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Günstiger als zu Hause laden: EnBW startet Sommerpreisaktion
Der Energieversorger EnBW senkt die Ladepreise an seinen eigenen Ladestationen in Deutschland: Von 8. Juli bis 30. September 2026 gilt ein Rabatt von fünf Cent pro Kilowattstunde für die EnBW mobility+ Ladetarife S, M und L. Die Aktion soll laut EnBW noch mehr Menschen von der E-Mobilität zu überzeugen.
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Am stärksten profitieren Bestandskunden mit dem sogenannten Vorteilstarif L: Wer bereits Strom, Gas oder Wärme von EnBW bezieht, erhält bereits zehn Prozent Rabatt auf die Ladepreise. Mit der Rabattaktion sinkt der effektive Preis an EnBW-Ladepunkten damit auf 30 Cent pro Kilowattstunde. Das Unternehmen gibt an, dieser Wert liege „noch weiter unter dem typischen Haushaltsstrompreis in der Grund- und Ersatzversorgung“. Im einfachsten Tarif S ohne monatliche Grundgebühr fällt der Preis von 56 auf 51 Cent pro kWh.
Die Aktion gilt ausschließlich an EnBW-eigenen Ladepunkten in Deutschland. An Ladestationen anderer Betreiber im EnBW HyperNetz, das insgesamt Zugang zu über 900.000 Ladepunkten in Europa bietet, bleiben die variablen Preise unverändert, ebenso wie Preise für das Ad-hoc-Laden ohne Vertrag und die Blockiergebühr. Kundinnen und Kunden sollen per E-Mail über die Aktion informiert werden.
Deutlich unter dem Marktdurchschnitt – aber nur an eigenen Säulen
Im Marktvergleich positioniert sich EnBW mit der Aktion aggressiv. Die durchschnittlichen Preise an öffentlichen DC-Schnellladern in Deutschland liegen 2026 laut Branchenportalen bei circa 60 Cent pro Kilowattstunde, die typische Spanne reicht von etwa 39 bis 73 Cent. Der EnBW-Aktionspreis von 30 Cent im Vorteilstarif L unterschreitet damit selbst das untere Ende dieser Spanne um rund 23 Prozent. Auch im DACH-Raum bewegen sich HPC- und DC-Preise großer Anbieter üblicherweise zwischen 50 und knapp 80 Cent pro Kilowattstunde, der Aktionspreis bleibt also auch im internationalen Vergleich auffällig niedrig.
Allerdings ist der günstigste Tarif an konkrete Bedingungen geknüpft: Neben der monatlichen Grundgebühr des Tarifs L setzt der Vorteilsrabatt eine bestehende Kundenbeziehung für Strom, Gas oder Wärme voraus. Im grundgebührenfreien Tarif S liegt der Aktionspreis mit 51 Cent pro kWh zwar immer noch unter dem Durchschnitt fürs DC-Laden, bewegt sich aber im Rahmen dessen, was auch andere Anbieter mit günstigen Tarifen aufrufen.
Alternativen für preisbewusste E-Auto-Fahrer
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Wer nicht ausschließlich an EnBW-Säulen laden möchte, hat im DACH-Raum mehrere Optionen. Große Roaming-Plattformen wie Elli, Maingau oder regionale Stadtwerke bieten eigene Tarifmodelle mit festen kWh-Preisen, teilweise ergänzt durch monatliche Grundgebühren für Vielfahrer. In der Praxis nutzen viele E-Auto-Fahrer eine Kombination aus zwei bis drei Ladekarten, um je nach Standort den günstigsten Preis zu zahlen.
Echte dynamische Tarife, die sich am Börsenstrompreis orientieren, sind im öffentlichen DC-Ladebereich zur Zeit noch kaum verbreitet. Die variablen Preise an Roaming-Ladepunkten unterscheiden sich zwar je nach Standort, sind aber nicht zeitabhängig-dynamisch im Sinne von Spotmarkt-Minutenpreisen. Das gilt auch bei EnBW. Im Haushaltsbereich können dynamische Stromtarife das Laden an der eigenen Wallbox auf 20 bis 30 Cent pro kWh drücken, was sich jedoch primär für Nutzer mit Smart-Home-Infrastruktur und gesteuertem Lademanagement rentiert. In der Schweiz etwa führen die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich 2026 dynamische Wahltarife ein, die gezielt auf flexible Verbraucher mit E-Autos ausgerichtet sind. Flatrate-Modelle für öffentliches Laden existieren vereinzelt bei Stadtwerken oder in Firmenkundentarifen, sind aber meist mit Volumendeckeln versehen.
EnBW baut Marktposition aus
EnBW bezeichnet sich als Betreiber des größten Schnellladenetzes in Deutschland und peilt langfristig rund 20 Prozent der bundesweit benötigten Schnellladepunkte an. Das Unternehmen gibt an, dass E-Auto-Fahrer im Schnitt etwa alle 50 Kilometer einen EnBW-Schnellladepunkt finden. In Österreich betreibt das Joint Venture Smatris EnBW nach eigenen Angaben das größte Schnellladenetz des Landes. Im Vorjahr hatte EnBW eine ähnliche Sommeraktion gefahren, allerdings als Ionity-Rabatt im europäischen Ausland, der in Deutschland nicht galt.
Die aktuelle Aktion dürfte den Preisdruck im Schnellladesegment weiter erhöhen. Zusammen mit dem Treueprogramm EnBW collect, über das Kunden beim Laden Punkte sammeln und in Ladeguthaben umwandeln können, stärkt der Energieversorger sein Ökosystem aus App, Stromtarifen und Ladeangebot.
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(fpi)