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Microsoft 356 Alternative: Euro-Office in Version 1.0 erschienen, Standard-Dokumentformat erntet Kritik


Microsoft 356 Alternative: Euro-Office in Version 1.0 erschienen, Standard-Dokumentformat erntet Kritik

Bild: Pexels/Renan Rezende

Die Web-Version von Euro-Office ist in Version 1.0 erschienen und soll eine europäische Alternative zu Microsoft 365 darstellen. Doch die quelloffene Web-Office-Suite erntet Kritik, weil standardmäßig ein von Microsoft entwickeltes Dateiformat für das Speichern verwendet wird.

Die erste Version von Euro-Office ist heute als Web-Version erschienen, während Desktop- und Mobile-Apps erst zu einem späteren Zeitpunkt folgen sollen. Ein europäisches IT-Konsortium, zu dem unter anderem Nextcloud, Ionos und Tuta gehören, treibt die Entwicklung der europäischen und quelloffenen Alternative zu Microsoft 365 und Google Workspace voran. Doch die Wahl des OOXML-Formates und eine irreführende Marketing-Behauptung sorgen derzeit für Kritik.

Euro-Office basiert auf OnlyOffice

Euro-Office bringt die für eine Office-Suite typischen Programmbestandteile für Textverarbeitung, Präsentationen und Tabellenkalkulationen. Die Version 1.0 von Euro-Office ist in den neuen Nextcloud Hub 26 Spring integriert, wobei Anwender dadurch nun die Wahl zwischen Euro-Office und Collabora haben. Während es sich bei Euro-Office um einen OnlyOffice-Fork handelt, baut Collabora hingegen auf LibreOffice Online auf.

Allerdings übte die Gruppierung hinter LibreOffice, „The Document Foundation“, unmittelbar vor der Veröffentlichung von Euro-Office 1.0 deutliche Kritik an der neuen Office-Suite von Nextcloud und Ionos. Demnach werde Euro-Office als „die erste in Europa entwickelte Office-Suite vermarktet“, was gemäß einem offenen Brief der Document Foundation schlicht falsch ist. Dabei ist OpenOffice, das erstmals 2001 erschienen ist, die erste europäische Office-Suite auf Open-Source-Basis, worauf 2010 LibreOffice folgte.

Kritik am OOXML-Dokumentformat

Zudem kritisiert die Document Foundation die Nutzung des OOXML-Dateiformates als Standard in Euro-Office, statt hier das offene ODF-Format zu nutzen. Somit werden Dokumente in Euro-Office standardmäßig mit den für MS-Office typischen Endungen „.docx“, „.pptx“ und „.xlsx“ gespeichert, da das OOXML-Format eine „quasi-offene“ Entwicklung von Microsoft ist.

Dadurch fürchtet die Document Foundation eine Gefährdung der digitalen Souveränität Europas, weil so ein „Content-Lock-In“ entstehe und die Euro-Office-Entwickler durch die Nutzung des OOXML-Formates zu „de-facto-Verbündeten von Microsoft“ werden. Nur die Nutzung eines komplett offenen Dokumentformates wie ODF kann der Document Foundation zufolge eine digitale Souveränität sichern, während die Verwendung des OOXML-Formates durch Euro-Office die „Microsofts Strategie gegen die europäische digitale Souveränität weiter stärkt“.



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