Künstliche Intelligenz
Lego reagiert auf Kritik an Smart Bricks: Bleiben unserem Kernversprechen treu
Nach Legos Vorstellung von Klemmbausteinen mit Elektronik und Sensoren zur Erzeugung von bewegungsabhängigen Licht- und Soundeffekten gab es gemischte Reaktionen. Experten monierten, die neuen Smart Bricks würden untergraben, was Lego für Kinder in einer zunehmend digitalen Welt auszeichnet. Doch jetzt hält Lego dagegen. Zwar sei die Einführung von smarten Elementen in Lego-Sets ein großer Moment für das Unternehmen, auf den lange hingearbeitet wurde. Doch das bedeute nicht, dass Lego sein zentrales Kundenversprechen hinter sich lässt.
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Auf der CES hatte Lego vor wenigen Tagen sein neues Smart-Play-System vorgestellt – laut Hersteller die „größte Innovation“ seit der Einführung der Minifiguren im Jahr 1978. Smart Bricks erkennen Bewegungen, Lage und Berührung und reagieren darauf mit Licht- und Soundeffekten. Weitere Komponenten wie Smartphone, Bildschirm oder eine App sind nicht nötig. Im März soll Lego Smart Play in Form von Star-Wars-Sets mit Licht und Sound auf den Markt kommen.
Lego-Sets unterdrücken kindliche Fantasie?
Die hochgradig miniaturisierte Technik von Lego Smart Play, die etwa Soundeffekte beim Bewegen eines in der Hand gehaltenen Raumschiffs erzeugt, hat aber auch Kritiker. So könnten die Smart Bricks laut Kinderschutz-Organisation Fairplay „untergraben, was einst an Legos großartig war“. Sound- oder andere Effekte seien nicht notwendig. „Wie jeder weiß, der schon einmal einem Kind beim Spielen mit klassischen Legosteinen zugesehen hat, bewegen sich die Lego-Kreationen von Kindern bereits durch die Kraft ihrer Fantasie und machen Geräusche“, erklärte Fairplay-Leiter Josh Golin gegenüber der BBC.
Andrew Manches, Professor für Kinder und Technologie an der Universität Edinburgh, stimmte zwar zu, dass der Reiz von Lego in der „Freiheit liegt, einfache Bausteine zu erschaffen, neu zu gestalten und anzupassen, um endlose Geschichten zu erzählen, die von der Fantasie der Kinder angetrieben werden“. Er begrüßte aber auch die Integration physischen und digitalen Spielens sowie die Art und Weise, wie die Lego-Sets auf die kindliche Nutzung der Smart-Play-Produkte reagieren.
Lego Smart Play nur ein zusätzliches Angebot
Das betont auch Lego-Manager Federico Begher. „Dies ist eine Ergänzung, eine komplementäre Weiterentwicklung“, sagte er im Interview mit IGN. „Wir werden auch weiterhin unsere Kernkompetenzen pflegen, Innovationen vorantreiben und unser Kerngeschäft fortführen.“ Lego vergleicht es auch mit den Minifiguren. „Früher fing die Minifigur klein an, sie war nur in wenigen Produkten enthalten, und überall dort, wo Rollenspiele stattfanden, war es sinnvoll, die Minifigur einzusetzen“, erklärte Begher. „In diesem Sinne sehen wir das ähnlich: Wo immer sich die Möglichkeit für diese Art von dreidimensionalem Spiel bietet, werden wir sie wahrscheinlich nutzen. Das ist im Grunde unsere Denkweise.“
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Smart-Play-Trailer
(Quelle: Lego)
Das Smart-Play-System ist demnach ein zusätzliches Angebot. „Das heißt nicht, dass es etwas ersetzt“, fügte er hinzu. „Es ist eine zusätzliche Ebene, die dauerhaft integriert sein wird und an die wir glauben. Sie wird Teil unseres Spielsystems sein, genau wie der Baustein oder die Minifigur.“
Zu zukünftigen Smart-Play-Produkten wollte sich Begher nicht äußern, aber deutete an, dass die ersten drei Smart-Play-Sets aus dem Star-Wars-Programm nur die „Spitze des Eisbergs“ sind. „Es gibt noch viel mehr, was dieses Gerät leisten kann, und das wird sich mit der Zeit zeigen“, sagte Begher. „Wir mussten entscheiden, wie groß der Launch und der damit verbundene Sprung sein soll. Es muss ein fantastisches, neues und aufregendes Erlebnis werden, aber der Sprung darf nicht so groß sein, dass Verständnis und Aufklärung zur Hürde werden, richtig? Wir haben an der richtigen Balance und der entsprechenden Roadmap gearbeitet.“
(fds)
Künstliche Intelligenz
Google Chrome kommt für ARM64-Linux
Google will Linux im zweiten Quartal 2026 eine native Version von Chrome für ARM64-Linux-Geräte veröffentlichen. Damit schließt der Konzern eine Lücke, die Nutzer der Plattform seit Jahren bemängeln: Zwar war der quelloffene Chromium-Browser längst für ARM64-Linux verfügbar, doch die proprietären Google-Funktionen fehlten bislang.
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Laut dem Chromium-Blog markiert der Launch „einen wichtigen Meilenstein in unserem Engagement für die Linux-Community und das ARM-Ökosystem“. Chrome für ARM64-Linux soll sämtliche Google-spezifischen Funktionen mitbringen, die Chromium fehlen: Konto-Synchronisierung für Lesezeichen, Verlauf und Tabs, direkter Zugang zum Chrome Web Store ohne Umweg über Entwicklereinstellungen, integrierte Webseiten-Übersetzung sowie Google Pay mit Autofill. Hinzu kommen Sicherheitsfunktionen wie Enhanced Protection in Safe Browsing, die mithilfe von KI vor Phishing und Malware schützen sollen, sowie der Google Password Manager mit Breach-Monitoring.
Google hatte Chrome bereits 2020 nativ für ARM-basierte Macs und 2024 für ARM-Windows bereitgestellt. Linux war die letzte große Plattform ohne native ARM64-Unterstützung. Die Installation soll über chrome.com/download möglich sein.
Alternativen
Wer bereits jetzt einen vollwertigen Browser auf ARM64-Linux nutzen möchte, kann Firefox nutzen: Mozilla bietet seinen Open-Source-Browser seit 2025 mit nativen ARM64-Linux-Builds an. Microsoft Edge hingegen unterstützt ARM64-Linux nach wie vor nicht offiziell; für Linux gibt es lediglich x86_64-Builds.
(fo)
Künstliche Intelligenz
Tinder jetzt auch mit Events, live und mit KI
Offline neue Kontakte knüpfen – das ist der neue Plan von Tinder. Der Online-Dating-Dienst bietet eine ganze Reihe neuer Funktionen an. Das klassische Modell des Swipens auf dem Sofa scheint langsam abgelöst zu werden. Zuletzt hatten das auch die Nutzerzahlen bestätigt. Online-Dating ist zumindest bei jüngeren Leuten nicht mehr so beliebt wie früher.
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Die Events sollen allerdings zunächst in Los Angeles getestet werden. Es geht dabei nicht um Events, die Tinder veranstaltet, sondern darum, Matches bei Events zu finden. Die App bekommt eine Discovery-Funktion, in der Veranstaltungen auftauchen. Man kann dann selbst angeben, vor Ort sein zu werden. Tinder schreibt in der Ankündigung, es könne sich sowohl um Quizabende als auch Töpferkurse handeln.
Offenbar auch außerhalb der USA soll es ein neues Video-Speed-Dating geben. Das sind Live-Video-Chat-Events, bei denen man also in Echtzeit Leute kennenlernen kann. Erste Veranstaltungen sind für das Frühjahr geplant. Drei Minuten haben Teilnehmer, sich kennenzulernen und zu entscheiden, ob es ein Match ist. Dann lässt sich die Gesprächszeit verlängern.
KI soll Menschen matchen
Und weil die Welt nicht ohne KI auskommt, setzt freilich auch Tinder auf diese Hilfe. KI soll passendere Matches vorschlagen. Chemistry nennt sich die Funktion, die zunächst in Neuseeland und Australien getestet wurde und nun in die USA und nach Kanada kommt. Warum die EU weiterhin außen vor bleibt, ist unklar.
Die Match Group, die hinter Tinder und auch der Dating-App Hinge steckt, hat eine Kooperation mit OpenAI. Entsprechend dürften GPT-Modelle für die KI-Funktionen genutzt werden. Um welche Version es sich genau handelt, ist allerdings ebenfalls nicht bekannt.
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Um Chemistry zu nutzen, kann man Tinder – oder eben OpenAI – Zugriff auf die eigene Fotobibliothek geben. Daraus leitet die KI dann „Insights“ ab, die auf die Persönlichkeit schließen. Der Learning-Mode soll in Echtzeit lernen, bei welchen Typen man einen grünen Daumen gibt und entsprechend eher weitere Personen vorschlagen, die dazu passen.
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Zur Sicherheit und als Identitätsnachweis muss jeder Nutzer und jede Nutzerin künftig eine Selfie-Prüfung durchlaufen – die wird nun global eingeführt.
KI überprüft zudem bereits das Geschriebene. Bei potenziell verletzender Sprache fragt Tinder nach, ob man das wirklich abschicken möchte. Wer eine erhaltene Nachricht unangemessen findet, kann dies direkt melden. Möglicherweise respektlose Inhalte werden verpixelt.
Zu den bereits vorhandenen Modi, College-Mode und Double-Date-Mode, führt Tinder einen Music-Mode ein. Dahinter verbirgt sich, dass man sein Konto mit dem von Spotify verbinden kann und ein Gegenüber den eigenen Musikgeschmack entdecken kann. Außerdem gibt es künftig einen Astrology-Mode – dabei geht es, na klar, um passende Sternzeichen. Nicht, dass einem Krebs noch ein Widder vorgeschlagen wird.
(emw)
Künstliche Intelligenz
DFA: Nächstes EU-Gesetzeswerk vor dem Kippen?
In den kommenden Monaten sollte er eigentlich vorgestellt werden: ein Vorschlag der EU-Kommission für besseren Verbraucherschutz. Doch seit Monaten wird daran gezweifelt, ob es den „Digital Fairness Act“ (DFA) so wirklich braucht. Mit einem offenen Brief fordern 115 Wissenschaftler und 85 Organisationen von der Europäischen Kommission und den Mitgliedstaaten nun ein klares Bekenntnis zu einem starken Digital Fairness Act. Zu den Unterzeichnern gehören neben den Verbraucherschutzorganisationen auch der Chaos Computer Club (CCC), LobbyControl, Save the Children und die Deutsche Umwelthilfe.
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Die Unterzeichner fordern in ihrem Brief, der heise online vorliegt, unter anderem „verbindliche Vorschriften für Dark Patterns, süchtig machendes Design, unlautere Personalisierung, Influencer-Marketing und unlautere Praktiken in Videospielen“. Wesentlicher Bestandteil des DFA dürften vor allem verbraucherrechtliche Regelungen werden, also konkrete Regelungen zum Verbrauchervertragsrecht und zu unlauteren Werbemethoden, aber auch zur Zusammenarbeit der zuständigen Stellen über die Einzelstaatsgrenzen hinaus.
Notwendigkeit umstritten
Die Europäische Union strebt einen einheitlichen digitalen Binnenmarkt an, bei dem Unternehmen und Verbraucher möglichst keinen mitgliedstaatsspezifischen Vorschriften, sondern einem EU-weit einheitlichen Rechtsrahmen unterliegen sollen. Innerhalb der EU-Kommission und auf Seiten der IT-Wirtschaft wurden bereits mehrfach Umfang und Notwendigkeit des Digital Fairness Act diskutiert.
Die für Deutschland im Rat der Mitgliedstaaten zuständige Justiz- und Verbraucherschutzministerin Stefanie Hubig (SPD) hatte sich vor einem Monat noch klar für einen starken DFA ausgesprochen. Im schwarz-roten Koalitionsvertrag sind zumindest weite Teile des Vorhabens als wünschenswert benannt.
Allerdings wird derzeit in Brüssel im Zuge von Deregulierungsvorhaben wie dem Digital-Omnibus über eine weitere Vereinheitlichung und Verschlankung der EU-Gesetzgebung verhandelt. Bei dieser könnten auch Teile des geplanten DFA bereits vorweggenommen, und andere Teile wie die Influencer-Vorgaben könnten im Rahmen der anstehenden Überarbeitung der Richtlinie über Audiovisuelle Mediendienste (AVMD) adressiert werden.
(afl)
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