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Kein Vertrauen mehr in Oracle: Community-Stiftung will MySQL-Kurs korrigieren


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MySQL läuft auf Millionen von Webseiten, aber bislang fehlte eine unabhängige Stimme der Community. Die OurSQL Foundation will das nun ändern. Die frisch gegründete Non-Profit‑Organisation tritt mit dem Ziel an, die Nutzung und Weiterentwicklung der Open-Source-Datenbank langfristig zu fördern, und zwar losgelöst von Oracles strategischen Entscheidungen. Eine Zusammenarbeit mit Oracle schließt man jedoch explizit nicht aus. Voraussetzung: Es muss für beide Seiten vorteilhaft sein.

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Die Gründung der gemeinnützigen OurSQL Foundation kommt nicht aus heiterem Himmel. Sie erfolgt vielmehr als Antwort auf das mangelnde Vertrauen der MySQL-Community in den MySQL-Markenbesitzer Oracle. Deren Unzufriedenheit gipfelte unlängst in einem offenen Brief. Darin wurde Oracle für mangelnde Transparenz, Ressourcenprobleme und fehlende Mitsprache bei der Weiterentwicklung von MySQL kritisiert. Die Reaktion darauf blieb überschaubar: Oracle hatte zuletzt in einem Blog-Post öffentliche Diskussionsrunden zur Stärkung der MySQL-Community angekündigt.

Die OurSQL Foundation versteht sich laut Pressemitteilung als unabhängige Community‑Organisation, die Nutzerinnen und Nutzer, Entwickler und Unternehmen an einen virtuellen runden MySQL-Tisch holen will.

Geplant sind unter anderem eine herstellerneutrale Governance, öffentliches Bug‑Tracking, ein Tool‑ und Projektportal sowie Transparenz-Logs für Sicherheitspatches. Events und Workshops könnten ebenfalls zum Angebot der OurSQL Foundation gehören, um MySQL für künftige Generationen von Entwicklerinnen und Nutzern attraktiv zu machen.

Im Gründungsvorstand der Stiftung finden sich bekannte Persönlichkeiten aus der MySQL‑Community, was der OurSQL Foundation vom Start weg eine hohe Glaubwürdigkeit verleiht. Zu den Gründungsmitgliedern gehören beispielsweise Vadim Tkachenko (Präsident der OurSQL Foundation) und Peter Zaitsev, beide Mitgründer von Percona, sowie Sunny Bains, Softwarearchitekt bei PingCAP. Mit dabei ist auch Tomas Ulin, früherer Vice President of MySQL Engineering bei Oracle, der im September 2025 entlassen wurde, als rund 70 Mitglieder des MySQL-Teams ihren Job verloren.


(mro)



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