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Küstenautobahn A20 kann weitergebaut werden


Es ist eines der größten Vorhaben im Rahmen der 17 im Jahr 1991 beschlossenen Verkehrsprojekte Deutsche Einheit: Die Küstenautobahn A20 ist in Teilen seit vielen Jahren im Bau und noch viel länger umstritten. Nun haben sich die Befürworter in einem Teil durchgesetzt: Nach mehr als einem Jahrzehnt kann das Projekt nahe Bad Segeberg fortgesetzt werden. BUND und das Land Schleswig-Holstein haben sich geeinigt.

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Das Land und der Umweltverband BUND haben sich über mehr Schutz rund um die als größtes Fledermaus-Überwinterungsquartier Deutschlands geltenden Kalkberghöhen geeinigt. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sprach von einem historischen Tag. Geplant ist laut BUND die Gründung einer mit 14 Millionen Euro ausgestatteten Landesstiftung Fledermausschutz, um Schutzmaßnahmen für die bedrohten Tiere umzusetzen. Das Geld stellt das Land bereit. Im Gegenzug wird der BUND seine Klage beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gegen den Bau des zehn Kilometer langen A20-Abschnitts von Weede bis Wittenborn zurückziehen. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) begrüßte die Einigung und bezeichnete das Vorhaben als eines der wichtigsten Autobahnprojekte in Deutschland. Sobald es bestandskräftiges Baurecht gebe, werde sich der Bund unmittelbar um die Finanzierung kümmern.

Die A20 ist zum Teil seit Jahren in Betrieb. Der östliche Teil wurde 2005 mit dem Schließen der letzten Lücken fertiggestellt. Damit sind aktuell rund 345 von insgesamt 545 Kilometern in Betrieb. Nach Fertigstellung wird der neue Teil der A20 die Autobahnen A7, A21, A23, A27 und A29 kreuzen und an A26 und A28 angeschlossen. Auf dem Weg der A20 liegen auch Elbe und Weser, die über- oder unterquert werden müssen. Im Jahr 2021 belief sich eine Schätzung der Kosten für den Weiterbau der A20 auf rund 5,1 Milliarden Euro. Laut einem neuen Bericht von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) an den Haushaltsausschuss des Bundestags sollen es nun 8,5 Milliarden Euro sein.

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(mfz)



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JetBrains Databao: Kontrollierte KI-Analysen statt Datenblindflug


Der tschechische Toolhersteller JetBrains erweitert sein Portfolio um ein neues Datenprodukt. Databao soll KI-gestützte Analysen auf eine kontrollierte und nachvollziehbare Grundlage stellen. Die KI wertet Daten nicht mehr direkt und ohne Kontext aus. Stattdessen legt Databao eine semantische Schicht über die Daten, in der wichtige Begriffe, Kennzahlen und Zusammenhänge eindeutig definiert sind. So arbeitet die KI mit klaren Regeln und einheitlichen Definitionen, was die Ergebnisse verständlicher und verlässlicher machen soll.

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Damit adressiert JetBrains ein zentrales Problem vieler KI-Analytics-Ansätze. Sprachmodelle erzeugen zwar SQL-Abfragen, scheitern in der Praxis aber häufig an inkonsistenten Definitionen, fehlerhaften Joins oder missverstandenen Datentypen.

Im Zentrum steht eine CLI-basierte Context Engine. Sie extrahiert Schemata und Metadaten aus Datenbanken sowie Informationen aus BI-Tools (Business Intelligence) und Dokumentationen. Daraus entsteht eine semantische Schicht, also eine formalisierte Beschreibung von Geschäftsbegriffen, Kennzahlen und Beziehungen zwischen Tabellen.

Diese Schicht gibt der KI einen klaren Rahmen vor. Sie nutzt festgelegte und geprüfte Definitionen, statt Tabellenstrukturen eigenständig zu interpretieren. So erzeugt sie zuverlässigere Abfragen und liefert bei gleichen Fragen konsistente Ergebnisse.


JetBrains Databao Diagramm zur Funktionsweise

JetBrains Databao Diagramm zur Funktionsweise

Das Diagramm zeigt, wie Databao Datenquellen über eine Context Engine in eine semantische Schicht überführt, auf der ein KI-Agent Analysen erzeugt und die Ergebnisse über eine teamfähige Plattform bereitstellt.

(Bild: JetBrains)

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Ergänzend stellt JetBrains einen Data Agent als quelloffenes Python-SDK (Software Development Kit) bereit. Der Agent nutzt die semantische Schicht, um SQL-Abfragen zu erzeugen, Daten aufzubereiten und Ergebnisse zu visualisieren. Laut Hersteller verarbeitet das System auch komplexe Abfragen mit mehreren Tabellen zuverlässig. JetBrains erreichte mit Databao kürzlich Platz eins im DBT-Track des SPIDER 2.0 Text-to-SQL-Benchmarks, einem der wichtigsten Benchmarks für SQL-Generierung.

Die Komponenten lassen sich lokal einsetzen. Perspektivisch will JetBrains Databao jedoch um eine SaaS-Ebene (Software as a Service) erweitern, die Teamfunktionen, gemeinsamen Kontext und produktionsreife Betriebsmodelle bietet.

Nähere Informationen zu Databao finden sich im Ankündigungsbeitrag auf dem JetBrains-Blog.


(mdo)



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VW-Betriebsrat: Anerkennungsprämie für Mitarbeiter gefordert


Angesichts des überraschend positiven Kapitalflusses bei VW fordert der Betriebsrat eine Prämie für die Tarifbeschäftigten. Betriebsratschefin Daniela Cavallo begründete den Vorstoß mit den sechs Milliarden Euro, um die Volkswagen zuletzt seinen Kapitalfluss nach oben korrigiert hatte. „Wenn jetzt alle gemeinsam in Sachen Kostendisziplin derart gut abgeliefert haben“, argumentiert Cavallo in einer Extra-Ausgabe der Betriebsratszeitung Mitbestimmen, „ist eine Anerkennungsprämie nur fair. Die fordern wir für alle Haustarifbeschäftigten, Sachsen inklusive.“

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Fließen könnte die Prämie nach Vorstellung des Gesamtbetriebsrates im Mai. In dem Monat wurde bei VW bisher traditionell der flexible Tarifbonus ausgezahlt, der in diesem Jahr entfällt. Die Kürzung war Teil des Sparpakets, auf das sich IG Metall und Konzern im vergangenen Jahr kurz vor Weihnachten nach zähen Tarifverhandlungen geeinigt hatten. Erst 2028 soll der flexible Bonus gestaffelt zurückkehren. Nicht angetastet wurde dagegen die knapp 1900 Euro hohen Vorauszahlung auf den Bonus im November.

Wie hoch die Prämie ausfallen könnte, ließ Cavallo zunächst offen. Ob der Vorstoß überhaupt gelinge und wenn ja in welcher Höhe, müsse nun mit dem Vorstand verhandelt werden. Einen Wasserstand könnte es den Angaben zufolge auf der nächsten Betriebsversammlung im Stammwerk am 4. März geben. VW hat in seinen Werken in Niedersachsen, Hessen und Sachsen mehr als 120.000 Mitarbeiter.

VW hatte am 21. Januar überraschend mitgeteilt, dass der Cashflow genannte Kapitalfluss 2025 deutlich besser ausgefallen war als bisher angenommen. Statt der zuvor angepeilten null Euro seien es sechs Milliarden Euro. Finanzvorstand Arno Antlitz sprach von einem „Resultat intensiver Kostenarbeit in den Bereichen der Vorleistungen, also bei Entwicklung und Investitionen, sowie bei dem Management unserer Lagerbestände“. Beim Cashflow geht es vereinfacht um „das Geld, was tatsächlich in der Kasse hängen bleibt“, wie es Antlitz ausdrückte. Mit Umsatz oder gar Gewinn hat die Kennzahl erst einmal nichts zu tun. Beeinflussen lässt sich der Cashflow etwa durch das Verschieben von Zahlungen ins Folgejahr oder durch das Vorziehen von Einnahmen.

Mehr zur Marke VW


(mfz)



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NRW: Steuerbehörden überprüfen 7000 Influencer


Nach der Auswertung eines großen Datenpakets zu sogenannten Influencern überprüfen die Steuerbehörden allein in NRW mehr als 7000 Menschen. Das sagte ein Sprecher des Finanzministeriums auf dpa-Anfrage.

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Das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität (LBF NRW) hatte, ähnlich wie in Berlin, ein Datenpaket mehrerer Social-Media-Plattformen mit Tausenden Datensätzen zur Verfügung gestellt bekommen. Das Material sei inzwischen aufbereitet, „die Datensätze konnten mehr als 7000 Bürgerinnen und Bürgern allein in Nordrhein-Westfalen zugeordnet werden“, so der Sprecher.

„Schon aufgrund dieser hohen Fallzahl ist die Bearbeitung der Daten in den zuständigen Dienststellen zeitaufwendig“, hieß es vom Finanzministerium. In jedem einzelnen Fall werde nun überprüft, ob die betroffenen Personen ihre Steuern alle bezahlt haben.

Die neu gegründete „Influencer-Taskforce“ der Steuerfahndung in NRW hatte im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt. Damals hieß es von Behördenleiterin Stephanie Thien: „Es ist keine Seltenheit, dass eine Influencerin oder ein Influencer pro Monat mehrere zehntausend Euro verdient, aber nicht einmal eine Steuernummer hat.“


(olb)



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