Künstliche Intelligenz
Linkedin: Mehr Umsatz, weniger Arbeitsplätze
Die Microsoft-Tochter Linkedin plant eine Reorganisation. Dabei werden etwa fünf Prozent der Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren, berichtet Reuters unter Berufung auf zwei nicht namentlich genannte Eingeweihte. Laut dem Bericht hat Linkedin derzeit rund 17.500 Mitarbeiter, es dürften also ungefähr 875 Personen arbeitslos werden.
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Grund sei nicht die Ablöse von Menschen durch Künstliche Intelligenz, sondern eine herkömmliche Reorganisation. Wie Reuters erfahren hat, möchte das Management den Fokus auf jene Bereiche legen, in denen Linkedin bereits jetzt wächst. Und die Marketingplattform wächst verlässlich.
In den ersten drei Monaten des Kalenderjahres hat Linkedin zwölf Prozent mehr Umsatz gemacht als im selben Quartal des Vorjahres. Das hat Microsoft Ende April im Rahmen der Quartalszahlenveröffentlichung mitgeteilt. Es war das dritte Quartal des Microsoft-Finanzjahres 2026. Im zweiten Finanzquartal hat Linkedin den Umsatz um elf Prozent gesteigert, in ersten um zehn.
Seit einem Jahrzehnt steigt Linkedins Umsatz Jahr für Jahr, und das zunehmend schneller. Linkedins Umsatzwachstum ist das fünfte Quartal in Folge stärker ausgefallen als im jeweils vorangegangenen Quartal. Einnahmequellen sind Software für Personalabteilungen, die Stellen zu besetzen haben, Werbung, Software und Datenzugriff für Vertriebsunterstützung, kostenpflichtige Online-Kurse und Premium-Abonnements.
Bezahlschranke für Daten
Letztere stehen im Zentrum einer aktuellen Datenschutzbeschwerde eines österreichischen Nutzers gegen Linkedin. Die Plattform verfolgt und speichert, wer welche Nutzerprofile abruft, und wertet dies für Reklamezwecke aus. Der Österreicher wollte durch eine DSGVO-Auskunft von Linkedin erfahren, wer seine Profildaten abgerufen hat. Doch er lief gegen eine Wand: „We respect the privacy of members who don’t wish to reveal information about themselves when viewing profiles”, schreibt das Unternehmen. (“Wir respektieren die Privatsphäre von Nutzern, die Informationen über sich selbst nicht preisgeben möchten, wenn sie Profile (anderer) betrachten.“)
Doch sobald ein Nutzer Geld bezahlt, gelten die Datenschutzbedenken nicht mehr: Premium-Abonnenten können sehen, wer ihr Profil aufgerufen hat. Das möchte der Linkedin-Nutzer nicht hinnehmen; er hat mit Unterstützung der Datenschutzorganisation Noyb (None of your business) bei der Datenschutzbehörde des Landes Beschwerde erhoben. Linkedin vertritt den Standpunkt, die geltenden Bestimmungen einzuhalten.
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(ds)