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Künstliche Intelligenz

Mehr als 2000 Kilometer neue Stromautobahnen genehmigt


Der für die Energiewende nötige Ausbau des Strom-Übertragungsnetzes kommt voran. Im vergangenen Jahr genehmigte die Bundesnetzagentur rund 2000 Kilometer neue Hochleistungs-Stromleitungen, die oft auch „Stromautobahnen“ genannt werden. Das sind etwa 45 Prozent mehr als im Vorjahr (2024: 1.280 Kilometer), wie die Behörde auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa mitteilte.

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Abgeschlossen wurden 2025 unter anderem die Genehmigungsverfahren für die vier Gleichstrom-Leitungsprojekte A-Nord, Ultranet, SuedLink und SuedOstLink, die durch mehrere Bundesländer verlaufen und zumeist als Erdkabel verlegt werden. Es sind Hochleistungs-Überlandleitungen, die vor allem Windstrom aus dem Norden in die Verbrauchszentren im Süden und Westen bringen sollen.

Behördenpräsident Klaus Müller sprach von einem „Rekordjahr der Stromnetz-Genehmigungen“. „Der Ausbau des Stromnetzes ist unerlässlich für den Erfolg der Energiewende.“ Der Abschluss der Verfahren für die vier Stromautobahnen sei ein Ergebnis der Beschleunigung der letzten Jahre.

Der Bedarf für den Ausbau des Übertragungsnetzes ist derzeit gesetzlich auf rund 16.800 Kilometer festgelegt. Dabei ist die Bundesnetzagentur für die Genehmigung von 9600 Kilometern Neubau zuständig. Mit den Genehmigungen 2025 seien jetzt für rund 4700 Leitungskilometer die Verfahren vollständig abgeschlossen, sagte ein Sprecher. Die Genehmigung für die übrigen 7200 Kilometer Übertragungsnetz-Neubau liegt in den Händen der Bundesländer.

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Von den 16.800 Kilometern waren Ende Juni 2025 mehr als 3.500 Kilometer fertiggestellt, das waren 500 Kilometer mehr als ein Jahr zuvor. Die drei Projekte A-Nord, SuedLink und SuedOstLink sollen 2027, Ultranet Ende 2026 in Betrieb genommen werden.

Das Strom-Übertragungsnetz mit seinen Höchstspannungsleitungen hat bislang eine Länge von rund 39.000 Kilometern. Das Strom-Verteilnetz mit allen Spannungsebenen darunter hat eine Länge von insgesamt rund 1,8 Millionen Kilometern.


(mho)



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Künstliche Intelligenz

Sony schließt Bluepoint Games nach weniger als fünf Jahren


„Shadow of the Colossus“, „Demon’s Souls“: Mit geschmackvollen und technisch kompetenten Remakes machte sich das US-amerikanische Entwicklerstudio Bluepoint Games in der Branche einen Namen. Nach langjähriger Zusammenarbeit kaufte Sony das Studio schließlich. Nicht einmal fünf Jahre später ist die Geschichte von Bluepoint Games überraschend auserzählt. Das Studio wird geschlossen, bestätigte Sony dem Wirtschaftsmagazin Bloomberg.

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Dabei sollen 70 Angestellte ihren Job verlieren, sagte ein Sony-Sprecher Bloomberg. Die Entscheidung sei nach einer kürzlichen Unternehmensanalyse gefallen. Im Januar hatte Bloomberg berichtet, dass ein Live-Service-Game im „God of War“-Universum, an dem Bluepoint Games jahrelang gearbeitet hatte, eingestampft wurde.

Seit seiner Übernahme im Herbst 2021 hat das texanische Entwicklerstudio kein eigenes Spiel auf den Markt gebracht. Es war an der Entwicklung von „God of War: Ragnarök“ beteiligt, das allerdings federführend von Sony Santa Monica verantwortet wurde. Vor der Übernahme durch Sony hat Bluepoint Games die Remakes „Shadow of the Colossus“ und „Demon’s Souls“ für die Playstation entwickelt. Beide Titel kamen bei langjährigen Fans und neuen Spielern ausgesprochen gut an. Besonders für seine technischen Fähigkeiten wurde das Studio geschätzt.

„Bluepoint Games ist ein außerordentlich talentiertes Team, und seine technische Expertise hat der PlayStation-Community herausragende Erlebnisse beschert“, zitiert Bloomberg einen Sony-Sprecher. „Wir danken Bluepoint für die Leidenschaft, Kreativität und das handwerkliche Können.“

Dass Sony keine Hemmungen hat, erst kurz zuvor gekaufte Spielestudios dichtzumachen, zeigte schon 2024 der Fall von Firewalk. Das erst ein Jahr zuvor gekaufte Studio wurde nach erfolglosem Release des Online-Shooters „Concord“ geschlossen. Eine Parallele: Sowohl Firewalk als auch Bluepoint arbeiteten an Live-Service-Games, bevor sie geschlossen wurden. Damit sind Online-Spiele gemeint, die regelmäßig mit neuen Inhalten versorgt werden und langfristig Einnahmen generieren können – wenn sie eine Spielerschaft erreichen, die groß genug ist.

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Solche Spiele messen sich mit Branchengrößen wie „Fortnite“, „Counter-Strike“ und „League of Legends“, die auch Jahre nach ihrem Release zu den meistgespielten Titeln überhaupt gehören. Die Entwicklung von Live-Service-Games gilt aufgrund des umkämpften Markts als ausgesprochen riskant, kann aber zumindest in der Theorie auch große Erfolge erzielen. Die Strategie, mehr Geld in Live-Service-Spiele zu investieren, hatte Sony bereits vor mehreren Jahren ausgerufen.


(dahe)



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Künstliche Intelligenz

Top 7: Das beste Digitalradio mit DAB+ und ASA im Test – Warnmeldung im Notfall


Radios mit ASA (Automatic Safety Alert) warnen die Bevölkerung im Katastrophenfall per digitalem Rundfunk (DAB+ und DRM). Wir zeigen die besten Modelle

„Warn-Apps“ auf Smartphones sind im Ernstfall oft nur eingeschränkt nutzbar: Sie benötigen vergleichsweise viele Daten, zudem brechen Mobilfunknetze bei Großschadenslagen häufig als Erstes zusammen. Abhilfe schaffen sollen datensparsame Cell-Broadcast-Warnungen direkt über die Mobilfunknetze oder ein eigener Warnkanal im Digitalradio DAB+. Allerdings können ältere Endgeräte diese Warnmeldungen häufig nicht empfangen oder auswerten.

Welches DAB+-Radio mit ASA ist das beste?

Testsieger ist das Telestar TOP 250. Es bietet das beste Gesamtpaket und verfügt über Internetradio – was viele Geräte in diesem Testfeld nicht bieten. Zudem ist es mit rund 100 Euro vergleichsweise günstig.

Technologiesieger knapp dahinter ist das Telestar TOP 300. Zusätzlich zur Ausstattung des TOP 250 bietet dieses Modell noch einen CD-Spieler – falls jemand so etwas noch nutzt. Mit knapp 140 Euro ist es etwas teurer.

Preis-Leistungs-Sieger ist das Technisat Digitradio 1A für 57 Euro. Dank integriertem Akku ist es die einzige portable Variante dieser Bestenliste.

KURZÜBERSICHT

Der Telestar TOP 250 überzeugt mit reichhaltiger Ausstattung und einem stimmigen Preis-Leistungs-Verhältnis – besonders für alle, denen ASA wichtig ist, bietet er ein hervorragendes Multifunktionsradio. Mit einem Listenpreis von knapp 100 Euro ist es zudem ein attraktives Gesamtpaket.

VORTEILE

  • guter Empfang über alle Wege
  • vollwertiges ASA-Notfallwarnsytem 
  • großer Leistungsumfang
  • Internetradio

NACHTEILE

  • kein aptX, AAC oder LDAC bei Bluetooth
  • kein Betrieb ohne Netzstrom

Das Telestar TOP 300 ist eine kompakte Multimedia-Station mit umfangreicher Ausstattung, gutem Klang und zuverlässigem Empfang. Design, Bedienung und Funktionsvielfalt werden positiv bewertet. Trotz des vergleichsweise hohen, aber fairen Preises von 142 Euro bleibt als einziger Kritikpunkt der fehlende Akku.

VORTEILE

  • guter Empfang über alle Wege
  • vollwertiges ASA-Notfallwarnsytem
  • großer Leistungsumfang
  • leistungsfähiger Equalizer, guter Klang
  • CD-Player & Aufnahmefunktion

NACHTEILE

  • kein aptX, AAC oder LDAC bei Bluetooth
  • nur Betrieb mit Netzstrom

Das Technisat Digitradio 1A für 57 Euro ist klein und bietet neben gutem Empfang auch einen guten Klang. Zwar hat es nur wenige Funktionen, diese beherrscht es allerdings gut und bietet eine auch bei Stromausfall funktionierende ASA-Notfallwarnung. Wenn man es auf Reisen mitnimmt, wird man allerdings eine Weckfunktion vermissen.

VORTEILE

  • guter Empfang über alle Wege
  • guter Klang
  • vollwertiges ASA-Notfallwarnsystem 
  • Betrieb auch mobil und bei Stromausfall
  • gute Bedienbarkeit 

NACHTEILE

  • keine Weckfunktion trotz Uhrzeit
  • Betrieb mit externen Ladegeräten mit Quick Charge (QC) nicht möglich

Ratgeber

Fehlende Notfallwarnsysteme

Deutschland ist bei Naturkatastrophen bislang vergleichsweise glimpflich davongekommen. Im vergangenen Jahrhundert ragen primär die Hamburger Sturmflut von 1962 sowie die Schneekatastrophe des Winters 1978/1979 heraus, als im Norden Deutschlands nicht nur Verkehrswege blockiert waren, sondern auch Strommasten umknickten. In beiden Fällen leisteten Funkamateure mit Notfunkausrüstung wertvolle Hilfe bei den Einsätzen. Ansonsten blieben der Rundfunk und die Luftschutzsirenen als zentrale Mittel, um die Bevölkerung zu warnen und zu informieren, damit sie sich vorbereiten oder in Sicherheit bringen konnte.

Dass schwere Katastrophen in Deutschland bislang selten sind und das Land weder regelmäßig von Hurrikanen noch von Tsunamis betroffen ist, stellt jedoch keine Garantie für die Zukunft dar. Die Flutkatastrophe im Ahrtal mit Hunderten Todesopfern – begünstigt durch problematischen Landschafts- und Hausbau in Kombination mit Extremwetterlagen – führte schmerzhaft vor Augen, dass auch hierzulande jederzeit mit Katastrophen zu rechnen ist. Neben Naturereignissen sind zudem technische Unglücke wie Chemie- oder Atomunfälle nicht auszuschließen.

Trotz moderner Technik verfügt Deutschland derzeit über kein flächendeckend zuverlässig funktionierendes Katastrophen-Warnsystem. Ein Radio muss erst eingeschaltet werden und hilft bei nachts aufziehenden Gefahrenlagen daher nur eingeschränkt. Die Luftschutzsirenen wurden wiederum in vielen Kommunen nach dem Ende des Kalten Krieges abgebaut. Dabei erfüllten sie neben der Warnung vor Luftangriffen und der Alarmierung der Feuerwehr – die heute überwiegend über stille Funkrufempfänger erfolgt – vorwiegend eine wichtige Aufgabe: die Bevölkerung aus dem Schlaf zu holen und sie so auf weiterführende Informationen etwa über den Rundfunk aufmerksam zu machen.

US-Warnsysteme

Auch im Ausland standen bei der Entwicklung von Alarmsystemen zunächst militärische Bedrohungen im Vordergrund, nicht Naturkatastrophen. In den USA wurde 1951 mit Conelrad (Control of Electromagnetic Radiation) ein Luftschutz-Warnsystem eingeführt, das die Bevölkerung per Rundfunk über rasch wechselnde Senderstandorte auf zwei Mittelwellenfrequenzen informieren sollte. Ziel war es, zu verhindern, dass angreifende Bomber die Rundfunksender als Funkfeuer zur Zielführung nutzen konnten – eine Taktik, die im Zweiten Weltkrieg bei Angriffen auf Deutschland Anwendung fand.

Ab 1957 wurde Conelrad auch für Naturkatastrophen eingesetzt und 1963 durch das Emergency Broadcast System (EBS) ersetzt. Da inzwischen Raketen- statt Bomberangriffe als Bedrohung galten und Interkontinentalraketen keine Rundfunksignale zur Navigation nutzen konnten – es handelte sich nicht um Marschflugkörper –, rückten andere Anforderungen an Warnsysteme in den Vordergrund.

Die US-amerikanischen Warnsysteme sollten zunächst vorrangig dem Präsidenten ermöglichen, die gesamte Bevölkerung im Kriegsfall oder bei landesweiten Notlagen zu erreichen. Erst schrittweise wurde EBS auch für Warnungen auf Ebene einzelner Bundesstaaten oder lokal eingesetzt. Zwischen 1976 und 1996 wurde das System rund 20.000-mal aktiviert – angesichts der in den USA häufigen extremen Wetterlagen. Ein landesweiter Alarm wurde hingegen nie ausgelöst. Später wurde EBS durch das heute noch genutzte Emergency Alert System (EAS) abgelöst.

Der Vorteil des Nachfolgesystems liegt in der digitalen Codierung: Warnungen lassen sich gezielt auf bestimmte Regionen beschränken, zudem kann der Anlass – etwa Erdbeben oder Hurrikan – mit übertragen werden. Gleichzeitig zeigte sich jedoch eine hohe Anfälligkeit für Fehlalarme. Auslöser ist ein analoger, unangenehm klingender Zweiton, der laufende Programme unterbricht und zugleich die automatische Weiterleitung an andere Sender startet. Spielfilme, Nachrichtensendungen oder sogar Werbespots mit Original-Warntönen führten wiederholt zu unbeabsichtigten Alarmen und in der Folge zu teils millionenschweren Strafzahlungen.

Auch regelmäßige Testaussendungen offenbarten Schwächen: Ein erheblicher Teil der Anlagen funktionierte nicht korrekt, zudem kam es immer wieder zu Fehlalarmen, etwa wenn bei Tests falsche Tonbänder eingelegt wurden und ein Probelauf unbeabsichtigt zum Ernstfall wurde. Als Vorbild für ein neues deutsches Warnsystem eignet sich EAS daher nur bedingt – grundsätzlich zeigt es jedoch, dass ein flächendeckendes Warnsystem technisch realisierbar ist.

Warn-Apps

NINA und Katwarn sind die bekanntesten Apps, die auf Smartphones Katastrophenalarm auslösen sollen. In der Praxis funktionierte das bei Tests jedoch häufig erst nach Stunden. Das ist wenig überraschend: Im Alarmfall werden die Warnmeldungen über das Mobilfunknetz einzeln per TCP/IP an jedes einzelne Smartphone versandt – inklusive Rückmeldung.

Wenn Millionen Geräte gleichzeitig erreichbar sein sollen, teils ohne LTE-Empfang und mit langsamen Datenverbindungen, stößt dieses Verfahren zwangsläufig an seine Grenzen. Es ist ebenso ineffizient, wie es wäre, jedes Telefon einzeln per SMS, E-Mail oder automatisiertem Anruf zu alarmieren. Mit den 20 Mitgliedern einer örtlichen freiwilligen Feuerwehr mag das funktionieren, nicht jedoch mit der Bevölkerung eines ganzen Landstrichs. Bis dahin hat eine Flut wie im Ahrtal – wo zudem zu spät gewarnt wurde – die Infrastruktur längst zerstört.

Abhilfe schaffen nur echte Broadcast-Technologien: etwa Warnungen über den Rundfunk – allerdings nicht analog, sondern digital und idealerweise mit der Fähigkeit, auch bei inaktivem Gerät einen Alarm auszulösen. Viele Menschen legen ihr Smartphone bewusst nicht neben das Bett, um ungestört schlafen zu können. Ein Radiowecker hingegen steht häufig auf dem Nachttisch, was dem Rundfunk hier einen klaren Vorteil verschafft.

EWF und später ASA heißt das entsprechende Warnsystem: „Emergency Warning Functionality“ oder „Automatic Safety Alert“. Es handelt sich um eine deutsche Entwicklung, die allerdings von Beginn an auf internationale Nutzung ausgelegt ist.

Mit dem Übergang von EWF zu ASA wurde eine entscheidende Funktion ergänzt: der Standortbezug. Während EWF alle Empfänger im Sendebereich gleichermaßen alarmierte, erlaubte ASA eine gezielte regionale Warnung. Ein Fabrikbrand in Wanne-Eickel ist in Berchtesgaden nicht relevant und kein Grund, Menschen dort um zwei Uhr nachts aus dem Schlaf zu reißen, um vorsorglich die Fenster zu schließen. Lokale Warnungen ließen sich zuvor nur über lokale DAB+-Ensembles verbreiten, nicht jedoch über bundesweite Programme – ein Mangel, der an die frühen Einschränkungen des US-amerikanischen Conelrad-Systems erinnerte.

ASA auf DAB+

ASA kann DAB+-Radios automatisch auf einen Warnkanal umschalten und Geräte sogar aus dem Standby aktivieren. Eine kurze Sprachmeldung wird wiedergegeben, ergänzend lassen sich Textinformationen im vom Fraunhofer-Institut entwickelten Journaline-Format anzeigen – auch in Fremdsprachen sowie barrierefrei für Hörgeschädigte. Getestet wird das System bereits seit 2014, und der bundesweite DAB+-Multiplex ist technisch in der Lage, ASA-Signale auszustrahlen. Im Regelbetrieb kommt dies bislang jedoch nicht zum Einsatz: Aktiviert wird ASA derzeit nur an bundesweiten Warntagen, parallel zu den übrigen Warnsystemen.

Daneben existieren regionale Testmöglichkeiten. In Bayern sendet etwa der DAB-Testkanal 10D, ausgestrahlt ausschließlich von den Standorten Wendelstein und Büttelberg, zweimal pro Stunde eine Testwarnung. Nutzerinnen und Nutzer im Empfangsgebiet können damit ihr Gerät überprüfen, müssen dafür jedoch zuvor den Standort im Radio auf Sydney oder Melbourne einstellen. Das Gerät schaltet sich dann zwar aus dem Standby ein, jedoch nicht ensembleübergreifend wie bei einem echten Alarm. Dies ist bewusst so umgesetzt: Würde der Testmodus unbeabsichtigt ausgelöst, wäre die Verunsicherung groß. Entsprechend ist die manuelle Umstellung des Standorts Voraussetzung für den Testbetrieb.

Gerätestandort

ASA-Alarmmeldungen lassen sich standortbezogen auswerten. Damit ein Radio weiß, für welchen Bereich Warnungen relevant sind, muss sein Standort einmalig hinterlegt werden. Prinzipiell ließe sich dafür der im Amateurfunk etablierte QTH-Locator nutzen, der außerhalb dieser Szene jedoch kaum bekannt ist. Daher wurde ein eigenes System entwickelt, das mit einem zwölfstelligen Zifferncode arbeitet. Das klingt zunächst kompliziert, ist in der Praxis aber einfach: Über die Website www.asa.radio lässt sich der Code für den eigenen Standort bequem ermitteln – für die Redaktion lautet er beispielsweise 1257-4148-4257. Dieser Code wird einmalig im Empfänger gespeichert, sofern das Gerät nicht regelmäßig an anderen Orten genutzt wird oder es sich um ein Autoradio handelt.

Autoradios mit ASA- oder EWF-Unterstützung gibt es bislang allerdings nicht. Hier wäre vermutlich eine Kopplung mit GPS erforderlich, um den aktuellen Standort automatisch zu bestimmen. Bei tragbaren Geräten wie dem Technisat Digitradio 1 A müsste der Standort theoretisch je nach Nutzung zu Hause, im Büro oder unterwegs angepasst werden. In der Praxis dürfte die Standortauflösung derzeit jedoch feiner sein als die regionale Differenzierung der Warnmeldungen – während eines Spaziergangs muss der Standort daher sicher nicht laufend aktualisiert werden.

Zum Redaktionsschluss gab es laut dabplus.de lediglich 14 ASA-zertifizierte Empfänger. Daneben existieren weitere ASA-fähige Geräte, die bislang nicht zertifiziert sind, da das Verfahren vergleichsweise aufwendig und kostenintensiv ist. EWF-taugliche Empfänger können ASA-Warnungen grundsätzlich nicht empfangen; umgekehrt ist das System jedoch abwärtskompatibel: ASA-Empfänger können auch EWF-Signale auswerten. Diese sollen künftig allerdings nicht mehr ausgestrahlt werden.

Ob sich bestehende EWF-Geräte per Firmware-Update für ASA nachrüsten lassen, hängt vom jeweiligen Modell ab. Technisch ist dies möglich, bei günstigen Importgeräten aus China jedoch eher unwahrscheinlich – und auch bei Produkten deutscher Hersteller keineswegs garantiert. Hinzu kommt, dass eine nachträgliche ASA-Zertifizierung für bereits verkaufte oder nicht mehr produzierte Geräte zusätzliche Kosten verursacht.

Erstes ASA-zertifiziertes Gerät am Markt

Das Digitradio 3 ASA ist das erste offiziell ASA-zertifizierte Radio im Handel. Es empfängt UKW analog und DAB+ digital, lässt sich als Bluetooth-Lautsprecher nutzen und spielt Inhalte von Medienservern, USB-Sticks oder analogen Quellen ab. Zusätzlich beherrscht es die Wiedergabe von Audio-CDs und MP3-CDs. Auf Internetradio muss man allerdings verzichten: Weder ein Ethernet-Anschluss noch WLAN sind vorhanden.

Technisat bietet zwar mit dem Digitradio 3 IR ein zum gleichen Listenpreis erhältliches Modell mit WLAN-Internetradio an, dieses unterstützt jedoch kein ASA. Umgekehrt fehlt beim ASA-Modell das Internetradio. Ebenfalls im Programm ist das etwas günstigere Digitradio 3 VOICE mit Sprachsteuerung und Sprachausgabe, das sich speziell an Menschen mit Sehbehinderung richtet – ebenfalls ohne ASA.

Die Telestar-Story: ASA vom EWF-Pionier

Bereits zur IFA 2022 brachte Telestar mit dem DIRA M 1 A und dem DIRA M 1 A mobil die ersten DAB+-Radios auf den Markt, die EWF – den Vorläufer von ASA – vollständig gemäß Spezifikation empfangen konnten. Das mobile Modell mit integriertem Akku bleibt auch bei Stromausfall betriebsbereit und schaltet automatisch auf Akkubetrieb um, selbst wenn das Netzteil noch eingesteckt ist, aber keine Spannung mehr liefert.

Als deutsche Produkte bieten die Radios einen heute seltenen Vorteil: eine dedizierte „rote Taste“ zur Aufnahme auf USB-Stick. Solche Funktionen sind bei importierten Radios aufgrund erhöhter Einfuhrzölle rar geworden. Die Aufnahme funktioniert in allen Betriebsarten – UKW, DAB+ und Internetradio – und erlaubt es, Sendungen direkt mitzuschneiden.

Im April 2024 wurde jedoch überraschend angekündigt, Telestar zum Jahresende abzuwickeln – zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Die Verkaufszahlen des gut ausgestatteten DIRA M 1 A entwickelten sich gerade positiv. Telestar war eine Tochter der Techniropa Holding, zu der auch TechniSat gehört. Nach dem Tod des Gründers Peter Lepper im Januar 2024 änderte sich die strategische Ausrichtung: Mit einem ähnlichen Portfolio wie TechniSat galt Telestar konzernintern als Konkurrenz. Sämtliche Mitarbeitenden wurden gekündigt, der Betrieb eingestellt und die Markenrechte an die niederländische Commaxx Group verkauft.

Doch Telestar kehrte zurück: Der frühere Mitarbeiter Frank Kirwel erwarb gemeinsam mit Sven Melzer (Geschäftsführer von Megasat) die Markenrechte von Commaxx und gründete das Unternehmen neu. Als Weiterentwicklung des DIRA M 1 A sind nun die technisch überarbeiteten Modelle Top 200 (Mono) und Top 250 (Stereo) erhältlich. Sie unterstützen das aktuelle ASA-Warnsystem, verfügen allerdings über keinen integrierten Akku.

Für Nutzer älterer Telestar-Geräte bleibt Commaxx für Service und Support zuständig; ein nachträgliches ASA-Update wäre technisch möglich, müsste aber von dort angeboten werden. Die neue Telestar betreut ausschließlich die aktuellen Modelle und stellt deren künftige ASA-Aktualisierung sicher. Der Radioempfang über DAB+, UKW und Internet funktioniert bei allen Geräten uneingeschränkt weiter – ASA-Warnungen unterstützen derzeit jedoch nur die neuen Modelle.

Frontier-Chipsätze künftig mit EWF/ASA

ASA-fähige Geräte sind bislang noch rar, Besserung zeichnet sich jedoch ab. Immer mehr neue Radios unterstützen den EWF- und ASA-Standard, und der Digitalradio-Chiphersteller Frontier plant, diese Funktionen künftig vollständig in seine Chipsätze zu integrieren. Damit sollten zahlreiche neue DAB+-Radios ASA künftig bereits ab Werk beherrschen.

Andere DAB+-Radios können Warnmeldungen zwar grundsätzlich wiedergeben, erfordern dafür jedoch ein manuelles Umschalten auf den Warnkanal. Eine automatische Umschaltung erfolgt nicht, ebenso wenig ein Einschalten aus dem Standby. Zudem beschränkt sich die Ausgabe auf die Sprachmeldung, Textinformationen werden nicht angezeigt.

UKW mit RDS wäre prinzipiell auch für Notfall-Warnungen geeignet

Übrigens enthält bereits der analoge UKW-Rundfunk im RDS-System eine vergleichbare Funktion, die Verkehrsfunk-Kennung. Sie verleiht einem Sender Priorität und löst in Autoradios ein automatisches Umschalten auf diesen Kanal aus. Eine entsprechende Funktion ist auch in DAB+-Autoradios verfügbar.

Von ausgeschalteten Empfängern wird dieses Signal jedoch nicht empfangen, ein Radio schaltet sich dadurch nicht automatisch ein. Zudem wird die Kennung im Alltag so häufig aktiviert, wenngleich es auf den Straßen nichts Relevantes zu melden gibt, dass sie sich kaum zur Übermittlung von Katastrophenwarnungen eignet.

Fazit

Für nächtliche Alarmmeldungen am Bett stellt ASA über DAB+ eine sinnvolle Alternative zu anderen Warnsystemen dar. Ein Mobiltelefon sollte man dort aus naheliegenden Gründen nicht liegen haben, während ein Radiowecker häufig ohnehin auf dem Nachttisch steht. Im Auto wiederum kann das Mobiltelefon zusätzlich ablenken.

Noch sind allerdings nur wenige aktuelle DAB+-Radios mit ASA ausgestattet. Bei einer Neuanschaffung lohnt es sich dennoch, auf diese Funktion zu achten, da sie keinen zusätzlichen Aufwand verursacht.

Am meisten überzeugt haben uns in unseren Tests die Modelle von Telestar, die als einzige auch Internetradio bieten. Der Funktionsumfang ist ansonsten bei allen Geräten ähnlich. Das Digitradio 1A von Technisat ist besonders günstig und als einziges Gerät mit Akku auch mobil einsetzbar.

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Digitalradio Telestar TOP 250 im Test: EWF-Pionier kehrt mit ASA zurück

Telestar ist zurück und bringt mit dem TOP 250 eines der ersten DAB+-Radios mit ASA-Warnfunktion. Was es kann, zeigt der Test.

VORTEILE

  • guter Empfang über alle Wege
  • vollwertiges ASA-Notfallwarnsytem 
  • großer Leistungsumfang
  • Internetradio

NACHTEILE

  • kein aptX, AAC oder LDAC bei Bluetooth
  • kein Betrieb ohne Netzstrom

Telestar ist zurück und bringt mit dem TOP 250 eines der ersten DAB+-Radios mit ASA-Warnfunktion. Was es kann, zeigt der Test.

Das DIRA M 1 A (Testbericht) von Telestar war das erste DAB+-Radio, das mit dem neuen Katastrophenwarnsystem EWF ausgestattet wurde. EWF ist inzwischen Geschichte – zeitweise galt das auch für Telestar selbst. Nun ist der Hersteller zurück. Wie schlägt sich das aktuelle DAB+-Radio aus dem Hause Telestar mit der inzwischen eingeführten ASA-Warnfunktion?

Wer nachts ruhig schlafen möchte, ohne das Risiko einzugehen, eine Katastrophenwarnung zu verpassen, und zugleich auf ein störendes Smartphone am Bett verzichten will, findet in einem DAB+-Radio mit ASA-Warnfunktion eine praktikable Lösung. Noch ist die Auswahl an entsprechenden Geräten überschaubar, dieses Modell gehört zu den Ersten. Es unterstützt sämtliche Funktionen des neuen Warnsystems. Doch was bietet es darüber hinaus?

Obwohl EWF bereits seit mehr als zehn Jahren entwickelt und erprobt wurde, fehlten lange Zeit geeignete Endgeräte – ähnlich wie in der Anfangsphase von DAB+. Erst zur IFA 2022 stellte Telestar mit dem DIRA M 1 A und dem DIRA M 1 A mobil passende Radios vor. Sie waren vergleichsweise günstig und boten damals einzigartige Funktionen. Dem Unternehmen selbst brachte das jedoch kein Glück: Die Konzernmutter schloss Telestar überraschend auf dem Höhepunkt seines Erfolgs.

Inzwischen wurde Telestar neu gegründet und ist mit dem TOP 250 wieder am Markt vertreten. Das Multifunktionsradio unterstützt ASA-Warnungen über DAB+ und markiert zugleich den technologischen Fortschritt gegenüber EWF. Der entscheidende Unterschied: ASA arbeitet standortbezogen. Nach einmaliger Hinterlegung des eigenen Standorts im Radio werden nur noch Warnmeldungen für die jeweilige Region ausgegeben – und nicht mehr für das gesamte Bundesgebiet.

Ausstattung und Design

Mit 27,6 cm Breite, 11,8 cm Höhe und 13,0 cm Tiefe findet das Telestar TOP 250 problemlos auf dem Nachttisch Platz. Mit 1440 g ist es auch ohne separaten Tragegriff noch gut transportabel, etwa für den Einsatz in einem anderen Raum.

Analoge Audioquellen lassen sich über eine 3,5-mm-Klinkenbuchse einspeisen, ein Kopfhörerausgang ist ebenfalls vorhanden. Das Netzteil mit 15 V und 1,5 A ist extern ausgeführt. Die Teleskopantenne für UKW und DAB+ kann abgeschraubt werden, sodass auch der Anschluss an eine Außenantenne oder eine Kabelanlage möglich ist.

Eine Fernbedienung gehört zum Lieferumfang, wodurch sich das Gerät auch als Tuner- oder Internetradio-Erweiterung für eine bestehende Anlage eignet. Die Bedienlogik unterscheidet sich leicht zwischen Gerät und Fernbedienung, die Tasten sind jedoch in beiden Fällen gut lesbar beschriftet und nicht, wie bei manchen aktuellen Produkten, unglücklich Ton in Ton ausgeführt. Alternativ lässt sich das TOP 250 auch per Smartphone-App steuern.

Als Multifunktionsradio beherrscht das Gerät den Empfang von UKW und DAB+, kann als Bluetooth-Lautsprecher dienen, Audioinhalte von Medienservern, USB-Datenträgern oder analogen Quellen wiedergeben und fungiert über 2,4‐GHz-WLAN als Internetradio. Viele Streams stehen in mehreren Qualitätsstufen zur Verfügung, was bei Internetradios keineswegs selbstverständlich ist. Möglich wird das durch einen vom Hersteller als „Nicent Solution“ bezeichneten, eigenentwickelten Chipsatz.

Für die Senderspeicherung stehen jeweils 100 feste Speicherplätze für UKW und DAB+ sowie 500 Plätze für Internetradiostationen zur Verfügung. Mehrere Weck- und Einschlaffunktionen erlauben zudem die Nutzung als vollwertiger Radiowecker.

Ein weiterer Pluspunkt ist die integrierte Aufnahmefunktion auf USB-Speicher. Solche Funktionen sind bei Radios inzwischen selten geworden, unter anderem wegen höherer Einfuhrzölle. Die Aufnahme lässt sich in allen Betriebsarten nutzen, also bei UKW, DAB+ und Internetradio, auch zeitgesteuert. So lassen sich Sendungen ohne PC direkt mitschneiden und archivieren.

Das 6,1 cm große Farbdisplay bietet eine einstellbare Helligkeit und kann bei Bedarf vollständig abgedunkelt oder auf eine reine Uhranzeige reduziert werden. Damit eignet sich das TOP 250 auch für den Einsatz am Bett. Die ausführliche Anleitung erläutert sämtliche Funktionen verständlich.

ASA-Warnsystem

Zu den interessantesten Funktionen des TOP 250 zählt die Unterstützung des ASA-Warnsystems. Das Radio kann bei einem ASA-Alarm nicht nur aus dem Standby heraus einschalten oder von anderen Sendern und Programmquellen automatisch umschalten, sondern stellt Warnmeldungen zusätzlich im Journaline-Format als Text dar. Die Anzeige ist mehrsprachig möglich.

In den Einstellungen lässt sich festlegen, ob das Gerät auf Testmeldungen, ausschließlich auf echte Warnungen oder gar nicht reagieren soll. Diese Option sollte nach der Inbetriebnahme überprüft werden, damit das Radio im Ernstfall auch tatsächlich Alarm auslöst. Voraussetzung dafür ist die Eingabe des eigenen Standortcodes.

Einen integrierten Akku, der Warnungen auch bei Stromausfall ermöglichen würde, besitzt das TOP 250 allerdings nicht. Damit bleibt es hinter dem früheren DIRA M 1 A mobil zurück.

Empfang und Klang

Der Empfang überzeugt in allen Betriebsarten. Das ist selbst dann relevant, wenn das Gerät hauptsächlich zur Wiedergabe von Inhalten über USB genutzt wird, da die ASA-Warnfunktion nicht an einem schwachen Empfang scheitern darf.

Bei passender Equalizer-Einstellung liefern die zwei 7,6-cm-Lautsprecher mit insgesamt 10 W Ausgangsleistung einen ausgewogenen Klang, der sich auch als Radiowecker bewährt. Die maximale Lautstärke reicht selbst für Tiefschläfer aus. Beim Bluetooth-Betrieb steht allerdings nur der SBC-Standardcodec zur Verfügung.

Preis

Das Telestar TOP 250 hat einen Listenpreis von knapp 100 Euro. Angesichts der umfangreichen Ausstattung ist das ein attraktiver Preis.

Fazit

Die Ausstattung des Telestar TOP 250 ist sehr reichhaltig und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Wem ASA wichtig ist, der ist hier richtig und bekommt dazu noch ein richtig gutes Multifunktionsradio.

Telestar TOP 300 im Test: Internetradio mit DAB+ und ASA-Warnfunktion überzeugt

Das Telestar TOP 300 ist ein schickes Multitalent mit DAB+ inklusive ASA-Warnfunktion, Internetradio, Streaming und CD. Unser Test zeigt Bedienung, Klang und Empfang.

VORTEILE

  • guter Empfang über alle Wege
  • vollwertiges ASA-Notfallwarnsytem
  • großer Leistungsumfang
  • leistungsfähiger Equalizer, guter Klang
  • CD-Player & Aufnahmefunktion

NACHTEILE

  • kein aptX, AAC oder LDAC bei Bluetooth
  • nur Betrieb mit Netzstrom

Das Telestar TOP 300 ist ein schickes Multitalent mit DAB+ inklusive ASA-Warnfunktion, Internetradio, Streaming und CD. Unser Test zeigt Bedienung, Klang und Empfang.

Wer nachts ruhig schlafen möchte, ohne eine Katastrophenwarnung zu verpassen oder das Smartphone neben dem Bett liegen zu haben, profitiert von einem DAB+-Radio mit ASA-Warnfunktion. Entsprechende Geräte sind bislang rar. Der neue ASA-Standard unterscheidet sich vom inzwischen eingestellten EWF durch den Standortbezug: Ist der Aufenthaltsort im Radio hinterlegt, werden ausschließlich relevante Warnmeldungen empfangen – nicht mehr flächendeckend für die gesamte Republik.

Telestar gehörte zu den ersten Herstellern von DAB+-Radios mit EWF-Katastrophenalarmsystem. Der EWF-Standard ist inzwischen Geschichte – und zeitweise galt das auch für Telestar. Nun ist der Hersteller zurück. Wie schlägt sich das Telestar TOP 300 mit der aktuellen ASA-Warnfunktion im Test?

Ausstattung und Design

Mit 36 cm Breite, 14,5 cm Höhe und 17,2 cm Tiefe findet das Telestar-Gerät zwar noch auf dem Nachttisch Platz. Mit 3560 g ist es aber nicht mehr als portabel anzusehen. Dafür kann es neben dem Schlafzimmer auch größere Räume solide beschallen. Analoge Signale können per 3,5-mm-Klinkenstecket sowohl eingespielt (AUX) als auch ausgespielt (Kopfhöreranschluss) werden. Das Netzteil (15 V/2,4 A) ist leider extern, proprietär und sehr wuchtig. Die Teleskopantenne für UKW und DAB+ kann abgeschraubt werden, womit ein Anschluss an Außenantennen oder Kabel möglich ist.

Zusätzlich wird eine Fernbedienung mitgeliefert, sodass das TOP 300 auch als Tuner- und Internetradio-Ergänzung einer größeren Anlage genutzt werden kann, obwohl es schon fast eine solche ersetzen kann, wenn kein Fernsehton genutzt werden soll. Die Bedienung am Gerät und an der Fernbedienung ist nicht ganz identisch, doch sind an beiden die Tasten gut erkennbar beschriftet, nicht „schwarz auf schwarz“, wie bei so manchem aktuellen Produkt. Wer nichts anderes als sein Smartphone mehr in die Hand nehmen möchte, kann das TOP 300 auch per App bedienen.

Das Gerät ist ein vollwertiges Multifunktionsradio: Es empfängt UKW analog und DAB+ digital, lässt sich als Bluetooth-Lautsprecher nutzen und spielt Inhalte von Medienservern, USB-Sticks, CDs sowie aus analogen Quellen ab. Über 2,4-GHz-WLAN dient es auch als Internetradio. Viele Streams stehen dabei in mehreren Qualitätsstufen zur Auswahl – ein Angebot, das nur wenige Internetradios machen. Der Grund ist ein selbst entwickelter Chipsatz, den der Hersteller Nicent Solution nennt.

Mit je 100 integrierten, also nicht nur über ein Portal abrufbaren Senderspeichern für UKW und DAB+ sowie 500 für Internetradiostationen ist auch bei einem breiten Musikgeschmack genug Platz, um alle interessanten Sender abzuspeichern. Mehrere Weck- und Einschlaffunktionen ermöglichen die vollwertige Nutzung als Radiowecker. Und nur im Modell TOP 300 sind auch einige Streamingdienste wie Qobuz oder Tidal nativ integriert.

Als deutsches Produkt (wenn auch in Shenzhen gefertigt) hat das TOP 300 noch einen weiteren Vorteil: Es hat eine Funktion zum Aufzeichnen auf einen USB-Stick. Bei Radios sind diese aufgrund dann erhöhter Einfuhrzölle aus den heute üblichen Fertigungsländern sehr rar geworden. Und diese Taste funktioniert in allen Betriebsarten, ob UKW-analog, DAB+ oder auch Internetradio. Man kann also schon einmal eine besondere Sendung auch ohne PC „mitschneiden“ und dauerhaft aufbewahren – auch zeitgesteuert wie früher beim Videorekorder.

Das farbige Display misst 3,2 Zoll (8,1 cm) in der Diagonale. Die Helligkeit kann angepasst werden: Im ausgeschalteten Zustand bleibt die Anzeige dunkel oder zeigt auf Wunsch die Uhrzeit an. Am Bett stört es damit nicht. Die Anleitung ist ausführlich und erläutert sämtliche Gerätefunktionen verständlich.

Der Equalizer bietet zwar die üblichen Presets wie „Rock“ und „Jazz“, die klanglich meist wenig überzeugen. In den erweiterten Einstellungen steht jedoch ein vollwertiger grafischer und parametrischer Equalizer zur Verfügung. Grafisch lassen sich 18 Frequenzbänder anheben oder absenken – statt der sonst üblichen zehn. Zusätzlich können die Mittenfrequenzen der einzelnen Bänder parametrisch angepasst werden, sofern man den Klang fein abstimmen möchte.

ASA-Warnsystem

Zu den interessantesten Funktionen des TOP 300 zählt definitiv die ASA-Warnfunktion: Bei einem Alarm schaltet das Gerät selbstständig aus dem Standby oder von anderen Programmquellen um. Zudem lassen sich Warnmeldungen im Journaline-Format mehrsprachig als Text anzeigen.

Nutzer können festlegen, ob das Radio auf Testmeldungen, ausschließlich auf reale Warnungen oder gar nicht reagieren soll. Diese Einstellung sollte nach der Inbetriebnahme überprüft werden, ebenso die Eingabe des eigenen Standortcodes – nur dann löst das Gerät im Ernstfall zuverlässig Alarm aus. Einen Akku für den Betrieb bei Stromausfall besitzt das TOP 300 allerdings nicht.

Empfang und Klang

Der Empfang ist in allen Betriebsarten ausgezeichnet. Dies ist selbst für reine USB-Musikhörer wichtig, da die ASA-Warnfunktion ja nicht an unzureichendem Empfang scheitern soll. Allerdings ist sie aktuell – wie bei allen ASA-Radios – ausschließlich über DAB+ verfügbar.

Das TOP 300 liefert bei geeigneter Equalizer-Einstellung, die ausgiebig optimiert werden kann, aus zwei Lautsprechern mit 7,6 cm Durchmesser und 15 W Audioleistung einen ausgezeichneten Klang. Tatsächlich ist es dank seines größeren Gehäuses bei Aufstellung in Raumecken bereits so bassstark, dass man die tiefen Töne im Equalizer reduzieren und nicht anheben muss. Die Lautstärke ist auch für Tiefschläfer ausreichend, falls man es als Radiowecker nutzt. Bei Bluetooth ist allerdings nur der SBC-Standardcodec geboten.

Preis

Das Telestar TOP 300 hat einen für die gebotene Leistung attraktiven Listenpreis knapp unter 180 Euro. Am Markt ist es schon ab 142 Euro zu finden.

Fazit

Mit dem TOP 300 hat Telestar eine gelungene Multimedia-Station im Angebot. Neben dem satten Funktionsumfang mit DAB+ inklusive ASA-Warnfunktion, Internetradio, Streaming und CD-Wiedergabe überzeugen auch der gute Klang und der ordentliche Empfang. Weitere Pluspunkte sind der kompakte Formfaktor, die Bedienung und das aus unserer Sicht schicke Design.

Dieses Gesamtpaket ist zwar nicht besonders günstig, der aufgerufene Marktpreis ist aber fair und angemessen. Einzig der fehlende Akku trübt das ansonsten einwandfreie Gesamtergebnis.

Technisat Digitradio 1A im Test: kleines DAB+-Radio mit ASA-Warnfunktion & Akku

Das DAB+-Radio Digitradio 1A von Technisat ist klein, mobil und mit der ASA-Warnfunktion für Notfälle ausgestattet. Ob das moderne Taschenradio zuverlässig funktioniert, zeigt unser Test.

VORTEILE

  • guter Empfang über alle Wege
  • guter Klang
  • vollwertiges ASA-Notfallwarnsystem 
  • Betrieb auch mobil und bei Stromausfall
  • gute Bedienbarkeit 

NACHTEILE

  • keine Weckfunktion trotz Uhrzeit
  • Betrieb mit externen Ladegeräten mit Quick Charge (QC) nicht möglich

Das DAB+-Radio Digitradio 1A von Technisat ist klein, mobil und mit der ASA-Warnfunktion für Notfälle ausgestattet. Ob das moderne Taschenradio zuverlässig funktioniert, zeigt unser Test.

Das Digitradio 3 ASA von Technisat war das erste DAB+-Radio, das für das neue ASA-Katastrophenalarmsystem zertifiziert wurde. Auch kompakte Taschenradios hat Technisat im Programm. Dazu gehört das Viola 3, das zwar erschwinglich und klein ist, bei Klang und Empfang aber schwächelt. Das Digitradio 1A ist ebenfalls mobil, aber solider, hat die neue ASA-Katastrophenwarnfunktion zu bieten und funktioniert auch bei Stromausfall und unterwegs.

Wer nachts gut und sicher schlafen will, ohne Angst, im Schlaf eine Katastrophenwarnung zu verpassen – und ohne nerviges Handy am Bett –, dem hilft ein DAB+-Radio mit ASA-Warnfunktion. Noch gibt es nur wenige Modelle, dieses ist eines der Ersten. Was das Digitradio 1A für rund 57 Euro neben den Funktionen des neuen Warnsystems alles bietet, zeigt unser Test.

Ausstattung und Design

Mit 15,6 cm Breite, 9,2 cm Höhe und 3,34 cm Tiefe ist das Technisat-Gerät nicht größer als ein Smartphone, nur etwas dicker. Es passt so tatsächlich noch in etwas größere Taschen. Natürlich kann man es auch auf den Nachttisch stellen, wo es dank des eingebauten Akkus auch bei Stromausfall warnen und bis zu 10 Stunden spielen kann. Da Radiobetrieb und Akkuladen über einen 5-V-USB-C-Anschluss laufen, wird unterbrechungsfrei auf Akkubetrieb umgeschaltet. Mit nur 272 g macht es sich auch gut im Urlaubsgepäck oder beim tatsächlichen mobilen Betrieb, etwa einem Spaziergang.

Ein Ärgernis bleibt: Der USB-C-Anschluss ist laut Anleitung nicht für andere Netzteile vorgesehen. Offenbar setzt das Radio den USB-C-Standard nur unvollständig um, sodass viele Ladegeräte die Stromabgabe verweigern. Die Ursache sind möglicherweise fehlende CC-Widerstände, ein in günstigen Geräten häufig anzutreffendes Problem.

Auf Nachfrage bestätigte der Hersteller, dass dies eine Ansage aus reiner Vorsicht sei. Andere USB-Netzteile mit USB-A bei 5 V sollten prinzipiell funktionieren. Allerdings unterstützt das Digitradio 1 A kein Quick Charge – entsprechende Ladegeräte verweigern dann ihren Dienst. So können Probleme mit USB-C-auf-USB-C-Kabeln auftreten, während die Stromversorgung über USB-A-auf-USB-C meist funktionieren sollte. Im Test konnten wir das Gerät auch mit anderen Netzteilen laden, eine Garantie, dass es immer gelingt, hat man nicht. Sicherer ist es, das originale Ladegerät zu nutzen.

Das steht nicht im Widerspruch zur EU-USB-C-Verordnung. Diese schreibt lediglich den einheitlichen physischen Ladeanschluss vor, nicht aber die vollständige Unterstützung von USB-C- oder USB-Power-Delivery-Funktionen. Entsprechend können Geräte formal regelkonform sein, auch wenn sie mit USB-C-auf-USB-C-Netzteilen nicht zuverlässig laden. Ein Ärgernis auf Reisen ist das dennoch.

Zur Lautstärke-, Sender- und Menüeinstellung ist leider kein Drehknopf, sondern ein Tastenkreuz vorgesehen, wie von Fernbedienungen bekannt. Eine solche liegt allerdings nicht bei und wäre bei einem Taschenradio auch absurd. Die Bedienung im Dunkeln sollte trotzdem einwandfrei funktionieren, die Tasten sind groß und die dimmbare, zweizeilige OLED-Anzeige gut erkennbar, und der Einschaltknopf befindet sich separat auf der Oberseite.

Das Radio spielt Mono. Eine 3,5-mm-Klinkenbuchse dient zum Anschluss eines Kopfhörers, womit dann auch Stereobetrieb möglich ist. Eine Teleskopantenne sorgt für stabilen Empfang auf UKW und DAB+ an jedem Standort. Bluetooth oder Internetradio sind nicht vorhanden, bei einem portablen Gerät aber auch kein zwingendes Muss. Die Funktionen eines Radio-/Reiseweckers vermisst man schon eher. Die Uhrzeit wird dennoch angezeigt und stellt sich automatisch, sobald Sender empfangbar sind.

ASA-Warnsystem

Das Technisat Digitradio 1A hat das neue ASA-Warnsystem an Bord. Es kann aus dem Standby oder von anderen DAB+-Sendern, nicht aber bei UKW-Empfang, bei einem ASA-Alarm das Radio ein- und umschalten. Dankenswerterweise wird der Benutzer über eine kurze Einblendung informiert, ob ASA aktiv ist oder nicht, denn wie bei allen bislang lieferbaren Geräten ist die ASA-Funktion nur im ausgeschalteten Zustand oder im DAB+-Betrieb verfügbar.

Wenn man das Gerät nicht nur zu einem Spaziergang um den Block, sondern in die Arbeit oder auf Reisen mitnimmt, ist allerdings der Standort für ASA anzupassen, um die richtigen Meldungen zu erhalten. Außerhalb Deutschlands sind aktuell aber noch keine ASA-Meldungen verfügbar, und auch in Deutschland ist ASA bislang nicht im Regelbetrieb.

Empfang und Klang

Der Empfang ist auf UKW und DAB+ gut. Dies ist wichtig, da die ASA-Warnfunktion ja nicht an unzureichendem Empfang scheitern soll. Das Gerät liefert bei 1 W Ausgangsleistung einen für die Kleinheit guten Klang ohne weitere Einstellmöglichkeiten. Über Kopfhörer ist auch Stereowiedergabe in guter Qualität möglich.

Preis

Die UVP des Digitradio 1A liegt bei 75 Euro, allerdings ist das Gerät im freien Handel schon für etwa 57 Euro erhältlich. Damit ist das Gerät zwar nicht günstig, der Preis ist aus unserer Sicht aber gerechtfertigt.

Fazit

Das Technisat Digitradio 1A ist kompakt und überzeugt mit gutem Empfang sowie ordentlichem Klang. Der Funktionsumfang fällt zwar überschaubar aus, das Radio erfüllt seine Aufgaben jedoch zuverlässig und bietet mit der ASA-Notfallwarnung ein Sicherheitsplus, das auch bei Stromausfall funktioniert.

Auf Reisen fehlt allerdings eine Weckfunktion. Ärgerlich ist zudem der USB-C-Anschluss: Der Hersteller rät in der Anleitung ausdrücklich von der Nutzung externer Ladegeräte ab – vermutlich, weil der Anschluss den USB-C-Standard nicht vollständig umsetzt, etwa durch fehlende CC-Widerstände.

DAB+-Radio Kenwood CR-ST85DAB im Test: ASA-Warnfunktion, Bluetooth & guter Klang

Kenwood bietet mit dem CR-ST85DAB ein kompaktes Kofferradio zur stationären Nutzung. Neben dem DAB+-Empfang ist auch das neue ASA-Warnsystem an Bord.

VORTEILE

  • guter Empfang über alle Wege
  • vollwertiges ASA-Notfallwarnsystem
  • gute Bedienung
  • guter Klang

Kenwood bietet mit dem CR-ST85DAB ein kompaktes Kofferradio zur stationären Nutzung. Neben dem DAB+-Empfang ist auch das neue ASA-Warnsystem an Bord.

Wer auch ohne Handy keine Katastrophenwarnung verpassen will, greift zu einem DAB+-Radio mit ASA-Funktion. Noch gibt es nur wenige Modelle, die den neuen Standard unterstützen. Dieses ist eines der ersten Digitalradios mit dieser Warnfunktion. Wie sich das Radio in der Praxis schlägt und was es sonst zu bieten hat, zeigt unser Test.

Ausstattung und Design

Mit 24,5 cm Breite, 14,5 cm Höhe und 10,5 cm Tiefe findet das Kenwood-Radio auch auf dem Nachttisch Platz, ohne zu viel Platz einzunehmen – trotzdem bietet es dank ausreichenden Volumens ausgewachsenen Klang. Es wiegt 1700 g und steht somit sicher auch beim nächtlichen Tasten nach den Bedienknöpfen. Angenehm ist hierbei, dass sowohl zur Regulierung der Lautstärke als auch zur Sendereinstellung und Menüwahl zwei große Drehknöpfe vorgesehen sind, die man auch im Dunkeln gut findet.

Das Gerät macht sich ebenso gut in anderen Räumen, benötigt allerdings immer einen Netzanschluss mit einem externen Steckernetzteil (12 V / 2 A), was das Tragen von Raum zu Raum etwas verkompliziert – der Akkubetrieb ist nicht vorgesehen. Zwei 3,5-mm-Klinkenbuchsen zum Anschluss externer analoger Signalquellen oder einer größeren Anlage (Line Out) befinden sich neben dem Stromversorgungsanschluss auf der Rückseite. Die Nutzung eines Kopfhörers ist nicht vorgesehen. Auch ein USB-Port ist rückseitig zu finden, der allerdings nur für Servicezwecke gedacht ist, nicht zum Abspielen von MP3-Dateien oder zum Laden von Smartphones. Eine Teleskopantenne sorgt für stabilen Empfang an jedem Standort.

Die Kopplung über Bluetooth ist ebenfalls möglich, aber nur mit Standardcodecs. AAC oder aptX gibt es nicht, was schade ist, da sich bei diesem Gerät die Nutzung als Bluetooth-Lautsprecher lohnen würde.

Das Gerät bietet die üblichen Funktionen eines Radioweckers, dazu der Empfang über UKW und DAB+ sowie die Wiedergabe externer Quellen analog und per Bluetooth. Zudem gibt es ausgiebige Schlummer- und Weckfunktionen mit zwei unabhängigen Weckern, die wahlweise einmalig, werktags, am Wochenende oder täglich wecken. Außerdem ist einstellbar, wie lange (15 bis 120 Minuten) die Musik beim Aufwecken spielt. Internetradio ist nicht vorhanden, zum sicheren Wecken wäre diese Quelle aber auch nur bedingt tauglich.

Die Uhrzeit stellt sich automatisch, sobald Sender empfangbar sind, auch von UKW. Die in verschiedenen Helligkeitsstufen einstellbare farbige Anzeige mit einer Diagonale von 2,4 Zoll (6 cm) erlaubt es auch nachts, die Zeit abzulesen, wenn man sie nicht automatisch abdunkelt.

Aus unserer Sicht bietet das Gerät, abgesehen von der USB-MP3-Wiedergabe, ein besseres Display, besseren Klang und eine einfachere Bedienung als der Radiowecker Kenwood CR-ST55DAB (Testbericht).

ASA-Warnsystem

Der Kenwood CR-ST85DAB ist mit dem neuen ASA-Warnsystem ausgestattet. Bei einem entsprechenden Alarm schaltet sich das Radio aus dem Standby ein oder wechselt automatisch von einem anderen DAB+-Sender auf den Warnkanal. Befindet sich das Gerät jedoch im UKW-Betrieb oder gibt Inhalte über USB oder Bluetooth wieder, erfolgt keine automatische Umschaltung – ASA-Warnungen werden in diesem Fall trotz eingeschaltetem Gerät nicht ausgegeben. Immerhin informiert eine Einblendung im Display darüber, ob die ASA-Funktion aktuell aktiviert ist.

Empfang und Klang

Der Empfang bei UKW und DAB+ ist gut. Dies ist wichtig, da die ASA-Warnfunktion ja nicht an unzureichendem Empfang scheitern soll. Das Gerät liefert bei einer Ausgangsleistung von 2 × 10 W einen guten Klang. Die Klang-Einstellmöglichkeiten bieten neben den üblichen Wahlmöglichkeiten wie Normal, Rock und Jazz auch eine richtige Bass- und Höhenregelung. Die beiden Frontlautsprecher liefern einen klaren Klang, der aber natürlich nur in Gerätenähe einen Stereo-Effekt bieten kann.

Preis und Einschätzung

Das Kenwood CR-ST85DAB ist mit einem Listenpreis von knapp über 120 Euro nicht billig, aber in Anbetracht von Ausstattung und Klang noch angemessen.

Fazit

Kenwood bietet mit dem CR-ST85DAB ein gelungenes Gesamtpaket zum gehobenen, aber akzeptablen Preis. Neben dem integrierten ASA-Notfallsystem und dem guten Empfang punktet das Radio mit einfacher Bedienung und ordentlichem Stereoklang.

Schade ist lediglich, dass weder Batterie- noch Akkubetrieb möglich sind. Damit eignet sich das Gerät nicht als mobiler Lautsprecher, und bei einem Stromausfall bleibt auch eine ASA-Warnung aus.

Eine Alternative vom gleichen Hersteller zu vergleichbarem Preis ist das Modell Kenwood CR-M70DAB. Das als Seniorenradio vermarktete Gerät punktet mit größeren Tasten, einer großen Anzeige und einer einfachen Bedienung. Außerdem bietet es Akkubetrieb und warnt somit auch während eines Stromausfalls. Dafür lässt beim CR-M70DAB trotz vergleichbarer Größe der Klang zu wünschen übrig.

Technisat Digitradio 3 ASA im Test: DAB+-Radio mit ASA-Zertifizierung

Das Technisat Digitradio 3 ASA ist das erste DAB+-Radio mit Zertifizierung für das Katastrophenwarnsystem ASA. Was kann das Gerät noch?

VORTEILE

  • guter Empfang über alle Wege
  • vollwertiges ASA-Notfallwarnsytem 
  • großer Leistungsumfang
  • guter Klang, CDs abspielbar

NACHTEILE

  • kein aptX, AAC oder LDAC bei Bluetooth
  • nur Betrieb mit Netzstrom
  • ohne Internetradio in der ASA-Version möglich

Das Technisat Digitradio 3 ASA ist das erste DAB+-Radio mit Zertifizierung für das Katastrophenwarnsystem ASA. Was kann das Gerät noch?

Nachts sicher schlafen, ohne eine Katastrophenwarnung zu verpassen und ohne nerviges Handy am Bett: Das gelingt mit einem DAB+-Radio mit ASA-Warnfunktion. Noch gibt es nur wenige Modelle. Das Digitradio 3 ASA von Technisat ist das erste zertifizierte und lieferbare Gerät. Es beherrscht alle Funktionen des neuen Warnsystems und bringt darüber hinaus noch einiges mehr mit.

Der ASA-Vorläufer EWF wurde zwar über zehn Jahre lang entwickelt und getestet, doch ähnlich wie bei der einstigen DAB-Einführung fehlte es zunächst an passenden Geräten. Erst zur IFA 2022 präsentierte Telestar die ersten zwei Modelle. Inzwischen ist EWF bereits wieder Geschichte, der Nachfolger heißt ASA. Der entscheidende Unterschied: ASA arbeitet standortbezogen. Hinterlegt man seinen Standort im Radio, erhält man nur Warnmeldungen für die eigene Region statt für die ganze Republik. ASA-Geräte können zwar auch ältere EWF-Warnungen dekodieren, diese werden jedoch nicht mehr ausgestrahlt. Umgekehrt verstehen EWF-Geräte kein ASA.

Technisat gehört wie das inzwischen eigenständige Telestar zur Techniropa-Gruppe und unterstützt DAB und DAB+ von Anfang an.

Ausstattung und Design

Mit 38 cm Breite, 13,3 cm Höhe und 17,9 cm Tiefe passt das Digitradio 3 ASA nicht auf jeden Nachttisch und schon gar nicht in die Küche, wofür es ohnehin zu schade wäre. Fürs Wohnzimmer eignet es sich dagegen bestens. Mit 3,62 kg ist es allerdings kein Gerät, das man ständig von Raum zu Raum trägt.

Analoge Signale lassen sich per 3,5-mm-Klinke sowohl einspeisen (AUX) als auch ausgeben (Kopfhörer). Das Netzteil mit 12 V/3 A ist leider extern. Die Teleskopantenne für UKW und DAB+ lässt sich abschrauben, sodass auch der Anschluss an eine Außenantenne oder ein Kabel möglich ist.

Das Gerät empfängt UKW analog und DAB+ digital, dient als Bluetooth-Lautsprecher und spielt Medien von Servern, USB-Sticks oder Analogquellen ab. Auch CDs und MP3-CDs können wiedergegeben werden. Internetradio bietet das Gerät allerdings nicht, weder per Ethernet noch per WLAN. Technisat hat zwar mit dem Digitradio 3 IR ein preisgleiches Modell mit WLAN-Internetradio im Programm, das verzichtet dann aber auf ASA. Ebenso gibt es das günstigere Digitradio 3 VOICE mit Sprachsteuerung und -ausgabe speziell für Menschen mit Sehbehinderung. Warum ASA und Internetradio nicht in einem Gerät vereinbar sein sollen, bleibt unverständlich.

Eine Fernbedienung liegt bei, sodass sich das Radio auch als Tuner-Ergänzung einer größeren Anlage nutzen lässt. Die Bedienung ist komfortabel, allerdings hat Technisat auf der Fernbedienung die Tasten für Stummschaltung und Ausschalten genau andersherum angeordnet als die meisten anderen Hersteller. Statt das Gerät auszuschalten, schaltet man es so leicht versehentlich nur stumm – den Stromlieferanten freut es.

Das monochrome OLED-Display ist hell und lässt sich dimmen. Sleeptimer und Weckfunktionen sind ebenfalls an Bord, das Digitradio 3 ASA taugt also auch als hochwertiger Radiowecker. Die Anleitung ist angenehm ausführlich und erklärt alle Gerätefunktionen.

ASA-Warnsystem

Hier liegt die eigentliche Stärke des Digitradio 3 ASA: Das Radio kann bei einem ASA-Alarm aus dem Standby aufwachen oder von anderen Sendern und Programmquellen umschalten. Zusätzlich zeigt es Warnmeldungen im Journaline-Format als Text in mehreren Sprachen auf dem Display an.

In den Einstellungen lässt sich festlegen, ob das Radio auf Testmeldungen, nur auf echte Warnmeldungen oder gar nicht reagieren soll. Diese Einstellung sollte nach der Inbetriebnahme unbedingt kontrolliert werden, damit das Gerät im Katastrophenfall auch tatsächlich Alarm auslöst. Zwingend notwendig ist dafür die Eingabe des eigenen Standortcodes. Einen eingebauten Akku für den Betrieb bei Stromausfall hat das Digitradio 3 ASA leider nicht.

Empfang und Klang

Der Empfang ist in allen Betriebsarten ausgezeichnet. Das ist auch für Nutzer wichtig, die das Radio nur als USB-Musikplayer verwenden: Die ASA-Warnfunktion soll schließlich nicht an mangelhaftem Empfang scheitern. Klanglich liefert das Digitradio 3 ASA dank Elac-Soundsystem mit zwei Lautsprechern und 10 W Audioleistung bei passender Equalizer-Einstellung ein angemessenes Ergebnis mit ausreichender Lautstärke. Bei Bluetooth steht allerdings nur der SBC-Standardcodec zur Verfügung.

Preis

Das Technisat Digitradio 3 ASA hat einen Listenpreis von 270 Euro. Die Variante mit Internetradio, aber ohne ASA (Digitradio 3 IR) kostet ebenso viel, das Basismodell ohne beides ist mit 265 Euro nur geringfügig günstiger.

Der Straßenpreis für das ASA-Modell beginnt bei knapp unter 200 Euro, die Varianten ohne ASA sind im Handel deutlich günstiger. Damit liegt das Gerät preislich spürbar über einfacheren DAB+-Radios, bietet dafür aber hohe Klangqualität und ein integriertes CD-Laufwerk.

Fazit

Die Ausstattung des Technisat Digitradio 3 ASA ist reichhaltig, der Klang gut. Warum Technisat beim Digitradio 3 aber ASA nur ohne Internetradio anbietet und umgekehrt, bleibt unverständlich. Wer zertifiziertes ASA, guten Klang und ein integriertes CD-Laufwerk sucht, ist hier richtig.

Albrecht DR 760 im Test: DAB+-Radio mit ASA-Warnfunktion & einfacher Bedienung

Albrecht ist bekannt für hochwertige Funkgeräte, Radios und Kurbelradios. In diesem Test zeigt das DAB+-Radio DR 760, was es neben der ASA-Warnfunktion bietet.

VORTEILE

  • guter Empfang
  • vollwertiges ASA-Notfallwarnsystem
  • großes Display
  • einfache Bedienung

NACHTEILE

  • Mono-Wiedergabe
  • gehobener Preis
  • kein Betrieb ohne Netzstrom

Albrecht ist bekannt für hochwertige Funkgeräte, Radios und Kurbelradios. In diesem Test zeigt das DAB+-Radio DR 760, was es neben der ASA-Warnfunktion bietet.

Wer nachts ruhig schlafen möchte, ohne eine wichtige Katastrophenmeldung zu verpassen – ganz ohne das Smartphone am Bett – findet in einem DAB+-Radio mit ASA-Warnfunktion eine praktische Lösung. Noch sind solche Geräte selten, dieses Modell gehört zu den Vorreitern und unterstützt alle Funktionen des neuen Warnsystems. Doch was bietet es darüber hinaus?

Ausstattung und Design

Mit 25 cm Breite, 16 cm Höhe und 13,5 cm Tiefe findet das Albrecht-Gerät problemlos auf einem Nachttisch Platz. Zugleich taugt es als alltagstauglicher Begleiter: seniorengerecht gestaltet, mit wohnlichem Design statt Medizingeräte-Optik. Das Gewicht von 1860 g unterstreicht den Anspruch auf soliden Klang. Hinzu kommen ein knapp 11 cm (4,3 Zoll) großes, gut ablesbares Display und eine bewusst einfach gehaltene Bedienung.

Zwei klassische Drehregler für Lautstärke und Senderwahl sowie ergänzende Drucktasten für Senderspeicher und Wecker sorgen für eine intuitive Handhabung. Auf verschachtelte Multifunktionsbelegungen verzichtet Albrecht. Die Teleskopantenne ermöglicht stabilen Empfang, auch bei freier Aufstellung.

Auf der Rückseite sitzen ein Kopfhöreranschluss (3,5-mm-Klinke) und ein analoger Eingang im gleichen Format. Dort wird auch das externe Netzteil (12 V/1,5 A) angeschlossen. Eine Fernbedienung gehört nicht zum Lieferumfang – angesichts der übersichtlichen Bedienstruktur ist sie allerdings entbehrlich.

Das Gerät bietet die heute üblichen Funktionen eines Radioweckers und Tischradios: Empfang via UKW und DAB+, Weckfunktionen sowie die Wiedergabe externer Signalquellen – analog oder per Bluetooth. Auf Internetradio und andere Online-Dienste verzichtet es bewusst. Entsprechend ist kein WLAN erforderlich, die Einrichtung bleibt überschaubar. Durch die Konzentration auf das Wesentliche gelingt die Inbetriebnahme schnell – selbst die Eingabe des ASA-Standorts ist nahezu ohne Blick ins Handbuch erledigt.

Es stehen zwei unabhängige Weckzeiten zur Verfügung. Diese lassen sich wahlweise für Werktage, das Wochenende oder täglich aktivieren. Zudem kann festgelegt werden, wie lange nach dem Weckzeitpunkt Musik abgespielt wird. Die Uhrzeit synchronisiert sich automatisch, sobald ein DAB+-Signal empfangen wird.

Die große, farbige Anzeige (4,3 Zoll) ist gut ablesbar, sodass selbst Menschen mit Brille die Uhrzeit nachts problemlos erkennen können, ohne ihre Sehhilfe aufsetzen zu müssen. Dank drei wählbarer Helligkeitsstufen sowie der Möglichkeit, die Anzeige vollständig auszuschalten, lässt sich die Beleuchtung individuell anpassen – oder ganz deaktivieren, wenn man es beim Schlafen lieber komplett dunkel mag.

ASA-Warnsystem

Das Albrecht DR 760 unterstützt das neue ASA-Warnsystem: Bei einem Alarm schaltet es sich aus dem Standby ein oder wechselt automatisch vom laufenden Programm. Wird jedoch über UKW oder eine externe Quelle – analog oder per Bluetooth – gehört, ist ASA deaktiviert, da der DAB+-Empfang chipsatzbedingt nicht parallel möglich ist. Eine kurze Einblendung informiert darüber, ob ASA aktuell aktiv ist.

Empfang und Klang

Der Empfang bei UKW und DAB+ ist in der Praxis gut. Dies ist wichtig, da die ASA-Warnfunktion nicht am Empfang scheitern darf. Das Gerät liefert bei 5 W Ausgangsleistung einen abgerundeten, nicht unangenehmen und ausreichend kräftigen Klang in Mono – Stereowiedergabe ist nur über Kopfhörer möglich. Klanglich stehen Presets wie Rock oder Jazz sowie eine manuelle Bass- und Höhenregelung zur Verfügung. Der frontal montierte Lautsprecher arbeitet in einem Bassreflexgehäuse und liefert einen klaren, gut verständlichen Klang für Sprache und Musik.

Preis

Mit einem Preis von rund 116 Euro zählt das Albrecht DR 760 nicht zu den günstigsten Geräten seiner Klasse. Angesichts von Verarbeitung, Bedienkomfort und ASA-Unterstützung geht der Preis jedoch in Ordnung – auch als Geschenk macht das Radio eine solide Figur.

Fazit

Trotz des gehobenen Preises überzeugt das Gesamtpaket des Albrecht DR 760. Es punktet vorrangig mit seinem gelungenen Design und der klar strukturierten, intuitiven Bedienung. ASA ist ebenfalls an Bord und sorgt für ein zusätzliches Maß an Sicherheit. Zwar gibt das Radio ausschließlich in Mono wieder, klanglich überzeugt es dabei jedoch mit einer angenehm ausgewogenen Abstimmung. Bedauerlich ist lediglich das Fehlen eines integrierten Akkus, der bei Stromausfällen weiterhin Warnmeldungen ermöglichen würde.

Wer eine etwas komplexere Bedienung akzeptiert, erhält mit dem Kenwood CR-ST55DAB Stereoklang, höhere Audioqualität und die Möglichkeit zur MP3-Wiedergabe. Anzeige und Empfang bewegen sich auf ähnlichem Niveau, auch ASA wird unterstützt. Für Nutzerinnen und Nutzer, die Wert auf maximale Einfachheit legen, bleibt das DR 760 jedoch die stimmigere Wahl.

Kenwood CR-ST55DAB im Test: Radiowecker mit DAB+, ASA & Bluetooth

Kenwood steht für Funktechnik, Hi-Fi und Autoradios. Ein Radiowecker des Herstellers sollte mehr bieten als Discounterware – ob das gelingt?

VORTEILE

  • guter Empfang über alle Wege
  • vollwertiges ASA-Notfallwarnsystem
  • großes Display
  • USB-Ladebuchse auf der Rückseite

NACHTEILE

  • Bedienung etwas kompliziert
  • gehobener Preis
  • kein Betrieb ohne Netzstrom

Kenwood steht für Funktechnik, Hi-Fi und Autoradios. Ein Radiowecker des Herstellers sollte mehr bieten als Discounterware – ob das gelingt?

Wer nachts bewusst auf das Smartphone am Bett verzichten möchte und trotzdem keine Katastrophenwarnung verpassen will, findet im Kenwood CR-ST55DAB eine durchdachte Alternative. Der DAB+-Radiowecker gehört zu den ersten Modellen mit integrierter ASA-Funktion und vereint damit ein modernes Warnsystem mit klassischer Radiowecker-Ausstattung. Was der Radiowecker Kenwood CR-ST55DAB kann, zeigt unser Test.

Ausstattung und Design

Mit 19 cm Breite, 8 cm Höhe und 12,5 cm Tiefe passt der Kenwood CR-ST55DAB problemlos auf nahezu jeden Nachttisch. Mit 890 g bringt er genug Gewicht mit, um auch beim Drücken der Tasten sicher stehen zu bleiben. Auf der Rückseite sitzen eine 3,5-mm-Klinkenbuchse, ein USB-Port mit 5 V und 1 A zum Laden externer Geräte sowie die Wurfantenne. Der USB-Anschluss beherrscht Schnellladen nicht, als zusätzliche Stromquelle fürs Smartphone taugt er aber. Die flexible Antenne minimiert das Risiko, sich zu verletzen oder sie abzubrechen. Für optimalen Empfang sollte sie möglichst frei positioniert oder aufgehängt werden.

Die Klinkenbuchse dient nicht als Kopfhörerausgang, sondern als Analogeingang, etwa für einen CD-Player. Alternativ lassen sich Zuspieler per Bluetooth koppeln, allerdings nur mit den Standard-Codecs. AAC oder aptX unterstützt der CR-ST55DAB nicht. Bei einem Radiowecker ist das allerdings kein zwingendes Muss. Über den USB-Port spielt das Gerät zudem MP3-Dateien von entsprechend formatierten Sticks ab. Diese müssen mit FAT16 oder FAT32 eingerichtet sein und sollten maximal 32 GB groß sein. Für längere Musik- oder Podcast-Sessions reicht das aus. Das Testgerät erkannte NTFS-formatierte Datenträger nicht.

Angeschlossen wird der Radiowecker über ein externes Netzteil mit 9 V und 1,5 A. Ein integriertes Netzteil hätte Kabelsalat vermeiden können. So bleibt das Gerät immerhin kompakt. Eine Fernbedienung legt Kenwood nicht bei. Im typischen Nachttischbetrieb ist sie auch entbehrlich. Wer sein Smartphone dennoch griffbereit haben möchte, kann es in der vertieften Ablage auf der Oberseite ablegen. Eine induktive Ladefunktion gibt es dort allerdings nicht.

Für einen Radiowecker ist der Funktionsumfang beachtlich. Das Gerät bietet UKW- und DAB+-Empfang, analoge und drahtlose Zuspielung per Bluetooth, MP3-Wiedergabe über USB sowie vielfältige Schlummer- und Weckoptionen. Bis zu drei unabhängige Weckzeiten können konfiguriert werden. Diese lassen sich für Werktage, das Wochenende oder täglich programmieren. Sogar die Dauer der Weckwiedergabe ist einstellbar.

Ein Internetradio bietet der CR-ST55DAB nicht. Für einen zuverlässigen Weckbetrieb ist das allerdings nur bedingt ein Nachteil, da Internetradio stets eine stabile Netzwerkverbindung voraussetzt. Im Gegenzug bietet das Kenwood-Gerät bei vergleichbarer Anzeige deutlich mehr Funktionen als etwa der Albrecht DR 455, ist jedoch ausschließlich über Tasten zu bedienen. Im Dunkeln die richtige der insgesamt zehn Tasten zu treffen, erweist sich in der Praxis als wenig komfortabel.

Die Uhrzeit stellt sich automatisch ein, sobald ein empfangbarer Sender gefunden wird, auch über UKW. Ein manuelles Nachjustieren ist in der Regel nicht nötig.

Die große, kontrastreiche Anzeige ist gut ablesbar und ermöglicht es auch Brillenträgern, nachts einen schnellen Blick auf die Uhrzeit zu werfen. Die Helligkeit lässt sich in mehreren Stufen dimmen. Auf Wunsch kann das Display bei Dunkelheit komplett abgeschaltet werden. Zusätzlich steht eine Automatik zur Verfügung, die die Helligkeit nach zehn Sekunden reduziert. Das spart Licht im Schlafzimmer, erschwert allerdings die Menübedienung, da die Anzeige bei Eingaben jeweils wieder aktiviert werden muss.

ASA-Warnsystem

Der Radiowecker Kenwood CR-ST55DAB hat das neue ASA-Warnsystem an Bord. Es kann aus dem Standby oder beim Abspielen von DAB+-Sendern bei einem ASA-Alarm das Radio ein- oder umschalten. Wer allerdings etwas anderes als einen geeigneten DAB+-Kanal hört, egal ob UKW, USB oder Bluetooth, erhält keine ASA-Warnungen, solange das Gerät eingeschaltet ist. Dankenswerterweise wird der Benutzer über eine kurze Einblendung informiert, ob ASA aktiv ist oder nicht.

Empfang und Klang

Der Empfang über UKW und DAB+ ist gut. Das ist auch Voraussetzung dafür, dass die ASA-Warnfunktion im Ernstfall zuverlässig greift. Mit einer Ausgangsleistung von 2 × 3 Watt liefert der CR‑ST55DAB einen für einen Radiowecker ordentlichen, ausreichend kräftigen Klang, der auch Tiefschläfer erreichen dürfte. Die Lautsprecher sitzen seitlich im Gehäuse. Das schafft Platz für die große Anzeige, führt frontal jedoch zu einer etwas zurückhaltenden Höhenwiedergabe.

Die Klang-Einstellmöglichkeiten sind gering, zur Verfügung stehen lediglich die Modi Normal, Pop, Rock und Jazz. Wobei nach unserem Geschmack nur die Einstellung Pop besser klingt als die Grundeinstellung.

Preis & Einschätzung

Mit knapp über 70 Euro (Code: POWEREBAY3; gültig bis 16.02.2025) ist der Kenwood CR-ST55DAB kein Schnäppchen. Angesichts der umfangreichen Ausstattung und der integrierten ASA-Warnfunktion erscheint der Preis jedoch angemessen. Erhältlich ist der Radiowecker in Schwarz sowie in einer hellen Holzoptik.

Fazit

Der Kenwood CR-ST55DAB ist einer der derzeit vielseitigsten DAB+-Radiowecker mit ASA-Warnfunktion. Er kombiniert zuverlässigen Empfang, ordentlichen Klang und umfangreiche Weckoptionen mit moderner Zuspieltechnik über Bluetooth und USB. Das dimmbare Display und die flexible Alarmkonfiguration machen ihn zu einem gut ausgestatteten Begleiter auf dem Nachttisch.

Abstriche müssen Nutzer bei der Bedienung machen. Die vielen gleichförmigen Tasten ersetzen keinen klassischen Drehregler und sind im Dunkeln nicht immer treffsicher zu bedienen. Auch preislich spielt das Gerät nicht in der Einsteigerklasse.

Wer Wert auf Funktionsvielfalt und Warntechnik legt, erhält mit dem CR-ST55DAB ein überzeugendes Gesamtpaket. Wer hingegen maximale Bedienfreundlichkeit sucht und auf Zusatzfunktionen verzichten kann, findet in einfacheren Modellen die passendere Alternative.



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Künstliche Intelligenz

Forscher finden Spuren von Raumfahrt in der Atmosphäre


Was bleibt, wenn ein Teil einer Rakete im Weltraum verglüht? Forscher haben nachgewiesen, dass dabei tatsächlich messbare Spuren in der oberen Erdatmosphäre zurückbleiben. In einer Höhe von rund 96 Kilometern fanden sie eine deutlich erhöhte Menge an Lithiumatomen – etwa zehnmal mehr als normal. Gemessen wurde dies knapp 20 Stunden, nachdem eine Raketenstufe – also ein Teil einer Rakete – in die Atmosphäre eingetreten war. Eine natürliche Ursache konnten die Wissenschaftler ausschließen.

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Die Studie einer internationalen Forschergruppe um Robin Wing vom Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik in Kühlungsborn ist in der Fachzeitschrift Communications Earth & Environment erschienen.

Die Forscher warnen, dass die Auswirkungen zunehmender Raumfahrtaktivitäten auf die obere Atmosphäre bislang kaum verstanden sind. „Trotz der wichtigen Rolle, die die obere Erdatmosphäre beim Schutz des irdischen Lebens spielt, sind die Folgen der zunehmenden Verschmutzung durch wiedereintretende Weltraumtrümmer auf den Strahlungstransport, die Ozonchemie und die Aerosolmikrophysik weitgehend unbekannt“, schreiben die Studienautoren. Sie wollen zeigen, dass die verstärkten Raumfahrtaktivitäten Folgen für die obere Atmosphäre haben, die die Erde vor gefährlicher kosmischer Strahlung schützt.

Hintergrund ist, dass immer mehr Satelliten und Raketen in den Orbit gebracht werden. Allein für das Satelliteninternet-Projekt Starlink des US-Raumfahrtkonzerns SpaceX befinden sich derzeit knapp 10.000 Satelliten im All. Langfristig sind mehr als 40.000 geplant.

Die Messung gelang mit einer speziellen Laser-Methode namens Lidar. Das ist eine Art Laserscanning, mit dem sich Teilchen in der Atmosphäre dreidimensional erfassen lassen. Die Wissenschaftler entdeckten die Lithiumwolke eher zufällig während routinemäßiger Messungen. Sie beobachteten das Lithium in einer Höhe zwischen 94,5 und 96,8 Kilometern für 27 Minuten. Danach überprüften sie mit verschiedenen Mess- und Modellverfahren, ob das Lithium aus natürlichen Quellen stammen könnte.

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Statt einer natürlichen Ursache weisen alle Spuren auf eine Raketenstufe einer Falcon-9-Rakete von SpaceX hin, die am 19. Februar 2025 in die Erdatmosphäre eintrat. „Das Ereignis erregte internationale Aufmerksamkeit, als Trümmerfragmente, darunter ein Treibstofftank, in der Nähe der polnischen Stadt Posen geborgen wurden“, heißt es in der Studie. Das gemessene Lithium stammt vor allem aus Lithium-Ionen-Batterien und Lithium-Aluminium-Legierungen für die Rumpfverkleidung.

Bisher seien vor allem die Risiken für Menschen und Infrastruktur durch herabfallende Trümmer diskutiert worden, merken die Studienautoren an. „Der Fall der Falcon 9 vom 19. Februar 2025 ist sowohl ein Vorbote des erwarteten Anstiegs der Anzahl von Satelliten- und Raketenwiedereintritten im kommenden Jahrzehnt als auch ein hervorragender Test für unsere Fähigkeit, die durch den Wiedereintritt künstlicher Satelliten verursachte Verschmutzung zu überwachen und zu erkennen.“

Die Wissenschaftler schickten ihren Artikel und die zugrunde liegenden Daten an SpaceX und gaben dem Unternehmen die Möglichkeit zur Korrektur – erhielten jedoch keine Antwort.

Bisherige Untersuchungen zu den Auswirkungen verglühender Raketen- und Satellitenteile konzentrierten sich vor allem auf Aluminium, weil es in solchen Objekten in großen Mengen verbaut wird. Laut einer 2023 im Fachmagazin PNAS veröffentlichten Studie enthalten bereits etwa zehn Prozent der Schwefelsäurepartikel in der Stratosphäre Aluminium und andere Metalle, die aus verglühten Satelliten und Raketenstufen stammen. Bei der Reaktion des Aluminiums mit Sauerstoff entsteht Aluminiumoxid, von dem seit Jahrzehnten bekannt ist, dass es den Ozonabbau beschleunigt.

Viele Vorgänge beim Verglühen von Raketen und Satelliten sind laut Wing und seinen Kollegen aber noch nicht ausreichend erforscht.


(mho)



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