Künstliche Intelligenz

Landmaschinenhersteller John Deere verspricht Recht auf Reparatur für 10 Jahre


Mehr als anderthalb Jahre nach der Klage der US-Handelsaufsicht gegen den Landmaschinenhersteller John Deere wegen des Rechts auf Reparatur haben die Beteiligten eine Einigung erzielt. Der führende Produzent von Landtechnik hat eingelenkt und verspricht, Reparaturwerkzeuge und entsprechende Software-Tools auch Landwirten und unabhängigen Werkstätten zur Verfügung zu stellen. Bislang war dies auf autorisierte Händler beschränkt, die üblicherweise höhere Preise für Reparaturen und Ersatzteile verlangen als lokale Werkstätten.

Weiterlesen nach der Anzeige

Das habe gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen, sodass die US-Behörde John Deere Anfang 2025 verklagt hat, weil dieser mit monopolistischen Praktiken das Recht auf Reparatur der US-amerikanischen Landwirte untergrabe. Das war das Ergebnis einer bereits im Herbst 2024 eingeleiteten Untersuchung von John Deere, wonach die US-Handelskommission FTC (Federal Trade Commission) zu dem Schluss kam, dass der Landmaschinenhersteller tatsächlich unfaire Praktiken nutze, um Reparaturkosten hochzuhalten und Landwirten das Recht nehme, Reparaturen selbst vorzunehmen oder von lokalen Werkstätten durchführen zu lassen.

Eigentlich hatte der Hersteller bereits Anfang 2023 zugesichert, dass US-Landwirte John-Deere-Landmaschinen selbst reparieren dürfen. Der Konzern versprach, die Verfügbarkeit seiner Diagnosetools für die zunehmend digitalisierten Traktoren und Schlepper schrittweise zu erweitern. Doch nur autorisierte Werkstätten haben bislang Zugang zu einem voll funktionsfähigen Software-Reparaturtool, das alle Reparaturen durchführen kann. Es existiert zwar noch ein anderes Reparaturtool, aber mit diesem sind nicht alle Reparaturen möglich. Zudem hatte die FTC bemängelt, dass die Firma keine Informationen bereitstellt, um eigene Reparaturtools für die Landmaschinen von John Deere zu entwickeln, wie es andere Hersteller in der Automobil- und Lkw-Branche machen.

Letzteres ist allerdings weiterhin nicht Teil der diese Woche von FTC und John Deere erzielten und gerichtlich bestätigten Einigung. Doch immerhin muss der Landmaschinenhersteller „Landwirten und unabhängigen Reparaturdienstleistern die gleichen Ressourcen für die Gerätereparatur, einschließlich der entsprechenden Softwarefunktionen, zur Verfügung stellen, die derzeit autorisierten Deere-Händlern zur Verfügung gestellt werden“, wie die FTC schreibt.

Weiterlesen nach der Anzeige

Damit können auch einzelne Nutzer und lokale Werkstätten elektronische Fehlercodes lesen, löschen und zurücksetzen, elektronische Komponenten neu programmieren und Maschinen nach einer emissionsbedingten Abschaltung wieder in Betrieb nehmen (Notlaufmodus). Zudem sollen Software-Reparaturtools, die von der Mehrheit der autorisierten Händler genutzt werden, auch Landwirten und unabhängigen Werkstätten zur Verfügung stehen.

Diese Vereinbarung gilt für die nächsten zehn Jahre und soll von der FTC und den an der Klage beteiligten US-Bundesstaaten überwacht werden. Sollte John Deere gegen diese Auflagen verstoßen, könnte die Frist verlängert werden. Zudem muss der Landmaschinenhersteller der FTC und den US-Bundesstaaten insgesamt eine Million US-Dollar zahlen, um die Kosten des Verfahrens wie etwa die Rechnungen der Anwälte zu übernehmen.

Lesen Sie auch


(fds)



Source link

Beliebt

Die mobile Version verlassen