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KI-Startup sucht „Masturbationsberater“ – 100.000 Menschen bewerben sich


Mehr als 100.000 Menschen wollen diesen Job haben: Das KI-Startup Joi AI zahlt 1760 Euro für den Test einer neuen Erotik-Audiofunktion. Das Startup ist Anbieter von „KI-Beziehungen, die emotional, intellektuell und intim erfüllen“.

Das Erotik-KI-Startup Joi AI aus Zypern sucht Tester – und wird mit Bewerbungen überflutet.
joi.ai

KI-Unternehmen benötigen Tester und Trainer, um ihre Produkte weiterzuentwickeln. Bei dem Startup Joi AI aus Zypern ist diese Arbeit allerdings nicht jugendfrei: Joi AI sucht aktuell zehn „Masturbationsberater“, die eine neue Audiofunktion für Erwachsene testen sollen. Einzige Voraussetzung: ein Mindestalter von 18 Jahren. Für die Teilnahme zahlt das Unternehmen 2000 US-Dollar (rund 1760 Euro).

Aufgabe: Tagebuch zur Erfahrung schreiben

Die Stelle sei tatsächlich echt, betont das Unternehmen. Die Studie werde gemeinsam mit der Personalabteilung durchgeführt. Gesucht werden Teilnehmende unterschiedlichen Alters, Geschlechts und mit verschiedenen sexuellen Orientierungen. Die ausgewählten Bewerber sollen vier Wochen täglich geführte Audio-Sitzungen absolvieren und jede Woche kurze Berichte über ihre Erfahrungen verfassen.

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Schon über 100.000 Bewerbungen

Laut Julie Levin, Leiterin bei Joi AI, ist das Interesse enorm. Gegenüber uns sagte sie, das Unternehmen habe bereits mehr als 100.000 Bewerbungen erhalten. Als das Unternehmen die Stellenausschreibung in sozialen Netzwerken veröffentlichte, rechnete sie zwar mit Reaktionen, aber nicht mit einer solchen Resonanz.

„Was sollen wir mit 100.000 Bewerbungen machen?“, sagte Levin. „Eigentlich müsste ich sie Gewinner nennen, weil es so ein Wettbewerb geworden ist.“

Dieses Startup steckt dahinter

Joi AI, das sich 2025 von Eva AI in Joi AI umbenannte, beschreibt sich selbst als Anbieter von „KI-Beziehungen, die emotional, intellektuell und intim erfüllen“.

Das Angebot des Startups ist als Webanwendung verfügbar und nutzt ein münzbasiertes Bezahlmodell. Für 13,99 US-Dollar pro Monat (rund 12,30 Euro) erhalten Nutzer zunächst 1.000 Münzen. Nach Angaben von PitchBook hat Eva AI seit der Gründung im Jahr 2023 schätzungsweise 4 Millionen US-Dollar (rund 3,5 Millionen Euro) eingesammelt.

Levin wollte uns weder Investoren noch Umsätze oder konkrete Nutzerzahlen nennen. Sie erklärte jedoch, dass rund 70 Mitarbeiter an dem Produkt arbeiten und die Plattform mehrere Millionen Nutzer pro Monat verzeichnet.

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Erotik-KI boomt

Der Markt für erotische KI-Angebote befindet sich derzeit im Wandel. Das Unternehmen xAI von Elon Musk ist bislang das einzige große KI-Labor, das diesen Markt aktiv bedient. Es veröffentlichte KI-Begleiterinnen in Dessous sowie einen „Spicy Mode“, der erwachsenen Nutzern freizügigere Interaktionen ermöglicht.

Auch OpenAI hatte zeitweise angekündigt, die Möglichkeiten seiner Systeme um erotische Inhalte zu erweitern. Medienberichten zufolge rückte das Unternehmen später jedoch wieder von diesen Plänen ab.

KI-Startup trifft einen Nerv

Wer sich für den Job bei Joi AI bewerben möchte, muss zunächst einen kurzen Fragebogen ausfüllen. Eine der Fragen lautet: „Was hoffst du über dich selbst zu lernen?“

„Wir erwarten, dass die Menschen etwas darüber lernen, wie Masturbation ihr Leben beeinflusst – im positiven oder negativen Sinne“, sagte Levin. „Wir wollten, dass sie darüber nachdenken.“

Zusätzlich veröffentlichte Joi AI online einen Aufruf, Bewerbungs-Screenshots zu teilen. Mehrere Nutzer veröffentlichten daraufhin ihre Antworten auf genau diese Frage. „Ich möchte Teil der Geschichte sein“, schrieb ein Kommentator. Ein anderer erklärte, er hoffe, aus einer „verborgenen Gewohnheit“ Geld verdienen zu können.

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Bewerber sind zum Großteil Männer

Nachdem Levins E-Mail-Adresse öffentlich geteilt worden war, schickten zahlreiche Interessenten ihre Lebensläufe direkt an sie. Die meisten Bewerber seien Männer in ihren Zwanzigern und Dreißigern, sagte Levin.

„Ich glaube, das ist aktuell die begehrteste Stellenausschreibung überhaupt“, sagte Levin. „Man würde erwarten, dass so etwas bei OpenAI oder Google passiert. Tut es aber nicht.“

 





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