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Kreative Mikrotransaktionen: Für Halo 4 stand kurz ein Echtgeld-Auktionshaus im Raum

Ein Echtgeld-Auktionshaus für Ingame-Gegenstände wie in Diablo 3 in den vierten Teil von Halo zu bauen klingt schräg? Ein ehemaliger Microsoft-CEO soll das kurz anders gesehen und eine entsprechende Idee während einer Präsentation des Spiels vorgeschlagen haben.
In einem Action-Rollenspiel wie Diablo 3 sammelten Spieler zufällig generierte Beute, die teils auch gehandelt wurde. In Blizzards Augen war das Grund genug, ein eigenes Auktionshaus in das Spiel zu integrieren. Dort konnten Spieler Gegenstände kaufen und verkaufen. Das war zwar auch in der Spielwährung möglich, wurde aber nur für Ramsch genutzt. Alles andere ging in harter Währung über den Tisch, von der sich Blizzard einen Teil nahm – und nebenbei das Sammelprinzip des Spiels entwertete.
Erschwerend kam hinzu, dass der höchste Schwierigkeitsgrad am Anfang ohne den Kauf von Gegenständen kaum zu erreichen war, was Pay-to-Win-Vorwürfe aufkommen ließ. Das Experiment ging damit vorhersehbar aus. Spieler befanden die Idee nicht nur vor, sondern besonders nach der Veröffentlichung für so brilliant, dass das Auktionshaus nach zwei Jahren wieder gehen musste, um das Spiel zu retten.
Kritisierte Idee für Halo 4
In diesem Kontext und Zeitraum, berichtet ein ehemaliger Leveldesigner von Halo 4, habe der damalige Xbox-CEO Don Mattrick während einer internen Präsentation des Spiels vorgeschlagen, die Idee des Echtgeld-Auktionshauses für den Shooter zu kopieren. Angeboten werden sollten Skins für den Mantis-Mech. Anwesende des Meetings hätten dabei so getan, als sei dies eine revolutionäre Idee, die die Entwickler umsetzen würden. Da sich im Spiel aber keine Spur von Skins für die Mantis oder eines Auktionshauses findet, kann es mit der Verfolgung dieser Pläne nicht weit her gewesen sein.
Dan Callan hat daher kein besonders positives Bild von Führungskräften. Er zieht aus der Situation die Schlussfolgerung, dass Branchen-Manager „dumme, abgehobene, geldgierige Idioten“ seien und merkt an, es hätte ihn ernsthaft überrascht, wenn Mattrick „sich fünf Minuten später noch daran hätte erinnern können, was er gesagt hat“. Eine solche zynische Perspektive ignoriert ein Stück weit, dass die Aufgabe eines Managers eine andere ist. Er muss, insbesondere in börsennotierten Unternehmen Gewinne maximieren, seine Blick ist von diesem ökonomischen Ziel geprägt. Was das angeht, ist das Potential eines solchen Auktionshauses riesig. Die Umsetzung gelang bisher jedoch nur einem Unternehmen in ähnlicher Form: Valve mit dem Steam-Marktplatz.