Entwicklung & Code
LineageOS: Custom-ROM erhält Webinstaller für einfachere Installation
Das LineageOS-Team hat zahlreiche Neuerungen für sein Custom-ROM angekündigt. Unter anderem soll es sich einfacher installieren und nutzen lassen. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören ein browserbasiertes Flash-Tool, eine neu gestaltete Updater-App und erweiterte Geräteunterstützung. An LineageOS 24 auf Basis von Android 17 feilt das Team ebenso.
Weiterlesen nach der Anzeige
Webbasierter Installer
Wie LineageOS in seinem Blogbeitrag mit dem Titel „Summertime Updates!“ schreibt, lässt sich das Custom-ROM mit dem neuen webbasierten Flash-Tool direkt über den Browser installieren. Bislang mussten Nutzerinnen und Nutzer zum Flashen eines Telefons Android-Plattform-Tools auf dem PC installieren und einige Eingaben auf der Kommandozeile vornehmen, um den Bootloader zu entsperren und die vorab manuell heruntergeladenen Betriebssystem-Images darüber aufs Smartphone zu hieven.
Bei LineageOS wird die Installation dank eines Webinstallers bequemer.
(Bild: Screenshot Andreas Floemer / heise medien)
Der Vorgang ist zwar recht detailliert dokumentiert, der Weg über den Browser ist aber viel komfortabler, da man das Telefon nur noch an den PC anschließen und ein paar Mal auf „weiter“ klicken muss. LineageOS ist in diesem Bereich ein Nachzügler: Denn eine solche Lösung bietet neben Google mit dem Android-Flash-Tool für die eigenen Pixel-Geräte auch das sichere Custom-ROM GrapheneOS mit dem Web-Installer an.
LineageOS bietet sein webbasiertes Flash-Tool im Download-Portal an und unterstützt Fastboot, ADB und sogar Samsungs Odin-Flash-Protokoll. Das Team weist jedoch darauf hin, dass es den herkömmlichen Installationsprozess nicht vollständig ersetzt. Nutzer müssen weiterhin die gerätespezifischen Anweisungen im LineageOS-Wiki befolgen. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass LineageOS eine große Anzahl an Geräten verschiedener Hersteller unterstützt. Im Zuge der Ankündigung unterstützt LineageOS 23.2 eine Anzahl weiterer Geräte der Hersteller Samsung, Motorola, Sony und Xiaomi. Vor allem viele Xiaomi-Modelle hat das Team in die Familie unterstützter Geräte aufgenommen.
Updater-App und Sicherheitspatch-Strategie
Weiterlesen nach der Anzeige
Weiter hat LineageOS der Updater-App für Smartphones einen frischen Anstrich verpasst und an Googles „Material 3 Expressive“-Designsprache angepasst. Zudem zeigt die App nun vor der Installation die im jeweiligen Update enthaltene Stufe des Android Security Bulletin (ASB) an, sodass besser ersichtlich sein soll, welche Sicherheitspatches genau installiert werden.
Das LineageOS-Team hat die Updater-App überarbeitet.
(Bild: LineageOS)
Außerdem schreibt LineageOS, dass A/B-OTA-Pakete nun standardmäßig gestreamt werden. Dadurch werde der benötigte Speicherplatz für Updates reduziert und der Installationsprozess beschleunigt.
Überdies schreibt LineageOS, dass das Team sich an Googles neues Sicherheitspatch-Modell angepasst hat, das der Konzern im vergangenen Sommer eingeführt hat. Die Sicherheitspatch-Strategie sieht vor, dass nur Lücken mit hohem Risiko monatlich gepatcht werden, andere nur quartalsweise. Das LineageOS-Team werde dennoch weiterhin monatliche Sicherheitspatches für aktuelle LineageOS-Versionen testen und integrieren, während es gleichzeitig – soweit möglich – Korrekturen auf mehrere ältere Zweige zurückportieren wolle.
LineageOS versucht Sicherheitspatches auch auf ältere Builds zu bringen.
(Bild: LineageOS)
Die Entwickler erklären, dass das Backporting bei einigen der älteren LineageOS-Versionen sehr komplex sei. Daher könne man keine vollständige (oder auch nur teilweise) Sicherheit garantieren. „Seien Sie jedoch versichert, dass wir unser Bestes tun, um jede Android-Version so lange wie möglich zu unterstützen“, verspricht das LineageOS-Team.
Android 17 in Arbeit
Schließlich gibt das Team noch einen Ausblick auf die nächste große Version: LineageOS 24 auf Basis von Googles im Juni veröffentlichtem großen Update auf Android 17 befinde sich „in vollem Gange“. Zum erwarteten Veröffentlichungstermin macht LineageOS keine Angaben, man komme aber „gut voran“.
Lesen Sie auch
(afl)