Künstliche Intelligenz
Für 8,2 Milliarden Euro: Micron baut japanische Chipfabrik aus
Am vergangenen Samstag fand im japanischen Hiroshima der symbolische erste Spatenstich für Microns Erweiterung der dortigen Chipfabrik des Unternehmens statt. Micron hatte den Standort 2012 übernommen, als mit Elpida der letzte japanische DRAM-Hersteller zahlungsunfähig wurde. Jenes Unternehmen war in den 1990er Jahren von NEC und Hitachi als Joint-Venture gegründet worden.
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In der Micron-Fab in Hiroshima stellt die Firma nur High-Bandwidth-Memory (HBM) her, die ersten derartigen Chips des Unternehmens kamen aus jener Fabrik. Auf die vor allem für KI-Beschleuniger benötigten HBM-Speicherstapel ist auch die Erweiterung des Standorts ausgerichtet. Dass durch die erwartete höhere Verfügbarkeit von HBM am Weltmarkt andere Werke wieder mehr konventionelles DRAM herstellen und dadurch die Preise etwa für DDR5-DIMMs sinken, ist nicht zu erwarten. Vor kurzem hatte Micron 16 langfristige Verträge mit seinen Großkunden geschlossen, die das hohe Preisniveau bis Ende 2030 sichern sollen.
Ein Drittel zahlt der Staat
Die Erweiterung der japanischen Chipfabrik soll insgesamt 1,5 Billionen Yen kosten, umgerechnet rund 8,2 Milliarden Euro. 500 Milliarden Yen, und damit ein Drittel davon, übernimmt das japanische Wirtschaftsministerium laut einem Bericht von Bloomberg. Bei der Zeremonie in Hiroshima lud Wirtschaftsminister Ryosei Akazawa auch andere Chiphersteller ein, sich verstärkt in Japan anzusiedeln. Das Land würde dafür „alles, was möglich ist“ tun. Die Förderung von Chipfabriken, die in der Regel über Jahrzehnte Produktion und Arbeitsplätze sowie Zulieferbetriebe sichern, ist international üblich. Ein Drittel der Kosten vom Staat zu verlangen, ist dabei ein gebräuchlicher Anteil.
Neben dem Standort in Hiroshima baut Micron derzeit auch seine Chipfabriken in den USA aus, und zwar in Boise (Idahoe) und Syracuse (New York). Auch die beiden anderen großen DRAM-Hersteller, Samsung und SK Hynix aus Südkorea, bauen oder erweitern derzeit ihre Halbleiterwerke. Zusammen mit Micron stellen die genannten Unternehmen rund 90 Prozent des gesamten weltweit produzierten DRAMs her.
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(nie)