Künstliche Intelligenz
Fensterputzroboter Hutt 10 im Test: fast streifenfrei dank Trockentuch
Der Fensterputzroboter Hutt 10 überrascht mit einem ungewöhnlichen Zwei-Tuch-System und erstaunlich guten Wischergebnissen.
Der Hutt 10 hebt sich deutlich von der Masse der Fensterputzroboter ab. Während die meisten Konkurrenten auf eckige Designs mit einem einzelnen Wischtuch setzen, geht der chinesische Hersteller einen anderen Weg: Ein ovales Gehäuse mit zwei unterschiedlichen Wischtüchern – einem runden vorne und einem eckigen hinten.
Mit einem Preis von 299 Euro liegt der Hutt 10 im mittleren Preissegment. Die Kombination aus 6500 Pa Saugkraft und dem ungewöhnlichen Zwei-Tuch-System macht neugierig. Ob er die Erwartungen erfüllen kann, zeigt sich im Test. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.
Design: Wie gut ist die Verarbeitung des Hutt 10?
Mit 3,03 kg Gewicht und Maßen von 29,5 x 8,5 cm wirkt der Hutt 10 kompakt und handlich. Das weiße Kunststoffgehäuse fühlt sich stellenweise dünn an, übersteht aber Stürze problemlos – unser Testgerät überlebte einen versehentlichen Absturz von der Wandheizung unbeschadet, auf der wir ihn abgelegt hatten.
Die ovale Form unterscheidet sich deutlich von eckigen Konkurrenzmodellen. Vorne arbeitet ein rundes, motorisiertes Wischtuch, hinten ein rechteckiges Trocknungstuch. Ein einzelner Riemen-Raupenantrieb sorgt für die Fortbewegung.
Der 80-ml-Wassertank reicht für normale Fenstergrößen aus. Zwei seitliche Öffnungen versprühen die Reinigungsflüssigkeit gleichmäßig. Ein 500-mAh-Notfall-Akku hält den Roboter bei Stromausfall bis zu 30 Minuten an der Scheibe. Das 4,5 Meter lange Sicherheitsseil bietet zusätzlichen Schutz vor Abstürzen.
Einrichtung: Wie schnell ist der Hutt 10 betriebsbereit?
Die Inbetriebnahme gestaltet sich denkbar einfach. Die Wischtücher sind bereits vormontiert – man muss lediglich den 80-ml-Wassertank mit Reinigungsflüssigkeit befüllen. Hierfür eignet sich im besten Fall destilliertes Wasser mit einem Spritzer Glasreiniger oder spezielles Fensterputzroboter-Reinigungsmittel. Der Tank lässt sich von der Oberseite aus befüllen und mit einem Gummipfropf verschließen.
Das Sicherheitsseil ist neben dem Stromkabel am Roboter befestigt und sollte immer an einem stabilen Punkt des Fensters fixiert werden – etwa am Fenstergriff, einem Haken oder an der Wandheizung. Nach dem Anschließen des Stromkabels ist der Roboter sofort einsatzbereit. Eine App-Verbindung gibt es nicht – der Hutt 10 arbeitet autonom oder lässt sich per mitgelieferter Fernbedienung über das Fenster steuern. Neben der Fernbedienung, die die Funktionen Start, Stopp und manuelle Steuerung bei Bedarf ermöglicht, gibt es einen einzelnen Powerbutton. Ein langer Knopfdruck startet oder stoppt die Ansaugung, eine kurze Betätigung startet oder pausiert die Reinigungsfahrt.
Navigation: Wie gut erkennt der Hutt 10 Ecken & Kanten?
Der Hutt 10 navigiert anders als die meisten Konkurrenten. Er nutzt das motorisierte runde Wischtuch in Kombination mit dem Raupenantrieb zur Fortbewegung. Zunächst dreht er sich seitlich, fährt zur oberen Fensterkante und tastet diese sanft ab. Dann arbeitet er sich systematisch in horizontalen Bahnen nach unten. Dabei hat er auch mit unseren fast rahmenlosen Bürofenstern keine Probleme – andere Modelle setzten hier bereits auf den niedrigen Fensterkanten auf und hingen dort fest.
Die Kantenerkennung funktioniert zuverlässig durch sanftes Anstoßen. Das runde Wischtuch reicht über die Seitenkanten hinaus und reinigt diese gründlich. Problematisch sind die Ecken – die runde Form erreicht diese nicht vollständig. Nach der Flächenreinigung fährt der Roboter nochmals die Kanten ab und stoppt mit einem langen Piepton an der unteren Kante, nicht aber am exakten Ausgangspunkt.
Reinigung: Wie gut wischt der Hutt 10?
Die Reinigungsleistung überzeugt im Test. Das Zwei-Tuch-System zeigt seine Stärken: Während das vordere runde Wischtuch den Schmutz löst und aufnimmt, trocknet das hintere eckige Tuch die Scheibe sofort nach. Diese Methode reduziert Streifenbildung deutlich effektiver als bei Konkurrenzmodellen, die nur mit einem Tuch arbeiten. Komplett streifenfrei wird die Scheibe zwar nicht, aber der Hutt 10 kommt diesem Ideal sehr nahe.
Besonders bei kalkhaltigem Wasser macht sich der Unterschied bemerkbar – wo andere Roboter deutliche Kalkspuren hinterlassen, bleiben beim Hutt 10 nur minimale Rückstände. Die Reinigungsflüssigkeit wird großzügig und häufig aus beiden seitlichen Düsen versprüht. Normale Verschmutzungen wie Fingerabdrücke, Staub und leichte Wasserflecken entfernt der Roboter mühelos. Bei hartnäckigen Verschmutzungen wie eingetrocknetem Vogelkot muss er mehrfach über die Stelle fahren, hier empfiehlt sich manuelle Vorarbeit. Die Kanten werden gründlich gereinigt, nur die Ecken bleiben durch die runde Pad-Form unberührt und müssen manuell nachgewischt werden.
Mit 66 dB(A) arbeitet der Roboter vergleichsweise leise – es gibt deutlich lautere Modelle mit geringerer Saugkraft. Das direkte Nachtrocknen durch das zweite Tuch verhindert, dass Reinigungsflüssigkeit lange auf der Scheibe verbleibt und dort eintrocknet.
Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der Hutt 10?
Der Hutt 10 arbeitet kabelgebunden und benötigt daher keine Akkuladung. Das Stromkabel muss während des gesamten Reinigungsvorgangs angeschlossen bleiben. Der integrierte 500-mAh-Notfall-Akku dient ausschließlich der Sicherheit: Bei Stromausfall hält er die Saugkraft bis zu 30 Minuten aufrecht, damit der Roboter nicht von der Scheibe fällt. Diese Lösung hat Vor- und Nachteile: Einerseits entfällt das Laden und die Arbeitszeit ist unbegrenzt, andererseits schränkt das Kabel die Flexibilität ein. Für normale Fenstergrößen reicht die Kabellänge problemlos aus.
Preis: Was kostet der Hutt 10?
Aktuell kostet der Hutt 10 rund 299 Euro bei Amazon.
Fazit
Der Hutt 10 überrascht mit seinem unkonventionellen Ansatz und sehr guten Reinigungsergebnissen. Das Zwei-Tuch-System mit Wischen und direktem Nachtrocknen reduziert Streifenbildung erheblich besser als die meisten Konkurrenten – auch wenn er nicht komplett streifenfrei arbeitet. Die 6500 Pa Saugkraft sorgt für sicheren Halt, die systematische Navigation für gründliche Flächenreinigung.
Schwächen zeigt der Roboter bei der Eckenreinigung und der Pad-Demontage, die unnötig kraftaufwendig ist. Das fehlende App-Feature mag moderne Nutzer stören, über die Fernbedienung lässt er sich aber auch von Hand steuern. Für 299 Euro erhalten Käufer einen zuverlässigen Fensterputzroboter mit fast streifenfreier Wischleistung, der sich besonders für Haushalte mit kalkhaltigem Wasser eignet.