Künstliche Intelligenz
Leicas neuer Sensor und Pentax‘ Kampf ums Überleben: Fotonews der Woche 01/2026
Leica plant Rückkehr zu eigenen Sensoren
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Die Luxusmarke Leica arbeitet offenbar an der Entwicklung eigener Bildsensoren. Wie Dr. Andreas Kaufmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Leica Camera AG, im Podcast „Leica Enthusiast“ verriet, ist das Unternehmen dabei, wieder einen eigenen Sensor mit „fortschrittlichem Design“ zu entwickeln.
„Wir entwickeln wieder unseren eigenen Sensor“, erklärte Kaufmann im Podcast. Während die M10 noch einen komplett in Europa entwickelten Sensor verwendete (AMS in Graz mit niederländischem Entwicklungsbüro und französischer Fertigung), wechselte Leica bei der M11 zu Sony-Sensoren. Nun scheint man bei Leica wieder auf Eigenentwicklungen zu setzen – ein Prozess, der laut Kaufmann bereits beachtliche Fortschritte gemacht hat.
Was genau „Eigenentwicklung“ in diesem Zusammenhang bedeutet, ob komplette Neuentwicklung oder Anpassung bestehender Designs – bleibt allerdings offen. Der Zeitrahmen für die Markteinführung wurde ebenfalls nicht konkretisiert.
Ricoh bekennt sich zu Pentax trotz ungewisser Zukunft
Die Marke Pentax, die seit Jahren kaum Neuheiten präsentiert hat, steht vor einer ungewissen Zukunft. In einem Interview mit PetaPixel bekräftigten Ricoh-Präsident Yasutomo Mori und Kazunobu Saiki, Leiter der Kamera-Geschäftssparte, ihr Bekenntnis zur Traditionsmarke – trotz der schwierigen Marktlage.
„Bei der Marke Pentax ist das neueste Modell die Pentax K3 Mark III, aber die ist schon eine ganze Weile auf dem Markt“, räumt Saiki ein. Die K3 Mark III wurde bereits 2021 vorgestellt, seitdem gab es kaum Neuigkeiten.
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Mori erklärt: „Innerhalb von Ricoh entwickelte das A-Team die GR, das B-Team arbeitete an neuen Pentax-Produkten. Ich habe diese Teams zusammengelegt und sie beauftragt, etwas für die Marke Pentax zu entwerfen, das ein völlig neues Konzept darstellt.“ Dabei will man am DSLR-System festhalten – ein mutiger Schritt angesichts des allgemeinen Trends zu spiegellosen Kameras.
Die Führungskräfte sind sich der Herausforderung bewusst: „Wenn wir uns bei der Marke Pentax nur auf die aktuellen Kunden konzentrieren, wird die Marke nicht überleben. Die Ingenieure forschen und bemühen sich intensiv, die Frage zu beantworten, wie eine DSLR-Systemkamera aussehen sollte, die die jüngere Generation anspricht.“
Nach dem Erfolg der neuen GR IV sieht Saiki nun „eine gute Chance, in die Wiederbelebung von Pentax zu investieren“. Gleichzeitig räumt er ein: „Wir haben nicht unbegrenzt Zeit. Je länger wir warten, desto weniger Möglichkeiten haben wir.“
Kompaktkameras erleben überraschenden Aufschwung
Die Ricoh GR IV ist eine Kompaktkamera mit fest verbautem Objektiv. Diese Sparte erlebt nach der neuesten CIPA-Statistik einen bemerkenswerten Anstieg, ja, einen regelrechten Boom bei den Verkaufszahlen, während die von Systemkameras mit Wechselobjektiven etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen.
Besonders taschenfreundliche Modelle mit großen Sensoren und Kameras für Street-Fotografie treiben diesen Aufschwung an. Die Ricoh GR IV beispielsweise erfreut sich großer Beliebtheit bei Fotografen, die eine leichte Reisekamera mit schnellem Autofokus, hervorragender Bildqualität und einfacher Bedienung suchen.
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Datenschutz-Vorfall bei Calumet
Kämpfen muss nicht nur Pentax, sondern auch der auf Fotoprodukte spezialisierte Händler Calumet. Er ist Opfer eines IT-Vorfalls geworden. Wie das Unternehmen auf seiner Webseite mitteilt, erhielt „ein unbefugter Dritter kurzzeitig eingeschränkten Zugriff auf ein von uns genutztes System eines Drittanbieters“.
Nach Angaben von Calumet waren vor allem E-Mail-Adressen und möglicherweise Namen betroffen, während sensible Daten wie Passwörter, Kreditkartendaten oder Kaufinformationen nicht kompromittiert wurden. Bereits im Sommer 2025 gab es erste Hinweise auf einen möglichen Datenabfluss, als nur bei Calumet verwendete E-Mail-Adressen plötzlich Spam-Nachrichten erhielten.
Das Unternehmen arbeitet mit der Hamburger Datenschutzbehörde zusammen und will betroffene Kunden bis zum 10. Januar persönlich kontaktieren. Calumet rät zur Wachsamkeit bei verdächtigen E-Mails oder Anrufen, die Phishing-Versuche darstellen könnten.
Ein Wechsel zum neuen Jahr
Zum Abschluss übergeben wir noch einmal an unseren bisherigen Kolumnisten Nico Ernst aus dem Heise-Newsroom:
Nach drei Jahren ist das Kind jetzt groß genug und kann auch laufen – also gebe ich die Kolumne „Fotonews“ voller Vertrauen in die Hände der Kolleginnen und Kollegen aus der Stammredaktion von c’t Fotografie. Mein Schwerpunkt im Heise-Universum verändert sich im neuen Jahr. Dennoch bitte nicht erschrecken, wenn ich dann und wann auch noch etwas über Foto-Machen und Foto-Hardware schreibe. Ich möchte mich ausdrücklich bei der Redaktion bedanken, die mich bei diesem anfangs etwas ungewöhnlichen Format unterstützt hat. Für Nostalgiker hier ein Link zur ersten Ausgabe.
Der größte Dank gilt natürlich allen, die es gelesen und im Forum kritisch, aber fast immer in vernünftigem Ton kommentiert haben. Auch wenn etwas gefehlt hat. Die Idee der Fotonews – ein besserer Name ist uns bis heute nicht eingefallen, also bleibt der auch – war nämlich nie ein Anspruch auf Vollständigkeit. Sondern vielmehr, mindestens zwei Themen der vergangenen Woche(n) unterhaltsam aufzuspießen und dabei auch über den Tellerrand zu blicken.
Zum Abschluss noch eine Bitte an alle, welche die Kolumne in Zukunft schreiben, und die, welche sie lesen: Fordert das Echtheitssiegel für Fotos, „Content Authenticity“, CAI, C2PA oder wie auch immer genannt, künftig noch mehr ein. Es zog sich samt dem Zögern von Kameraherstellern, Bildagenturen und Medien durch die letzten drei Jahre. In einer Welt, wo KI-Bildgeneratoren bald kaum noch inhaltlich zu erkennen sind, wird die nachprüfbare Herkunft eines Bildes immer wichtiger. Und natürlich auch die eines Videos.
Das Pressefoto, das in Sekunden um die Welt rast, ohne es lange anzusehen, ist jedoch immer noch eines der wichtigsten Instrumente der Berichterstattung. Bis das auf Nachrichten-Webseiten und in sozialen Medien für jeden auf Ort, Zeitpunkt, den Fotografen und Bearbeitung kontrollierbar ist, gilt: Jedes Bild ist als Fälschung anzusehen, solange seine Herkunft nicht eindeutig belegbar ist.
(tho)
Künstliche Intelligenz
Google Chrome kommt für ARM64-Linux
Google will Linux im zweiten Quartal 2026 eine native Version von Chrome für ARM64-Linux-Geräte veröffentlichen. Damit schließt der Konzern eine Lücke, die Nutzer der Plattform seit Jahren bemängeln: Zwar war der quelloffene Chromium-Browser längst für ARM64-Linux verfügbar, doch die proprietären Google-Funktionen fehlten bislang.
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Laut dem Chromium-Blog markiert der Launch „einen wichtigen Meilenstein in unserem Engagement für die Linux-Community und das ARM-Ökosystem“. Chrome für ARM64-Linux soll sämtliche Google-spezifischen Funktionen mitbringen, die Chromium fehlen: Konto-Synchronisierung für Lesezeichen, Verlauf und Tabs, direkter Zugang zum Chrome Web Store ohne Umweg über Entwicklereinstellungen, integrierte Webseiten-Übersetzung sowie Google Pay mit Autofill. Hinzu kommen Sicherheitsfunktionen wie Enhanced Protection in Safe Browsing, die mithilfe von KI vor Phishing und Malware schützen sollen, sowie der Google Password Manager mit Breach-Monitoring.
Google hatte Chrome bereits 2020 nativ für ARM-basierte Macs und 2024 für ARM-Windows bereitgestellt. Linux war die letzte große Plattform ohne native ARM64-Unterstützung. Die Installation soll über chrome.com/download möglich sein.
Alternativen
Wer bereits jetzt einen vollwertigen Browser auf ARM64-Linux nutzen möchte, kann Firefox nutzen: Mozilla bietet seinen Open-Source-Browser seit 2025 mit nativen ARM64-Linux-Builds an. Microsoft Edge hingegen unterstützt ARM64-Linux nach wie vor nicht offiziell; für Linux gibt es lediglich x86_64-Builds.
(fo)
Künstliche Intelligenz
Tinder jetzt auch mit Events, live und mit KI
Offline neue Kontakte knüpfen – das ist der neue Plan von Tinder. Der Online-Dating-Dienst bietet eine ganze Reihe neuer Funktionen an. Das klassische Modell des Swipens auf dem Sofa scheint langsam abgelöst zu werden. Zuletzt hatten das auch die Nutzerzahlen bestätigt. Online-Dating ist zumindest bei jüngeren Leuten nicht mehr so beliebt wie früher.
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Die Events sollen allerdings zunächst in Los Angeles getestet werden. Es geht dabei nicht um Events, die Tinder veranstaltet, sondern darum, Matches bei Events zu finden. Die App bekommt eine Discovery-Funktion, in der Veranstaltungen auftauchen. Man kann dann selbst angeben, vor Ort sein zu werden. Tinder schreibt in der Ankündigung, es könne sich sowohl um Quizabende als auch Töpferkurse handeln.
Offenbar auch außerhalb der USA soll es ein neues Video-Speed-Dating geben. Das sind Live-Video-Chat-Events, bei denen man also in Echtzeit Leute kennenlernen kann. Erste Veranstaltungen sind für das Frühjahr geplant. Drei Minuten haben Teilnehmer, sich kennenzulernen und zu entscheiden, ob es ein Match ist. Dann lässt sich die Gesprächszeit verlängern.
KI soll Menschen matchen
Und weil die Welt nicht ohne KI auskommt, setzt freilich auch Tinder auf diese Hilfe. KI soll passendere Matches vorschlagen. Chemistry nennt sich die Funktion, die zunächst in Neuseeland und Australien getestet wurde und nun in die USA und nach Kanada kommt. Warum die EU weiterhin außen vor bleibt, ist unklar.
Die Match Group, die hinter Tinder und auch der Dating-App Hinge steckt, hat eine Kooperation mit OpenAI. Entsprechend dürften GPT-Modelle für die KI-Funktionen genutzt werden. Um welche Version es sich genau handelt, ist allerdings ebenfalls nicht bekannt.
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Um Chemistry zu nutzen, kann man Tinder – oder eben OpenAI – Zugriff auf die eigene Fotobibliothek geben. Daraus leitet die KI dann „Insights“ ab, die auf die Persönlichkeit schließen. Der Learning-Mode soll in Echtzeit lernen, bei welchen Typen man einen grünen Daumen gibt und entsprechend eher weitere Personen vorschlagen, die dazu passen.
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Zur Sicherheit und als Identitätsnachweis muss jeder Nutzer und jede Nutzerin künftig eine Selfie-Prüfung durchlaufen – die wird nun global eingeführt.
KI überprüft zudem bereits das Geschriebene. Bei potenziell verletzender Sprache fragt Tinder nach, ob man das wirklich abschicken möchte. Wer eine erhaltene Nachricht unangemessen findet, kann dies direkt melden. Möglicherweise respektlose Inhalte werden verpixelt.
Zu den bereits vorhandenen Modi, College-Mode und Double-Date-Mode, führt Tinder einen Music-Mode ein. Dahinter verbirgt sich, dass man sein Konto mit dem von Spotify verbinden kann und ein Gegenüber den eigenen Musikgeschmack entdecken kann. Außerdem gibt es künftig einen Astrology-Mode – dabei geht es, na klar, um passende Sternzeichen. Nicht, dass einem Krebs noch ein Widder vorgeschlagen wird.
(emw)
Künstliche Intelligenz
DFA: Nächstes EU-Gesetzeswerk vor dem Kippen?
In den kommenden Monaten sollte er eigentlich vorgestellt werden: ein Vorschlag der EU-Kommission für besseren Verbraucherschutz. Doch seit Monaten wird daran gezweifelt, ob es den „Digital Fairness Act“ (DFA) so wirklich braucht. Mit einem offenen Brief fordern 115 Wissenschaftler und 85 Organisationen von der Europäischen Kommission und den Mitgliedstaaten nun ein klares Bekenntnis zu einem starken Digital Fairness Act. Zu den Unterzeichnern gehören neben den Verbraucherschutzorganisationen auch der Chaos Computer Club (CCC), LobbyControl, Save the Children und die Deutsche Umwelthilfe.
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Die Unterzeichner fordern in ihrem Brief, der heise online vorliegt, unter anderem „verbindliche Vorschriften für Dark Patterns, süchtig machendes Design, unlautere Personalisierung, Influencer-Marketing und unlautere Praktiken in Videospielen“. Wesentlicher Bestandteil des DFA dürften vor allem verbraucherrechtliche Regelungen werden, also konkrete Regelungen zum Verbrauchervertragsrecht und zu unlauteren Werbemethoden, aber auch zur Zusammenarbeit der zuständigen Stellen über die Einzelstaatsgrenzen hinaus.
Notwendigkeit umstritten
Die Europäische Union strebt einen einheitlichen digitalen Binnenmarkt an, bei dem Unternehmen und Verbraucher möglichst keinen mitgliedstaatsspezifischen Vorschriften, sondern einem EU-weit einheitlichen Rechtsrahmen unterliegen sollen. Innerhalb der EU-Kommission und auf Seiten der IT-Wirtschaft wurden bereits mehrfach Umfang und Notwendigkeit des Digital Fairness Act diskutiert.
Die für Deutschland im Rat der Mitgliedstaaten zuständige Justiz- und Verbraucherschutzministerin Stefanie Hubig (SPD) hatte sich vor einem Monat noch klar für einen starken DFA ausgesprochen. Im schwarz-roten Koalitionsvertrag sind zumindest weite Teile des Vorhabens als wünschenswert benannt.
Allerdings wird derzeit in Brüssel im Zuge von Deregulierungsvorhaben wie dem Digital-Omnibus über eine weitere Vereinheitlichung und Verschlankung der EU-Gesetzgebung verhandelt. Bei dieser könnten auch Teile des geplanten DFA bereits vorweggenommen, und andere Teile wie die Influencer-Vorgaben könnten im Rahmen der anstehenden Überarbeitung der Richtlinie über Audiovisuelle Mediendienste (AVMD) adressiert werden.
(afl)
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