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Half-Life meets Survival: Industria 2 zeigt spannendes Potenzial und Baustellen

Half-Life in der DDR, so ließ sich der Reiz des unter anderem in Deutschland entwickelten Industria beschreiben. Teil 2 ist eher wie die DDR: An einigen Stellen ganz vielversprechend, in der Umsetzung auf halbem Wege stecken geblieben. Die Entwickler wollen nachbessern.
Das Setting startet in der DDR
Die Story von Industria beginnt wenige Stunden vor dem Mauerfall im Berlin der DDR und fängt dort den Charme dröger Plattenbauten und 1980er-Jahre-Büros ein, Trabis inklusive. Republikflucht funktioniert dort aber anders: Spieler laufen einem verschwundenen Kollegen in eine andere Dimension mit Steampunk-Ästhetik nach, die noch dystopischer ist und fortan als alternativer Schauplatz dient. Hier führt Industria 2 die Geschichte mit einer größenwahnsinnigen KI fort.
Die Paralleldimension wird nun von Mutanten und Robotern bevölkert, angereichert mit Survival-Elementen und Physikrätseln im Stil von Half-Life 2. Ziel des Spiels ist es, der KI „Atlas“ zu entkommen und nach Hause in die DDR der korrekten Zeitlinie zurückzukehren. Auf Bildern macht Industria 2 wie sein Vorgänger dank der nun genutzten Unreal Engine 5 einen atmosphärischen Eindruck. Das und die Interaktionen mit der verfallenen Welt machen den Reiz der Serie aus.
Der Kern ist gut, der Rest braucht Arbeit
Dass die Entwickler nur eine vier bis sechs Stunden lange Geschichte versprechen, spiegelt der Preis: Zum Start mit zehn Prozent Rabatt kostet Industria 2 rund 22,50 Euro, zudem gibt es eine Demo auf Steam. Dort urteilen 51 Prozent aller Spieler positiv. Schräg daran: Gute Anlagen und viel Potenzial bescheinigt fast jeder, das real existierende Industria 2 scheitert jedoch an der Umsetzung.
Beschrieben wird ein lieblos oder halbfertig entwickeltes Spiel. Käufer monieren fehlende Texturen, grafische Fehler, Blicke durch Levelgrenzen hindurch oder fehlende Gesichtsanimationen. Zudem moniert man das Leveldesign. Hütten hätten keine Außentüren, das Innere von Gebäuden bestehe im Grunde nur aus Gängen mit Türen und Füllelementen, die das Spiel strecken würden. Kampf, die Welt selbst und der Soundtrack finden Anklang. Es fehlt nur Zeit und eine Menge Arbeit, so ließen sich die Wertungen zusammenfassen. Auf Social Media haben die Entwickler bereits die Ärmel hochgekrempelt, ein erster Patch behebt einige Bugs.