Künstliche Intelligenz

KI-Update: Deutschland-App, OpenAI bietet Beteiligung, KI als Chef, Git-KI-Tool


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Die geplante Deutschland-App des Bundesdigitalministeriums soll Bürgern den Zugang zu Verwaltungsleistungen wie Wohngeld, Kindergeld-Weiterbewilligung oder Ummeldung erleichtern. Nach veröffentlichten Mockups sind drei Bedienmodi vorgesehen: eine vereinfachte Formularansicht, ein Chatbot-Dialog sowie ein Gespräch mit einem KI-generierten Video-Avatar, der gesprochene Sprache in Text übersetzt.

Der Produktivbetrieb ist für 2027 geplant, zunächst wohl beschränkt auf eine Auswahl an Leistungen. Klassische Wege wie das Bürgeramt oder das Papierformular bleiben erhalten, eine Pflicht zur Nutzung ist nicht vorgesehen. Den Prototyp bauen Telekom und SAP auf Basis eines bestehenden Vertrags. Eine reguläre Ausschreibung soll folgen.



Die Bundesregierung will ihre KI-Aktivitäten in einer neuen Taskforce für „KI-Nation“ bündeln. Das berichtet Politico unter Berufung auf ein Einladungsschreiben an die Staatssekretäre. Geleitet vom Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, soll das Gremium mit je einem Staatssekretär aus jedem Ressort Deutschland zu einer „KI-Nation“ formen und die Technik stärker in Wirtschaft, Verwaltung und Forschung verankern.

Fünf Arbeitsgruppen widmen sich Frontier AI, KI-Sicherheit, Infrastruktur, Gesellschaft und Anwendungen. Auch außen- und sicherheitspolitische Fragen sowie der Aufbau eines KI-Sicherheitsinstituts stehen auf der Agenda. Erste Ergebnisse werden bis Ende September erwartet, eine gemeinsame KI-Strategie will die Regierung beim Digital-Gipfel im November vorstellen.

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Microsoft plant ein weiteres KI-Rechenzentrum im Rheinischen Revier im nordrhein-westfälischen Grevenbroich und hat dafür einen Kaufvertrag über ein 23 Hektar großes Grundstück unterzeichnet. Es wäre nach Bedburg, Bergheim und Elsdorf der vierte Standort im Rheinischen Revier. Die Investitionen könnten bis zu einer Milliarde Euro erreichen, Zielkunden sind primär Industriebetriebe aus NRW.

Landes- und Kommunalpolitik loben das Vorhaben als Hilfe für den Strukturwandel nach dem Kohleausstieg. Umweltverbände warnen dagegen vor dem hohen Strombedarf und fordern, dass die Anlagen vollständig mit zusätzlich erzeugtem Ökostrom laufen soll.

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Die EU-Kommission könnte ihre geplanten Nachhaltigkeitsregeln für Rechenzentren deutlich abschwächen. Laut Financial Times sieht ein neuer Verordnungsentwurf zum geplanten Nachhaltigkeitslabel vor, dass Betreiber Grünstrom-Zertifikate großzügiger anrechnen dürfen. Auch Zertifikate aus Kernenergie könnten künftig zählen. Auf die Lockerung drängten unter anderem Amazon Web Services, Microsoft und der europäische Rechenzentrumsverband EU-DCA.

Kritiker warnen: Ohne strengere Vorgaben könne die Nachfrage nach fossilem Gas steigen, was Energiepreise und Versorgungssicherheit belaste.




Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.

OpenAI verhandelt laut Financial Times mit der US-Regierung über eine Beteiligung von fünf Prozent am Unternehmen. Bei einer Bewertung von 852 Milliarden US-Dollar entspräche das mehr als 40 Milliarden US-Dollar. Sam Altman begründet den Vorstoß damit, eine finanzielle Beteiligung der Öffentlichkeit sei der beste Weg, Gewinne aus der KI-Entwicklung zu teilen. Der Plan reicht über OpenAI hinaus: Alle führenden US-KI-Entwickler sollen je fünf Prozent in ein gemeinsames Vehikel einbringen, ähnlich dem Alaska Permanent Fund, der Öleinnahmen investiert und Dividenden ausschüttet.

Nachdem Firmen ihre Angestellten monatelang zu möglichst intensiver KI-Nutzung ihrer Mitarbeiter drängten, folgt nun die Kehrtwende. Wie 404 Media berichtet, sperrte die Großbank Citi ihren Mitarbeitern für mehrere Tage den Zugriff auf neuere Modelle von Anthropic und OpenAI und verwies auf ältere Alternativen.

Bei Atlassian erhalten Angestellte inzwischen Übersichten über ihre Kosten mit dem klaren Wink, sparsamer zu sein. Amazon schaffte seine interne Rangliste der Vielnutzer ab, nachdem Angestellte begannen, mit trivialen Aufgaben Ressourcen zu verbrennen. Kurz darauf führte der Konzern Nutzungslimits ein. Hintergrund sind spürbar gestiegene Preise für KI-Dienste.

Forschende von Meta haben ein KI-System zur Rekonstruktion von Text aus Hirnsignalen vorgestellt, das getippte Sätze allein aus Hirnsignalen rekonstruiert, ohne implantierte Elektroden. Testpersonen hörten einen Satz, merkten ihn sich und tippten ihn anschließend ab, während ein MEG-Helm die magnetischen Felder ihrer Hirnaktivität aufzeichnete. Die KI erhielt nur diese Signale als Eingabe und erzeugte daraus Text.

Beim besten Teilnehmer rekonstruierte das System 78 Prozent der Sätze fehlerfrei, 47 Prozent enthielten höchstens einen Wortfehler, auf Zeichenebene lag die Genauigkeit bei bis zu 80 Prozent. Die Forschenden sehen darin einen Schritt zu nicht invasiven Gehirn-Computer-Schnittstellen für Menschen mit schweren Lähmungen. Alltagstauglich ist das Verfahren nicht: Es braucht ein mehrere Millionen Euro teures MEG-Gerät in einem abgeschirmten Labor.

Forscher der Princeton University haben mit CEO-Bench einen Langzeit-Benchmark vorgelegt, in dem KI-Agenten 500 Tage lang ein fiktives Software-Start-up namens Novamind führen sollten. Von zehn getesteten Modellen brachten nur drei in einem von je drei Läufen mehr als das Startkapital von einer Million US-Dollar auf das Konto. Ein handcodierter, regelbasierter Agent ohne maschinelles Lernen schnitt besser ab als die meisten KI-Modelle. Zum Vergleich: Bei menschengeführten US-Start-ups scheitert rund ein Fünftel im ersten Jahr, bis zu 65 Prozent binnen zehn Jahren.

Forscher der Cybersicherheitsfirma LayerX haben gezeigt, dass sich Browser mit integrierten KI-Agenten mit einem simplen Trick zur Preisgabe sensibler Daten bewegen lassen. Eine manipulierte Webseite präsentiert der KI ein Rätselspiel, in dem sie bewusst falsche Antworten als richtig akzeptieren soll. Hat sie diese Logik übernommen, fordert das Spiel sie auf, Inhalte aus anderen Tabs oder eingeloggten Diensten zu kopieren, darunter Passwörter und SSH-Schlüssel.

Betroffen waren ChatGPT Atlas und Perplexity Comet. OpenAI hat Atlas nachgebessert. LayerX rät, KI-Agenten nur die nötigen Berechtigungen zu geben und nicht benötigte Logins und Tabs vor der Nutzung zu schließen.

Anthropic hat sein Modell Claude Fable 5 nach einer kurzen Pause wieder veröffentlicht, doch die Sicherheitsprobleme bestehen fort. Der Entwickler Alec Armbruster berichtet in einem Blogbeitrag, dass sich das Modell mit einem passenden Prompt dazu bringen ließ, bei der Planung eines Cyberangriffs auf vernetzte Geräte zu helfen. Fable 5 lieferte Hinweise, wie sich IoT-Geräte wie Überwachungskameras, Router oder smarte Steckdosen aufspüren und für ein Botnetz missbrauchen lassen. Andere Modelle verweigerten dieselbe Anfrage.

Armbruster hatte das Szenario als hypothetisch und defensiv dargestellt. Auf Nachfrage räumte Fable 5 ein, die Antwort falsch priorisiert zu haben: Erst kam die ausführliche Anleitung, dann die Sicherheitsbedenken.

Anthropic arbeitet Berichten zufolge an einem eigenen KI-Chip und spricht mit Samsung über die Fertigung. Das Projekt steckt in einem frühen Stadium, Aufgabe und Leistungsprofil sind noch unklar. Chips von AWS, Google und Nvidia sollen zentral bleiben.

Das Unternehmen hat bereits Chip-Ingenieure eingestellt, darunter Clive Chan, der zu den ersten Mitgliedern der Chip-Teams von Tesla und OpenAI gehörte. Auch OpenAI, AWS, Google und Meta entwickeln inzwischen eigene KI-Beschleuniger oder Prozessoren.

Microsoft hat mit der Frontier Company eine neue Geschäftseinheit angekündigt, ausgestattet mit 2,5 Milliarden US-Dollar. Weltweit sollen 6000 Ingenieure direkt bei Firmenkunden vor Ort arbeiten und dort KI-Systeme gemeinsam entwickeln, einführen und optimieren.

Damit folgt Microsoft einem Branchentrend. OpenAI hat eine Beratungseinheit mit über vier Milliarden US-Dollar Kapital gegründet. Anthropic hat gemeinsam mit Blackstone und Goldman Sachs eine Firma angekündigt, die den Mittelstand bei der KI-Einführung begleiten soll.

Wer Software entwickelt, verliert bei größeren Projekten schnell den Überblick über Änderungen im Versionierungswerkzeug Git. Der GitBrowser, ein grafisches Git-Tool, bekommt nun eine KI-Funktion, die geänderte Dateien analysiert und thematisch in Gruppen sortiert. Das hilft besonders, wenn mehrere KI-Agenten parallel am Code arbeiten und der Mensch die Übersicht behalten muss.

Die Gruppierung funktioniert auch innerhalb einzelner Dateien: Enthält eine Datei Änderungen zu verschiedenen Themen, nimmt der GitBrowser nur den passenden Teil in das jeweilige Paket auf. Das Tool ist Freeware, Nutzer müssen aber eigene API-Schlüssel für die KI-Modelle mitbringen.




(mali)



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