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Intelligenz und Gefahr: Claude Fable 5 und Claude Mythos 5
Jetzt veröffentlicht Anthropic die KI-Modelle der Mythos-Reihe. Es sind die besten, aber auch gefährlichsten Modelle des Unternehmens bisher. Deshalb und aufgrund des erwarteten Usage-Ansturms gibt es viele Einschränkungen.
Anthropic hat erst vor wenigen Wochen das hochleistungsfähige KI-Modell Claude Opus 4.8 vorgestellt, das schneller, schlauer und besser für den agentischen Einsatz als alle vorherigen Versionen ist. Jetzt kommt ein Modell, das alle bisherigen Modelle von Anthropic in den Schatten stellt. Mit Claude Fable 5 kommt das beste Anthropic-Modell aller Zeiten für die Allgemeinheit. Es brilliert in verschiedenen Bereichen, von Software-Entwicklung über wissenschaftliche Recherche bis hin zu visueller Wahrnehmung. Gerade bei langen und komplexen Aufgaben zeigt sich der Vorsprung gegenüber anderen Modellen. Claude Fable 5 gehört zur Mythos-Reihe, in der auch Claude Mythos 5 veröffentlicht wird – allerdings nur für eine kleine User-Gruppe im Project Glasswing. Beide Modelle kommen mit großen Sicherheitsvorkehrungen daher, da das KI-Unternehmen selbst warnt:
Releasing a model this capable comes with risks.
Nun erwartet Anthropic einen Ansturm der User und zeigt, in welchem Umfang die Modelle genutzt werden können. Bald sollen noch mehr Zugriffsoptionen auch für Claude Mythos 5 kommen. Und das, obwohl genau dieses Modell bereits für große Diskussionen um das Gefahrenpotential von hochintelligenten KI-Modellen gesorgt hat.
Erfahre in unserem ausführlichen Beitrag, warum der Launch von Anthropics Mythos-Modellen so problematisch ist, wovor das Unternehmen selbst warnt und auf welche Gefahren sich verschiedene Branchen in der Digitalwelt einstellen müssen.
Trotz Risiken:
Anthropics Modell Mythos kommt

Claude Fable 5 und Claude Mythos 5: Anthropics Megamodelle
Die beiden neuen KI-Modelle von Anthropic gehören zur Modellreihe Mythos und basieren auf der gleichen Modellstruktur. Beide Modelle zeigen im Test für verschiedene Benchmarks herausragende KI-Fertigkeiten und übertreffen zum Beispiel beim Agentic Coding und im Bereich Cybersicherheit nicht nur die Mythos Preview und Claude Opus 4.8, sondern auch Modelle wie GPT-5.5 und Gemini 3.1 Pro. Der Launch dieser Megamodelle soll Anthropics Plan, möglichst vielen Usern schnell neue KI-Optionen zu bieten, vorantreiben.
Dabei spielt die Sicherheit aber eine gewichtige Rolle, weshalb es Nutzungseinschränkungen für die Modelle gibt. Bei Claude Fable 5, das umfassend zur Verfügung gestellt wird, könnten die optimierten Fähigkeiten im Bereich der Cybersicherheit zu arglistigen Zwecken eingesetzt werden – ein Problem, das bereits für Diskussionen rund um die Sicherheit von Unternehmen, Organisationen und Usern geführt hat. Darum werden bei einigen Anfragen an das Modell Antworten des Modells Claude Opus 4.8 ausgespielt. Anthropic präzisiert jedoch nicht, bei welchen Themen genau das der Fall ist. Es soll jedoch in weniger als fünf Prozent der Anfragen vorkommen.
Die Sicherheitsvorkehrungen sollen ohnehin noch deutlich weiter ausgebaut werden. Schon jetzt gibt es eine Reihe von Classifiern, die als separate KI-Systeme potentielle Missbrauchsversuche der Modelle aufdecken sollen. Dazu kommt eine neue Vorgabe zur Datenspeicherung: Die Daten von Business-Kunde:innen, die bei der Nutzung von Mythos-Modellen generiert werden, müssen 30 Tage gespeichert werden. Sie werden nicht für das KI-Training genutzt, sind an menschliche Logins gebunden und sollen aber bei der Abwehr von neuartigen Cyberangriffen und Jailbreaks helfen.
Während Claude Fable 5 für die breite Allgemeinheit ausgerollt wird, steht Claude Mythos 5 nur einigen Usern zur Verfügung – vorerst.
Kosten und Zugriffsoptionen für die Modelle: Weitere Zugänge in Planung
Claude Fable 5 ist öffentlich verfügbar und wird bis zum 22. Juni in den Abonnements Pro, Max und Team sowie bei Enterprise-Abos mit einzelnen Usern ohne Aufpreis integriert. Danach müssen die User aber extra für die Nutzung zahlen und Credits aufwenden. Die Kosten für das Modell liegen bei zehn US-Dollar pro Million Input Tokens und 50 US-Dollar pro Million Output Tokens. Im späteren Verlauf der Entwicklung des Modells möchte Anthropic Claude Fable 5 als Standardmodell in allen Abonnements integrieren, möglichst schnell. Developer können Claude Fable 5 derweil in der Claude API nutzen. Anthropic erwartet eine hohe Nachfrage nach dem neuen Modell, weshalb die Zugriffsoptionen vorsichtig evaluiert werden.
Claude Mythos 5 hingegen können nur einige ausgewählte Researcher aus dem Biologiebereich einsetzen und einige Testpartner:innen aus dem Project Glasswing. Dort sind die Restriktionen für die Nutzung erweitert und Cybersicherheitsvorkehrungen noch strenger. Denn im Rahmen von Project Glasswing sollten ursprünglich insbesondere Sicherheitslücken mit dem Modell identifiziert und für eine Optimierung der Cybersicherheit in den Fokus gerückt werden. Künftig könnte Claude Mythos 5 aber auch für mehr User bereitgestellt werden, sofern ein erweitertes Trusted Access Program eingeführt wird.
Da aber Claude Fable 5 und Claude Mythos 5 grundsätzlich die gleiche Modellstruktur besitzen, verpassen User abgesehen von den Sicherheitsvorteilen nicht allzu viel ohne Zugriff auf Claude Mythos 5. Denn Anthropic betont, dass die Modelle sich nur durch die Sicherheitsvorgaben unterscheiden. Die unterschiedlichen Namen weisen bereits auf die grundlegende Ähnlichkeit hin. Fable nimmt Bezug auf das Lateinische: dort heißt fabula so viel wie „das Gesagte“. Das entspricht grob der Übersetzung des bekannten griechischen Wortes Mythos.
Fähigkeiten und Gefahren der Mythos-Modelle
Die Fähigkeiten der neuen Anthropic-Modelle sind immens. Dafür liefert das Unternehmen im eigenen Post zur Veröffentlichung zahlreiche Beispiele. Claude Fable 5 kann etwa bei einer 50 Millionen Zeilen langen Ruby-Codebasis eine Migration in nur einem Tag durchführen, was normalerweise Wochen Arbeit für ein Team bedeutet. Auch das Spielen von Spielen auf Basis von Reasoning-, Gedächtnis- und Vision-Optimierungen funktioniert. Das Modell schlug Pokémon FireRed nur mithilfe von Screenshots.
Claude Mythos 5 wiederum kann sogar eigenständig neue Hypothesen in der Molekularbiologie aufstellen und in der Genomforschung zum Beispiel Zelldaten für zahlreiche Spezies über Millionen von Zellen hinweg als Basis aufbauen, um maschinell Muster zu erkennen. Anthropic weiß, dass das viele Vorteile für die branchenübergreifende Weiterentwicklung mit sich bringt:
The capabilities of models like Fable 5 and Mythos 5 have the potential to do profound good for the world.
Gleichzeitig könnten die Fähigkeiten der Modelle zu Angriffen führen und gelten als Risikofaktor. Die Risiken werden vom Unternehmen als „substantiell“ eingestuft. Dabei verlässt man sich auf die Sicherheitsvorkehrungen und hofft womöglich, dass die Fähigkeiten der eigenen – und anderer – KI-Modelle nicht übermäßig zu bösartigen Zwecken eingesetzt werden. Keine KI-Entwicklung ohne Risiko, so könnte das Fazit lauten. Die Frage ist, wie groß das Risiko letztlich ist und welche Probleme auf die Digitalbranche zukommen, wenn KI-Modelle selbst Angriffe auf Banken, Forschungszentren, Medien und weitere Organisationen automatisieren könnten. Wir werden es in den nächsten Monaten und Jahren sehen. Die Hoffnung bleibt, dass die enormen KI-Möglichkeiten immerzu auch als Grundlage für Schutz- und Abwehrmechanismen dienen werden.
Anthropics Mega-IPO:
Dieser Börsengang könnte Tech-Geschichte schreiben
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