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Ich habe mit KI in vier Stunden eine App für Postkarten gebaut


Priscilla Tina ist Produktmanagerin aus San Francisco – und hat mit KI in vier Stunden ein Postkarten-Business gebaut.

Priscilla Tina hat mit Claude in vier Stunden eine Postkarten-App entwickelt.
Priscilla Tina

Dieser Text basiert auf einem Gespräch mit Priscilla Tina, 28, Produktmanagerin aus San Francisco. Er wurde aus Gründen der Länge und Verständlichkeit leicht bearbeitet.

Tagsüber arbeite ich als Tech-Produktmanagerin in San Francisco. Abends bin ich Content Creatorin. Ich mache Videos, die Menschen dazu bringen sollen, ihre Kreativität wiederzuentdecken. Nebenbei habe ich schon immer an kleinen Projekten gearbeitet. Side Hustles, Experimente – das gehört für mich dazu. Und ich liebe alles, was analog ist. Im vergangenen November habe ich mich hingesetzt und mit Claude Code eine App gebaut: Sie verschickt Postkarten – ohne Briefmarken und ohne Gang zur Post.

Warum Analog plötzlich wieder spannend ist

Viele von uns sind mit Technologie aufgewachsen. Ich auch. Gleichzeitig hatte ich als Kind noch viele analoge Dinge um mich herum – und kein Smartphone. Heute sieht das anders aus. Ich lebe gefühlt auf meinem Handy. Wir verbringen viel Zeit mit sinnlosem Scrollen. Konsumieren KI-generierten Content in Massen. Und merken dabei: Wirklich erfüllend ist das nicht. Gleichzeitig wird klar: Echte Begegnungen funktionieren besser offline. Und viele entdecken den Wert von einfachen, analogen Momenten wieder.

Die Idee: Digital trifft physisch

Ich wollte genau diese Lücke schließen – zwischen digitaler und physischer Welt. Mit Freunden habe ich schon seit Jahren Postkarten verschickt, vor allem auf Reisen. Das macht Spaß und hält den Kontakt. Irgendwann fiel mir auf: Ich hatte einen riesigen Stapel Postkarten zu Hause. Aber sie zu schreiben war umständlich. Man muss Briefmarken kaufen. Zur Post gehen. Einen Briefkasten suchen. Also habe ich mich gefragt: Geht das nicht einfacher?

Eine App in nur vier Stunden

Tina hat zusammen mit Claude Code vor einer Produktkonferenz in San Francisco „Postcard Press“ gegründet.
Priscilla Tina

Ich hatte mich für die ProductCon in San Francisco angemeldet und wollte dort einen Prototyp zeigen. Also habe ich Postcard Press gebaut: eine App, mit der Nutzer Fotos hochladen, eine Nachricht schreiben – und der Rest läuft automatisch. Druck und Versand übernimmt ein Dienst namens Postgrid.

Am Abend vor der Konferenz habe ich die Grundversion gebaut. In vier Stunden. Sie lief direkt auf meinem Handy. Auf der Konferenz habe ich die App anderen Produktmanagern gezeigt. Viele fragten sofort: „Wann ist sie fertig? Ich will zu Weihnachten Postkarten verschicken.“ Das war ein klares Signal: Es gibt Nachfrage.

Ich habe zusätzlich ein Video auf Social Media gepostet. Rund 20.000 Views. Also habe ich mir vorgenommen, die App bis Jahresende fertigzustellen. In den nächsten zwei Monaten habe ich Bezahlfunktionen integriert und das Produkt gelauncht. Seit dem Start im Dezember wurden mehr als 100 Postkarten verschickt. Preis pro Karte: etwa zwei Dollar. Die Kosten: 0,82 Dollar für Postgrid, 0,30 Dollar für Stripe. Viel Gewinn bleibt da nicht. Ich könnte auf ein Abo-Modell umstellen. Aber darum ging es mir nie.

Die größten Hürden

Ich habe einen technischen Hintergrund, aber ich bin keine klassische Entwicklerin. Deshalb habe ich mir Hilfe von Freunden geholt. Vor dem Launch haben sie versucht, meine Website zu „hacken“. Mit Erfolg: Einer konnte zehn Postkarten verschicken, ohne zu bezahlen. Sein Feedback: „Das musst du fixen, bevor du live gehst.“

Das hat mir geholfen, die Sicherheitslücken zu schließen. Auch das Thema Payments war schwierig. Ich wusste nicht, wie man Stripe integriert oder welche Kosten entstehen. Ein Freund meinte: „Das schaffst du in 30 Minuten.“ Ein anderer hat dagegen gewettet. Ich habe mich hingesetzt – und es tatsächlich in 30 Minuten gebaut. Normalerweise hätte ich dafür einen Entwickler gebraucht. Stattdessen habe ich Claude die gesamte Stripe-API-Dokumentation lesen lassen. Das Tool hat die Payment-Funktion direkt in den Checkout integriert.

Tina sagte, sie arbeite bereits an weiteren analogen Apps.
Priscilla Tina

Das ist erst der Anfang

Auch wenn das Projekt langfristig vielleicht kein großer Erfolg wird: Der wichtigste Gewinn ist das, was ich gelernt habe. Und ein bisschen Geld nebenbei bringt es auch. Inzwischen arbeite ich schon an neuen Ideen. Eine davon: Mini Print. Inspiriert von Polaroid-Wänden bei Freunden und in Cafés. Die App verwandelt Fotos in kleine digitale Polaroids. Nutzer können daraus ihre eigene Bilderwand erstellen – zum Beispiel als Handy-Hintergrund.

Auch diese App habe ich mit Claude gebaut. Rund 2000 Nutzer gibt es schon. Ich liebe es zu sehen, wie Freunde ihre Wände teilen. Viele meiner liebsten analogen Erlebnisse warten nur darauf, digital neu gedacht zu werden. Genau daran arbeite ich gerade weiter.

Als Nächstes auf meiner Liste: Natur und Pflanzen.





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