Künstliche Intelligenz

Fight Club im 4K-Heimkinotest: Looksmaxing für Tyler Durden


Fight Club gehört zu den einflussreichsten Filmen der 1990er Jahre. Er sicherte den Kultstatus des damals aufstrebenden Autors Chuck Palahniuk, des Regisseurs David Fincher und der beiden Protagonisten Edward Norton und Brad Pitt. Aber kaum ein Film wurde so missverstanden: Es geht nicht nur um halbnackte Männer, die sich gegenseitig die Fresse polieren, sondern um ihre existenzielle Krise: Sie hatten materiell alles, was man kaufen konnte, und waren trotzdem frustriert.




Ob Blockbuster oder Klassiker: Jenseits der Streaming-Dienste blüht das Geschäft mit hochwertigen Film-Restaurationen, die in 4K auf UHD Blu-rays veröffentlicht werden. Woche für Woche testen wir die interessantesten Discs, decken Hintergründe zur Produktion und inhaltliche Besonderheiten auf und vergleichen die Bild- und Tonqualität der Discs und Streams.

Mit flotten Sprüchen stellte der Film eine vordergründige Diagnose einer inhaltsleeren Konsumkultur. Die von Brad Pitt verkörperte Hauptfigur Tyler Durden wurde zur Gallionsfigur der Memes des aufstrebenden Internets. In ihrer verkürzten Form huldigten sie Tyler, ließen dabei jedoch die eigentliche Kritik des Autors an Tylers Bewegung unter den Tisch fallen. Mit verantwortlich war die Hyperästhetisierung des Films im Stil damals moderner Werbeclips. Die angebliche Rebellion gegen die Konsumgesellschaft wurde selbst zum Hochglanzprodukt.

27 Jahre später hat Regisseur David Fincher den Film nun aufwendig in 4K restauriert und auf Ultra HD Blu-ray (UHD) neu veröffentlicht. Dabei hat er es nicht nur bei leichten Polituren belassen, sondern Gesichter und Szenen digital nachbearbeitet. In diesem ausführlichen Test gehen wir nicht nur auf diese Änderungen und Bildoptimierungen von Fincher im Detail ein, sondern klären vorab auch die Diskrepanz zwischen der Rezeption der Fan-Gemeinde im Netz und der Intention des Autors Chuck Palahniuk, der die Geschichte 2015 und 2020 in zwei Graphic Novels fortsetzte. Unser Vergleich mit der Blu-ray Disc und der Streaming-Version zeigt zudem, ob Finchers digitale Nachbearbeitung dem Zeitgeist des Films gerecht wird oder ihn konterkariert.


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