Künstliche Intelligenz
Leicht, kompakt, mit 4K-Displays: Pico plant für 2026 eine Premium-VR-Brille
Der chinesische VR-Brillenhersteller Pico plant offenbar, im kommenden Jahr ein neues Gerät auf den Markt zu bringen. Das kündigte ein hochrangiger Manager der Muttergesellschaft ByteDance laut einem Bericht von UploadVR auf einer Veranstaltung an.
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Demnach werde die neue Brille mit OLED-Mikrodisplays mit bis zu 45 Pixeln pro Grad und einer Pixeldichte von knapp 4000 PPI gefertigt, heißt es bei UploadVR. Zum Vergleich: Apple Vision Pro erreicht rund 34 Pixel pro Grad und etwa 3.400 PPI, Meta Quest 3 kommt auf etwa 25 PPD und rund 1200 PPI.
Die nächste Pico-Brille werde mit einem selbst entwickelten Chip ausgestattet sein, der eigens für hochwertiges Passthrough mit niedriger Latenz entwickelt wurde, so der ByteDance-Manager laut Bericht weiter. Die Massenproduktion des Chips sei bereits angelaufen. Auch die Apple Vision Pro verwendet einen dedizierten Chip, den R1, für das Passthrough.
TikTok-Eigentümer ByteDance übernahm den chinesischen VR-Brillenhersteller Pico im Jahr 2021. Dessen letzte VR-Brille ist die Pico 4 Ultra, die 2024 auf den Markt kam.
Der gut vernetzte VR-Leaker Brad Lynch will auf Anfrage weitere Einzelheiten kennen: So soll Pico auf OLED-Mikrodisplays von BOE mit einer Auflösung von 3840 × 3840 Pixel pro Auge setzen, entsprechend teuer werde die neue Brille sein. Das Unternehmen plane ein „extrem leichtes Design“, ähnlich Metas nächster Mixed-Reality-Brille, allerdings ohne externe Recheneinheit oder Batterie. Stattdessen sollen alle Komponenten im Headset integriert sein, das seinen Quellen zufolge etwa 270 Gramm wiegen werde.
Welcher Chip verwendet wird, sei ihm nicht bekannt. Es werde sich jedoch nicht um den (noch unangekündigten) Snapdragon XR2 Gen 3 handeln, der laut Lynch zuerst in Metas nächstem Headset zum Einsatz kommen werde. Derzeit sei der Marktstart der Pico-Brille für die erste Jahreshälfte 2026 geplant.
Pico, Valve, Meta: Drei große Neuheiten für 2026
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Die ersten Gerüchte über ein Premium-Headset von Pico gehen auf das Jahr 2023 zurück. Das US-Magazin The Information berichtete damals, dass die Entwicklung der Pico 5 zugunsten einer neuen Pico 4 und eines neuen Premium-Geräts gestoppt worden sei. Aus ersterer wurde später die Pico 4 Ultra, während letzteres Projekt in der für nächstes Jahr geplanten Mixed-Reality-Brille münden dürfte.
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Im Juli hieß es dann, der Hersteller arbeite an einem ultraleichten Headset mit einer kabelgebundenen Recheneinheit. Das Design und die Spezifikationen seien jedoch noch nicht endgültug. The Information bestätigte zudem frühere Gerüchte, dass Meta eine neue, besonders kompakte Mixed-Reality-Brille entwickelt.
Mit Steam Frame, Metas nächstem Mixed-Reality-Headset sowie Picos Premium-Gerät dürften im nächsten Jahr also gleich drei VR-Brillen bekannter Hersteller um die Gunst der VR-Enthusiasten buhlen.
(tobe)
Künstliche Intelligenz
Signal: Messenger erobert finnischen Play Store
Der Messenger Signal erfreut sich aktuell in Finnland, Dänemark und den Niederlanden besonderer Beliebtheit. Das belegen die Downloadcharts des Google Play Stores und des App Stores von Apple in Finnland und Dänemark sowie eine kürzlich in den Niederlanden durchgeführte Social-Media-Umfrage.
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Im Google Play Store führt Signal derzeit die finnischen Downloadcharts im Bereich Kommunikation noch vor Telegram und WhatsApp an. Im App Store von Apple markiert Signal aktuell den dritten Platz in der Kategorie Social Networking in Finnland. Telegram hält hier den fünften Platz, WhatsApp rangiert weit abgeschlagen auf dem zehnten Platz.
Im dänischen Play Store steht Signal derzeit auf dem vierten Platz in der Kategorie Kommunikation vor Telegram und hinter WhatsApp – die Anwendung belegt dort aktuell den zweiten Platz. Anfang Januar soll Signal Whatsapp zeitweise aber als beliebteste App in der Kategorie Kommunikation des Play Stores abgelöst haben. Das berichtet das Informationsportal zum Messengerdienst AboutSignal. Damals habe Signal auch im App Store von Apple den dritten Platz der Kategorie Soziale Netzwerke in Dänemark belegt. Derzeit steht Signal dort auf dem vierten Platz vor Telegram auf Platz sechs.
Niederlande: Signal überholt Telegram
In den Niederlanden hat der sichere Messengerdienst Signal den Konkurrenzanbieter Telegram offenbar überholt. Das geht aus einer von der niederländischen Marktforschungsagentur Newcom kürzlich veröffentlichten Studie hervor. Der Umfrage zufolge verzeichnet Signal inzwischen 2,3 Millionen Nutzer in den Niederlanden, während Telegram auf 2,1 Millionen kommt. Nichtsdestotrotz bleibt WhatsApp mit 13,8 Millionen Nutzern der meistgenutzte Messengerdienst. Laut Newcom benutzen zudem 93 Prozent der Nutzer von Signal in den Niederlanden zusätzlich noch Whatsapp.
Anfang vergangenen Jahres hatte die Präsidentin der Signal-Foundation, Meredith Whittacker, in einem Interview mit der niederländischen Zeitung De Telegraaf bereits vom starken Wachstum des Messengers in den Niederlanden berichtet. Als Gründe für den Popularitätsanstieg nannte Whittaker damals das wachsende Bewusstsein für Datenschutz, Misstrauen gegenüber großen Technologiekonzernen sowie geopolitische Realitäten, die die Angreifbarkeit der digitalen Kommunikation offenlegten.
Signal ist einer der sichersten Messenger auf dem Markt. Nicht nur Einzelchats sind innerhalb des Dienstes Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Auch Gruppenchats werden über den von Signal eingeführten und mittlerweile zum Standard gewordenen Double-Ratchet-Algorithmus verschlüsselt. Ferner hat Signal mit den Sealed Sendern ein System eingeführt, das eine Zuordnung von Absendern und Empfängern vonseiten der Signal-Server unmöglich macht. Der Messenger analysiert zudem auch nicht die im Telefonbuch des Smartphones enthaltenen Telefonnummern seiner Nutzer.
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(rah)
Künstliche Intelligenz
Mobilitätsdaten: Deutsche Carsharing-Anbieter fürchten um ihre Existenz
Die geplante Neuregelung zur digitalen Bereitstellung von Mobilitätsdaten sorgt für Zündstoff in der deutschen Verkehrslandschaft. Die Bundesregierung will mit dem Rechtsrahmen die digitale Transformation des Sektors vorantreiben und europäische Vorgaben in nationales Recht umsetzen. Doch eine Anhörung im Verkehrsausschuss des Bundestags am Montag zeichnete ein Bild tiefer Verunsicherung.
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Im Kern geht es um die verpflichtende Weitergabe von Informationen über einen nationalen Zugangspunkt. Entsprechende Daten sollen nach dem Willen der Regierung unentgeltlich und ohne Zweckbindung zur Verfügung gestellt werden.
Besonders scharf kritisiert nun der Bundesverband Carsharing (bcs) die Vorlage. Dessen Geschäftsführer Gunnar Nehrke bezeichnete den Entwurf als existenzbedrohend für die gesamte Branche. Deutschland gilt dem bcs zufolge mit rund 5,5 Millionen angemeldeten Nutzern und über 45.000 Fahrzeugen als europäischer Leitmarkt für geteilte Autos. Dort gehörten viele mittelständische Anbieter weltweit zu den wenigen, die profitabel arbeiteten. Dieser Erfolg basiere maßgeblich auf jahrelangem Know-how bei der präzisen Steuerung von Fahrzeugverfügbarkeit und Auslastung.
Transparenz als Gefahr für Geschäftsgeheimnisse
Die Branche befürchtet jetzt, dass durch die geplante Offenlegung dynamischer Mobilitätsdaten genau diese Geschäftsgeheimnisse für jeden beliebigen Zweck nutzbar werden. Werden sensible Echtzeitdaten frei zugänglich, so die Sorge, könnten Wettbewerber aus dem In- und Ausland die bisher geschützten Geschäftsmodelle detailliert analysieren und kopieren. Aus den Daten ließen sich Informationen über die Flottengröße pro Standort, die spezifische Auslastung einzelner Gebiete und sogar Umsatzschätzungen rekonstruieren.
Dies könne vor allem die Expansion in die Fläche gefährden, befürchtet bcs. Bisher finanzierten stationsbasierte Anbieter nachfrageschwache Standorte in Stadtrandlagen oder im ländlichen Raum durch Gewinne aus urbanen Zentren quer. Wenn Wettbewerber nun punktgenau nur noch die lukrativsten Standorte angreifen könnten, breche dieses System zusammen. Dies könnte letztlich zu einem massiven Angebotsrückgang außerhalb der Großstädte führen, da die Perspektive auf einen Rückfluss der Investitionen fehlt.
Datenschutz und finanzielle Belastungen
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Auch der Datenschutz bereitet den Carsharing-Experten Kopfzerbrechen. Durch die Kombination von Kennzeichen und dynamischen Standortdaten ließen sich theoretisch Bewegungsmuster von Privatpersonen rekonstruieren. Dies berge das Risiko, dass Trackingtools entstehen könnten, mit denen Bewegungsprofile erstellt werden. Der Verband fordert daher eine Registrierungspflicht für Datennutzer sowie die Möglichkeit, den Einsatz auf legitime Zwecke wie Reiseauskünfte oder Forschung zu begrenzen.
Neben diesen strategischen Gefahren belasten bürokratische Hürden die Branche. Die Umstellung auf spezifische Datenformate sowie neue Pflichten zu Eigenerklärungen und zur Prüfung fremder IT-Fehlermeldungen würden immense Mehrkosten verursachen. Der bcs rechnet allein fürs erste Jahr mit einer Belastung von rund 4,5 Millionen Euro für die Mitglieder. Da das Gesetz gleichzeitig eine kostenlose Bereitstellung vorschreibe, könne keine Refinanzierung erfolgen. Die Kosten müssten so wohl an die Nutzer weitergegeben werden.
Digitale Souveränität gegen Mittelstandsschutz
Demgegenüber stehen Befürworter des Vorhabens wie Felix Gündling von der Firma Triptix, der in der Öffnung der Mobilitätsdaten eine Chance für die digitale Souveränität Europas sieht. Bisher hätten vor allem US-Konzerne wie Google oder Apple die Mittel, Verkehrsinformationen in großem Stil einzukaufen. Offene Daten seien ein notwendiger Grundbaustein, um auch kleineren deutschen Unternehmen die Entwicklung konkurrenzfähiger Routing-Dienste zu ermöglichen. Auch das Wuppertal Institut sieht Potenziale für klimaneutrale Mobilität, fordert jedoch eine noch weitreichendere Bereitstellungspflicht. Die Debatte verweist auf ein Dilemma der Verkehrswende: Während den einen die Öffnung von Daten als Innovationsmotor gilt, stehen etablierte mittelständische Strukturen vor der Zerreißprobe.
(mki)
Künstliche Intelligenz
Micron baut Speicherwerk für 24 Milliarden US-Dollar, aber über 10 Jahre
Auf Milliardeninvestitionen in New York folgen weitere Milliarden in Singapur: Micron kündigt eine Erweiterung seines dort vorhandenen Standorts zur Produktion von NAND-Flash-Speicher für SSDs an. Rund 24 Milliarden US-Dollar sollen in ein neues Halbleiterwerk in Singapur fließen. Das entspricht aktuell umgerechnet gut 20 Milliarden Euro.
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Erneut liegt die Krux beim Zeitplan: Micron gibt nicht direkt Vollgas, sondern plant die Investitionen über einen Zeitraum von zehn Jahren. Erste NAND-Flash-Chips sollen in der zweiten Jahreshälfte 2028 vom Band rollen. Bis die Serienproduktion läuft, könnte es allerdings noch länger dauern. Das neue Halbleiterwerk ist final für 65.000 Quadratmeter Reinraumfläche ausgelegt.
Wenig in Stein gemeißelt
Je nachdem, wie sich die aktuelle Speicherkrise entwickelt, könnte Micron die Baupläne auch noch nach hinten schieben. „Micron wird bei der Steuerung des Kapazitätsausbaus in der neuen Anlage flexibel bleiben, um sich an die Marktnachfrage anzupassen“, heißt es in der Ankündigung.
Dieses Vorgehen zeigte sich bereits beim Ausbau im Onondaga County, in New York, USA. Im Herbst 2022 kündigte Micron dort Investitionen von 100 Milliarden Dollar über zehn Jahre hinweg an. Ein erstes Halbleiterwerk sollte 20 Milliarden Dollar kosten. 2025 verzögerte der Hersteller den Bau, 2026 beschleunigte er ihn wieder.
Aufgrund der Bauzeiten und der benötigten Zeit, um ein Halbleiterwerk nach der Fertigstellung hochzufahren, bringen die Ankündigungen keine kurzfristige Besserung der Speicherverfügbarkeit. Auch die Übernahme eines vorhandenen Halbleiterwerks resultiert erst 2027 in zusätzlicher Fertigungskapazität.
Die drei Speicher-Weltmarktführer SK Hynix, Samsung und Micron zeigen sich wegen des industriebekannten „Schweinezyklus“ bei kurzfristigen Neubauten zögerlich. Schon in der Vergangenheit kollidierten neue Halbleiterwerke mit einer abnehmenden Nachfrage, was in massiv sinkenden Speicherpreisen resultierte. 2023 mussten die Hersteller Speicherbausteine mit Verlust verkaufen.
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(mma)
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