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Laptop reparieren und Akku wechseln bei Lenovo, Acer, HP & Co.: So gelingt es


Akku tauschen leicht gemacht: Wir klären die wichtigsten Fragen zu Akkuwechsel, Wartung und Pflege bei Laptops.

Jeder kennt es: Mit zunehmendem Alter des Laptops lässt die Akkuleistung nach, was häufigere Ladezyklen erfordert. Das sorgt wiederum für mehr Verschleiß – eine kontinuierliche Abwärtsspirale der Nutzungsdauer beginnt. Ein Tausch des Energiespeichers kann alten Geräten wieder neues Leben einhauchen. Oft bieten Hersteller oder externe Dienstleister einen solchen Service an, verlangen dafür jedoch vergleichsweise hohe Preise.

Alternativ kann man den Wechsel selbst vornehmen – mit den richtigen Voraussetzungen, wie passendem Werkzeug, ist dies kein unlösbares Problem. Wir setzen selbst meist auf Anleitungen, Ersatzteile und Werkzeugsets von Ifixit, die hierfür die beste Anlaufstelle sind. Damit beim eigenen Laptop nichts schiefgeht, beantworten wir die üblichen Fragen. Da das aber eben nicht jedermanns Sache ist oder teilweise auch mehr als nur der Akku defekt ist, lohnt sich auch ein Blick auf unsere Bestenliste für günstige Laptops.

Kann ich bei jedem Laptop den Akku tauschen?

Grundsätzlich ist der Tausch bei jedem Gerät möglich, manche Hersteller machen es jedoch schwieriger, als nötig. Dazu zählen etwa Tablet-PCs, wie das Microsoft Surface oder ältere Macbooks. Viele Hersteller, darunter auch Apple, steigen aber mittlerweile auf einen wartungsfreundlicheren Aufbau ihrer Geräte um.

Schon immer die beste Reparierbarkeit gibt es allerdings bei Framework, die auf eine modulare Bauweise, ausführliche Anleitungen und hohe Verfügbarkeit der Ersatzteile setzen. Der Laptop kann so in kürzester Zeit auch von unerfahrenen Nutzern zerlegt und gewartet werden.

Zudem zeichnet sich das Gerät durch einen modularen Aufbau aus: Anschlüsse können einfach per Steckkarte ausgetauscht werden. Benötigt man etwa mehr USB-A-Schnittstellen, kann man einfach einen anderen Port herausnehmen. Framework gibt dadurch dem Endkunden alle Mittel, damit dieser sein eigenes Gerät auch selbst reparieren, aufrüsten und mit modularen Anschlüssen an die eigenen Anforderungen anpassen kann.

Auch Lenovo ist mit den Thinkpads bekannt für eine einfache Wartung, indem Batterien teilweise direkt von außen erreichbar sind. Allgemein hängt die Reparierbarkeit aber vom spezifischen Modell ab und lässt sich nicht für einen Hersteller pauschalisieren. Zudem kann die Schwierigkeit eines Tauschs für verschiedene Komponenten deutlich unterschiedlich ausfallen.

Wichtig: Beim eigenhändigen Öffnen kann die Herstellergarantie oder Zusatzschutz wie AppleCare bzw. Care-Packs bei manchen Marken (z. B. Apple, Dell) erlöschen – hier sollte man vorher die Bedingungen prüfen. Dank EU-Recht-auf-Reparatur („Right to Repair“) und steigender Nachfrage werden jedoch immer mehr Geräte wartungsfreundlicher gebaut.

Reparaturexperte Ifixit hat für die Bewertung der Reparierbarkeit von Laptops einen Score entwickelt, der aufzeigt, wie leicht sich das Gerät öffnen und warten lässt.

Wann sollte ich meinen Laptop-Akku wechseln?

Das hängt stark vom eigenen Ermessen ab, sofern der Akku keine physischen Defekte aufweist. Wer den ganzen Tag unterwegs ist und keine Lademöglichkeit hat, ist auf die volle Kapazität angewiesen. Wer also im Alltag regelmäßig Probleme mit einem schwachen Akku hat und das Gerät schon länger besitzt, sollte einen Tausch in Erwägung ziehen.

Unter Windows lässt sich die aktuelle Kapazität mit dem „Battery report“ prüfen. Dazu geben wir in der Eingabeaufforderung den Befehl „powercfg /batteryreport“ ein. Windows speichert den Bericht als HTML-Datei, in der Regel im Benutzerverzeichnis, die sich einfach im Browser öffnen lässt. Unter Linux ist der Gesundheitszustand oft schon im Energiemenü der Statusleiste oder in den Systemeinstellungen zu finden. Meist fällt die verminderte Laufzeit ab einer Restkapazität von 80 bis 85 Prozent deutlich auf.

Verbleibende Akkukapazität/Gesundheit im Betriebssystem auslesen

Bei einem Defekt, wie dem Aufblähen des Akkus, darf der Laptop keinesfalls weitergenutzt werden – hier besteht ernsthafte Brandgefahr. Der Akku muss dann vorsichtig, aber schnellstmöglich vom Gerät getrennt und entsorgt werden.

Wie finde ich den richtigen Akku?

Um das passende Ersatzteil zu finden, ermitteln wir zuerst die genaue Modellbezeichnung des Laptops, die meist auf der Unterseite steht. Bietet der Hersteller für dieses Modell selbst einen Akku an, ist das der sicherste Weg. Zusätzlich müssen technische Merkmale wie Spannung (Volt), Kapazität (Wh/mAh) und die exakte Teilenummer des Akkus übereinstimmen.

Um sicherzugehen, öffnen wir den Laptop oder suchen online nach den Spezifikationen. Eine gute Anlaufstelle für hochwertige Ersatzteile und Anleitungen ist Ifixit. Diese haben oft Verträge mit den Herstellern selbst und garantieren somit eine hervorragende Qualität. Von extrem günstigen Angeboten auf Marktplätzen raten wir ab, da es sich hier oft um minderwertige Ware handelt. Wer den Laptop langfristig und sicher weiternutzen möchte, greift zu Akkus in Originalqualität.

Das klappt auch noch Jahre später, etwa für ein Acer Spin 5 aus 2020 finden wir immer noch Ersatzakkus.

Welches Werkzeug benötige ich?

Das passende Werkzeug ist essenziell für eine erfolgreiche Reparatur. Mit minderwertigem oder falschem Werkzeug beschädigt man schnell Schraubenköpfe oder das Gehäuse. Daher sollten die Bits für den Schraubendreher exakt passen. Für die meisten Laptops genügt ein Feinmechaniker-Set, etwa von Ifixit, mit verschiedenen Kreuzschlitz- und Torx-Schraubendrehern. Besonders entspannt ist die Reparatur mit elektrischen Päzisionsschraubendrehern (Bestenliste), wie dem Fanttik E2 Ultra.

Werkzeug und Zubehör zum Akkutausch

Zusätzlich benötigen wir Werkzeug zum Lösen der filigranen Stecker und Gehäuseclips. Dazu eignen sich Plektren oder Spudger aus Kunststoff. Von Metallwerkzeugen wie Pinzetten raten wir beim Hantieren am Akkuanschluss dringend ab, um Kurzschlüsse zu vermeiden. Die Plektren helfen zudem beim Lösen der Bodenplatte, da diese üblicherweise neben den Schrauben mit Kunststoffnasen fixiert ist.

Besonders günstig ist hier das Set von Ifixit, das den Schraubendreher perfekt ergänzt. Für einen tieferen Einstieg in das Reparatur-Hobby können wir auch das Ifixit Pro Tech Werkzeugset empfehlen, das noch einmal umfassender ist.

Wie geht man beim Tausch vor?

Wichtig ist ein vorsichtiges, bedachtes und strukturiertes Vorgehen. So minimieren wir das Risiko, zusätzlichen Schaden anzurichten. Bevor wir beginnen, sollte man sich erden, beispielsweise durch Berühren eines Heizkörperrohres. So werden mögliche Schäden durch elektrostatische Entladung (ESD) direkt vermieden. Bevor wir mit der Reparatur starten, schalten wir unbedingt den Laptop aus und trennen alle angesteckten Geräte. Vorsichtshalber kann man ein Backup seiner Daten auf dem Laptop vornehmen.

Erst anschließend widmen wir uns den Schrauben auf der Unterseite des Laptops. Nachdem alle Schrauben entfernt sind, müssen wir die Abdeckung vom restlichen Gehäuse lösen, wobei unsere Spudger zum Einsatz kommen. So beschädigen wir das Plastik nicht und können vermeiden, dass bereits gelöste Clips wieder fest werden. Sobald die Bodenplatte entfernt ist, trennen wir den Akku vom Mainboard. Dabei suchen wir nach einem meist breiten Stecker direkt in der Nähe des Akkus. In Laptops sind die Energiespeicher üblicherweise verschraubt und nur selten verklebt, was den Tausch deutlich erleichtert.

Jetzt können wir entweder schon den Akku wechseln oder die aufgedruckten Informationen ablesen und ein passendes Ersatzteil suchen. Sobald der neue Akku angekommen ist, lösen wir den alten. Die Schrauben von Gehäuse und Akku sollten wir keinesfalls vermischen, da Hersteller oft unterschiedliche Längen oder sogar ganz andere Varianten verwenden. Ein bewährtes Vorgehen: Wir legen die Schrauben auf einer Magnetmatte in dem Muster ab, das ihrer Position im Laptop entspricht.

Anschließend heben wir den alten Akku aus dem Laptop und verstauen diesen sicher. Dabei achten wir besonders darauf, keine Kontakte kurzzuschließen. Danach können wir den neuen Akku einsetzen und festschrauben. Sofern wir noch weitere Arbeiten am Laptop vornehmen wollen, lassen wir den Akku-Stecker noch unverbunden. Sobald wir vollständig fertig sind, verbinden wir den Anschluss und setzen die untere Abdeckung wieder ein. Abschließend drücken wir diese fest und ziehen alle Schrauben mit dem Schraubendreher an.

Wir empfehlen immer, begleitend eine Online-Anleitung, etwa von Ifixit oder ein YouTube-Video zum spezifischen Modell, zu nutzen.

Was könnte ich neben dem Akkutausch noch warten?

Wenn der Laptop bereits geöffnet ist, bietet sich eine vollständige Wartung oder ein Upgrade an. Dazu zählt vor allem, das Innenleben von Staub zu befreien – hierfür nutzen wir Druckluft. Wichtig: Den Lüfter dabei unbedingt festhalten, da das Drehen durch den Luftstrom eine Spannung induziert, die das Mainboard beschädigen kann. Für festsitzenden Staub eignet sich ein weicher Pinsel.

Bei Systemen, die schon einige Jahre alt sind, kann man auch die Wärmeleitpaste von CPU und GPU erneuern. Dazu muss meist die gesamte Kühleinheit demontiert werden. Wir entfernen die alte Paste rückstandslos und tragen eine dünne Schicht neue Paste auf. Der Chip muss vollflächigen Kontakt zum Kühler haben.

Asus Expert Book PM1 – SSD, RAM & WLAN-Chip im Detail

Sinnvolle Upgrades sind zudem die Erweiterung des Arbeitsspeichers (RAM) oder der Tausch der SSD, sofern diese Komponenten nicht fest verlötet sind. Gerade bei sehr alten Geräten kann das Upgrade auf eine SSD einen enormen Unterschied machen. Für modernere Geräte ist vor allem eine M.2-SSD sinnvoll.

Kann ich den Laptop danach direkt wieder nutzen?

Ja, der Laptop ist nach dem Tausch sofort einsatzbereit. Je nach Chemie des Akkus und dem Batteriemanagementsystem (BMS) ist jedoch eine Kalibrierung ratsam, damit die Füllstandsanzeige korrekt funktioniert. Üblicherweise lädt man den Laptop dafür einmal vollständig auf, lässt ihn noch einige Zeit am Netz und entlädt ihn anschließend im normalen Betrieb komplett, bis er sich ausschaltet. Genaue Hinweise liefert oft die Beschreibung des Ersatzakkus.

Was mache ich mit dem alten Akku?

Der neue Akku ist eingebaut, doch wohin mit dem alten? In Deutschland ist die Entsorgung über den Hausmüll streng verboten. Wir geben ihn stattdessen beim örtlichen Wertstoffhof oder Schadstoffmobil ab. Um Kurzschlüsse und Brandgefahr beim Transport zu vermeiden, kleben wir die Kontakte des alten Akkus mit Isolierband ab. Auch Händler sind mittlerweile gesetzlich verpflichtet, alte Elektronik und Akkus zurückzunehmen. Allgemeine Informationen zur korrekten Entsorgung liefert dieser Artikel (heise online).

Wie kann ich dafür sorgen, dass der neue Akku möglichst lange hält?

Moderne Lithium-Ionen- oder Lithium-Polymer-Akkus reagieren empfindlich auf extreme Ladezustände (0 oder 100 Prozent) und Hitze. Ein guter Richtwert für eine lange Lebensdauer ist, den Ladestand möglichst zwischen 20 und 80 Prozent zu halten. Einmalige Vollladungen oder -entladungen sind gelegentlich in Ordnung (z. B. zur Kalibrierung), sollten aber keine Routine darstellen.

Viele moderne Laptops bieten im BIOS oder über Hersteller-Software die Funktion für Ladeschwellen, die den Ladevorgang ab einem bestimmten Prozentsatz stoppt oder auch wieder startet – ideal für den dauerhaften Netzbetrieb. Ein Beispiel ist hier etwa die „MyDell“-Software. Moderne Linux-Betriebssysteme, etwa Fedora oder Cachy OS, erlauben standardmäßig den automatischen Stopp des Ladevorgangs bei 80 Prozent Kapazität.

Wenn eine solche Funktion nicht vorhanden ist, bieten sich auch smarte Steckdosen (Ratgeber) an. Damit lässt sich der Laptop etwa nach einer festgelegten Zeit automatisch vom Strom trennen. Das günstigste Modell aus unserer Bestenliste ist der Tp-Link Tapo für aktuell 9 Euro.

Während des Ladens sollten wir außerdem leistungsintensive Aufgaben vermeiden, um die Wärmeentwicklung zu reduzieren. Ein hochwertiges USB-C-Netzteil (Bestenliste) oder auch eine starke Powerbank (Bestenliste) liefern auch unterwegs die benötigte Leistung – so hält der Akku den ganzen Tag.

Fazit

Mit guter Vorbereitung, Recherche und konzentriertem Vorgehen gelingt der Akkutausch fast immer. Das spart Geld, vermeidet Elektroschrott und man lernt die eigene Hardware besser kennen. Wer dem Gerät durch einen hochwertigen Ersatzakku und eine Reinigung neues Leben einhaucht, tut nicht nur dem Geldbeutel, sondern auch der Umwelt etwas Gutes. Akkus bleiben Verschleißteile, aber mit regelmäßiger Pflege profitieren wir deutlich länger vom gesamten Gerät.

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Google gegen Epic: 800-Millionen-Deal ist Teil der außergerichtlichen Einigung


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Im vergangenen November haben sich Google und Epic im Android-Streit überraschend außergerichtlich geeinigt. Ihren Streit über die Marktmacht des Android-Ökosystems wollen die beiden Firmen möglicherweise auch deswegen beilegen, weil sich beide Parteien auf einen 800 Millionen US-Dollar schweren Geschäftsdeal einigen konnten. Das ist die Erkenntnis aus einer Gerichtsanhörung, über die das US-Technikmagazin The Verge berichtet.

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Laut The Verge bohrte der zuständige Richter James Donato bei Epic und Google über den Deal nach, der zuvor nicht öffentlich bekannt war. Demnach soll Epic Games über sechs Jahre insgesamt 800 Millionen US-Dollar an Google zahlen. Informationen über den Vertragsinhalt gibt es kaum – laut The Verge geht es um „gemeinsame Produktentwicklung, gemeinsames Marketing und Partnerschaften“. Auch Google profitiert von dem Deal und soll laut Gerichtsaussage von Epic-Chef Tim Sweeney in der Lage sein, die von Epic entwickelte Unreal Engine umfangreicher zu benutzen.

Im vergangenen November haben sich Epic und Google nach jahrelangem Gerichtsstreit über die Marktmacht des Android-Ökosystems überraschend auf einen außergerichtlichen Kompromiss geeinigt. Weltweit sollen nach dem neuen Vorschlag unabhängige App-Stores einen besseren Stand genießen, solange sie unter anderem den Sicherheitsanforderungen von Google genügen. Solche App-Stores könnten als „Registered App Stores“ eingestuft werden, mehr Privilegien genießen und für mehr Wettbewerb im Android-Ökosystem sorgen.

Diese Übereinkunft haben Epic und Google dem zuständigen Richter James Donato vorgelegt, der sie noch absegnen muss. Laut The Verge sah Richter James Donato die Übereinkunft kritisch. Er befürchtet möglicherweise, dass Epic Games seine Ansprüche gegen Google zurückgeschraubt haben könnte, um den Vertrag zu vorteilhaften Bedingungen abschließen zu können.

Tatsächlich räumte Sweeney laut The Verge ein, dass der Geschäftsdeal im Zusammenhang mit der außergerichtlichen Einigung zwischen Epic und Google stehe. Der Vertrag zwischen Epic und Google spiegele aber marktübliche Konditionen wider. Die Entscheidung über die außergerichtlich erreichte Übereinkunft zwischen Epic und Google steht noch aus.


(dahe)



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Missing Link: Vor 50 Jahren startete die Concorde in den Liniendienst


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Bei Hummer und Champagner im Überschalltempo über den Atlantik: Das Überschallpassagierflugzeug Concorde bot einen schnellen und luxuriösen Transfer nach New York. Vor 50 Jahren flog der schlanke Jet erstmals mit Passagieren an Bord.

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Zwei Maschinen hoben gegen Mittag am 21. Januar 1976 zur gleichen Zeit (11.40 Uhr Londoner Zeit) ab, eine in Paris und eine London – die Concorde war eine britisch-französische Gemeinschaftsentwicklung. Die Concorde von Air France flog über die senegalesische Hauptstadt Dakar nach Rio de Janeiro. British Airways steuerte von London aus das Emirat Bahrain im Persischen Golf an. Die Plätze für die Erstflüge waren teilweise schon Jahre im Voraus reserviert. Die Flüge wurden sogar im Fernsehen übertragen.

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Concorde | Technik Museum Sinsheim

Die Concorde war ein Prestigeprojekt der britischen und französischen Luftfahrtindustrie. Sie flog mit rund 2.200 Kilometern pro Stunde und überquerte den Atlantik in weniger als dreieinhalb Stunden – das ist weniger als die Hälfte der Flugzeit mit einer regulären Verkehrsmaschine. Manchmal auch schneller: Am 7. Februar 1996 flog sie von New York nach London in 2 Stunden, 52 Minuten und 59 Sekunden. Drinnen genossen die 100 Passagiere derweil erlesene Speisen und Getränke: Kaviar, Hummer oder Gänseleber mit Trüffeln. Dazu wurde Champagner gereicht.

Frankreich und Großbritannien begannen Ende 1962 mit der Entwicklung des ersten Überschallpassagierflugzeugs und förderten diese massiv. Nach einer Entwicklungszeit von sechs Jahren waren die beiden ersten Prototypen fertig: Concorde 001 flog erstmals am 2. März 1969, Prototyp 002 am 9. April. Am 1. Oktober flog eine Concorde erstmals schneller als Mach 1. Gut ein Jahr später, am 4. November 1970, erreichte sie Mach 2. Das entspricht etwa 1200 km/h respektive 2500 km/h.




Was fehlt: In der rapiden Technikwelt häufig die Zeit, die vielen News und Hintergründe neu zu sortieren. Am Wochenende wollen wir sie uns nehmen, die Seitenwege abseits des Aktuellen verfolgen, andere Blickwinkel probieren und Zwischentöne hörbar machen.

Mit dem Flugzeug schmückten sich die beiden Länder: Die Air-France-Besatzung etwa wurde später von Präsident Valéry Giscard d’Estaing in den Élysée-Palast zum Frühstück eingeladen. Die Staatsoberhäupter beider Länder flogen gern damit. Ein Schauflug gehörte 2002 zum Festprogramm anlässlich des Goldenen Thronjubiläums von Königin Elisabeth II.

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Die Geschwindigkeit der Concorde ermöglichte Air-France Angebote wie einen doppelten Jahreswechsel: Fluggäste feierten ihn zunächst in Paris, stiegen dann in die Concorde und begingen ihn dann noch einmal in New York. Am 13. Juli 1985 beim Live-Aid-Konzert trat der britische Musiker Phil Collins erst in London auf, flog dann mit der Concorde in die USA und spielte noch einmal in Philadelphia. 1999 folgten zwei Maschinen der totalen Sonnenfinsternis über dem Nordatlantik und verlängerten den Insassen so das Naturschauspiel.

Sogar in der DDR zeigte sie Präsenz: Im März 1986 landeten zwei Concordes, eine französische und eine britische, in Leipzig anlässlich der dortigen Technikmesse. Eine durfte sogar einen Teil der Strecke mit Überschallgeschwindigkeit fliegen. Überschallflüge über dem europäischen Festland waren der Concorde sonst nicht gestattet.

Dabei gab es jenseits des Eisernen Vorhangs Konkurrenz – und die stahl der Concorde die Show: Drei Wochen vor der Concorde, am 29. Dezember 1975, startete die Tupolew TU-144 zu ihrem ersten kommerziellen Flug. Später wurde allerdings bekannt, dass sie nur Fracht und keine Passagiere an Bord hatte.

1963 begann das Konstruktionsbüro Tupolew mit den Arbeiten, am 31. Dezember 1968 hob die TU-144 zum ersten Mal ab, drei Monate vor der Concorde, am 25. Mai 1970 erreichte sie auch als erstes ziviles Flugzeug doppelte Schallgeschwindigkeit.

Vom Design her sah der sowjetische Überschalljet dem westlichen Pendant verblüffend ähnlich, weshalb die Sowjets der Spionage verdächtigt wurden. Die TU-144 bekam den Spitznamen „Konkordski“.

Technisch war die TU-144 jedoch weniger ausgereift als die Concorde. Beiden hatte sie Deltaflügel. Die der Concorde jedoch aerodynamisch günstiger geformt, was Vorteile beim Langsamflug bot. Die der TU-144 waren einfacher geformt. Für den Langsamflug klappten hinter dem Cockpit zwei Canardflügel aus. Die erledigten zwar effizient ihre Aufgabe, machten die Maschine aber schwerer. Zudem hatte die Concorde modernere, Computer-gesteuerte Triebwerke als die TU-144 und erzielte damit eine größere Reichweite. Leiser als die der TU-144 waren sie auch noch.

Eine echte Konkurrenz war die TU-144 am Ende nicht: 1973 stürzte das erste Serienmodell, die TU-144S, bei einem Demonstrationsflug während der Pariser Luftfahrtmesse ab. Es unterschied sich von dem Prototyp, der den Erstflug absolvierte, in einigen Designmerkmalen. Die nächste Iterationsstufe, die TU-144D, geriet auf einem Testflug am 23. Mai 1978 in Brand und musste notlanden. Daraufhin beendete die Regierung das Projekt TU-144 nach nur 102 Flügen, davon gerade einmal 55 mit Passagieren.



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Solaranlagen im Winter: Warum Kälte gut und Schnee oft kein Problem ist


Tiefe Sonne, kurze Tage und obendrauf auch noch Schnee: Da geht die Stromernte von der PV-Anlage in den Keller. Oft reicht es nur gerade so für den Grundverbrauch des Hauses. Der Winter scheint für Besitzer von PV-Anlagen eine verlorene Zeit zu sein. Ein Grund zur Resignation? Keineswegs!

Die kalte Jahreszeit und insbesondere die Übergangszeiten haben ihre eigenen Regeln und bieten sogar versteckte Potenziale. Der Artikel beleuchtet die drei entscheidenden Winterfaktoren, die jetzt ins Spiel kommen: die leistungssteigernde Kälte, die optimale Neigung der Module und der Schnee, der Fluch und Segen zugleich sein kann.

  • Aufgrund der geringen Sonneneinstrahlung erwirtschaften PV-Anlagen im Winter nur etwa 10 Prozent ihres gesamten Jahresertrags.
  • PV-Module arbeiten bei Kälte effizienter, weshalb sie an sonnigen Wintertagen eine überraschend hohe Leistung erbringen können.
  • Durch eine steilere Aufstellung der Module lässt sich der Winterertrag gezielt steigern, auch wenn der Jahresgesamtertrag dadurch leicht sinkt.
  • Das aktive Schneeräumen der Module ist in Deutschland meist nicht lohnenswert, da der geringe Ertragsgewinn das Risiko und den Aufwand nicht rechtfertigt.

Der Artikel zeigt dabei auf, welcher Ertrag im Winter tatsächlich drin ist und ob sich eine gezielte Optimierung auf diese Jahreszeit rechnen kann. Dazu gibt er eine klare Antwort auf die Frage, die sich gerade viele stellen: Sollte man den Schnee von seinen Modulen entfernen oder ist es das Risiko nicht wert?


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Solaranlagen im Winter: Warum Kälte gut und Schnee oft kein Problem ist“.
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