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Immer wieder ist es die Großmutter: Nordland gestaltet »Gertrud« › PAGE online


An der Weinmarke Gertrud ist vieles ungewöhnlich: Wie sie entstanden ist, nach wem sie benannt wurde – und auch wie sie gestaltet ist. Und das jetzt von der Schweizer Agentur Nordland.

Immer wieder ist es die Großmutter: Nordland gestaltet »Gertrud« › PAGE online

Gertrud ist ganz zufällig entstanden. Bei einem Treffen zweier junger Winzer im Wallis, die fanden, dass es eigentlich gar keinen coolen Roséwein in der Gegend gibt. Einen, der jung ist und der eine Geschichte erzählt.

Und so entstand der Rosé Gertrud, benannt nach der Großmutter einer der beiden.

Drei Jahre ist das her und Gertrud ein Erfolg. Sogar Merchandise gibt es mit dem Porträt der Großmutter, die inzwischen von vielen auch zärtlich einfach Trudi genannt wird – und seither die Etiketten bestimmt.

Immer wirkt sie elegant. Eher zeitlos, aber könnte auch in den Fifties oder Sixties angesiedelt sein.

Sie trägt türkisen Strick, die ausladende Sonnenbrille ist so knallrot wie ihr Lippenstift und in einer Winteredition hatte sie auch schon mal eine Wollmütze auf dem Kopf und eine reichlich mondäne Skibrille auf. Frau von Welt aus dem Wallis.

Erst mit Lover, jetzt im Sommer

Zwischendurch wurde ihr kurzfristig der Lover Armando an die Seite gestellt, ein Cuvée Rouge. Doch mit seiner Pfeife und seinem Filzhut konnte er nicht wirklich mithalten.

Sogar in der Dose ist sie schon für die Festivals in der Region erschienen – und jetzt erstmals als Weißwein.

Und mit einer Illustration der Schweizer Agentur Nordland.

Mit gepunktetem Kopftuch, der obligatorischen Sonnenbrille und mit einem hellgelben Hintergrund erzählt ihr Porträt von dem Sommer, für den der Weißwein gedacht ist – und fügt Trudis Geschichte ein weiteres Kapitel hinzu.

Es ist eindrucksvoll, wie man mit einem zumindest für einen Rosé, etwas schrägen Namen, mit einem persönlichen Bezug und wenigen illustrierten Etiketten, eine ganze Geschichte erzählen kann. Und dann noch eine, die Gertrud im Wallis ziemlich bekannt gemacht hat.

Screenshot

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Koordinaten eines Küchenchefs: der clevere neue Look von Kiko Martins › PAGE online


In den Gerichten des portugiesischen Spitzenkochs Kiko Martins stecken Einflüsse und Erfahrungen aus der ganzen Welt. Die Peter Schmidt Group übersetzte diese in ein ebenso einfaches wie hintergründiges Personal Branding.

Koordinaten eines Küchenchefs: der clevere neue Look von Kiko Martins › PAGE online

Das Restauranterlebnis beginnt für viele Gäste schon bevor sie am Tisch Platz nehmen: Sie entdecken Lokale über Instagram, YouTube oder Empfehlungen, verfolgen die Arbeit eines Küchenchefs oft über Monate. Restaurants funktionieren wie Marken: Sie bespielen unterschiedlichste Kanäle und wecken dort Interesse. Und Köchinnen und Köche? Machen es immer öfter genauso! Ein Beispiel dafür ist der portugiesische Spitzengastronom Kiko Martins: Dessen Restaurants sind im Guide Michelin gelistet und aufgrund seiner Fernsehauftritte ist er im ganzen Land ein bekanntes Gesicht. Und auch sein neues Branding trifft den Geschmack: Beim D&AD gewann es in diesem Jahr einen Pencil, beim Branchenaward FAB Gold als beste Arbeit in der Kategorie Brand Identity.

Lokale Bezüge ohne Klischee

Entwickelt hat den Auftritt die Peter Schmidt Group am Standort in Lissabon. Die Gestalter entwarfen einen minimalistischen Look, der subtil vermittelt, was die Küche von Kiko Martins auszeichnet: Sie lädt zum Entdecken ein und nimmt Gäste auf eine kulinarische Weltreise.

Diese Reise hat auch Kiko Martins hinter sich: Er bereiste mehr als zwanzig Länder auf allen Kontinenten, lernte Rezepte, Gewürze und Zubereitungsmethoden kennen und verwebte all diese zu einem einzigartigen kulinarischen Stil. Wegen genau diesem kommen Gäste in seine Restaurants – und davon erzählt das neue Branding. Dabei vermieden die Designer alle Klischees und vordergründigen Bezüge. Vielmehr gingen sie auf die Suche nach einer visuellen Idee, die die unterschiedlichsten Orte verbindet. Das Ergebnis waren geografische Daten. Denn jeder Ort der Welt lässt sich über Koordinaten definieren. Grad, Minuten, Sekunden – diese universale Sprache wurde zum Herzstück des Designs und vermischt sich mit dem Namen Kiko Martins‘ zu einem typografischen Auftritt.

Die Poesie des Hintergründigen

Das reduzierte Logo lässt sich auf jede Oberfläche übertragen: gestickt auf Schürzen, geprägt auf Tellern, gedruckt auf Menüs. Digital wie analog. Und immer in Harmonie mit der visuellen Identität der sehr unterschiedlichen Restaurants, die Kiko Martins betreibt. Als Partner mit an Bord: die Agentur Stream and Tough Guy, die die begleitende Kommunikationskampagne entwickelte.

Pedro Vilar, Chief Creative Officer der Peter Schmidt Group in Lissabon, erklärt: »Ein gutes Design schafft nicht nur Sichtbarkeit, sondern macht neugierig. Es spielt mit der Faszination des Hintergründigen und baut gerade dadurch emotionale Bindungen auf.« Auch für Kiko Martins bietet die Veränderung die Möglichkeit, seine Positionierung weiter zu schärfen: Bislang trat er als »Chef Kiko« auf, stellte jedoch fest, dass Menschen diesen Namen mit dem Beginn seiner Karriere assoziierten – dies passte nicht mehr zu seiner Wahrnehmung als etablierter Koch und seinen gewachsenen Ambitionen. Durch sein neues Personal Branding wird er zum Premiumabsender und Kosmopoliten; bereit, seiner kulinarischen Reise die nächsten Stationen und damit Koordinaten hinzuzufügen.

KikoMartins Schriftlogo

KikoMartins

KikoMartins

KikoMartins

KikoMartins Flaschen

KikoMartins Corporate Design

KikoMartins, Koch probiert ein Eis

KikoMartins

KikoMartins, ein Teller mit Essen

 

 

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Die Illustrationen des »NEINhorn« tauchten bei ChatGPT auf › PAGE online


NEIN, das ist wirklich eine Frechheit, würde der illustrative Kinderbuch-Charakter dazu sagen. Der Carlsen Verlag klagt gegen OpenAI, weil Texte und Illustrationen fast identisch bei ChatGPT angezeigt wurden.

Die Illustrationen des »NEINhorn« tauchten bei ChatGPT auf › PAGE online
Cover: Das NEINhorn. Von Marc-Uwe Kling, Autor, & Astrid Henn, Illustratorin, erschienen im Carlsen Verlag

Das »NEINhorn« ist die Hauptfigur eines bekannten und humorvoll umgesetzten Kinderbuches des Autors Marc-Uwe Kling, das von Astrid Henn illustriert wurde. Vor einiger Zeit tauchten »nahezu identische«, wie der Verlag selbst sagt, Zeichnungen in ChatGPT auf. Eine Freigabe für KI-Trainings gab es zuvor nicht. Jetzt klagt der Carlsen Verlag gegen OpenAI.

Hervorzuheben ist auch, dass nur sehr einfache Prompts nötig waren, um NEINhorn-Geschichten angezeigt zu bekommen. Die Illustrationen gleichen dem Original stark. Und es gibt weitere Vorschläge von ChatGPT zu rechtsverletzenden Illustrationen sowie Texten – ohne jede Erwähnung des Ursprungs.

Neinhorn Illustrationen Cover - original versus Fake
Gegenüberstellung von Original (links) und Fake (rechts, generiert von ChatGPT)

 

Viele Unsicherheiten

Urheberrechtsfragen zu Texten und Bildern sind bisher nicht ausreichend geklärt, was zu viel Unsicherheit führt – und zu rechtlichen Schritten wie in diesem Fall. Denn hier scheint es offensichtlich, dass die Illustrationen und Texte zum Training von Sprach- und Bildmodellen genutzt wurden.

Der Verlag kommentiert:

»Die von ChatGPT erzeugten Illustrationen lassen sich vom Original-NEINhorn kaum unterscheiden.«

Und weiter sei es außerdem so, dass »ChatGPT ganze Druckvorlagen für illustrierte Geschichten samt Umschlaggestaltung, Impressum, einer falschen Bestellnummer und Verlagslogo anbiete.«

Eine Prise Humor trotz Empörung

Obwohl die Urheber sich das nicht gefallen lassen wollen und nun rechtlich dagegen vorgehen, kommentieren sie es mit Humor. Und zwar wie das Neinhorn sagen würde: »NEIN« zum Klau von menschlich gefertigten Inhalten. Die Empörung ist natürlich trotzdem stark.

»OpenAI klaut einfach alle Kunst und Kultur der ganzen Welt und glaubt, damit durchzukommen? Da fällt dem NEINhorn nur ein Wort dazu ein: Nein!« (Marc-Uwe Kling, Autor)

Die Original-Illustrationen von Astrid Henn zum »NEINhorn« sind übrigens aktuell in einer großen interaktiven Familien-Sonderausstellung mit rund 30 Original-Illustrationen, Skizzen und Mitmach-Stationen im Karikaturmuseum Krems in Österreich (laufend bis zum 30. Juni 2027) zu sehen.

Die Rechtsfragen über Inhalteklau in Zeiten von ChatGPT und Co. gehen weiter, denn geklärt ist hier erst mal wenig. Dagegen vorzugehen, ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Was aber, wenn einzelne Illustrator:innen sich mit dieser Problematik konfrontiert sehen, ohne dass ein Verlag dahintersteht?

Helfen kann dabei eine Rechtsschutzversicherung für Freelancer:innen. Man sollte aber genau prüfen, inwiefern Plagiate durch KI und KI-Trainings abgedeckt sind.

 

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Böttcher wird BOETTCHER – Fahrradhersteller mit neuem Markenauftritt – Design Tagebuch


Der norddeutsche Fahrradhersteller Böttcher vollzieht eine visuelle, zugleich strategische Neuausrichtung. Unter dem künftig in Versalien und ohne Umlaut geschriebenen Namen BOETTCHER bündelt das Traditionsunternehmen seine Fahrradmarke, den Teile-Großhandel, den E-Commerce-Service sowie den eigenen Flagship-Store unter einer gemeinsamen Dachmarke.

Böttcher Fahrräder ist ein deutscher Fahrradhersteller und -großhändler mit Sitz in Wesseln bei Heide, Schleswig-Holstein. Das Unternehmen geht auf ein 1851 gegründetes Manufakturgeschäft zurück; Fahrräder werden seit 1907 gefertigt. Böttcher produziert individuelle Fahrräder und vertreibt zusätzlich Marken wie Grecos und Superior. Der Vertrieb richtet sich vor allem an den deutschen Fachhandel und reicht in weitere europäische Märkte. Regional ist das Unternehmen besonders in Norddeutschland verankert.

Das vor wenigen Tagen vollzogene Rebranding bedeutet für das Traditionsunternehmen die größte Veränderung des visuellen Erscheinungsbildes seit langer Zeit. In der Vergangenheit wurden die Marke Böttcher und das Unternehmen Böttcher visuell weitestgehend eigenständig geführt. Die Zusammenführung unter einem gemeinsamen Markendach sorge für Einheitlichkeit und kommuniziere eine zukunftsorientierte Ausrichtung, so das Unternehmen. Die neue Außendarstellung sei „moderner, cleaner, minimalistischer“, wie es im frisch relaunchten Webauftritt (boettcher-fahrraeder.de) heißt.

Böttcher Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Böttcher Fahrräder, Bildmontage: dt
Böttcher Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Böttcher Fahrräder, Bildmontage: dt

Das Logo wurde von Grund auf neu gestaltet. Aus einer Wortmarke mit handschriftlichem Charakter wurde ein aus schräg gestellten Großbuchstaben bestehendes Typologo. Die nach rechts geneigte Wortmarke kommuniziert Bewegung und Dynamik – ein im Kontext Radsport gängiges, weitverbreitetes Gestaltungsprinzip (siehe Wortmarken von Mitbewerbern wie Giant, Scott, Bergamont, Focus, Trek, Winora, Rose, Focus u.a.). Einkerbungen und die Zerlegung der Buchstaben in spitzkantige Segmente, wie beispielsweise beim E, dessen oberster Querstrich losgelöst vom vertikalen Stamm frei steht, betonen diesen Ausdruck. Die Umstellung der Schreibweise von „Ö“ auf „OE“ folgt der angestrebten stärkeren internationalen Positionierung.

Auch die traditionell am Fahrradrahmen montierte Plakette mit „B“-Bildmarke wurde redesignt. Dabei wurde die umgebende Schildform entfernt und die scriptuale Formensprache in eine stärker abstrahierte B-Form überführt. Das B fungiert im Sinne eines Sekundärlogos/Zweitzeichens.

Premiere feierte das neue Erscheinungsbild samt überarbeitetem Messestand auf der Fachmesse Bike&Co in Kassel. Wie Geschäftsführer Hauke Niemann betont, werde der neue Markenauftritt schrittweise über das kommende Jahr hinweg in allen analogen und digitalen Touchpoints ausgerollt. „Ein Rebranding passiert nicht von jetzt auf gleich, es ist ein stetiger Wandel, mit dem wir uns auch noch im kommenden Jahr intensiv beschäftigen müssen. Aber wir glauben daran, dass dies ein richtiger und wichtiger Schritt für unsere Marke ist“, so Niemann.

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