Digital Business & Startups
Funding Landscape: Ein Jahr der Neuorientierung
Europa hat in den vergangenen Jahren eine Dichte an Herausforderungen erlebt: Pandemie, geopolitische Spannungen, Energie- und Inflationsschocks, fragile Lieferketten und eine Wirtschaft, die besonders in Deutschland spürbar an Dynamik verloren hat. Bei unseren Startup-Kunden erlebe ich, wie stark diese Gemengelage Finanzierungsprozesse und Entscheidungszyklen beeinflusst. 2026 könnte das Jahr sein, in dem sich dieses Umfeld etwas beruhigt – nicht als neuer Boom, sondern als Phase der Neuorientierung. Die Frage lautet für Gründer:innen daher weniger, wie viel Kapital fließen könnte, sondern unter welchen Bedingungen Finanzierungen zustande kommen.
In Gesprächen zwischen Startups und Investor:innen zeigt sich: Der Markt wirkt vorsichtig, aber nicht verschlossen. Kapital könnte 2026 selektiv fließen – in einem Ökosystem, in dem Technologie, Anwendung und Industrie oft eng miteinander verbunden sind.
Technologie trifft Anwendung: Europas struktureller Vorteil
Europa ist kein klassischer Software-only-Markt. Innovation entsteht dort, wo Technologie auf reale Prozesse trifft – etwa in Energie, Gesundheit, Mobilität und Sicherheit. Viele Investor:innen, mit denen ich spreche, achten zunehmend darauf, ob Geschäftsmodelle in diesen Strukturen anschlussfähig sind. 2026 könnte deshalb ein Jahr werden, in dem jene Modelle im Vorteil sind, die sich in europäische Realitäten einfügen.
Resilienz als stiller Faktor in Investmententscheidungen
Seit 2022 fließen geopolitische und wirtschaftliche Abhängigkeiten stärker in die Betrachtungen von Investor:innen ein. Es geht dabei vor allem um Resilienz: die Frage, wie abhängig zentrale Geschäftsmodelle von globalen Lieferketten, Energiepreisen oder ausländischen Technologien sind – das betrifft Bereiche wie KI, Energie, Gesundheit, oder Infrastruktur.
Sie führt nicht automatisch zu mehr Finanzierung, könnte aber beeinflussen, welche Geschäftsmodelle Kapital erhalten. Startups, die an Schnittstellen zur Industrie arbeiten oder technologische Grundfunktionen stärken, könnten davon profitieren.
Industrienahe Partnerschaften als Alternative oder Ergänzung zur klassischen VC-Logik
Viele technologisch anspruchsvolle Modelle benötigen Anwender, Pilotkunden oder Co-Development-Partner – Strukturen, die in Europa zahlreich existieren. Industriepartnerschaften könnten für viele Startups wichtiger werden als maximale Kapitalintensität, denn sie ermöglichen früheres Feedback, erhöhen die Glaubwürdigkeit und reduzieren das Risiko in der Skalierung. Für manche Modelle könnte die Kombination aus industrieller Nachfrage und moderatem Kapital sogar sinnvoller sein als eine schnelle VC-Runde.
Was Gründer:innen sich 2026 weniger leisten dürfen
- Unklare Markt Erzählungen
Teams, die nicht präzise erklären können, warum ihr Modell in Europa funktioniert, verlieren oft schneller die Aufmerksamkeit von Investor:innen als solche mit noch offenen Punkten.
- Fehlende Priorisierung
In einem Umfeld mit begrenztem Kapital wirken Pläne überzeugender, die realistisch zeigen, was in den nächsten 12 bis 18 Monaten erreichbar ist, und warum gerade diese Schritte relevant sind.
- Überraschungen in der Due Diligence
Nicht jede Zahl muss stimmen. Aber Überraschungen, die zeigen, dass man die eigenen Treiber nicht kennt, sind schwerer zu kompensieren als jede Unschärfe in einem Forecast.
Worauf Investor:innen 2026 in der Due Diligence besonders achten
In der Due Diligence erlebe ich selten, dass alles an einzelnen Problemen scheitert. Häufig entsteht Reibung, wenn ein Unternehmen ein Bild vermittelt, das später nicht zu halten ist. Drei beobachtbare Themen spielen dabei regelmäßig eine Rolle:
- Inkonsistente Umsatz- und Leistungsdaten
Entscheidend ist nicht die absolute Höhe der Kennzahlen, sondern deren Nachvollziehbarkeit. Wenn Vertrieb, Delivery und Rechnungsstellung nicht eindeutig zusammenpassen oder Kennzahlen wie ARR unterschiedlich definiert werden, entstehen Lücken in der „Quality of Earnings“, die zu Rückfragen führen. Sinnvoll sind dabei klare Definitionen zentraler Kennzahlen, einheitliche Reporting-Standards, regelmäßige Abstimmungen und eine „Single Source of Truth“, auf die alle Teams zugreifen.
- Dokumentation als Grundlage, nicht als Kür
Ein unvollständiger Datenraum ist selten das Problem. Problematisch wird es, wenn Unterlagen kein konsistentes Bild ergeben und Entscheidungen nicht nachvollziehbar dokumentiert sind. Investor:innen gehen nicht davon aus, dass alles perfekt ist, aber sie erwarten, dass das Bild kohärent bleibt. Es lohnt sich also, früh eine klare Struktur im Datenraum zu pflegen, in der zentrale Verträge, KPIs und Entscheidungsgrundlagen nachvollziehbar abgelegt sind.
- Forecast-Kompetenz statt Forecast-Perfektion
Annahmen müssen nicht exakt sein. Kritischer ist es, wenn ein Team von den eigenen Zahlen überrascht wird oder Dokumente unkommentiert teilt, ohne zu zeigen, welche Überlegungen dahinterstehen. Für Investor:innen ist es ein Warnsignal, wenn sie auf Aspekte hinweisen müssen, die im Unternehmen eigentlich vertraut sein sollten. Teams können dem vorbeugen, indem sie regelmäßig Plan-Ist-Abgleiche durchführen und ihre Forecasts mit den zugrunde liegenden Annahmen kommentieren.
Abseits klassischer VC-Runden: Diese Modelle sollten Gründer:innen kennen
Wer seine Zahlungsströme nicht versteht, hat kaum Spielraum für externe Finanzierung. Kennzahlen wie DSO (Days Sales Outstanding), DPO (Days Payable Outstanding) und DIO (Days Inventory Outstanding) zeigen, wie schnell Geld ins Unternehmen hinein- und herausfließt, und damit auch, wie viel Kapital tatsächlich verfügbar ist. Auf dieser Grundlage könnten 2026 verschiedene Finanzierungsbausteine in einer sinnvollen Reihenfolge kombiniert werden:
- Operatives Fundament & Working Capital
Zuerst sollten Zahlungsziele, Lagerbestände und Forderungsmanagement stabil sein. Je transparenter und planbarer der Cashflow, desto größer der Spielraum für externe Finanzierung.
- Öffentliche Mittel
Dazu gehören Förderkredite, Bürgschaften und Zuschüsse von Förderbanken oder Programmen. Sie können frühe Wachstumsphasen begleiten und sind oft günstiger als rein private Finanzierung.
- Industrienahe Modelle
- Vendor Finance: Lieferanten finanzieren einen Teil der Investition oder gewähren längere Zahlungsziele.
- Factoring: Offene Forderungen werden an einen Finanzierungspartner verkauft, um schneller Liquidität zu erhalten.
- Fine Trading: Ein Intermediär kauft Waren beim Lieferanten und räumt dem Startup längere Zahlungsziele ein.
- Umsatznahe und fremdkapitalähnliche Modelle
- Revenue-basierte Finanzierung: Rückzahlung erfolgt als Anteil am laufenden Umsatz, nicht in starren Raten.
- Venture Debt: Fremdkapital, das stärker auf Wachstum und bestehende Investor:innen schaut als auf klassische Sicherheiten.
Klassische Bankfinanzierungen bleiben im Startup-Kontext meist theoretisch, weil sie sich stärker am EBITDA und an Sicherheiten orientieren als an reinen Wachstumsperspektiven.
2026 als Jahr der Differenzierung
Aus meinen Beobachtungen und Gesprächen heraus spricht vieles dafür, dass 2026 ein Jahr der Differenzierung wird: kein breiter Aufschwung, aber ein Umfeld, in dem Geschäftsmodelle, die sich an europäischen Realitäten orientieren, bessere Chancen haben. Das bedeutet nicht, dass jedes Startup profitieren wird. Aber es könnte heißen, dass jene Modelle sichtbarer werden, die ihre Wirkung dort entfalten, wo Europa strukturelle Stärken besitzt.
Eine Finanzierungsrunde bleibt dabei ein Werkzeug, kein Ziel. Entscheidend ist, wie klar ein Team benennen kann, welchen Beitrag es leisten will und welche nächsten Schritte realistisch sind. Europa braucht dafür Unternehmertum, das nah an echten Problemen und Märkten arbeitet: ambitioniert, aber geerdet.
Über den Autor
Kolja Heskamp ist Co-Founder und Managing Partner von torq.partners und arbeitet seit Jahren als (Interims-)CFO an der Seite wachstumsstarker (Tech-)Startups. In über 200 Mandaten – von Early Stage bis Scale-up – hat er gesehen, warum Finanzierungsrunden scheitern oder durchgehen und wie sich Teams darauf vorbereiten können. Zusätzlich lehrte er im MBA-Programm der Hochschule Bonn das Modul „Finance in Early-Stage Startups“.
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Silicon Valley jetzt MAGA-Land? „Amerika muss gewinnen“ – Top-Investor
Die News war gewaltig: Am 9. Januar verkündete der US-VC Andreessen Horowitz (A16z) 15 Milliarde US-Dollar geraist zu haben. 15 Milliarden Dollar – diese Summe ist unerhört. A16z selbst schreibt, dass das in etwa 25 Prozent dessen entspräche, was 2025 im gesamten amerikanischen Venture Capital Markt geraist worden ist. Die Summe soll sich in unterschiedlicher Größe auf fünf Growth- und Venture-Funds verteilen.
Insgesamt verwaltet die Firma jetzt 90 Milliarden USD Assets under Management. A16z hat damit Sequoia Capital überboten (56 Milliarden USD) und General Catalyst (43 Milliarden USD) weit hinter sich gelassen. Lightspeed hatte 2025 neun Milliarden eingesammelt, Thiel’s Founders Fund knapp fünf Milliarden – Peanuts dagegen. Nur SoftBank spielt in der gleichen Liga, die hatte mit dem 100-Milliarden-„Vision Fund“ 2017 alle Rekorde gebrochen.
Zählten Marc Andressen und Ben Horowitz nicht längst schon zu den einflussreichsten Menschen des Silicon Valley und der Tech-Szene, tun sie es jetzt mit dieser Firepower auf jedem Fall.
Der Inhalt ist das eine, der Ton der Nachricht das andere
Während die Nachricht der neuen Riesenfonds also mit einem lauten Knall einschlug, war es ein Unterton der Bekanntgabe, der leise nachhallte: Gründungspartner Ben Horowitz schrieb einen offenen Brief, dessen Tonalität für eine Pressemitteilung als mindestens ungewöhnlich empfunden werden kann.
Er schreibt: „In dieser Zeit großer technologischer Chancen ist es für die Menschheit von grundlegender Bedeutung, dass Amerika gewinnt.“ Und weiter: „Wenn Amerika technologisch nicht gewinnt, wird es wirtschaftlich, militärisch, geopolitisch und kulturell verlieren. Und die ganze Welt wird ebenfalls verlieren.“
Immer schon hätten die USA Menschen die Chance gegeben, etwas aufzubauen. In dieser Tradition sähe sich auch der Investor: Man wolle Menschen, also: Gründern, ermöglichen, etwas zu erschaffen, dass größer ist, als sie selbst.
Und zwar in den USA: „Als amerikanischer Marktführer im Bereich Risikokapital liegt das Schicksal neuer Technologien in den Vereinigten Staaten auf unseren Schultern“, schreibt der Investor. „Unsere Mission ist es, sicherzustellen, dass Amerika die nächsten 100 Jahre der Technologie für sich entscheidet.“ Das begänne damit, dass die USA sich „Schlüsseltechnologien der Zukunft“ sichern müsse, KI und Crypto. Es gehe weiter mit der Anwendung dieser Technologien in Biologie, Gesundheit, Bildung und Unterhaltung. „Und es gipfelt darin, dass die amerikanische Regierung diese Technologien einsetzt, um die amerikanischen Interessen zu verteidigen und voranzubringen.“
Insbesondere liegt ihm im Ringen um die globale Tech-Vorherrschaft am Herzen, gegen den Konkurrenten China zu gewinnen.
Nähe zur Trump-Administration nicht neu
Es sind markige Worte und es klingt alles sehr politisch – für einen Private Capital Investor allemal. Andererseits weiß man ja längst um die Nähe der Trump-Regierung zu den Tech-Bros aus dem Silicon Valley. Diejenigen, die bei seiner Amtseinführung klatschend in der ersten Reihe standen. Und jene – größtenteils dieselben – die zum Dinner im Weißen Haus geladen waren.
Und im speziellen Fall von A16z: Es gibt einige nachweisliche Verbindungen des VCs zur Trump Administration. Marc Andreessen und Ben Horowitz haben 2024 beiden Trumps Wahlkampft mit Spenden unterstützt (wenngleich Horowitz wenig später auch an Kamala Harris gespendet hat). Außerdem sind zwei ehemalige Partner von A16z in der Trump-Regierung tätig: Scott Kupor ist Direktor des United States Office of Personnel Management, während Sriram Krishnan nun als Senior White House Policy Advisor on Artificial Intelligence fungiert.
Und auch eine ideologische Nähe zum Trump-Lager könnte man, wenn man ein bisschen zurückschaut, in gewisse Handlungen der Silicon Valley Investoren hineininterpretieren. So haben Marc Andressen und Peter Thiel etwa immer wieder gemeinsam investiert (z.B in Meta, Strips und Linkedin) – auch in die 2019 vom heutigen Vizepräsidenten JD Vance (Ex-Mitarbeiter von Peter Thiel) gründeten Investment-Fonds Narya Capital.
Und doch lässt das Announcement aufhorchen. Ist das also der neue Ton in der US-amerikanischen Tech-Szene? Sind alle Masken gefallen, ist das Silicon Valley jetzt MAGA-Land?
Julian Heißler hat als USA-Korrespondent lange über die dortige Tech-Branche berichtet und beobachtet, wie die Führenden aus diesem Segment mehr und mehr Einfluss auf die Politik bekommen. Im Herbst vergangenen Jahres ist sein Buch dazu erschienen: „Amerikas Oligarchen. Geld, Macht und der Zerfall der Demokratie. Wie Elon Musk, Jeff Bezos und das Großkapital die Spaltung der USA befördern“. Wir haben mit ihm über den A16z-Brief gesprochen.
Julian, du warst mehr als sieben Jahre lang USA-Korrespondent der Wirtschaftswoche und kennst das Silicon Valley und die Player dort sehr gut. Hat dich der Ton dieses Briefs überrascht?
Julian Heißler: Nein, eigentlich nicht. Das ist genau die Argumentationslinie, die gerade funktioniert: Amerika soll überall gewinnen. Und dass gerade Andreessen Horowitz sich da einreihen, passt gut ins Bild.
Wie das? In deinem Buch „Amerikas Oligarchen“ beschreibst du, dass Marc Andreessen seit Jahren eine Nähe zum libertären Denken des Peter Thiel-Dunstkreises hegt. Aber war das immer schon so offen gelebt? Oder verändert sich das Valley gerade, werden da gewisse Dinge sagbarer?
Julian Heißler: Scheint so, ja. Die offene Unterstützung für den Trump- und America-First-Kurs hat bei der ersten Wahl 2016 nur Peter Thiel gezeigt. Die anderen mögen es vielleicht gedacht haben, aber sie haben es nicht gesagt. Jetzt positionieren sich immer mehr Tech-Unternehmer öffentlich. Das liegt meiner Meinung nach daran, dass das gesellschaftliche Klima so ist, dass Trump-Unterstützung als akzeptabel gilt oder man zumindest keine Nachteile dadurch fürchten musste.
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+++ Futury Capital +++ Dr. Hans Riegel Holding +++ Haribo +++ Mecklenburg-Vorpommern +++ LAP Coffee +++
#StartupTicker
+++ #StartupTicker +++ Futury Capital schließt dritten Fonds (47 Millionen) +++ So setzt Haribo-Mitgesellschafter Dr. Hans Riegel Holding auf Startups +++ Startups sind in Mecklenburg-Vorpommern Mangelware +++ LAP Coffee erhitzt weiter die Gemüter +++

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Freitag, 23. Januar).
#STARTUPLAND: SAVE THE DATE

The next unicorn? You’ll meet it at STARTUPLAND
+++ Du hast unsere zweite STARTUPLAND verpasst? Dann trage Dir jetzt schon einmal unseren neuen Termin in Deinen Kalender ein: STARTUPLAND 2026 findet bereits am 18. März statt. Sichere Dir jetzt schon Dein Ticket
#STARTUPTICKER
Futury Capital
+++ Ein regionaler Topf voll Geld! Der Frankfurter Investor Futury Capital verkündet das Final Closing des dritten Futury Fonds (47 Millionen Euro). Geplant waren 40 Millionen. „Mit der Beteiligung der Länder Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland, KfW Capital sowie mehr als 45 privaten Investoren ist es gelungen, ein in Deutschland bislang einzigartiges länderübergreifendes Förder- und Investmentbündnis zu etablieren“, verkündet der Geldgeber aus Frankfurt am Main. Futury Capital „investiert europaweit in technologieorientierte Start-ups mit skalierbaren Geschäftsmodellen“. Wobei der Investor aber einen besonderen Fokus auf Startups aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland hat. Geplant sind rund 25 Investments. Auf jeden Fall eine gute Nachricht für das deutsche VC-Ökosystem, vor allem aber für Startups aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mehr über Futury Capital
Dr. Hans Riegel Holding
+++ Gummibärchen treffen auf Startups! Der Haribo-Mitgesellschafter Dr. Hans Riegel Holding (HRH) investiert erneut in ein aufstrebendes Startup. Gemeinsam mit dem türkischen Investor 212 NexT, SymbiaVC, dem Investmentarm der Barbara Peifer Privatstiftung, und weiteren nationalen und internationalen Investoren investiert HRH in das Hamburger GreenTech one.five. Die Jungfirma, 2020 gegründet, möchte sich als „Vorreiter für KI-gestützte moderne Verpackungslösungen“ etablieren. Der Haribo-Mitgesellschafter hält derzeit 6 % am Unternehmen. Bereits 2024 investierte HRH in Infinite Roots, früher als Mushlabs bekannt. Das Hamburger BioTech-Startup, das 2018 von Mazen Rizk, Cathy Preißer und Thibault Godard in Berlin gegründet wurde, züchtet im Grunde eine Art Fleischersatz aus fermentierten Pilzen. Mehr über Dr. Hans Riegel Holding
Mecklenburg-Vorpommern
+++ Nachholbedarf! Mecklenburg-Vorpommern kommt in Sachen Startups leider nicht so richtig vom Fleck. Bundesweit gibt es durchschnittlich 4,3 Startup-Neugründungen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Im Bundesland an der schönen Ostsee sind es nur 1,1. Damit ist Mecklenburg-Vorpommern trauriges Schlusslicht in dieser Aufstellung – siehe Report Next Generation – Startup-Neugründungen in Deutschland. Die Politik hat das Problem längst erkannt. Wirtschaftsminister Wolfgang Blank strebt bereits ganz konkret mehr Startup-Gründungen im Nordosten an. Bis in Greifswald, Güstrow, Rostock, Schwerin, Stralsund und Wismar aber ein lebendiges Gründer-Ökosystem entsteht, wird es sicherlich noch eine Zeit dauern. Startups wie Sawayo (Exit an Infoniqa), hepster (Investment: 25+ Millionen) und Zasta (einst von Berlin nach Rostock umgezogen) sorgen zumindest bereits jetzt dafür, dass Mecklenburg-Vorpommern in Sachen Startups immer mal wieder Schlagzeilen macht. (Next Generation, PDF) Mehr über Mecklenburg-Vorpommern
LAP Coffee
+++ Hörenswert! Das Berliner Kaffee-Startup LAP Coffee erhitzt weiter die Gemüter. Im OMR-Podcast spricht Gründer Ralph Hage über seinen Weg vom Investmentbanker zum Kaffee-Unternehmer, das Scheitern seines Liefer-Startups Yababa und die Farbbeutel-Attacken auf die Standorte in Berlin. (OMR) Mehr über LAP Coffee
Finance
+++ Finance steht an einem Wendepunkt. Dort, wo heute noch Tabellen manuell gepflegt werden, könnten morgen Echtzeitdaten und automatisierte Workflows den Takt bestimmen. Die Technologie existiert längst. Mehr Gastbeitrag von Nikolai Skatchkov
Indien
+++ Die Startup-Hochburg Köln positioniert sich weiter als internationaler Standort. Eine neue Partnerschaft mit einem führenden indischen Gründungszentrum soll Startups aus Indien den Weg nach Europa ebnen – mit Köln als erstem Anlaufpunkt. Mehr über die Kooperation
#DEALMONITOR
Investments & Exits
+++ HealthTech Oviva erhält 200 Millionen – Isartal Health Media investiert in HealthTech BodyFast +++ Decathlon übernimmt Rebike +++ Kolsquare kauft Storyclash +++ Riddle übernimmt Convert. Mehr im Deal-Monitor
Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker
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„Wenn ich das sage, schauen mich alle ungläubig an“: Volt-Gründer zu EU Inc
Alle reden über EU Inc als große Reform – aber Volt-Mitgründer Boeselager sagt: Das eigentliche Drama ist nicht der Inhalt, sondern die Zeit. Und die läuft Europa davon.
Trumps Auftritt in Davos hat es wieder gezeigt: Alles, was Europa heute macht, muss auf unsere militärische, wirtschaftliche und demokratische Unabhängigkeit einzahlen.
Was EU Inc damit zu tun hat? Alles.
Denn Europa hat ein Problem: Wir zahlen höhere Energiepreise, um Putins Krieg nicht zu finanzieren. China ist vom Zulieferer zum Konkurrenten geworden. Und unser größter Absatzmarkt, die USA, macht uns mit Zöllen systematisch teurer. Großkonzerne und Gewerkschaften rufen nach Subventionen, der Mittelstand kämpft sich irgendwie durch.
Warum europäische Startups amerikanisch werden
Gleichzeitig passiert etwas Gefährliches: Neue, innovative Startups registrieren sich in Delaware, um Zugang zum größten, wirklich vereinten Binnenmarkt der Welt zu erlangen – und zu Kapital, Talenten und Wissen zwischen Berkeley und Stanford. Alles, weil wir keinen funktionierenden Binnenmarkt für Wachstum bieten. Das schwächt uns ökonomisch und gefährdet in dieser neuen Weltordnung unsere Freiheit und Demokratie.
Jetzt – und nicht übermorgen – ist die Gelegenheit, Europa endlich zu verändern. Alles wartet auf einen Startschuss von Ursula von der Leyen. Europa muss jetzt neue Handelsbeziehungen auf- und alle Binnengrenzen zwischen EU-Ländern abbauen.
Was in Brüssel geflüstert wird
Seit Jahren herrscht zum europäischen Binnenmarkt ein großes Schweigen in den Hauptstädten. Die weitere Harmonisierung scheitere sowieso an den nationalen Befindlichkeiten, wird in Brüssel geflüstert. Und so begegnete Europa der größten geopolitischen Krise unserer Zeit mit vorauseilendem Nichtstun.
Dagegen wehrte sich ein kleines gallisches Dorf von Unternehmer-Aktivisten aus Deutschland, die LinkedIn mit einem Hashtag erobern: #EUInc!
Ihr Vorschlag: eine freiwillige, harmonisierte europäische Rechtsform, die überall gleich schnell gegründet werden kann, gleiche Investorenrechte bietet und Komplexität radikal reduziert. Dazu sollten Angestellte endlich überall in Europa gleich (wenig) Steuern auf Mitarbeiterbeteiligung zahlen.
Nach der Europawahl 2024 schafften sie es mit detailliert ausgearbeitet Positionen und strategisch schlauen Treffen, EU Inc. in das Programm der EU-Kommission zu drücken – und es zu von der Leyens Lieblingsversprechen an Start-ups zu machen.
Der Apparat, der schnelle Veränderung verhindert
Enthusiastisch kehrten die Aktivisten nach Berlin zurück – und erwarteten Veränderung. Und dann? Passiert erstmal lange nichts.
Denn der Gesetzgebungsprozess der EU beginnt erst mit einer Impact-Studie. Dann folgt ein Gesetzesvorschlag, der dann für anderthalb Jahre verhandelt wird – erst getrennt im Parlament und bei den 27 relevanten Ministern und dann noch einmal zwischen beiden Häusern. Je nach Rechtsakt kann es dann nochmal zwei Jahre dauern, bis in Deutschland die erste EU Inc. registriert werden könnte. Wir reden also von einer Zeitleiste von bis zu dreieinhalb Jahren – ab heute.
Auf meiner Roadshow für die EU Inc. quer durch Europa schauen mich von Helsinki bis Nikosia alle ungläubig an, wenn ich das erzähle. Und deswegen müssen wir jetzt weiter pushen.
Ein politischer Shortcut, der Europa retten könnte
Wir sollten auf die Initiatoren hören und die EU Inc. in zwei Teile unterteilen: Den Kern des Gesellschaftsrechts, der als Schnellboot-Verordnung noch nächsten Monat von der Kommission mit Parlament und Rat vorverhandelt wird – damit er dann als Eilantrag ohne Änderungen durch beide Häuser laufen kann. Damit könnten wir dann noch im Frühjahr fertig werden. Also in Wochen, nicht Jahren.
Die anderen wichtigen aber kontroverseren Teile zu Besteuerung von ESOPs, Arbeitsrecht (um leichter Menschen in verschiedenen Ländern einzustellen), und Insolvenzrecht müssten dann in einem längeren Verfahren gleichzeitig aber getrennt vorgeschlagen werden. Nur so gewinnen wir kurzfristig Zeit – und verlieren langfristig nicht weiter die Unternehmen, die Europas Zukunft tragen.
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