Künstliche Intelligenz

Höhenverstellbarer Eckschreibtisch Vernal Core 3 im Test: groß, stabil, 750 Euro


Der Vernal Core 3 ist ein höhenverstellbarer, L-förmiger Eckschreibtisch mit richtig viel Platz und 180 kg Tragkraft. Er überzeugt – doch nicht alles ist perfekt.

Zugegeben: Am Namen darf der Hersteller noch feilen. Denn die offizielle Bezeichnung „Vernal Core3 L-förmige Höhenverstellbarer Eckschreibtisch“ ist nicht nur grammatikalisch falsch, sondern auch viel zu sperrig. Der Tisch selbst überzeugt aber, zumindest auf dem Papier: Er bietet eine sehr große Arbeitsfläche, drei Motoren, drei Tischbeine und eine hohe angegebene Traglast von 180 kg. Damit wird er für Homeoffice, Gaming, Videoschnitt und andere umfangreiche Technik-Setups richtig interessant. Und wie schlägt er sich in der Praxis?

Design und Verarbeitung

Den Eckschreibtisch Vernal Core 3 gibt es in mehreren Größen. Die kleinste Variante misst 150 x 150 cm für 649 Euro (Code: Heise6P), die größte stolze 200 x 180 cm für 752 Euro (Code: Heise6P). Die Hauptarbeitsfläche ist bei jeder Größe 75 cm tief, der Seitenschenkel kommt auf 70 cm – enorm viel Platz. Die Tischplatte besteht aus beschichteter Spanplatte. Zur Auswahl stehen dunkelbraunes Walnuss-Imitat, helles Walnussholzdekor und Weiß. Ecken und Kanten sind abgerundet. Wichtig: Die Ausrichtung des Seitenschenkels steht schon vor dem Kauf fest, denn linker und rechter Schenkel lassen sich nicht ohne Weiteres nachträglich tauschen.

Beim Gestell bietet Vernal Schwarz und Weiß an. Es besteht aus Stahl und ist in verstärkten Bereichen bis zu 2 mm stark. Zusätzliche Verstärkungswinkel sorgen trotz der großen Maße für gute Stabilität. Vernal schickt den Schreibtisch in vier Paketen, die Tischplatte besteht aus drei Teilen. Die Übergänge zwischen den Segmenten bleiben sichtbar, stören dank ordentlicher Passgenauigkeit aber nicht.

Die Verarbeitung überzeugt grundsätzlich. Trotzdem fallen bei unserem Testmodell zwei Dinge auf: Die Verbindungsplatte zwischen den beiden Arbeitsflächen-Schenkeln wurde an einer Stelle offenbar mit farblich passendem Reparaturwachs ausgebessert. So etwas passt nicht zu einem Schreibtisch für mehrere hundert Euro. Außerdem hängt die vordere Hauptplatte „leicht durch“ – was aufgrund des liegenden Zusammenbaus eigentlich kein Anwendungsfehler sein kann. Auch am Gewicht liegt es nicht, denn der Höhenunterschied von bis zu einem Zentimeter zwischen äußerem und mittigem Messpunkt blieb zwischen leerem und voll beladenem Zustand gleich.

Aufbau

Den Aufbau war schon bei der rechteckigen Variante Vernal Core 3 (Testbericht) umfangreich, die L-förmigen Version setzt hier nochmal einen drauf. Größe und Gewicht machen zwei Personen empfehlenswert – spätestens, wenn das Monstrum nach dem Zusammenbau von der liegenden in die stehende Position wandert. Ansonsten läuft der Aufbau problemlos: Bauteile und Verpackungen sind überwiegend gut beschriftet. Etwas seltsam: Im Lieferumfang stecken selbstschneidende Schrauben, die wir überhaupt nicht brauchten. Alle Schrauben wandern entweder in Metallstücke und deren Gewinde oder in Muttern, die in der Tischplatte sitzen. Wegen der Menge empfiehlt sich ein Akkuschrauber mit reduzierbarem Drehmoment. Die Aufbauzeit liegt bei 1,5 bis 2 h. Grundsätzlich klappt der Zusammenbau auch allein.

Bedienung und Ergonomie

Den elektrisch höhenverstellbaren Eckschreibtisch steuert ein Bedienelement mit LED-Anzeige. Es bietet physische Auf- und Ab-Tasten sowie drei Drücker für speicherbare Höhenpositionen. Dazu kommen Kindersicherung, Kollisionsschutz, eine einstellbare obere und untere Höhenbegrenzung sowie ein Timer, der an den Wechsel von Sitz- zu Stehposition und umgekehrt erinnert.

Die niedrigste Höhe (Oberkante Tischplatte) liegt bei gemessenen 63 cm, die maximale bei etwa 128 cm. Damit passt der Tisch für kleine Menschen im Sitzen ebenso wie für größere im Stehen.

Stabilität und Motoren

Der Vernal Core 3 nutzt drei Elektromotoren – jedes Tischbein hat einen eigenen. Dazu kommen dreiteilige Hubsäulen. Die angegebene Hubgeschwindigkeit liegt bei 40 mm/s. Das ist flott genug, damit der Wechsel zwischen Sitzen und Stehen nicht nervt. Der Geräuschpegel erreicht laut Hersteller maximal 50 dB, klingt dabei aber weder unangenehm noch störend. Die Traglast von 180 kg bietet genug Spielraum für ausladende Setups.

Bei normaler Sitzhöhe steht der Tisch sehr stabil und wackelt so gut wie gar nicht. Auch in Stehhöhe hält sich die Stabilität ordentlich, naturgemäß tritt auf maximaler Höhe allerdings leichtes Wackeln auf. Insgesamt bleibt die Stabilität dennoch hoch.

Nutzung im Alltag

Im Alltag ist die große Arbeitsfläche der größte Vorteil des Vernal Core 3. Die Hauptplatte mit 75 cm Tiefe erlaubt einen guten Monitorabstand – besonders angenehm bei großen Monitoren oder mehreren Displays. Wer Videos schneidet, streamt, spielt oder regelmäßig mit wechselnden Testgeräten arbeitet, bekommt hier deutlich mehr Raum als an einem Standard-Schreibtisch.

Für Technik-Setups helfen die drei Kabeldurchführungen an den äußeren Ecken der Tischplatte. Einfache Ordnungshilfen wie Kabelbinder liegen bei und auch die Kabelwanne ist bereits integriert, kann aber beim Bestellvorgang gestrichen werden, das spart 40 Euro. Wir empfehlen, die Wanne im Warenkorb zu behalten.

Optionales Zubehör

Vernal bietet erstaunlich viel optionales Zubehör: eine Schublade unter der Hauptarbeitsfläche, Schreibtischablage, PC-Halterung, Kabelmanagement, Rollcontainer, Bücherregal, Aktenschrank, Monitorarme und mehr. Damit lässt sich auf Wunsch gleich das ganze Büro optisch einheitlich ausstatten.

Kundenservice und Garantie

Vernal gibt 15 Jahre Garantie auf das Tischgestell. Auf Tischplatte, Motoren und elektrische Komponenten gibt es 5 Jahre. Dazu kommt laut Hersteller ein 30-tägiges Rückgaberecht – Rechnung und Kaufnachweis sollte man dafür unbedingt aufbewahren.

Preis

Der Preis hängt von Größe, Plattenfarbe und Ausrichtung des Seitenschenkels ab. Das getestete Modell mit hellem Walnussholz-Imitat, weißem Gestell, linkem Seitenschenkel und der großen Ausführung mit 200 x 180 cm kostet zum Testzeitpunkt 752 Euro (Code: Heise6P) inklusive Kabelwanne und Versand. Für die Variante mit 150 x 150 cm fallen 649 Euro (Code: Heise6P) an.

Fazit

Die größte Stärke des Vernal Core 3 ist seine enorme Arbeitsfläche. Die Kombination aus Hauptarbeitsbereich und Seitenschenkel macht ihn deutlich vielseitiger als einen klassischen rechteckigen Schreibtisch. Drei Motoren, drei Tischbeine mit dreiteiligen Hubsäulen, 40 mm/s Hubgeschwindigkeit und 180 kg Traglast schaffen stabile Voraussetzungen für schwere Monitor- und Technik-Setups. Die Bedienung über die Steuereinheit gelingt einfach und praktisch.

Drei Punkte störten uns: die ausgebesserte Schadstelle an der Tischplatte, die leicht „durchhängende“ vordere Platte und der Aufpreis für sinnvolles Zubehör. Die Schadstelle dürfte ein Einzelfall bleiben. Auch der vergleichsweise hohe Preis fällt negativ ins Gewicht.



Source link

Beliebt

Die mobile Version verlassen