Apps & Mobile Entwicklung
Leica SL3-P: 44 MP mit 40 FPS und 8K Open Gate, aber ohne roten Punkt
Mit der SL3-P erweitert Leica sein SL-System um eine neue Vollformatkamera, die sich mit bis zu 40 FPS bei 44 Megapixeln zwischen der hochauflösenden SL3 und der SL3-S respektive der älteren SL2-S positioniert. Der Marktstart erfolgt am heutigen 25. Juni 2026 zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 5.990 Euro.
44-MP-Sensor mit hohem Dynamikumfang
Das SL-System ist Leicas spiegellose digitale Vollformatplattform für professionelle Foto- und Hybridkameras mit L-Objektivbajonett. Nahe verwandt ist die neue SL3-P mit der Anfang 2024 vorgestellten SL3. Äußerlich fällt bloß das fehlende rote Leica-Logo auf, technisch geht die neue Kamera jedoch einen anderen Weg. Statt des 60-Megapixel-Sensors der SL3 kommt ein laut Hersteller neuer, rückwärtig belichteter CMOS-Vollformatsensor mit 44,9 Megapixeln und bis zu 40 Bildern pro Sekunde zum Einsatz, womit die SL3-P eine hohe Auflösung mit hoher Geschwindigkeit kombiniert. Leica spricht von der „bisher komplettesten Vollformatkamera der Marke“.
Den Dynamikumfang gibt der Hersteller bei DNG-Aufnahmen bei 14 Bit Farbtiefe mit bis zu 14 Blendenstufen an. Der Sensor arbeitet dabei mit einem Dual-Base-ISO-System und nativen ISO-Werten von ISO 50 und ISO 400. Für Fotos stehen neben der vollen Auflösung von 8.144 × 5.424 Pixeln auch 26,7 MP mit 6.336 × 4.218 Pixeln sowie entsprechende APS-C-Modi mit reduziertem Bildausschnitt zur Verfügung. Für Szenarien mit maximalem Detailanspruch gibt es wiederum einen Multishot-Modus, bei dem mehrere Aufnahmen über den beweglich gelagerten Sensor kombiniert werden. Die resultierenden Dateien erreichen dabei eine Auflösung von bis zu 176 Megapixeln.
Bis zu 40 Bilder pro Sekunde
Bei der Serienbildgeschwindigkeit erreicht die SL3-P mit elektronischem Verschluss bis zu 40 Bilder pro Sekunde inklusive kontinuierlicher Autofokusnachführung. Damit übertrifft sie die anderen SL3-Modelle und frühere Leica-Kameras deutlich. Der mechanische Verschluss bleibt dagegen auf maximal 7 Bilder pro Sekunde beschränkt. Die kürzeste Belichtungszeit beträgt dabei 1/8.000 Sekunde. Mit elektronischem Verschluss verkürzt sich diese auf bis zu 1/16.000 Sekunde.
Abhängig von der Serienbildgeschwindigkeit variiert zudem die maximale Farbtiefe der DNG-Dateien. Bis einschließlich 25 Bilder pro Sekunde sind Aufnahmen mit 14 Bit möglich, bei 30 beziehungsweise 40 FPS reduziert sich die Farbtiefe allerdings auf 12 Bit. Gleiches gilt bei elektronischen Verschlusszeiten unterhalb von 1/8.000 Sekunde. Alternativ können Aufnahmen als JPEG-Datei mit 8 Bit Farbtiefe abgelegt werden. Auf das HEIF-Format mit effizienterer Komprimierung oder 10 Bit verzichtet Leica dagegen. Bei vollen 40 FPS soll der 8 GB große DRAM-Puffer 70 DNG-Aufnahmen halten können. Gespeichert wird wahlweise auf CFexpress-Typ-B- oder SD-Karten bis UHS-II.
Hybrid-Autofokus mit 819 Messfeldern
Beim Autofokus setzt Leica auf ein hybrides System, das Phasendetektion, Kontrastmessung und eine objektbasierte Tiefenkartierung miteinander kombiniert. Insgesamt stehen 819 Phasen-AF-Messfelder zur Verfügung, die nahezu den gesamten Bildbereich abdecken. Ergänzt wird das System durch eine Motiverkennung für Menschen, Tiere und Fahrzeuge.
Die Kombination aus den verschiedenen Messverfahren soll insbesondere bei bewegten Motiven eine zuverlässigere Nachführung ermöglichen als bei früheren SL-Kameras. Zusammen mit den hohen Serienbildraten will Leica den Einsatzbereich damit deutlich in Richtung Sport-, Wildlife- und Reportagefotografie erweitern.
8K Open Gate und umfangreiche Videofunktionen
Im Videobereich baut Leica die Fähigkeiten gegenüber früheren SL-Modellen deutlich aus. Die Kamera unterstützt Aufnahmen in 8.1K Open Gate und nutzt dabei die komplette Sensorfläche im nativen 3:2-Format. Open-Gate-Aufnahmen gelten als attraktiv, da sie bei der Nachbearbeitung maximale Freiheit für unterschiedliche Seitenverhältnisse und Ausschnitte bieten, ohne bei der Aufnahme selbst Kompromisse nötig zu machen.
Darüber hinaus sind 8K-Aufnahmen mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde möglich. In 5.9K unterstützt die Kamera bis zu 60 FPS, während in 4K Zeitlupenaufnahmen mit bis zu 120 FPS aufgezeichnet werden können. Intern lassen sich unter anderem ProRes-, H.265- und H.264-Dateien speichern. Zusätzlich steht eine RAW-Ausgabe über HDMI für externe Recorder zur Verfügung. Für die Farbverarbeitung unterstützt die Kamera unter anderem L-Log, HLG sowie den Farbraum Rec.2020. Hinzu kommen die neuen Bildprofile „Leica Pure“ und „Leica Cine“, die unterschiedliche Ausgangspunkte für die Nachbearbeitung bieten.
IP54, 120-Hz-Sucher und App-Fernsteuerung
Das schwarze Gehäuse der SL3-P besteht aus einer Magnesium-Aluminium-Konstruktion und ist nach IP54 gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Physische Bedienelemente setzt der Hersteller nach wie vor reduziert ein, gesteuert wird maßgeblich über das neigbare 3,2-Zoll-Touchdisplay mit 2,33 Millionen Bildpunkten. Die Benutzeroberfläche soll Foto- und Videofunktionen konsequent voneinander trennen. Beide Betriebsarten verfügen über eigene Menüs und Einstellungen, die zusätzlich farblich gekennzeichnet sind. Der elektronische Sucher löst mit 5,76 Millionen Bildpunkten auf und arbeitet mit Bildwiederholraten von bis zu 120 Hz.
Für die Datenübertragung stehen USB-C, WLAN und Bluetooth zur Verfügung. Über die Leica FOTOS App lässt sich die Kamera vollständig fernsteuern, konfigurieren und mit Smartphones oder Tablets verbinden. Bilder und Videos können auf diesem Weg direkt übertragen werden, ohne dass Speicherkarten entnommen werden müssen. Darüber hinaus unterstützt die Kamera Tethering mit Anwendungen wie Adobe Lightroom Classic und Capture One. Ebenfalls integriert ist die Anbindung an Adobe Frame.io, wodurch Foto- und Videodaten direkt in cloudbasierte Produktionsumgebungen übertragen werden können.
Zu den weiteren Neuerungen zählt die Unterstützung von Content Credentials nach dem Standard der Content Authenticity Initiative (CAI). Dabei werden Bilddateien auf Wunsch mit kryptografisch gesicherten Herkunfts- und Bearbeitungsinformationen versehen, um später die Echtheit digitaler Inhalte verifizieren zu können.
Zwei neue Objektive zum Marktstart
Parallel zur Kamera erweitert Leica das SL-System um zwei neue Objektive. Das Summilux-SL 50 mm f/1.4 ASPH. ergänzt das Angebot im Standardbrennweitenbereich und richtet sich sowohl an Fotografen als auch an Videografen, die eine hohe Lichtstärke mit moderater Baugröße kombinieren möchten. Mit 11 Linsen in 6 Gruppen kommt das Objektiv auf ein Gewicht von 637 Gramm mit Streulichtblende.
Hinzu kommt das APO-Macro-Elmarit-SL 100 mm f/2.8, das neben klassischen Teleanwendungen insbesondere für Makroaufnahmen ausgelegt ist. Mit einem maximalen Abbildungsmaßstab von 1:1 deckt es typische Nahaufnahme- und Produktanwendungen ab. Leica verbaut hier 17 Linsen in 12 Gruppen, das Gewicht liegt bei 862 Gramm.
ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Leica unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.