Digital Business & Startups
Klein schlägt groß: Was Startups vom „Navy-Team“-Prinzip lernen können
In kaum einem Bereich wird Wachstum so sehr glorifiziert wie in der Startup-Szene. Neue Mittel? Sofort mehr Hiring. Erste Traction? Marketingbudget hochfahren. Doch viele Gründer:innen übersehen dabei einen entscheidenden Punkt: Zu frühes Skalieren ist einer der häufigsten Gründe für das Scheitern junger Unternehmen. Strukturen wachsen schneller als Kompetenzen, Verantwortlichkeiten werden diffus, Entscheidungen dauern länger. Und plötzlich kämpft das Unternehmen mehr mit sich selbst als mit dem Markt.
Begrenzte Ressourcen können dagegen erstaunlich hilfreich sein. Wenn man nicht einfach mehr Budget oder Köpfe ins Team holt, ist man gezwungen, genauer hinzuschauen: Was ist wirklich wichtig? Was bringt uns heute weiter und was erst später? Kleine Teams schaffen dabei automatisch mehr Klarheit und funktionieren vor allem dann, wenn sie fehlende Kapazität durch systematische Prozesse ersetzen.
Warum Startups häufig zu früh skalieren
Der Impuls dahinter ist verständlich: Mehr Menschen im Team wirkt wie Fortschritt. Doch in der Praxis zeigt sich oft ein anderes Bild:
- Rollen werden unklar, weil Strukturen noch gar nicht definiert sind.
- Marketing skaliert zu früh, bevor Produkt und Positionierung sauber geschärft wurden.
- Komplexität steigt, bevor Prozesse stabil laufen.
Das Ergebnis: Teams verbringen mehr Zeit in interner Koordination als in Wertschöpfung und verlieren an Geschwindigkeit.
Das „Navy-Team“-Prinzip: Kleine Einheiten, klare Mission, hohe Wirkung
Navy-Teams basieren auf einem einfachen, aber kraftvollen Organisationsprinzip: Wenige Expert:innen arbeiten an einer klar definierten Mission mit voller Verantwortung und ohne unnötige Zwischenebenen.
Das Modell folgt drei Grundprinzipien, die auch in Startups enorme Wirkung entfalten:
- Mission vor Ego: Entscheidungen orientieren sich an der Aufgabe, nicht an Hierarchien.
- End-to-End-Verantwortung: Teams tragen Verantwortung vom Problem bis zur Lösung.
- Extreme Klarheit: Jede Person kennt Ziel, Rahmen und Erfolgskriterium der Mission.
Was das in der Praxis bedeutet
Beispiel 1: Mini-Missionen statt großer Teams
Statt ein großes Team aufzubauen, das gleichzeitig Kampagnenstrategie, Creatives und Paid Media steuert, werden drei kleine, klar getrennte Einheiten gebildet. Jede fokussiert sich auf eine Mission und etabliert hier Prozesse.
Ergebnis: weniger Abstimmungsschleifen, schnellere Iterationen, messbar bessere Kampagnenqualität.
Beispiel 2: Tool-Rollouts wie Einsatzsimulationen
Neue Tools werden nicht „top-down“ eingeführt, sondern zuerst von einer kleinen Task Force getestet. Sie bewertet Nutzen, Stolpersteine und ROI und rollt das System erst dann aus, wenn es funktioniert.
Ergebnis: keine Reibungsverluste im Team, klarere KPIs, deutlich weniger Blindleistung.
Beispiel 3: Verantwortlichkeit ohne Mikromanagement
In Navy-Teams gilt: Wer am meisten weiß, entscheidet.
Übertragen heißt das: Wenn ein Performance-Marketer erkennt, dass eine Kampagne nicht performt, wartet er nicht auf eine Wochenbesprechung, er handelt.
Ergebnis: schnellere Reaktionen, weniger Budgetverschwendung, höhere Lernkurve.
Relevanz schlägt Reichweite: im Marketing wie im Produkt
Viele junge Unternehmen setzen auf größtmögliche Reichweite. Doch Reichweite ohne Relevanz erzeugt Kosten, keine Wirkung. Die entscheidende Frage ist nicht: Wie viele Menschen sehen uns? Sondern: Wie viele der Richtigen verstehen uns und handeln danach?
Relevanz entsteht, wenn…
- ein Produkt ein konkretes Problem präzise löst,
- Marketing klar positioniert ist und messbar wirkt,
- Teams wissen, was sie priorisieren und was sie bewusst weglassen.
Startups, die früh Relevanz erzeugen, skalieren später deutlich effizienter. Diejenigen, die auf Reichweite ohne Fundament setzen, laufen Gefahr, Komplexität statt Wachstum aufzubauen.
Was Gründer:innen jetzt konkret tun können
Um nachhaltig zu skalieren, braucht es vor allem Klarheit. Die wichtigsten Schritte:
1. Prioritäten schärfen: Wenige, klare Ziele schlagen breite, unscharfe Roadmaps.
2. Teams bewusst klein halten: Drei exzellente Teammitglieder mit automatisierten Prozessen erzeugen oft mehr Wirkung als zehn Durchschnittliche, mit deutlich weniger Koordinationskosten.
3. Entscheidungen messbar machen: Nur wer Daten nutzt, kann Tempo, Richtung und Ressourcen intelligent steuern.
4. Komplexität reduzieren: Standardisierte Prozesse, klare Rollen, wenige Ausnahmen und Automatisierung schaffen Geschwindigkeit, Resilienz und ersetzen Hiring.
5. Relevanz als strategische Leitgröße verankern: Wachstum darf kein Selbstzweck sein. Es muss ein Ergebnis von Wirkung sein.
Der Wendepunkt: Wirkung vor Wachstum
Der Druck, schnell groß zu werden, ist in der Startup-Welt allgegenwärtig. Doch nachhaltiger Erfolg entsteht selten dort, wo Strukturen früh aufgebläht werden. Er entsteht dort, wo Teams fokussiert arbeiten, Daten als Grundlage nutzen und frühzeitig Prozesse etablieren und automatisieren.
Das „Navy-Team“-Prinzip ist kein theoretisches Konzept. Es ist ein praktischer Weg, Startups widerstandsfähiger, schneller und wirkungsvoller zu machen, gerade in dynamischen Märkten.
Über den Autor
Markus Hetzenegger ist Gründer & CEO von NYBA. 2018 gegründet, zählt NYBA heute zu den führenden Marketing-Unternehmen im Live-Entertainment. Jährlich unterstützt NYBA rund 700 Künstler:innen weltweit, darunter Adele, Blue Man Group und Cirque du Soleil, und hat über 75 Mio. Tickets verkauft. Mit KI-, daten- und performancegetriebenem Marketing setzt NYBA neue Maßstäbe in der digitalen Ticketvermarktung und expandiert in die USA, UK und den Mittleren Osten.
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An diesem Tag startet die neue Staffel „Die Höhle der Löwen“
Im Februar startet die 19. Staffel von „Die Höhle der Löwen“. Einige Löwen sind wieder mit dabei, und es gibt neue Überraschungen.
Diese Investoren sind 2026 dabei
In der Jury sitzen in dieser Staffel bekannte Gesichter aus den vergangenen Staffeln: Darunter Dagmar Wöhrl, sie ist seit 2017 Teil der Show. Die frühere Bundestagsabgeordnete und Unternehmerin bringt Erfahrung aus Politik und Wirtschaft mit und achtet besonders auf tragfähige Geschäftsmodelle.
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Auch Judith Williams ist wieder dabei. Die deutsch-amerikanische Unternehmerin hat sich mit ihren Marken im Teleshopping ein europaweites Business aufgebaut. In der Höhle setzt sie vor allem auf Produkte mit starkem Marken- und Vertriebspotenzial.
Ralf Dümmel gehört ebenfalls zur Runde der DHDL-Staffel: Der Handelsprofi aus Bad Segeberg hat bereits in zahlreiche Startups investiert. Sein Fokus liegt auf Produkten, die schnell in den Handel gebracht werden können.
Und auch Carsten Maschmeyer ist wieder dabei. Der bekannte Unternehmer blickt auf viele Jahre Erfahrung als Investor zurück. In der Show sucht er vor allem nach skalierbaren Geschäftsmodellen und starken Gründerteams.
Investorin Janna Ensthaler konzentriert sich auf Green-Tech und nachhaltige Geschäftsmodelle. Sie prüft genau, ob Innovation und wirtschaftliches Potenzial zusammenpassen.
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Komplettiert wird die Runde von Frank Thelen: Der Tech-Investor ist nach seinem Comeback wieder regelmäßig in der Höhle zu sehen. Er interessiert sich besonders für technologiegetriebene Ideen mit internationalem Wachstumspotenzial.
Internationale Gründer, junge Teams und Promifaktor
Die 19. Staffel wird international: Teams aus Ecuador, Dubai, Österreich oder der Schweiz wollen die Löwen von sich und ihrem Geschäftsmodell überzeugen.
Auch sehr junge Gründerinnen und Gründer wollen sich in dieser Staffel in der Höhle beweisen – einige von ihnen sind erst zwischen 18 und 22 Jahre alt. Sie präsentieren unter anderem KI-Lösungen für den Schulunterricht sowie Anwendungen aus dem Bereich Augmented Reality.
Mit dabei sind außerdem prominente Gäste: Boxer Axel Schulz und Reality-TV-Star Laurenz Pesch treten in die Höhle der Löwen.
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Früher Start & Promi-Boxer: Das erwartet Fans in der neuen DHDL-Staffel
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Enua erhält 25 Millionen – Additive Drives bekommt zweistellige Millionensumme
#DealMonitor
+++ #DealMonitor +++ Cannabis-Startup Enua erhält 25 Millionen +++ Additive Drives streicht zweistellige Millionensumme ein +++ Lanes & Planes bekommt zweistellige Millionensumme +++ enclaive sammelt 4,1 Millionen ein +++

Im #DealMonitor für den 3. Februar werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.
STARTUPLAND: SAVE THE DATE

The next unicorn? You’ll meet it at STARTUPLAND
+++ Du hast unsere zweite STARTUPLAND verpasst? Dann trage Dir jetzt schon einmal unseren neuen Termin in Deinen Kalender ein: STARTUPLAND 2026 findet bereits am 18. März statt. Mehr über Startupland
INVESTMENTS
Enua
+++ Die Deutsche Bank stellt dem Cannabis-Startup Enua im Rahmen einer Fremdkapitalfinanzierung 25 Millionen Euro zur Verfügung. Die Rheinländer möchten das Kapital unter anderem für „gezielte Übernahmen“ nutzen. Das profitable Kölner Startup, 2018 von Lars Möhring und Markus Musiol gegründet, kümmert sich um „Erforschung, Herstellung sowie den Import und die Distribution von Cannabis“. Der Vertrieb erfolgt dabei über mehr als 1.000 Partner-Apotheken. 2025 erwirtschaftete das Team einen Umsatz in Höhe von 50 Millionen Euro (Vorjahr: 20 Millionen). 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten derzeit für Enua. Mehr über enua
Additive Drives
+++ Der dänische GreenTech-Geldgeber Nordic Alpha Partners und Altinvestor AM Ventures investieren eine zweistellige Millionensumme in Additive Drives. Das Unternehmen aus Dresden, 2020 von Philipp Arnold Jakob Jung und Axel Helm gegründet, kümmert sich um die „Entwicklung neuer, effizienterer und leistungsfähigerer Elektromotoren“. Der Münchner Investor AM Ventures investierte im Jahre 2020 bereits 1,5 Millionen US-Dollar in das profitable Unternehmen. AM Ventures hielt zuletzt 24,6 % an Additive Drives. Nordic Alpha Partners investierte hierzulande bereits in Variolytics, Stabl und DyeMansion. Mehr über Additive Drives
Lanes & Planes
+++ Die spanische Bank Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) investiert im Rahmen einer Growth Debt Finanzierung eine zweistellige Millionensumme in Lanes & Planes. Das frische Kapital soll das „anhaltende Wachstum und die Expansion des Scale-ups“ unterstützen. Das Startup aus München, 2017 von Veit Blumschein und Daniel Nolte gegründet, positioniert sich als B2B-SaaS-Lösung für Geschäftsreisen. Smash Capital, Battery Ventures, coparion, DN Capital und AllIron investierten zuletzt 35 Millionen US-Dollar in Lanes & Planes. Bis Ende 2023 flossen insgesamt 50 Millionen Euro in das Unternehmen. Smash Capital hielt zuletzt rund 20 % am Unternehmen. Mehr über Lanes & Planes
enclaive
+++ Der Berliner DeepTech-Investor Join Capital, Amadeus APEX Technology Fund und Auriga Cyber Ventures investieren 4,1 Millionen Euro in enclaive. Das Berliner Startup, 2022 von Sebastian Gajek und Andreas Walbrodt gegründet, setzt auf Confidential Computing. Das Team „ermöglicht es Unternehmen mit seiner Multi-Cloud-Plattform, sensible Daten und Anwendungen zuverlässig zu schützen, ohne ihren Code, ihre Tools oder ihre Prozesse anpassen zu müssen“. F-Technologies (Udo Filzmaier), Ammar Alkassar, Rainer Baumgart und Norbert Pohlmann investierten zuvor bereits 1,65 Millionen Euro in das Unternehmen. F-Technologies hielt vor der aktuellen Investmentrunde 17,2 % an enclaive. Mehr über enclaive
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
Foto (oben): azrael74
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