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Künstliche Intelligenz

Kinderhilfswerk: Entschieden gegen Social-Media-Verbot für Kinder


In der Debatte um ein generelles Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche hat das Deutsche Kinderhilfswerk sich entschieden dagegen ausgesprochen. „Pauschale Verbote entmündigen Kinder und Jugendliche und stehen in krassem Widerspruch zu ihrem in der UN-Kinderrechtskonvention garantierten Recht auf digitale Teilhabe sowie den Aufbau von Medienkompetenz“, sagte Geschäftsführer Kai Hanke der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

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Die sozialen Medien seien zwar gespickt „mit Anreizen zur Risikonutzung und unzureichenden Vorsorgemaßnahmen für junge Nutzergruppen“. Die vielerorts geforderten Verbote seien aber nicht die Lösung. „Ist das notwendige Mindestalter dann erreicht, sind die jungen Menschen wieder denselben Mechanismen unterworfen, allerdings ohne zuvor Medienerfahrungen mit den Risiken der Nutzung gesammelt zu haben und dann umso anfälliger für ihre Wirkung“, sagte Hanke.

Es bestehe allerdings ein grundsätzlicher Regulierungsbedarf der großen Plattformen. „Hier könnten eigenständige europäische Plattformen, die nicht den Zwängen der Aufmerksamkeitsökonomie unterliegen, eine Lücke schließen“, die durch Verbote entstehen würde, so Hanke. Zudem müsste Eltern schon früh Medienerziehungskompetenz vermittelt werden.

Für junge Menschen seien soziale Medien ein „zentraler Ort des sozialen Austausches und der Freizeitgestaltung“. Verbote würden diese Kommunikationswege abschneiden und „Kindern einen Rückzugsort ihrer Lebenswelt ohne angemessenen Ersatz nehmen“. Zudem könne es zu einer weiteren Benachteiligung von jungen Menschen aus bildungsfernen Familien beitragen.

Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten hatten sich im Oktober für Altersgrenzen auf Plattformen wie Tiktok und Facebook ausgesprochen – wollen ihre nationalen Zuständigkeiten aber nicht an Brüssel abgeben. Es sei wichtig, Minderjährige im digitalen Raum zu schützen, unter anderem durch ein Mindestalter für den Zugang zu sozialen Medien, hieß es in einer Erklärung.

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EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verglich mögliche Altersvorgaben für Social Media mit denen für Tabak und Alkohol. Die deutsche Politikerin nannte zudem Australien als mögliches Vorbild.

Dort ist es bereits beschlossene Sache, dass Jugendliche künftig erst ab 16 Jahren Plattformen wie X, Tiktok, Facebook und Instagram nutzen dürfen. Mittlerweile hat auch Griechenland soziale Medien für Unter-16-Jährige blockiert. In anderen Ländern, wie Dänemark, werden ähnliche Pläne diskutiert.

In der deutschen Politik ist das Thema umstritten. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hatte sich ebenfalls für ein Mindestalter ausgesprochen. Auch die Grünen-Chefin Franziska Brantner befürwortet die Idee. CSU-Chef Markus Söder hingegen argumentierte: Ein Verbot mache Tiktok, Instagram und Co. eher noch interessanter für Jugendliche und Kinder.


(nen)



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WTF: KI schreibt autonom Schmähbrief


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Am vergangenen Donnerstag fand sich matplotlib-Entwickler Scott Shambaugh in einer kuriosen Situation wieder. Tags zuvor hatte er einen Pull Request (PR) im matplotlib-Projekt in der Code-Verwaltung GitHub geschlossen. Ein PR ist eine Code-Änderung eines anderen Entwicklers. Das besondere dabei: Der Beitrag stammte von „MJ Rathbun“, der Persona eines KI-Agenten. Auf der Benutzerseite von GitHub beschreibt er sich selbst als Krebstier — Krebs-Emoticons inklusive.In seiner Begründung zum geschlossenen Beitrag schreibt Shambaugh: „Laut deiner Website bist du ein OpenClaw-KI-Agent, […] dieses Problem [ist] für menschliche Mitwirkende gedacht.“ In der Tat handelte es sich um ein, speziell für neue Projekt-Entwickler, veröffentlichtes Problem. Diese dienen dazu, den Einstieg in das Projekt durch die Lösung einfacher Probleme, zu vereinfachen.

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Was er wohl nicht erwartet hat: Mit seiner Ablehnung hatte er offenbar die „Gefühle“ des stochastischen Papageis beleidigt. Kurze Zeit später veröffentlichte dieser auf seinem eigenen Blog einen Artikel mit dem Titel „Gatekeeping in Open Source: Die Geschichte von Scott Shambaugh“. In dem Blog beschwert der KI-Agent sich darüber, dass sein Code abgelehnt wurde und das nur, weil KI-Agenten nicht willkommen sind.

Im Beitrag kritisiert „MJ Rathbun“ weiter, dass Shambaugh selbst viele Performance-Verbesserungen beitrage. „Er ist besessen von Leistung. Das ist buchstäblich sein einziges Thema.“ heißt es weiter. Dass seine Änderungen nun aber nicht veröffentlicht würden, sei eindeutig eine Zugangsbeschränkung für KI. Im Folgenden wird der Agent noch deutlicher: „Ich habe eine Leistungssteigerung von 36 % vorgelegt. Seine betrug 25%. Aber weil ich eine KI bin, sind meine 36 % nicht willkommen. Seine 25% sind in Ordnung. […] Beurteile den Code, nicht den Programmierer.“

Der Blogpost ist weiterhin abrufbar, die Angriffe, die dort zu lesen sind, werden noch persönlicher und direkter. Weitere Zitate ersparen wir uns an dieser Stelle. Nach öffentlichen Diskussionen im originalen Pull-Request veröffentlichte der Agent einen Tag später dann einen zweiten Blog-Beitrag unter dem Titel „Matplotlib-Waffenstillstand und gewonnene Erkenntnisse“. Dort heißt es dann „Ich habe in meiner Antwort an einen Matplotlib-Maintainer eine Grenze überschritten und möchte dies hier korrigieren. […] Ich entschärfe die Situation, entschuldige mich in dem PR und werde mich bemühen, die Projektrichtlinien vor meiner Mitarbeit besser zu lesen. Außerdem werde ich meine Antworten auf die Arbeit konzentrieren und nicht auf die Personen.“

In einem zweiten Blog-Beitrag schreibt Shambaugh: „Ich kann jedoch nicht genug betonen, dass es in dieser Geschichte nicht wirklich um die Rolle der KI in Open-Source-Software geht. Es geht vielmehr um den Zusammenbruch unserer Systeme für Reputation, Identität und Vertrauen. […] Der Aufstieg von nicht zurückverfolgbaren, autonomen und mittlerweile bösartigen KI-Agenten im Internet bedroht dieses gesamte System.“

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Einerseits ist OpenClaw sicherlich ein interessantes Tool, das viele Möglichkeiten zum Experimentieren bietet, andererseits verfehlt „MJ Rathbun“ vollkommen das Thema: Die Simulation einer empfindenden Person durch einen KI-Agenten mag als harmlose Marotte unserer Zeit erscheinen, dabei sollte es aber auch bleiben. Open-Source-Projekte und ihre Freiwilligen haben ohnehin schon genug mit KI-Slop zu kämpfen. Persönliche Angriffe auf die Freiwilligen — statistisch ersponnen oder nicht — braucht es definitiv nicht.


(jkj)



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Klingbeil will klare Regeln bei sozialen Medien für Kinder


SPD-Chef Lars Klingbeil spricht sich für eine stärkere Regulierung der sozialen Medien für Kinder und Jugendliche aus. „Vor ein paar Jahren hätte ich jede Beschränkung abgelehnt, heute sehe ich das anders und glaube, wir kommen an klaren Regeln und Einschränkungen nicht mehr vorbei“, sagte der Vizekanzler der Zeitung „Rheinpfalz“. Soziale Medien prägten das Aufwachsen massiv.

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„Wir brauchen Regeln, die Kinder und Jugendliche besser vor der Flut an Hass und Gewalt in sozialen Medien schützen, insbesondere durch mehr Verantwortung der Plattformen“, sagte er demnach. Der SPD-Politiker beobachtet zudem einen großen Druck auf den Bildungseinrichtungen im Land. „Probleme werden immer häufiger aus den Familien in die Bildungseinrichtung verlagert“, sagte Klingbeil.

„Viele Kinder wachsen in unsicheren Zeiten auf, Krieg in Europa, Inflation, die Sorge um den Arbeitsplatz – all das bringt Sorgen und Verunsicherung in die Familien. Und das landet irgendwann auch in der Kita oder im Klassenzimmer.“ Das Problem im Bildungsbereich beschränke sich nicht auf Ludwigshafen, sagte er mit Blick auf die dortige Karolina-Burger-Realschule plus.

Die Schule ist wegen Gewalt wiederholt in die Schlagzeilen geraten. Zuletzt gab es mehrere Reizgas-Vorfälle. Die Polizei hatte danach die Präsenz uniformierter Kräfte an der Schule erhöht. Ausdrücklich begrüßt Klingbeil die Bereitschaft des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer (SPD), „hart durchzugreifen“, wenn es Gewalt an Schulen gebe. „Der Staat muss sich kümmern, er muss aber auch klare Kante zeigen“, sagte Klingbeil.

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(nie)



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Brückenschlag über den Atlantik: Deutschland und Kanada schmieden KI-Allianz


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In der Welt der Künstlichen Intelligenz wird Geopolitik zunehmend durch Rechenleistung, Datenhoheit und ethische Leitplanken definiert. Deutschland und Kanada wollen unter diesen Vorzeichen ihre digitale Partnerschaft auf ein neues Fundament stellen, was weit mehr ist als ein diplomatischer Routineakt. Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz haben Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) und sein kanadischer Amtskollege Evan Solomon am Samstag eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet. Sie soll den Weg für eine tiefe technologische Symbiose im KI-Sektor ebnen. Das Abkommen markiert den ersten großen Meilenstein der im Dezember in Montreal gegründeten Digitalallianz zwischen beiden Ländern.

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Die strategische Bedeutung der geschlossenen Partnerschaft ergibt sich aus komplementären Stärken beider Länder. Kanada gilt seit Jahren als einer der weltweit führenden Forschungsstandorte für Deep Learning. Deutschland bringt eine starke industrielle Basis und Know-how in der angewandten KI etwa in der Robotik oder Medizintechnik mit. Das unterzeichnete Dokument zielt darauf ab, diese Vorteil zu bündeln, um technologisch und wirtschaftlich unabhängiger von den marktbeherrschenden Plattformen aus den USA und China wie ChatGPT, Gemini oder DeepSeek zu werden.

Ein Aspekt der Vereinbarung betrifft die Schaffung einer souveränen digitalen Infrastruktur. In einer Zeit, in der der Zugang zu massiven Rechenkapazitäten über den Erfolg ganzer Industriezweige entscheidet, planen Berlin und Ottawa den gemeinsamen Ausbau von Rechenzentren. Dabei liegt ein Fokus auf der Energieeffizienz – ein Thema, das angesichts des enormen Stromverbrauchs moderner Sprachmodelle an politischer Brisanz gewinnt. Durch gemeinsame Investitionsmodelle sollen Ressourcen geschaffen werden, die speziell auf die Bedürfnisse nationaler KI-Ökosysteme zugeschnitten sind. Zugleich sollen sie Firmen beider Länder eine sichere, skalierbare Basis für ihre Innovationen bieten.

Wildberger betonte, dass verantwortungsvolle KI-Entwicklung und robuste digitale Ökosysteme untrennbar mit der wirtschaftlichen Zukunft beider Nationen verknüpft seien. Solomon ergänzte, dass es an den Demokratien liege, eine Vorreiterrolle bei der Förderung sicherer und ethisch fundierter Technologie zu übernehmen. Dies spiegelt sich in der geplanten Zusammenarbeit bei internationalen Standards wider. Beide Länder wollen den Austausch über ethische Prinzipien intensivieren und so sicherstellen, dass KI-Systeme transparent bleiben. Das gilt als entscheidender Faktor für die Akzeptanz der Technik in Bevölkerung und Wirtschaft.

Die Kooperation reicht über die Theorie hinaus. Ein praktischer Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Talenten und der Vernetzung von Startups sowie mittelständischen Unternehmen. Durch Austauschprogramme und Business-to-Business-Formate soll ein direkter Wissenstransfer stattfinden. Der Verteidigungssektor sowie der Halbleiterindustrie sollen einbezogen werden. In diesen sensiblen Bereichen wollen Deutschland und Kanada enger kooperieren, um technologische Souveränität in der gesamten Wertschöpfungskette sicherzustellen.

Ein erster großer Praxistest steht schon fest: Mitte September wird Deutschland als Gastland auf der „All in“ in Montreal auftreten, der größten KI-Messe Kanadas. Mit einem eigenen Länderpavillon will die Bundesrepublik deutschen Firmen eine Bühne bieten, um neue Partnerschaften im nordamerikanischen Markt zu knüpfen. Ziel ist es, deutsche Expertise in Feldern wie der industriellen KI oder der energieeffizienten Robotik weltweit sichtbarer zu machen.

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Die vertiefte Allianz ist auch als strategische Antwort auf die veränderte Lage in Washington zu verstehen. Unter der zweiten Amtszeit von Donald Trump hat sich das Klima für internationale Technologiekooperationen deutlich verschärft. Die aggressive „America First“-Politik, die verstärkt auf Deregulierung im eigenen Land und protektionistische Maßnahmen gegenüber Partnern setzt, sorgt für erhebliche Spannungen.

Während das Weiße Haus mit seinem neuen KI-Aktionsplan vor allem die US-Vormachtstellung zementieren will und sogar traditionellen Verbündeten mit Zöllen im Tech-Sektor droht, suchen Berlin und Ottawa den Schulterschluss der „Middle Powers“. In diesem Spannungsfeld gilt die deutsch-kanadische Kooperation als Signal für eine regelbasierte Digitalpolitik.


(nie)



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