Künstliche Intelligenz

Humanoide Roboter: mit offener Forschung zu autonomer Robotik


Die Vision ist klar: ein humanoider Roboter in jeder Wohnung – und das weltweit. Getrieben von der Aussicht auf das große Geschäft, konkurrieren vor allem chinesische und US-amerikanische Firmen um die Vorherrschaft im Rennen um die erste künstliche Haushaltshilfe. Doch vieles von dem, was sie in ihren Werbevideos zeigen, ist Täuschen und Tarnen.

Der Unitree G1, in Euroa vertrieben vom Paderborner Start-up Unchained Robotics, der mit spektakulären Kampfsport-Moves durch eine Halle wirbelt, mag beeindrucken, nützlich ist er deshalb nicht. Und wenn ein Figure 03 vom US-Unternehmen Figure AI einen Geschirrspüler einräumt, darf man zweifeln, ob er das auch wirklich bei jedem beliebigen Gerät so schön hinbekommt – oder vielleicht doch nur unter großem Aufwand auf genau diese eine Szene vorbereitet wurde.

  • Humanoide Roboter führen spektakuläre Bewegungen aus, können ihre Umgebung aber noch nicht sinnstiftend interpretieren.
  • Forscher arbeiten daran, Robotern visuelle Wahrnehmung, soziale Intelligenz und kontextbezogenes Handeln beizubringen.
  • Offene Forschung und internationale Zusammenarbeit sollen die nötigen Trainingsdaten liefern, damit sich Roboter tatsächlich nützlich machen können.

„Diese Kung-Fu-Bewegungen sind alle ‚geteacht‘, also vorgezeigt, und dann gelernt“, sagt Professor Markus Vincze. „Sie sind nicht als Reaktion auf eine Interaktion mit der Umwelt entstanden, außer dass der Roboter einen flachen Boden annimmt.“ Vincze leitet das Labor „Vision for Robotics“ an der TU Wien und entwickelt Software für Roboter, die sich in Haushaltsszenarien nützlich machen sollen. Die Probleme, auf die Roboter in der realen Welt treffen, kennt er genau, und einstudierte Bewegungen helfen dort nur bedingt weiter. Vielmehr müssen die Maschinen ihre Umgebung verstehen und lernen, mit ihr zu interagieren. „Wenn ein Roboter in einem solchen Video einen Geschirrspüler einräumt, sind das vielleicht drei Teller mit großem Abstand dazwischen“, sagt der Forscher. „Geben Sie ihm aber etwas Kleines wie einen Radiergummi, funktioniert das meistens schon nicht mehr.“


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