Künstliche Intelligenz

Google setzt Verlage bei KI-Lizenzen offenbar unter Druck


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Google erhöht laut einem Bericht den Druck auf Nachrichtenverlage. Wer an einem neuen KI-Pilotprogramm für Google News teilnehmen möchte, soll dem Unternehmen demnach weitreichende Rechte zur Nutzung seiner Inhalte einräumen müssen, einschließlich einer möglichen Verwendung zum Training von KI-Modellen. Das berichtet The Information unter Berufung auf eine mit dem Programm vertraute Person.

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Google kündigte das KI-Pilotprogramm im Dezember gemeinsam mit Partnern wie The Washington Post, The Guardian und Spiegel an. Teilnehmende Verlage sollen dabei in neuen KI-Funktionen von Google News erscheinen, darunter KI-generierte Artikelübersichten und Audio-Briefings mit Quellenangaben und Links zu den Originalartikeln. Der mögliche Vorteil für die Verlage liegt in besserer Sichtbarkeit und mehr Zugriffen auf ihre Inhalte.

Was Google in dem Blogpost damals nicht ausdrücklich erwähnte: Die Teilnahme ist offenbar daran geknüpft, Google weitreichende Nutzungsrechte an redaktionellen Inhalten für KI-Zwecke einzuräumen, schreibt The Information. Eine wichtige Rolle spielt dabei Google Showcase, ein älteres Lizenzprogramm, mit dem Google Verlage für die Bereitstellung kuratierter Inhalte in Google News und anderen Google-Diensten vergütet. Showcase-Teilnehmer sollen für die Teilnahme am neuen KI-Pilotprogramm dieselbe jährliche Zahlung wie bisher erhalten. Wer sich gegen die Teilnahme entscheidet, behalte diese Zahlungen nur, solange Showcase fortbesteht. Google solle dabei einigen Verlagen mitgeteilt haben, Showcase auslaufen lassen zu wollen. Praktisch würde das bedeuten: Wer die bisherige Vergütung auch nach einem möglichen Ende von Showcase erhalten möchte, müsste in das neue KI-Pilotprogramm wechseln und dessen Bedingungen akzeptieren.

Gegenüber The Information erklärte ein Google-Sprecher, Showcase-Vereinbarungen weiterhin zu verlängern. Einige Verlage zögern, weil Google weitreichende Rechte an Inhalten verlangt, zugleich aber nur eine pauschale Vergütung anbietet, schreibt das US-Medium.

Der KI-Umbau der Google-Suche setzt das Geschäftsmodell vorwiegend werbefinanzierter Nachrichtenverlage zunehmend unter Druck. Funktionen wie die AI Overviews beantworten Suchanfragen direkt auf der Ergebnisseite und verringern so den Anreiz, die Websites zu besuchen, von denen die Informationen ursprünglich stammen. Kritiker warnen, dass dadurch die wirtschaftliche Grundlage redaktioneller Angebote erodieren könnte und mit ihr die Informationsvielfalt im Netz.

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Auch Wettbewerbsbehörden befassen sich inzwischen mit den Folgen von Googles KI-Suche. Die britische CMA (Competition and Markets Authority) verpflichtete den Konzern, Verlagen in Großbritannien künftig mehr Kontrolle darüber zu geben, ob ihre Inhalte für KI-Funktionen der Suche wie AI Overviews genutzt werden. Nach Darstellung der Behörde soll das die Verhandlungsposition britischer Verlage gegenüber Google stärken.

Die Regeln der CMA sind ausdrücklich auch als Reaktion auf künftige KI-Funktionen der Google-Suche gedacht, durch die sich der Druck auf Verlage weiter erhöhen wird. Langfristig könnte diese Entwicklung Medienhäuser dazu zwingen, ihre Abhängigkeit von Zugriffen aus der Google-Suche zu verringern und stärker auf direkte Beziehungen zu ihrer Leserschaft zu setzen, etwa über Aboangebote.


(tobe)



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