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Keine Alterskontrolle für Linux | heise online


Die geplanten Gesetze in Kalifornien und Colorado zur Altersprüfung in Betriebssystemen werden wohl nicht für Open-Source-Betriebssysteme gelten. In beiden Staaten wurden nach erheblichem Widerstand aus der Community Änderungen veranlasst, die freie Betriebssysteme explizit von den neuen Gesetzen ausnehmen. Die Gesetze sehen vor, dass Betriebssysteme beim Anlegen eines Benutzerkontos die Altersgruppe des Nutzers abfragen müssen, um es Apps und Webseiten auf Anfrage mitzuteilen.

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Die kalifornische Abgeordnete Buffy Wicks, aus deren Feder der „Digital Age Assurance Act“ stammt, hat im Februar Assembly Bill 1856 auf den Weg gebracht. Dieser Entwurf soll den Gesetzestext an entscheidenden Stellen verändern, noch bevor er 2027 wirksam wird. Nun steht AB 1856 vor der dritten Lesung in der kalifornischen Staatsversammlung und muss danach noch den Senat passieren, es wird ein positives Ergebnis erwartet. Neben kleineren Änderungen ist der entscheidende Satz die Definition eines „Operating System Providers“: Wer Software unter einer Lizenz vertreibt, die Endnutzern das Kopieren, Verändern und Weitergeben erlaubt, fällt jetzt explizit nicht mehr darunter. Damit sind die meisten Linux-Distributionen vom Gesetz effektiv nicht betroffen. Linux-basierte Systeme mit proprietären Komponenten, wie SteamOS oder typische Android-Versionen, fallen aber voraussichtlich nicht unter diese Ausnahme.

Der entsprechende Gesetzesentwurf in Colorado, Senate Bill 26-051, war noch nicht verabschiedet, bevor sich Widerstand regte: Carl Richell, CEO von System76, suchte medienwirksam das Gespräch mit Senator Matt Ball, einem der Hauptinitiatoren des Entwurfs. Im April wurde hier eine quasi identische Ausnahmeregelung erwirkt; wer Software unter einer freien Lizenz vertreibt, gilt nicht als „Operating System Provider“. Das Gesetz wurde einschließlich dieser Regel angenommen und tritt jetzt erst im Juli 2028 in Kraft.

Der kalifornische „Digital Age Assurance Act“ wurde 2025 als Assembly Bill 1043 aus der Taufe gehoben und sorgte für rege Diskussionen in der Open-Source-Gemeinschaft. Große Projekte wie Systemd und elementary OS hatten sich schon auf die notwendigen technischen Änderungen vorbereitet, während Projekte wie GrapheneOS und Ageless Linux sich gegen die Maßnahmen stemmten. Kritiker befürchten eine zukünftige Ausweitung der Gesetze, die es statt der Selbst-Angabe des Alters zum Beispiel vorsieht, sich einer staatlichen Stelle gegenüber ausweisen zu müssen. Die nun erarbeiteten Ausnahmeregelungen seien eine Blaupause für Open-Source-Entwickler, um gegen ähnliche Gesetzesvorschläge in anderen US-Staaten zu kämpfen, erklärte Richell. New York steht bereits mit einem noch strengeren Entwurf in den Startlöchern und sogar auf Bundesebene könnte der „Parents Decide Act“ bald für neue Diskussionen sorgen.


(dmk)



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