In dem Video-Format „I Got Spiked“ werden die Zuschauenden in eine Party hineinversetzt, die aus dem Ruder läuft.
Über die Gefahren von K.O.-Tropfen nicht nur trocken informieren, sondern diese auch emotional nachvollziehbar machen: Das ist das Ziel eines interaktiven Videoformats, das der Verein KO – Kein Opfer, KNSK und Stunning Studios anlässlich des ersten K.O.-Tropfen-Awareness-Tags entwickelt haben.
K.O.-Tropfen, ihre Gefahren und wie man sich davor schützen kann, sind ein wichtiges Thema, über das jedoch in der Öffentlichkeit noch viel zu selten gesprochen wird. Das liegt auch daran, dass Betroffene aus Scham häufig Angst haben, über ihre Erfahrungen zu sprechen. Um über dieses wichtige Thema aufzuklären und Betroffene zu ermutigen, ihr Schweigen zu brechen, wird dieses Jahr am 23. März der erste bundesweite K.O.-Tropfen-Awareness-Tag begangen. Dafür hat der Verein KO – Kein Opfer gemeinsam mit der Kreativagentur KNSK, Stunning Studio und Studierenden der FH Hagenberg ein interaktives Format entwickelt, dass informieren und Verständnis für Betroffene schaffen soll.
In der interaktiven Video-Experience „I got spiked“ erleben die Zuschauenden aus der Perspektive von Lisa eine Party, die sie mit ihrer Freundin und deren neuem Freund besucht. Doch was anfangs wie eine harmlose Situation wirkt, wird schnell bedrohlich, als Lisa plötzlich aus dem nichts schwindelig wird. Im Laufe des Videos können die Zuschauenden immer eingreifen und den weiteren Verlauf des Abends bestimmen. Das Format soll zeigen, wie leicht einem beim Feiern K.O.-Tropfen ins Getränk gegeben werden können und wie man sich und seine Freunde am besten schützen kann. Am Ende der Handlung folgen Clips, in denen Betroffene von ihren realen Erfahrungen mit K.O.-Tropfen erzählen. KO – Kein Opfer, KNSK und Stunning Studio haben sich bewusst für ein interaktives Format entschieden: Im Gegensatz zum rein passiven Anschauen eines Videos können sich die Zuschauenden hier besonders gut in die Protagonistin Lisa hineinversetzen und mit ihr erleben, wie bedrohlich sich der Einsatz von K.O.-Tropfen anfühlt. „Wir wollten die Gefahr von K.O.-Tropfen so erfahrbar machen, dass Menschen nicht nur informiert werden, sondern die Situation emotional nachvollziehen können. So entsteht aus einem sensiblen Thema eine unmittelbare Erfahrung, die berührt, im Bewusstsein bleibt und nachhaltig etwas bei den Menschen verändert“, erklärt Christine Niemann, Produzentin & Co-Founderin von Stunning Studio. Nina Fuchs, Vorstandvorsitzende von KO – Kein Opfer e.V. ergänzt, dass man mit diesem Format auch Menschen erreichen wolle, die mit dem Thema bisher kaum Berührungspunkte hatten.
Für die kreative Konzeption und Produktion des Formats war das Kreativstudio Stunning Studio verantwortlich, während KNSK die Strategie rund um die Kampagne entwickelt hat. Das interaktive Storytelling wurde gemeinsam mit Studierenden der FH Hagenberg entwickelt. Für die technische Umsetzung der Erzählstruktur wurde die Plattform Choiz.io genutzt, mit der lineare Inhalte wie Videos in interaktive gamifizierte Nutzererlebnisse übersetzt werden können.
Am Aktionstag am 23. März wird das Video-Format um 15 Uhr als Live-Community-Event auf Twitch präsentiert. Die Zuschauerinnen und Zuschauer können dabei über den Live-Chat miteintscheiden, welcher Handlungsstrang gewählt werden soll. So wird aus dem interaktiven Format eine gemeinschaftliche Erfahrung. „‚I Got Spiked‘ zeigt, wie Idee, Technologie und Community zusammenwirken können, um aus passivem Zuschauen eine gemeinsame Experience zu machen“, kommentiert Alexander Grapp, CCO von KNSK. Begleitet wird das Live-Event durch bekannte Streamerinnen wie Mienah, Pandorya oder Freiraumreh, die auf ihren eigenen Channels ebenfalls auf das wichtige Thema aufmerksam machen.
Unabhängig von der Premiere auf Twitch kann das Video-Format jederzeit auf der Webseite
igotspiked.de abgerufen werden. Dort findet man auch weitere Informationen zum Thema K.O.-Tropfen sowie Notfallkontakte für Betroffene. Um Aufklärung rund um das Thema zu fördern, weist die Kampagne außerdem auf eine wissenschaftliche Studie der TU Chemnitz hin: Diese untersucht gemeinsam mit Partnern in Innsbruck und Dresden den Einsatz von K.O.-Tropfen und die Folgen für Betroffene und führt dafür noch bis Ende des Jahres eine anonyme
Online-Befragung durch.