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Führende Mitarbeiterin bei OpenAI: Fidji Simo tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück

Die bisherige Leiterin der Produkt- und Geschäftsbereiche Fidji Simo tritt aus gesundheitlichen Gründen von ihrem Posten bei OpenAI zurück. Mit ihr verliert das Unternehmen eine seiner wichtigsten Führungskräfte in der Vorbereitung auf einen möglichen Börsengang. Künftig will Simo OpenAI nur noch als Beraterin unterstützen.
Krankheit bereits seit April öffentlich
Bereits im April dieses Jahres hatte Fidji Simo die Belegschaft darüber informiert, sich aus gesundheitlichen Gründen für mehrere Wochen aus dem aktiven Geschäft zurückzuziehen. Gleichzeitig machte sie ihre Erkrankung am Posturalen Orthostatischen Tachykardiesyndrom (POTS) öffentlich. Dabei handelt es sich um eine chronische Fehlfunktion des autonomen Nervensystems, die durch einen ungewöhnlich starken Anstieg der Herzfrequenz beim Aufrichten oder Stehen gekennzeichnet ist. Die Erkrankung gilt zwar nicht als lebensbedrohlich und beeinflusst auch die Lebenserwartung nicht, geht jedoch mit erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität einher, da der Körper die Durchblutung gegen die Schwerkraft nicht mehr ausreichend regulieren kann.
Nach eigenen Angaben hat sich ihr Gesundheitszustand während der medizinischen Auszeit jedoch weiter verschlechtert, sodass ihre Genesung deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen werde als zunächst erwartet. Aus diesem Grund werde sie ihre Vollzeitfunktion bei OpenAI endgültig aufgeben und nicht mehr in ihre bisherige Position zurückkehren. Dem Unternehmen wolle sie allerdings weiterhin in einer beratenden Rolle zur Seite stehen.
In wenigen Monaten bereits Zahlreiches bewegt
Vor ihrem Wechsel zu OpenAI war Simo Vorstandsvorsitzende des Lieferdienstes Instacart und führte das Unternehmen 2023 erfolgreich an die Börse. Zuvor war sie mehr als zehn Jahre für Meta tätig und verantwortete dort unter anderem die Facebook-App. 2024 trat sie zunächst dem Verwaltungsrat von OpenAI bei, bevor sie im Mai 2025 auf Wunsch von CEO Sam Altman die Leitung der Produkt- und Geschäftsbereiche übernahm und damit zur zweitwichtigsten Führungskraft des Unternehmens aufstieg. Sie entlastete Altman bei zahlreichen operativen Aufgaben und verantwortete unter anderem die Bereiche Finanzen und Vertrieb.
Während ihrer vergleichsweise kurzen Zeit bei OpenAI stieß Simo mehrere wichtige Initiativen an. So war sie maßgeblich an der Einführung von Werbeanzeigen innerhalb von ChatGPT sowie neuer Funktionen wie der KI-gestützten Gesundheitsberatung beteiligt. Zudem leitete sie die Entwicklung einer auf Programmierung ausgerichteten KI-Plattform für Unternehmen. Gleichzeitig zeichnete Simo aber auch für die Einstellung der KI-Videoplattform Sora verantwortlich.
Mit ihrem Weggang entsteht bei OpenAI eine bedeutende Lücke in der Führungsebene. Branchenbeobachter gingen zudem davon aus, dass Simo nach einem möglichen Börsengang eine noch wichtigere Rolle innerhalb des Unternehmens übernehmen werde.
Position soll zunächst nicht neu besetzt werden
Nach Simos Ausscheiden sollen ihre bisherigen Aufgaben auf mehrere Führungskräfte verteilt werden. Präsident Greg Brockman soll einen wesentlichen Teil ihrer Zuständigkeiten übernehmen. Finanzchefin Sarah Friar und Strategiechef Jason Kwon erhalten ebenfalls zusätzliche Verantwortungsbereiche. Vertriebschefin Denise Dresser wird künftig direkt an Brockman berichten.
Entscheidung ist Simo schwer gefallen
In einer Mitteilung an die Belegschaft beschreibt Simo ihre Entscheidung als eine der schwierigsten ihrer Laufbahn. Letztlich habe ihr Gesundheitszustand ihr jedoch keine andere Wahl gelassen. In einem Beitrag auf dem Kurznachrichtendienst X erklärte sie zudem, viele Menschen hätten ihre Auszeit als mutige Entscheidung bezeichnet. Tatsächlich habe sie diesen Schritt nach eigener Aussage jedoch viel zu lange hinausgezögert und ihre Gesundheit nicht früh genug an erste Stelle gesetzt.
Rückzug erfolgt für OpenAI zu einem ungünstigen Zeitpunkt
Der Rückzug von Fidji Simo markiert den jüngsten Wechsel auf der Führungsebene von OpenAI und kommt für das Unternehmen zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der KI-Spezialist befindet sich nicht nur in einer wichtigen Wachstumsphase, sondern bereitet sich zugleich auf einen möglichen Börsengang vor. Gleichzeitig versucht OpenAI, seine Position im Geschäftskundensegment gegenüber dem Konkurrenten Anthropic weiter auszubauen.