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Lieblingsdino & Bratkartoffeln: Das weirdeste Gründer-Interview der Woche


Lieblingsdino & Bratkartoffeln: Das weirdeste Gründer-Interview der Woche

Philipp Grassinger ist Mitgründer der Lernplattform Cleverly.
Viktor Strasse

Gründer werden viel nach Zahlen, Pitches und manchmal nach Misserfolgen gefragt. Nach dem Persönlichen oder Philosophischen nicht so oft. Deshalb fragt Gründerszene im neuen Format „None Of Your Business“ all das, was sonst nicht in Wirtschaftsinterviews vorkommt. Und vielleicht auch sonst in keinen Interviews.

Diesmal ist Philipp Grassinger, CEO und Co-Founder von Cleverly zu Gast. Das Startup ist auf Nachhilfe mit psychologischem Coaching-Unterbau spezialisiert. Wir treffen uns auf der Gründerszene-Dachterrasse in Berlin.

Die naiven Fragen

Gründerszene: Wie geht’s?

Grassinger: Deepe Frage, dafür dass man sie so häufig stellt. Ich schaue heute anders auf diese Frage. Früher habe ich meistens einfach „gut“ gesagt. Heute würde ich sagen: In einigen Bereichen sehr gut, fühle mich gesund, bin dankbar für Freunde und Familie. Ich spüre aber auch Stress im Beruf. Und eine Unsicherheit in der Welt.

Was ist das Geheimnis deines Erfolgs?

Das Glas ist immer halb voll, nicht halb leer. Aufgeben gibt es nicht. Man muss kreativ werden. Und sich nicht scheuen, um Hilfe zu bitten.

Was ist dein Lieblingsdino?

Der mit dem ganz langen Hals. Fällt mir nur der Name nicht ein.

Brachiosaurus heißt der langhalsige Gesell.
picture alliance / SZ Photo | Robert Kluba

Wenn du eine Kartoffel wärst, wie willst du zubereitet werden?

(Denkt nach) Als Bratkartoffel mit Frühlingszwiebeln. Kross angebraten mit Butter und Speck. Gnocchi wären auch eine Alternative.

Die nachdenklichen Fragen

Wovon warst du mal vollkommen überzeugt – jetzt aber nicht mehr?

Dass Motorradfahren unbequem ist und ich das nie brauchen könnte. Ich fand es so richtig uncool. Mittlerweile fahre ich sehr gerne. Eine alte Yamaha SR500. Spitzname Madonna. 1990 gebaut.

Was würdest du tun, wenn du ab morgen nichts mehr mit Startups zu tun hättest?

Schreiner vielleicht, mehr mit den Händen arbeiten.

Warum?

Hast du mal Rollrasen verlegt? Du hast erst nur einen Acker, und am Abend siehst du diesen perfekten Rasen und weißt genau, was du gemacht hast. In meinem Job schreibt man viele Mails und spricht mit vielen Leuten. Was habe ich heute geschafft? Das ist nicht immer so klar zu sagen.

Was sollten andere über dich wissen, was sie meistens nicht wissen?

Ich kann schlecht schwimmen, ich kann nicht mal kraulen.

Was wolltest du schon immer lernen – und warum hast du’s (noch) nicht getan?

Italienisch. Und Programmieren.

Die kulturellen Fragen

Welches Buch hat dich am meisten geprägt – und warum?

Die Biografie von Rafael Nadal. Weil ich es bemerkenswert fand, was der Typ für eine Leidensfähigkeit hat. Der wurde von seinem Onkel extrem kleingehalten. Toni Nadal, der war auch sein Trainer. Rafael hat mit 12 Jahren die U14-Meisterschaft gewonnen. Alles war geschmückt zum Feiern. Aber Onkel Toni hat das abgenommen und gesagt: Du hast noch nicht Wimbledon gewonnen. Vorher mochte ich Nadal nicht. War Federer-Fan. Jetzt mag ich beide.

Was hast du zuletzt gelesen?

Aktuell lese ich Midnight Library von Matt Haig. Geht um eine Bibliothek mit abertausenden Büchern, die deine alternativen Lebenswege enthalten.

Welcher Horrorfilm hat dich lange traumatisiert?

Ich schaue keine Horrorfilme. Gibt mir gar nichts.

Welchen Restaurant-Tipp gibst du jemandem, der zum ersten Mal in Berlin ist?

Otto in der Oderberger Straße. Österreichisch-Deutsch. Sehr regionale Zutaten.

Potsdamer Platz, überschätzt!
picture alliance / imageBROKER | Arnulf Hettrich

Überschätztester Spot in Berlin?

Potsdamer Platz.

Unterschätztester Spot?

Arkonaplatz. Besonders der Food Market ist toll.

Dein Trick um abzuschalten?

Kochen. Und Sport, mit Freunden.

Wie viele Tage Urlaub im Jahr würdest du machen, wenn du es dir aussuchen könntest?

30.

Die literarischen Fragen

Dostojewski: Haben außergewöhnliche Menschen das Recht, Regeln zu brechen?

Nein. (Pause.) Oder warte. Muss nochmal überlegen. Ich habe da direkt an Trump und Co. gedacht, die natürlich nicht einfach alles dürfen. Ich finde es aber in Ordnung, dass man schon mit unter 16 mal ein Bier getrunken hat. Das hast aber nichts damit zu tun, ob man ein außergewöhnlicher Mensch ist.

Austen: Muss man Erwartungen enttäuschen, um glücklich zu werden?

Nein. Kommt aber ganz auf die Erwartungen an. Man sollte nicht mit so vielen Erwartungen durchs Leben gehen. Weil man Glück nicht verfolgen sollte, sondern im Moment erleben. Genügsamkeit ist ein gutes Stichwort.

Camus: Ist Arbeit nur ein Weg, um zu vergessen, wie absurd alles ist?

Nein. Ich glaube, dass Arbeit eine wichtige Komponente ist um sich gebraucht zu fühlen.

Rand: Ist Egoismus gut für alle? 

Bis zu einem gewissen Grad.

Kafka: Ist Macht gruselig?

In den falschen Händen schon.

Kafka II: Du wachst morgens auf und bist in einen Käfer verwandelt. Was machst du?

Sofort losfliegen. Und an Orte gelangen, wo ich noch nie war.

Vervollständigen, bitte

Wenn ich unendlich Geld hätte…

…würde ich mir erstmal etwas Zeit kaufen. Um Dinge zu vertiefen, auf die ich schon lange Lust hatte. Ich würde aber auch meinem engsten familiären Umfeld eine sorgenfreie Zukunft bieten.

Kann man machen!
picture alliance / Westend61 | Alexandra C. Ribeiro

… und jetzt etwas ohne Weltretten oder Business…

Weltreise. Mit dem Van. Und eine Dachterrassenwohnung.

Entweder Oder

Zelt oder Grand Hotel?

Zelt. So Kann man sich die besten Spots aussuchen. Zuletzt war ich in den Bergen bei Valencia.

Nachtzug oder Flug?

Nachtzug. Die werden auch noch besser werden. Nox zum Beispiel.

Kaffee oder Tee?

Kaffee. Hauptsache aus Italien. Ich bin kein Fan von den sauren Röstungen. Ich will dunkle Schokolade.

Heißt es die Nutella oder das Nutella?

Das.

Nutella ohne oder mit Butter?

Auf jeden Fall mit.





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