co-Pilot fasst das zusammen: Einmal mein Name, dann der ganze Block. Und natürlich ohne Fettung, ohne Markups und ohne Gedankenstriche.

Nicola

Ja, das ist auch ein nerviges Ding. Mache ich übrigens auch immer: „Bitte ohne Gedankenstrich.“ Eine Sache, wo ChatGPT und auch Jasper AI – übrigens auch ein gutes Tool – Probleme hatten, war das Thema Sprecherblöcke. Ich kam mit Jasper AI nicht so gut klar vom Handling, kenne aber einige, die damit arbeiten. Qualitativ ist es ähnlich wie ChatGPT. Aber es ist auch Typsache, was einem liegt.

Ich habe getestet, wie die Tools mit Sprecherblöcken umgehen. Ich weiß nicht, warum das so schwierig ist. Beim Co-Pilot war es viel besser. Im Transkript hast du jeden Satz mit Timecode – sinnvoll. Wenn du sagst „Bitte entferne die Timecodes“, hast du trotzdem Namen und Doppelpunkt. ChatGPT hat es nicht hinbekommen, die Sprecherblöcke sinnvoll zusammenzufassen. Ich habe alles Mögliche probiert, es hat nicht gestimmt. Am Ende habe ich es händisch gemacht – nervig.

Das sind Punkte, wo man denkt: Der Befehl ist klar und einfach, aber es hakt. Unsere Erfahrung: Gerade beim Transkript war der Co-Pilot, obwohl oft gesagt wird, er sei nicht so gut, viel besser.

Alexander

Genau. Das ist die wichtigste Erfahrung, das Learning, das wir heute teilen können: Schaut euch genau an, was eure Aufgaben und Arbeitsschritte sind, und testet einfach. Für uns ist das Transkript durch den Podcast ein wichtiger Prozessschritt. Wir haben verschiedene Tools getestet. Zwei Punkte gebe ich mit: Kennt eure Arbeitsschritte und testet.

Nicola

Ja, und manche Tools sind im Ergebnis nicht so gut, auch wenn man denkt, der Arbeitsschritt wäre klein und klar definiert. Wo ich nicht so viel mache, aber viel getestet habe, ist Video. Ich finde die neuen KI-Features in der Adobe Cloud sehr gut. Adobe hat generell super Produkte – keine Werbung, einfach aus Erfahrung. Die neuen KI-Features verändern den Arbeitsprozess nicht komplett, aber verbessern ihn. Das finde ich persönlich sehr gut.

Und du hast Canva schon angesprochen. Viele Social-Media-Managerinnen arbeiten mit Canva. Da gibt es viele neue KI-Features – manche besser, manche schlechter. Ich bin nicht überzeugt, dass alles besser ist. Mich nervt, dass Canva durch die vielen Updates ständig das Overlay und Design ändert und ich Dinge nicht mehr finde.

Alexander

Das stimmt. Canva ist so wichtig bei uns im Beruf und es ändert sich ständig. Was mir noch fehlt, wenn ich schon so viel KI mache – beim Co-Pilot ist das so gut – ist eine bessere Integration direkt im Arbeitsprozess.

Nicola

Du kommst mit dem Co-Pilot gut klar. Ich glaube, das ist der Punkt. Jeder muss subjektiv für sich rausfinden, mit welchem Tool er arbeiten kann. Jasper AI ist ein super Tool, aber ich kam damit nicht klar.

Alexander

Genau, ich arbeite voll gern mit dem Co-Piloten. Wenn jemand anderes sagt, er findet den nicht gut, dann ist das so. Ich kann einfach gut damit arbeiten. Bei Canva hätte ich gern, dass die KI-Funktionen direkter eingebunden sind. Zum Beispiel eine KI-Sprechblase neben dem, was man gerade bearbeitet: „Mach den Hintergrund grün“ oder „ändere das Layout“. Es geht schon ein bisschen, aber die Bearbeitung mit KI ist nicht so ausgereift wie händisch.

Nicola

Ja, das Handling ist nicht optimal. Bei Adobe-Produkten gefällt mir das besser. Das Handling bleibt gleich, aber einzelne Optimierungen laufen über KI, oft im Hintergrund, ohne dass ich es merke. Oder ich kann gezielt sagen: „Optimier mir das mit KI-Feature XY.“ Bei Canva ist das Handling schlechter geworden. Dabei war der USP von Canva das einfache Handling. Vielleicht ändern sie es wieder. Grundsätzlich gibt es nette Features wie den Background-Remover.

Alexander

Manchmal sind die simpelsten Tools die wichtigsten. Mir geht es auch so mit dem Background-Remover. Ich bekomme viele Bilder von Gastautorinnen und Autoren. Ohne den Background-Remover wäre ich aufgeschmissen.

Nicola

Früher war das mühselig. Jetzt ist es ein Klick, zack, und das Ergebnis ist super. Das spart wahnsinnig viel Zeit. Bei Videotools kommt es darauf an, wie viel man damit machen muss. Ein Tool, das ich gerne nutze, ist Clap. Das gibt es schon seit Jahren, jetzt mit KI-Optimierung. Es ist für Shorts und YouTube. Ich liebe es, weil es aus einem großen Video viele kleine Shorts macht. Das ist sonst unfassbar nervig.

Früher war es einfach eine Software, jetzt ist es eine KI-Software. Das hat sich richtig gelohnt. Wahrscheinlich gibt es auch tolle Automatisierungs- und Planungstools. Wir arbeiten viel mit Trello. Da sind auch KI-Features drin. Ich habe den Mehrwert noch nicht gespürt. Wie geht es dir damit?

Alexander

Wir schieben Karten hin und her bei Trello – genauso wie immer. Ich weiß nicht, wo da die KI ist.

Nicola

Vielleicht passiert etwas im Hintergrund. Aber nicht alles ist Gold, nur weil KI draufsteht. Das ist ein Learning dieses Jahr: Wo macht es Sinn, wo nicht? Es gibt viele Features, die ich nicht kenne, die vielleicht hilfreich sind. Ich bin dankbar für kleine Hacks. Es sind nicht immer die großen, sondern kleine Features, die das Leben erleichtern.

Alexander

Da ist was Wahres dran.

Nicola

Das reicht mir manchmal auch. Ich kann nicht immer das Rad neu erfinden. Aber manchmal entdecke ich ein Feature bei Trello und denke: „Krass, mega, habe ich noch nicht genutzt.“

Alexander

Ich habe bei Trello nie einen KI-Button gesehen. Bei Canva kommt immer „Magic AI“ mit Effekten, Sternchen, blinkend: „Drück mich.“

Nicola

Stimmt. „Drück mich.“ Das nervt mich auch. Ich will es nicht. „Drück mich, ich bin KI.“

Alexander

Bei Trello gibt es das nicht. Es kommt nicht mal ein Hinweis, wo die KI-Features sind. Falls jemand von Trello mithört: Bitte erklärt uns, wo wir die KI finden.

Nicola

Was kann die überhaupt? Keine Ahnung. Ich glaube, es gibt KI-Plugins für Automatisierung. Aber das ist wahrscheinlich nicht Teil unseres Prozesses. Deswegen ist die Frage: Was ist dein Prozess? Wie beim Background-Remover – klein, simpel, aber wertvoll.

Und zum Thema: Wo nutzen wir KI viel? Ich google unfassbar viel. Zu allem. Ich google eigentlich alles. Und da erwische ich mich, dass ich die Gemini-Zusammenfassung lese. Ich hasse es – und mache es trotzdem.

Alexander

Das ist halt so ein guilty pleasure.

Nicola

It’s a guilty pleasure, ja. Ich hasse es, weil ich weiß, dass es uns auch Reichweite nimmt. Das nimmt dem Blog AllSocial.de Reichweite, es nimmt allen Publishern Reichweite. Es ist blöd, aber es funktioniert leider.

Alexander

Ihr dürft die Gemini-Zusammenfassung nutzen, ohne Wenn und Aber, aber bitte klickt auch unseren AllSocial Blog an.

Nicola

Ja, genau. Aber geht es dir nicht auch so? In dem Moment, wo ich mich erwische, dass ich die Gemini-Zusammenfassung nutze, ist es wohl doch ganz gut. Offensichtlich funktioniert es.

Alexander

Ja. Gut, manchmal muss es schnell gehen, dann ist es nicht schlimm.

Nicola

Und ich will es gar nicht und mache es trotzdem. Bei der Vorbereitung auf die Folge habe ich gemerkt, dass ich es inzwischen nutze. Dann muss man sagen: Die Tools funktionieren. So wie bei Trello, wo ich die KI-Features nicht merke, ist es bei Gemini so, dass ich sie indirekt nutze.

Die Erfahrungen hier sind sehr subjektiv und nicht vollständig. Es gibt unfassbar viele Tools mit KI. Irgendwann wird die Frage sein: Gibt es überhaupt Tools ohne KI? Wahrscheinlich nicht.

Alexander

Stimmt. Irgendwann ist es wie ein Label. Früher war jedes Tool Blockchain-basiert. Bei KI muss man aufpassen.

Nicola

Da müssen wir abwarten.

Alexander

Es macht nur Sinn, wenn KI einen Mehrwert bietet. Wir haben nichts gegen Trello. Tut uns leid, wenn wir da was falsch darstellen.

Nicola

Wir arbeiten ja mit Trello, wirklich täglich und wöchentlich.

Alexander

Aber ich sehe da keinen KI-Mehrwert im Unterschied zu vorher.

Nicola

Aktuell, in unserem Prozess. Es gibt bestimmt andere Prozesse, wo das anders ist. Aber bei uns spielt es keine Rolle. Dann ist es auch okay.

Alexander

Falls jemand unter unseren Zuhörerinnen und Zuhörern viel mit Trello-KI arbeitet, bitte schreibt uns und erzählt, was ihr da macht.

Nicola

Ja, wäre interessant.

Alexander

Das wäre mega interessant. Aber anscheinend ist es kein Problem, das wir dringend lösen müssen wie beim Transkript.

Nicola

Das Transkript war ein nerviges Thema, weil es viel Zeit gekostet hat. Aber wir sehen den Mehrwert, wenn wir es machen.

Alexander

Wir haben pro Woche eins gebraucht, also mussten wir es schnell lösen.

Nicola

Genau. Bei Videos oder Grafikthemen ist es ähnlich: Da, wo der Schuh am meisten drückt, sollte man ansetzen.

Alexander

Das ist ein gutes KI-Fazit – Menschen gemacht, von dir.

Nicola

Die KI-Ära: Da, wo der Schuh drückt. Am Ende des Tages noch eine Kleinigkeit, dann kommen wir zu den Wins und Fails. Ideengenerierung nutze ich sehr viel. Unabhängig von Text oder Content-Bearbeitung stelle ich einfach eine Frage. Auf Basis der Antwort denke ich weiter. Das funktioniert für mich wahnsinnig gut.

Es heißt nicht, dass die Antworten immer gut sind. Aber es ist wie ein Sparring-Partner. Man stellt eine Frage, bekommt eine Antwort, und denkt weiter. Das ist toll, vor allem weil wir beide im Homeoffice arbeiten. Es ist angenehm, wenn das Gehirn angeregt wird.

Alexander

Das ist wichtig.

Nicola

Ja, schon. Es bringt neuen Input.

Alexander

Wir verteufeln KI nicht, aber man sollte sie kritisch nutzen. Am hilfreichsten ist es, wenn man selbst herausfindet, wo sie unterstützt.

Nicola

Wir nutzen sie ja jeden Tag.

Alexander

Wir wollen keine Blaupause geben wie diese Super-Prompts auf LinkedIn. Wir sagen: Findet für euch heraus, wo KI am meisten hilft.

Nicola

Ja, und wo die Grenzen sind. In diesem Rausfinden merkt man auch, wo man selbst gut ist. Manchmal denkt man: Das mache ich lieber selber.

Alexander

Das stimmt.

Nicola

Oder nicht?

Alexander

Nein, ich bin begeistert. Das ist ein guter Einwand.

Nicola

Und was auch richtig gut ist – da kommen wir zu unseren Schmankerl der Woche. Ich habe nur Schmankerl dabei.

Alexander

Ich auch tatsächlich.

Nicola

So gut kann Werbung sein. Ich habe etwas von Iceland Air mitgebracht. Die Airline hat sehr witzige Videos gepostet. Im American-Sitcom-Style geht es darum, dass die Bilder von Island nur AI-generated sein können, weil sie zu schön sind, um echt zu sein.

Im nächsten Video ist er dann in Island und wird von einer Einheimischen überzeugt, dass es echtes Wasser ist, kein Blue Screen. Wie bei der Truman Show sagt er immer: „Das kann nicht sein.“ Am Ende wird er gezwungen zuzugeben: Es ist echt.

Alexander

Das ist mega passend zur heutigen Folge und echt lustig.

Nicola

Mega unterhaltsam.

Alexander

Wir sagen so oft: Werbung muss nicht langweilig sein. Oft gibt es viele Entscheidungsebenen, viel Geld wird ausgegeben, und dann soll es ernst wirken. Aber Humor ist einfach lustig.

Nicola

Es spielt auch mit Klischees. Man merkt die amerikanische Perspektive auf Island. Gleichzeitig ist es kreativ und passt zum heutigen Tag, wenn KI-Ära Wort des Jahres ist. Es spielt mit dem Trend. In ein paar Jahren wird man sagen: Zeitgeist, aber jetzt passt es.

Alexander

Ich habe auch was mitgebracht. Es geht um User-Generated-Content. Jemand hat auf X ein historisches Bild der Habsburger gepostet – Maximilian III. von 1580, mit großem Kragen und aufgeplusterten Hosen. Der Kommentar war: „Die Habsburger hatten Stil.“

Nicola

Sieht super bequem aus, was er anhat.

Alexander

Eduard von Habsburg, ein Nachfahre, hat es geshared mit dem Kommentar: „Was meinst du, hatten?“ Genau das ist der Punkt: Humor, Augenzwinkern, eigene Marke aufgegriffen. So simpel und clever kann man mit User-Generated-Content umgehen.

Nicola

Es ist so simpel. Ein historisches Bild wird mit einem kleinen Satz in die Neuzeit gebracht. Sehr schönes Beispiel.

Alexander

Charmant und clever.

Nicola
Ich habe zwei Food-Beispiele. Du darfst entscheiden: California Land oder The Länd, unsere Hometown Baden-Württemberg.

Alexander

Natürlich The Land.

Nicola
Viele wissen vielleicht nicht: Bald ist Landtagswahl. Cem Özdemir ist im Wahlkampfmodus. Nicht aggressiv, eher sympathisch. Er veröffentlicht viele Videos – sehr lustig. Ein Video: Er überlebt einen Tag ohne Butterbrezel. Kommentare: „Ein Leben ohne Butterbrezel ist möglich, aber sinnlos.“ Super sympathisch, trifft einen Nerv.

Alexander

Wir sind Fans von Lokalkolorit im Social-Media-Content.

Nicola

Total. Er spielt bewusst mit Klischees. Clever. In NRW würde es nicht funktionieren, muss es auch nicht. Er will ja hier gewählt werden. KI hilft da nicht – man muss die Trigger der Menschen verstehen. Erfahrung zählt.

Alexander

Genau, Erfahrung.

Nicola

In Interviews spricht er auch so. Bei Caren Miosga sagte er: „Das ist wie ein Trollinger, der zu lang steht.“ Das versteht nur im Ländle jemand – und lacht.

Alexander

Super.

Nicola

Subtil, aber clever. Und zum Thema Schwaben: Ein deutscher Schwabe in Kalifornien hat ein Weingut, backt jeden Tag einen Kuchen. Glass Rose Farm. Sie haben erst vor wenigen Wochen angefangen, jetzt 112.000 Follower. Videos wie „My Dad Bakes a Cake a Day“ haben über eine Million Views. Sehr sympathisch, schwäbisch und kalifornisch zugleich.

Alexander

Das ist super. Muss ich mir anschauen.

Nicola

Ja, guck es dir an. Ein Video hatte über sechs Millionen Views. Respekt. Gut gemacht.

Alexander

Macht mehr schwäbischen Content – bringt Millionen Reichweite.

Nicola

Der Bienenstich hatte zwei Millionen Aufrufe. Mein Lieblingskuchen übrigens. Falls ihr mal mit mir Kuchen essen wollt – Bienenstich geht immer.

Alexander

Ich mag Bienenstich auch.

Nicola

Food Content ist immer noch ein Thema, sehr persönlich gestaltbar. Zum Abschluss: Heute ist eine lange Folge. Warum haben wir so viel geredet?

Alexander

Wir sind bei 40 Minuten. Alle reden über Spotify Wrapped. Es gibt auch Wrapped für Podcasts. Wir haben sehr gute Werte. 40 Follower haben uns als Top-Podcast, Nummer 1. Danke an euch. Wir würden euch gern kennenlernen.

Nicola

Großen Dank. 40 Personen haben uns auf Platz 1. Habt ihr kein anderes Leben? Wenn ihr bis hierher gehört habt, seid ihr wahrscheinlich noch da. Wir freuen uns sehr. Vielleicht packen wir euch alle mal in einen Raum und gehen essen. Und weil ihr so lange zugehört habt: Das Kabuto-Thema steht im Raum. Update, Alex.

Alexander

Unsere 40 Top-Fans wissen: Es geht um eine wertlose Pokémon-Karte. Letzte Woche unter 10 Dollar, jetzt über 10 Dollar. Es gibt eBay-Auktionen im vierstelligen Bereich. Seine Reichweite ist extrem gewachsen, auch Presseberichte. Er versteigert gerade eine Kabuto-Karte bei eBay – über 10.000 Dollar – zugunsten eines Kinderkrebskrankenhauses in Tennessee.

Nicola

Sehr schön. Richtig gut, ein Beispiel für den guten Zweck.

Alexander

Genau. Reichweite aufgebaut und sinnvoll genutzt.

Nicola

Mega interessant, dieses Kabuto-Thema. Bleiben wir dran. Es gibt Wetten auf Kabuto-Karten von 1999, schon bei 2.000 Dollar. Vielleicht hat jemand von euch noch Karten. Schaut mal im Keller. Behaltet sie – vielleicht eine Geldanlage.

Alexander

Genau.

Nicola

Spannendes Thema. Vielen Dank, Alex. Wir hören uns nächste Woche.

Alexander

Ich wünsche dir, dass du dir jetzt einen Bienenstich gönnst.

Nicola

Ja, ich habe jetzt den Druck. Wo finde ich Bienenstich? Danke.

Alexander

Frag die KI.

Nicola

Mach’s gut, wir hören uns. Ciao.

Alexander

Macht’s gut, ciao.





Source link

Weiterlesen

Social Media

KI zum Kuscheln: Warum (noch) nicht alle Creator digitale Haustiere in ihren Feeds zeigen


Gastbeitrag von Thomas ‚pixelschmitt‘ Schmitt

Eine kleine Social-Media-Beobachtung über KI, Persönlichkeit und spielerische Selbstinszenierung

Nicht jede Entwicklung im Social Web beginnt sichtbar. Manche entstehen leise. Sie erscheinen vereinzelt, tauchen wieder auf und bleiben dann als kleines, wiederkehrendes Motiv im Feed bestehen. Genauso verhält es sich mit den digitalen Haustieren, die derzeit bei einigen Creatorinnen und Creatorn zu sehen sind. Es handelt sich nicht um einen Trend im klassischen Sinn, sondern um eine subtile Micro-Bewegung, die viel darüber verrät, wie natürlich KI inzwischen eingesetzt wird.

Das virtuelle und KI-generierte Zebra Pepsi Carola.

Der erste Impuls kam von Lutz Hanus. Während seines Urlaubs erschien in seinen Fotos erstmals ein Zebra. Es war eine unaufgeregte, beiläufige Szene. Das Tier erhielt später den Namen Pepsi Carola. Das Besondere daran war nicht die Technik, sondern die Selbstverständlichkeit, mit der das Zebra in den Bildern auftauchte. Genau das machte die Idee anschlussfähig.

Nach und nach griffen weitere Creatorinnen und Creator diese Form der Inszenierung auf. Nicht als Challenge, nicht als geplantes Format, sondern als persönliche Ergänzung ihrer Inhalte. Daraus entstand ein kleiner Instagram Zoo.

Ein ganzer Zoo aus KI-generierten Tieren.

Der kleine Instagram Zoo

Die Tiere sind keine täglichen Begleiter, aber sie erscheinen konsistent und erzeugen dadurch Wiedererkennung.

Das virtuelle und KI-generierte Capybara Gary.

Spiegelbilder statt Zufallswahl

Auffällig ist, dass die Wahl der Tiere selten zufällig ist. Sie spiegeln auf subtile Weise die Personen dahinter. Bei pixelschmitt wird das besonders deutlich. Mit seinen zwei Metern Körpergröße entschied er sich bewusst für eine Giraffe, um ein visuelles Echo seiner eigenen Statur zu setzen. Die Giraffe erscheint daher als kleine, humorvolle Erweiterung seiner eigenen Präsenz.

Die virtuelle KI-generierte Giraffe Gisela.

Ganz im Gegenteil dazu Lutz Hanus, der bei seiner Urlaubsschnaps-Idee überlegte, was das abstruseste Tier ist, auf das man auf Kreta treffen kann: Logisch, ein Zebra. 

Und die Geschichte zum Tier hat er direkt mitentwickelt: “Pepsi-Carola hat ihre Wurzeln in Ostindien, ist aber auf Kreta geboren. Ihre Urgroßeltern kamen einst aus Ostindien als Gastarbeiter nach Kreta. Sie ist ne kleine Party-Maus. Wir haben uns direkt angefreundet, sie möchte jetzt mit nach Deutschland…”

Es folgte eine gemeinsame Flugreise, gemeinsame Konferenzbesuche und uvm.: Alle “Auftritte” von Pepsi Carola gibt´s auch hier auf Instagram zum Nachschauen.

Auch bei den anderen Creatorinnen und Creatorn wird sichtbar, dass die Tiere als zusätzliche Ebene der Selbstinszenierung funktionieren. Sie dienen als visuelle Marker und sorgen für einen Wiedererkennungseffekt, ohne die Inhalte zu dominieren.

Warum die Bilder funktionieren

Digitale Tiere erzeugen sofort Aufmerksamkeit und wirken gleichzeitig unaufdringlich. Sie bringen Leichtigkeit in den Feed, ohne den Anspruch an professionellen Content zu mindern. Gleichzeitig machen sie KI verständlich und zeigen, wie einfach sie sich in alltägliche Szenen integrieren lässt.

In manchen Situationen übernehmen die Tiere sogar eine kleine zusätzliche Rolle. Wenn pixelschmitt beispielsweise während langer oder verspäteter Bahnfahrten postet, taucht die Giraffe häufig mit auf. In diesen Momenten wirken die Tiere fast wie kleine Emotional Support Animals. Sie bieten einen humorvollen Kontrast zu Situationen, die sonst eher nüchtern wären. Bei Lutz Hanus ist es oft so, dass sie das alltäglich Erlebte um eine humoristische, ironische Komponente erweitern. Schließlich erlebt die Neubürgerin Pepsi-Carola vieles zum ersten Mal.

Das KI-generierte Zebra Pepsi-Carola eingefügt in ein echtes Foto von einer Konferenz.

Die Rolle von KI-Tools wie Higgsfield.ai

Dass solche Bilder überhaupt so regelmäßig auftauchen, liegt auch an der inzwischen technischen Niedrigschwelligkeit. Die Tiere entstehen per Prompts in ChatGPT oder Gemini. Plattformen wie Higgsfield.ai ermöglichen die Integration der Tiere mit wenigen Klicks. Ein Foto reicht aus, die App setzt das Tier realistisch in die Szene.

Früher wären dafür umfangreiche Kenntnisse in diversen Spezialprogrammen und viel Zeit nötig gewesen, funktioniert das Ganze heute mit einem einfachen Prompt in wenigen Minuten. Dadurch wird KI nicht zu einem separaten Tool, sondern zu einem alltäglichen Bestandteil kreativer Arbeit.

Ein kleines Phänomen mit klarer Botschaft

Der kleine Instagram Zoo ist (noch) keine große Bewegung. Er zeigt jedoch, wie spielerisch und unkompliziert KI in persönlichen Content integriert werden kann. Er steht für einen Umgang, der nicht technikzentriert ist, sondern kreativ und menschlich.

Ein Zebra wie Pepsi Carola, ein Alpaka, eine Giraffe, ein Hirsch und ein Capybara verdeutlichen, wie leicht KI persönliche Geschichten erweitern kann.





Source link

Weiterlesen

Beliebt