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Gerüchte zu neuen Intel-CPUs: Razor Lake-UL nutzt Intel 14A, Unified Core mit Titan Lake

TSMC wird auf Jahre hinaus in N2(P) Intels CPU-Dies fertigen. Intel übernimmt das Drumherum, erst bei Razor Lakes kleinstem Chip setzt 14A vermutlich 2028 mit High-NA-EUV an. Dass dabei mit einem sehr kleinen Chip gestartet wird, ist wenig überraschend, auch bei TSMC probiert man sich eher gern an der Größe von Smartphone-SoCs.
Durchgesickerte Informationen vom Gerüchteportal MLID decken sich mit vielen Informationen, die bereits seit Tagen im Umlauf sind: Intel wird den Fertigungsprozess Intel 14A an den eigenen CPUs ausprobieren, Razor Lake-UL soll den Anfang machen.
Razor Lake: Nova Lake manchmal mit neuem CPU-Die
Den Großteil der Desktop-CPUs fertigt, wie auch schon bei kommenden Intel Nova Lake, weiterhin TSMC. Da der Großteil von Nova Lake zu Razor Lake scheinbar ohnehin einfach weitergeführt wird, ist dies auch der einfachste Weg. Intel Razor Lake bekommt anscheinend aber einen in Intel gefertigten nativen 8-Kern-P-Core-Die mit großem L3-Cache (ganz rechts auf der Roadmap) – der günstige Next-Gen-Gamer-Chip? Viele mobile Razor Lake nutzen Nova Lake anscheinend einfach unter neuem Namen weiter, immerhin fertigt Intel aber viele der GPU- und auch anderen Tiles im Chip wieder selbst.
Bei Titan Lake, also jenem Chip, der nur für den mobilen Markt gedacht ist, wird Intels eigene Fertigung auch für die CPU-Dies genutzt – wie es aktuell auch bei Panther Lake der Fall ist. Dabei bleibt Titan Lake bei einem 18A-Prozess, vermutlich Intel 18A-U/P.
Auch Razor Lake mit großer Grafik ist auf der Roadmap dabei, zudem weitere CPUs mit nicht näher benannter GPU – das dürfte die Nvidia-Lösung werden. Hier wurde bereits seit Monaten vermutet, dass es sich um einen Ableger von Titan Lake und/oder Razor Lake handelt. Mix&Match, also CPU-Kerne aus dem Segment mit anderen Bausteinen aus anderen Segmenten haben bei Intel eine große Zukunft. Auch hier wird aber TSMCs Fertigung weiter mit dabei sein, alles, was „lila“ auf der Roadmap eingefärbt ist, fertigt TSMC, so beispielsweise die große iGPU.
Der Unified Core kommt mit Titan Lake
Intel wird bei Titan Lake wohl AMDs Weg gehen, den P-Core auch als E-Core nutzen, also so, wie AMD es mit Zen und Zen c macht. Die Architekturbasis ist identisch, der eine ist jedoch kleiner gepackt, verzichtet eventuell auf etwas Cache. Im Kern ist es de facto aber das Gleiche, es ist der in Gerüchten bisher genannte „Unified Core“ alias Copper Shark. AMD hat gezeigt, dass diese „Dense“-Lösung problemlos funktioniert und eine ziemlich performante Lösung darstellt, die sich zudem auch für große Prozessoren im Server eignet – Epyc Venice wird in diesem Sommer vermutlich sogar zuerst als Dense-CPU starten.
Hammer Lake bringt SMT zurück
Mit Intel Hammer Lake soll dann ab 2029 vermutlich auch im Consumer-Umfeld SMT wieder Einzug halten, ob wie Intel es bis zuletzt nannte: Hyper-Threading. Intel hatte neues SMT bereits bestätigt, für den vermutlich ab Ende 2028 verfügbaren Server-Prozessor Intel Coral Rapids. Im Server-Segment ist Multi-Threading wichtiger als im Consumer-Umfeld, der Fokus liegt bei Intel deshalb klar auf der Umsetzung zuerst in diesem Bereich.
Längere Sockel-Laufzeiten heißen eher mehr Modelle
Auch die Gerüchte um eine verlängerte Lebenszeit des neuen Desktop-Sockels LGA 1954 machen weiterhin die Runde, der mindestens drei Generationen bestehen soll: Nova Lake, Razor Lake und Hammer Lake. Wobei „verlängert“ in dem Fall auch nur bedingt stimmt: Der aktuelle Sockel LGA 1851 war im Jahr 2022 ursprünglich auch für viel mehr CPU-Serien gedacht, die jedoch alle Intels Sparzwang und Umorientierung wegen mangelnder Konkurrenzfähigkeit zum Opfer fielen.
Meteor Lake-S gab es schließlich (nur nicht für den Desktop-Markt), auf Arrow Lake-S und Arrow Lake S Refresh sollte auch ein Panther Lake-S in diesem Jahr folgen – doch die Technologie und der Markt gaben es nicht her, sie wurden so im mobilen Markt belassen. Mit Razor Lake als wohl primär größerem Refresh von Nova Lake und dann Hammer Lake sind es hier effektiv auch erst einmal nur 2+1 CPU-Serien in drei, vier Jahren. Echte Langlebigkeit heißt das letztlich also effektiv betrachtet noch nicht, es erweckt nur den Anschein – das wäre es erst, wenn der Nachfolger von Intel Hammer Lake auch noch auf diesem Sockel verbaut wird. Intels Roadmaps sind letztlich eben oft auch stets für (große) Veränderungen gut.