Künstliche Intelligenz

Kommentar: Was John Ternus bei Apple angehen muss


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Tim Cook hat Apple in eine unglaubliche Gelddruckmaschine verwandelt, das ist unbestritten. Allein von Januar bis März 2026 erzielte der Konzern mehr Umsatz und mehr Gewinn als im gesamten Geschäftsjahr 2011, als Cook den CEO-Posten übernahm. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.

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Statt vergeblich den Produktvisionär zu mimen, nahm Cook die bahnbrechenden Produkte, die unter Jobs und Ive entstanden waren, und skalierte diese in ungeahnte Höhen.

Ähnliches glückte ihm mit dem Dienstegeschäft, das inzwischen das zweitgrößte Standbein hinter dem iPhone ist. Und Cook stellte fraglos wichtige Weichen bei Datenschutz, Sicherheit, Umweltschutz und Gesundheitsfunktionen.

Um die ultraeffiziente Lieferkette aufzubauen, begab sich Cook allerdings in tiefe Abhängigkeit von China.

Auch Apples knallhart geführte Services-Sparte birgt zusehends Schattenseiten: Das reicht von frustrierten Entwicklern über immer argwöhnischere Wettbewerbshüter bis zu verärgerten Kunden, die in Betriebssystemen und Apple-Apps weder Reklame noch Abo-Upselling sehen wollen.




Leo Becker betrachtet die Technikbranche seit über 25 Jahren durch die Apple-Lupe – von digitaler Musik über den Durchmarsch von Mobilgeräten und Cloud bis zu Künstlicher Intelligenz. Für die Mac & i schreibt und spricht er über iPhones, Macs, iPads, Watches und manchmal sogar die Vision Pro.

Grundlegende Produktinnovationen waren in der Ära Cook spärlich gesät: Die beiden größten Hits – Watch und AirPods – stehen nicht auf eigenen Beinen, da Apple sie als iPhone-Accessoires konzipiert hat. Bei Apple Home war in den vergangenen Jahren wenig Bewegung zu erkennen. Gewagtere Projekte wie das „Apple Car“ hat Cook bereits selbst abgesägt.

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Die Vision Pro schaffte es zwar bis in den Handel, kam seitdem aber kaum vom Fleck. Und generative KI hat Apple verschlafen und muss erst beweisen, dass sie hier überhaupt etwas Sinnvolles liefern können.

Nun darf mit John Ternus ein Ingenieur das nächste Kapitel an der Apple-Spitze aufschlagen. Wo dessen Prioritäten liegen, wissen wir aktuell nicht.

Das MacBook Neo macht aber Hoffnung: Statt ältere Modellreihen über Jahre mitzuschleifen, wie unter Cook nur allzu gängig, hat Apple sich die Mühe gemacht, einen bezahlbaren Computer neu zu bauen. Das war hoffentlich erst der Anfang einer langen Reihe spannender Hardware-Innovationen.

Dieser Kommentar erschien zuerst als Editorial in Mac & i 3/2026 – jetzt frisch am Kiosk und im heise shop.


(bsc)



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