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Ihr nutzt OpenAI – ich bekomme Anteile: Sam Altmans neuer Wachstumsplan


OpenAI investiert nicht mehr nur Geld – sondern Rechenleistung. Verändert das die Startup-Finanzierung?

Gibt Tokens für Startupanteile: OpenAI CEO Sam Altman.
Andrew Harnik / Staff / Getty Images

KI-Tokens als neues Startupinvestment? Was absurd klingt, ist bei OpenAI jetzt Praxis. Das KI-Unternehmen investiert in Startups des bekannten Accelerators Y Combinator – allerdings nicht klassisch mit Geld, sondern mit Rechenleistung und Modellzugängen für KI. Jedes Unternehmen im aktuellen Jahrgang erhält Tokens im Wert von zwei Millionen US-Dollar, die sich für die Nutzung von OpenAI-Modellen einsetzen lassen.

Neuer Trend: „Tokenmaxxing“

Die Idee dahinter: Gründer sollen schneller Produkte entwickeln und ihre internen Prozesse effizienter gestalten können. Gerade für KI-Startups ist der Zugang zu leistungsfähigen Modellen ein entscheidender Faktor – sowohl für Produktentwicklung als auch für Skalierung und Testing. Statt selbst hohe Infrastrukturkosten zu tragen, können sie direkt auf bestehende Systeme zurückgreifen.

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Sam Altman selbst sprach in diesem Zusammenhang von „Tokenmaxxing“ – also dem maximalen Ausreizen von KI-Modellen und Credits, um Entwicklung zu beschleunigen. Dahinter steckt ein wachsender Trend im Tech-Sektor: Immer mehr Unternehmen betrachten den Verbrauch von Tokens als direkten Hebel für Produktivität. Manche Startups gehen so weit, ihren Teams feste Budgets oder sogar Mindestquoten für den Token-Einsatz vorzugeben.

Die Logik ist simpel: Wer mehr mit KI arbeitet, kommt schneller voran. Einige Gründer sprechen von einem „Force Multiplier“ – also einem Faktor, der kleine Teams deutlich leistungsfähiger macht. Teilweise berichten sie von massiven Effizienzgewinnen und deutlich höherem Output. Unterstützt wird dieser Ansatz auch von Investoren, die Startups aktiv dazu ermutigen, großzügig in Tokens zu investieren – teils in Größenordnungen, die dem Gehalt von Entwicklern entsprechen.

Der Deal dahinter

Ganz ohne Gegenleistung ist das Angebot allerdings nicht. Die Tokens sollen über ein Modell mit Equity-Bezug angeboten werden; OpenAI erhält also im Gegenzug Anteile an den Startups. Damit ähnelt das Modell einer klassischen Venture-Capital-Investition – nur dass statt Kapital API-Zugänge und Rechenleistung bereitgestellt werden.

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OpenAI profitiert aber auch noch anders: Durch das frühe Technologieinvestment in junge Unternehmen kann es seine Produkte tief in deren Prozessen verankern. Je mehr Startups auf OpenAI aufbauen, desto größer wird die Abhängigkeit – und damit auch das langfristige Geschäftspotenzial.

Gleichzeitig ist „Tokenmaxxing“ nicht unumstritten. Kritiker halten den reinen Tokenverbrauch für einen schlechten Maßstab für Produktivität. Der Vorwurf: Hoher Einsatz von Rechenleistung bedeute nicht automatisch bessere Ergebnisse – im Gegenteil, falsche Anreize könnten sogar zu ineffizientem Verhalten führen. In einigen Fällen wird bereits beobachtet, dass Teams ihren Tokenverbrauch künstlich in die Höhe treiben, etwa um interne Rankings zu dominieren.

Viele Startups wählen deshalb einen Mittelweg und setzen auf gedeckelte Abomodelle statt unbegrenztem Verbrauch. Diese bieten planbare Kosten und verhindern, dass die KI-Nutzung aus dem Ruder läuft – gerade für kleinere Teams mit begrenztem Budget ein entscheidender Faktor.





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