Künstliche Intelligenz
Kompressor-Kühlbox Zcamp GE40 im Test: stabil, groß & bis minus 20 Grad
Die Kompressor-Kühlbox Zcamp GE40 bietet 37 Liter Volumen, kühlt bis -20 °C und lässt sich per App steuern. Im Test überzeugt sie mit Tempo und leisem Betrieb.
Wer für Campingurlaub, Roadtrip oder Gartenparty eine leistungsfähige Kühlbox sucht, findet mit der GE40 ein interessantes Modell. Sie kombiniert kräftigen Kompressor, App-Steuerung und wechselbaren Türanschlag mit einem Preis, der deutlich unter dem etablierten Markenhersteller liegt.
Auffällig: Das Gerät gibt es baugleich auch unter Namen wie Alpicool oder Standheiz zu kaufen – es handelt sich also um ein OEM-Produkt, bei dem sich lediglich Aufkleber, Farbe und Preis unterscheiden. Im Test zeigt sich, wie sich die Box ab 192 Euro im Alltag schlägt und ob sie den Kampf gegen die etablierte Konkurrenz aufnehmen kann.
Design & Verarbeitung
Die Zcamp GE40 misst 61,4 × 36,5 × 44,4 cm und gehört damit zu den mittelgroßen Kompressor-Kühlboxen. Der Hersteller wirbt mit 40 Litern Fassungsvermögen, im Kleingedruckten steht dann jedoch, dass die tatsächliche Nutzkapazität bei 37,1 Litern liegt – die 40 sind schlicht gerundet. Für die meisten Camper und Wochenendausflügler reicht das Volumen locker aus, um Getränke und Lebensmittel für mehrere Tage unterzubringen. Auf Partys eignet sie sich prima als kleiner Getränkekühlschrank.
Das Gehäuse macht einen soliden Eindruck, wenn es auch nicht ganz so hochwertig wirkt wie bei Anker oder Ecoflow. Auffällig ist der einfach aufgeklebte Firmenschriftzug – ein deutliches Zeichen für die OEM-Herkunft. Praktisch: Der Türanschlag lässt sich nach links oder rechts wechseln, was die Aufstellung im Van oder Wohnmobil deutlich flexibler macht. Stabile Griffe an den Seiten, ein integrierter Flaschenöffner und sogar ein Maßband auf dem Deckel gehören zur Ausstattung. Für eine zuverlässige Transportsicherung stehen vier Ösen zum Verzurren zur Verfügung. Rollen oder ein Teleskopgriff fehlen, das Tragen erledigt man klassisch zu zweit.
Ein Pluspunkt für die Praxis ist der Wasserablass im Boden. Damit lässt sich der Innenraum nach dem Auftauen oder Reinigen bequem entleeren – ein Detail, das viele günstigere Boxen vermissen lassen. Die Innenkammer ist glatt gearbeitet und besitzt abgerundete Ecken, was die Reinigung erleichtert.
Bilderstrecke Zcamp GE40
Bedienung & Ausstattung
Die Steuerung erfolgt über ein gut ablesbares LED-Display an der Front oder per Smartphone-App. Die App ermöglicht es, die Zieltemperatur bequem vom Sofa oder Campingstuhl aus einzustellen und den Betriebsmodus zu wechseln. Das Temperaturspektrum reicht von +20 °C bis -20 °C, sodass die Box sowohl als Kühlschrank für Getränke als auch als vollwertiger Gefrierschrank für Fleisch, Fisch oder Speiseeis dient.
Bei der Stromversorgung zeigt sich die Zcamp GE40 flexibel: 12 V und 24 V DC decken den Betrieb im PKW, LKW oder Wohnmobil ab, per 100–240 V AC läuft sie zu Hause an der Steckdose. Einen integrierten Akku wie bei Anker oder Ecoflow gibt es nicht – wer autark unterwegs sein will, muss also eine Powerstation (Bestenliste) einpacken. Die monatlichen Stromkosten liegen laut Hersteller bei etwa ein bis zwei Euro. Der tatsächliche Verbrauch ist natürlich auch von der eingestellten Solltemperatur, der Außentemperatur und der Menge an zu kühlenden Getränken abhängig.
Praktische Details wie die Innenbeleuchtung erleichtern das Suchen im Dunkeln, der eingebaute Flaschenöffner spart den Griff zum Werkzeug. Ein Eco-Modus reduziert den Verbrauch laut Hersteller auf 45 Watt und schont so die Fahrzeugbatterie oder Powerstation.
Kühlleistung
Im Praxistest überzeugt die Zcamp GE40 mit ordentlichem Tempo beim Herunterkühlen. Von 23 °C Zimmertemperatur auf 1 °C benötigt sie exakt 30 Minuten – ein guter Wert für eine Box dieser Größenklasse. Nach einer Stunde zeigt das Display bereits -13 °C an, nach einer Stunde und zwanzig Minuten erreicht das Gerät die Minimaltemperatur von -20 °C. Damit spielt sie beim reinen Kühltempo auf Augenhöhe mit deutlich teureren Modellen.
Auch bei sommerlichen Außentemperaturen hält die Box die eingestellte Temperatur stabil. Der Kompressor arbeitet nicht durchgehend, sondern taktet sich nach Bedarf ein – das schont Strom und Ohren. Mit unter 45 dB im Betrieb ist die Box ausreichend leise und lässt sich auch in Zeltnähe platzieren, ohne die Nachtruhe zu sehr zu stören.
Da ein Akku fehlt, muss für autarken Betrieb eine externe Stromquelle her. In Kombination mit einer Powerstation eignet sich die GE40 dennoch gut für längere Outdoor-Einsätze. Kühlzonen mit getrennt regelbaren Bereichen bietet das Modell allerdings nicht – wer Grillfleisch und Eis strikt trennen will, muss zu größeren Modellen greifen.
Preis
Die Zcamp GE40 ist bei Amazon ab rund 175 Euro erhältlich, allerdings aktuell nur aus UK lieferbar. Bei Ebay kostet unser Testmodell rund 192 Euro. Das baugleiche Modell kostet unter dem Namen Standheiz 234 Euro – unter dem Namen Alpicool sind rund 220 Euro fällig.
Die aktuellen Preise sind in Ordnung – die GE40 gibt es allerdings regelmäßig schon ab 140 Euro, dann ist sie ein echtes Schnäppchen und man sollte zuschlagen.
Fazit
Die Zcamp GE40 ist eine solide und schnelle Kompressor-Kühlbox zum fairen Preis ab 192 Euro. Sie kühlt zügig von Raumtemperatur auf -20 °C, arbeitet mit 45 dB angenehm leise und bietet mit 37 Litern genug Platz für Wochenendtrips oder Familienausflüge. App-Steuerung, wechselbarer Türanschlag, Wasserablass und der integrierte Flaschenöffner sind praktische Extras, die den Alltag erleichtern.
Abstriche gibt es beim fehlenden Akku – wer wirklich autark kühlen will, muss selbst für eine Stromquelle sorgen. Auch die etwas geschönte Volumenangabe (40 statt tatsächlich 37,1 Liter) und der schlicht aufgeklebte Markenname trüben den Gesamteindruck leicht. Wer damit leben kann und keinen Marken-Aufpreis zahlen möchte, bekommt hier eine leistungsstarke Kühlbox, die im Test überzeugt.