Entwicklung & Code

Microsoft bringt Linux-Container fürs WSL


Microsoft arbeitet an einer eigenen Container-Plattform für das Windows Subsystem for Linux (WSL). Die Funktion WSL Container integriert Linux-Container direkt in WSL und umfasst das neue Kommandozeilen-Tool wslc.exe sowie eine API, über die Windows-Anwendungen Container programmatisch nutzen können.

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Microsoft bezeichnet die Funktion offiziell noch als „in Entwicklung“, die Dokumentation zu WSL Container steht jedoch bereits bereit und verweist auf die laufende Entwicklung im WSL-Repository. Auf der Build 2026 kündigte Microsoft am 2. Juni WSLC offiziell als demnächst in Public Preview verfügbar an. Mit einem künftigen WSL-Update soll wslc.exe automatisch als Bestandteil von WSL installiert werden.

Microsoft beschreibt die neue Komponente als Kombination aus der CLI wslc.exe und einer WSL-Container-API. Ein NuGet-Paket ermöglicht Anwendungen, Container-Images herunterzuladen, Container zu starten und mit ihnen zu interagieren. Unterstützt werden unter anderem Ein- und Ausgabe über stdin und stdout, Dateifreigaben, Netzwerkfunktionen sowie der Zugriff auf die GPU.

Für Entwickler bringt die Plattform zudem ein WSLC-SDK mit C++- und C#-Bibliotheken mit. Windows-Anwendungen können Container damit direkt über die bereitgestellte API verwalten. Mögliche Einsatzszenarien reichen von Entwicklungsumgebungen, die automatisch Build-Container hochfahren, bis zu Anwendungen, die Datenbanken oder andere Linux-Dienste im Hintergrund bereitstellen.

Welche technische Basis Microsoft genau verwendet, geht aus den offiziellen Unterlagen nur in Ansätzen hervor. Die Dokumentation spricht lediglich allgemein von Linux-Containern. Etwas mehr Details liefert der zugehörige Pull-Request Add WSLC (WSL Containers) feature: Die Plattform bringt Komponenten zur Verwaltung von Containern, Images, Volumes und Netzwerken mit und unterstützt Container-Registries.

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Der Pull-Request nennt weitere technische Bausteine. Beim Netzwerk unterstützt die Plattform Portweiterleitung, DNS-Tunneling und Virtio-Netzwerke und bindet sich in den Windows-Netzwerkstack ein. Container-Daten landen in VHD-basierten Volumes. Für die Container-Dateisysteme nutzt wslc Overlay-Dateisysteme, wie sie unter Linux üblich sind. Für den Dateiaustausch zwischen Windows und der Containerumgebung kommt virtiofs zum Einsatz.

Auch GPU-Beschleunigung gehört zum Funktionsumfang. Sowohl die Dokumentation als auch der Pull Request führen GPU-Zugriff ausdrücklich auf. Die GPU-Unterstützung dürfte insbesondere für KI- und Machine-Learning-Workloads sowie GPU-beschleunigte Entwicklungsumgebungen interessant sein.

Einen Veröffentlichungstermin nennt Microsoft bislang nicht. Die Dokumentation verweist lediglich auf ein künftiges WSL-Update. Teile der Implementierung sind bereits über das WSL-Repository einsehbar.


(fo)



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